Schnelles Internet in Deutschland: Das ist so ein Thema, bei dem es rasch peinlich wird. Davon kann ich auch als Kieler ein Liedchen singen. Mit dem neuen, gemeinsamen Unternehmen Glasfaser Nordwest wollen da nun die Deutsche Telekom und EWE voranpreschen. Die neue Firma mit Sitz in Oldenburg in Niedersachsen soll bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte mit schnellem Internet versorgen.
Laut der Telekom handele es sich um die bislang größte Gründung für den Ausbau von Glasfaser in Deutschland. Nordwestdeutschland soll da also in naher Zukunft mit schnellerem Netz unterwegs sein. 35 Angestellte sollen dafür bei Glasfaser Nordwest ihren Dienst verrichten. Das Geschäftsmodell von Glasfaser Nordwest solle viele Telekommunikationsanbieter in einem Netz vereinen.
Glasfaser Nordwest wird im ersten Schritt in Teilen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und Bremens ausbauen. Wie der Name des Unternehmens schon sagt, so liegt die technische Grundlage in Glasfaseranbindungen bis ins Haus (Fibre to the Home/FTTH). 2 Mrd. Euro wollen die Telekom und EWE gemeinsam über einen Zeitraum von zehn Jahren in das Projekt pumpen. Es gibt aber keine zeitliche Beschränkung für die Kooperation, so dass man danach offenbar weiterschauen will.
Der Ausbau starte laut dem Unternehmen sofort und zwar in Vechta, Belm und Cloppenburg, gefolgt von Achim, Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Emsdetten, Georgsmarienhütte, Oldenburg, Stade und Tostedt. Auch bislang unterversorgte Gebiete nimmt man ins Visier. Man hängt aber die Aussage dran: „Komplett unwirtschaftliche Ausbaugebiete werden aber weiterhin auf Fördermaßnahmen angewiesen sein. An diesen wird sich Glasfaser Nordwest aus kartellrechtlichen Gründen nicht beteiligen.“
Noch 2020 sollen dabei in den Ausbaugebieten die ersten Kunden die neuen Glasfaseranschlüsse verwenden können. Das Gemeinschaftsunternehmen wird dabei keine Telekommunikationsdienste direkt an Endkunden vermarkten. Vielmehr will man die Glasfaserzugänge wettbewerbsoffen anbieten. Das bedeutet nicht nur die Telekom, sondern auch andere Anbieter können die Glasfaserinfrastruktur zu festgelegten Konditionen einkaufen und dann eigene Produkte darum stricken.
Nun ist es so, dass man die auszubauenden Gebiete für die ersten beiden Jahre vorab festgelegt hatte. Deswegen bauen hier direkt die EWE und die Telekom aus. Danach wird Glasfaser Nordwest aber auch Aufträge an Dritte vergeben. Falls ihr in den genannten Gebieten wohnt, könnt ihr ja generell mal die Augen offen halten.
