Caschys Blog

Deutschland: Datenlandstraße statt Datenautobahn

Neulich erst wollte uns der Branchenverband BITKOM weismachen: „wir in Deutschland haben es doch gut, Breitband überall!“. Ist natürlich Blödsinn, denn bei dieser tollen „Studie“ hat man bei BITKOM alles unter dem Namen „Breitband“ verkauft, was so geht – selbst UMTS war dabei. Es wunderte mich, dass „zwei Blechbüchsen mit Seil dazwischen“ nicht ebenfalls als Breitband-Kriterium durchging.

Die Realität misst sich in Geschwindigkeit und da sieht es in Deutschland zappenduster im Vergleich aus. Laut dem neuen The State of the Internet Report von Akamai liegtDeutschland im Ranking der Länder mit dem schnellsten Internetzugang weit abgeschlagen auf Platz 27 (durchschnittlich 7,6 Mbit/s).

An der Spitze stehen dort Südkorea (22,1 Mbit/s) und Japan (13,3 Mbit/s). Aber auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft kann deutlich schneller gesurft werden. Am schnellsten in den Niederlanden (12,5 Mbit/s), der Schweiz (11,6 Mbit/s) und Tschechien (11,3 Mbit/s).

Kleine persönliche Anekdote. Bin damals zu Kabel Deutschland gewechselt. Erst 32 MBit und als dann 100 MBit verfügbar wurden, habe ich auf das große Paket gewechselt. Hier auf dem Dorf habe ich dann am Abend immer Schwierigkeiten. Lahm wie nichts Gutes – ich habe dann Speedtests gemacht und mal bei Kabel Deutschland angeklopft, was da los ist. Vor ein paar Tagen der Anruf. „Ja, momentan ist eher schlecht, wir bauen wohl gerade aus, das kann aber noch dauern, genaue Termine können wir nicht nennen“. Heißt: man verdealt 100 MBit, schafft aber nicht die nötige Infrastruktur, um den Kunden auch ordentlich Dampf bieten zu können.

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