Deutsche Telekom: Graffiti willkommen!

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Wer kennt sie nicht: die grauen Kästen, die dafür sorgen, dass bestimmte Gebiete Internet und Telefon haben. Im Straßenbild findet man sie unzählige Male – die Multifunktionsgehäuse, so die offizielle Bezeichnung. Sie eignen sich nicht nur für Kabel, sondern werden als Flaschenständer oder Werbefläche zweckentfremdet genutzt. Aber auch mehr oder weniger fähige Künstler versuchen oftmals, das triste Grau etwas aufzupeppen und sprühen in Nacht- und Nebelaktionen ihre Kunst auf die Kästen. Ich will ehrlich sein: gut gemacht gefällt mit dies besser, als wenn ich auf einen grauen Kasten schauen muss.

Doch nicht nur illegal lassen sich die Kästen besprühen, auch offiziell mit Auftrag wurden die Multifunktionsgehäuse schon verschönert. Laut der Deutschen Telekom war dies bislang ein ziemlich komplizierter Ablauf – so kompliziert, dass viele Künstler an der Spraydose schon vorher absprangen. Nun will man das ganze System vereinfachen, per E-Mail können sich Interessierte auf eine Sprayfläche beim Multifunktionsgehäuse ihrer Wahl bewerben. Doch natürlich kann jetzt nicht jeder kommen, eine E-Mail schicken und dann lustig darauf lossprühen. So legt die Deutsche Telekom weiterhin die Bedingungen fest:

Damit der Look der Kästen nicht „verschlimmbessert“ wird, haben die Kollegen schon noch ein Auge darauf, was die kleinen und großen Künstler da vorhaben. Standort, Skizze und aktueller Zustand des Gehäuses müssen daher auch eingereicht werden. Regional wird dann von der Niederlassung geprüft, ob es sich überhaupt um ein Gehäuse der Telekom handelt und ob das gewünschte Motiv umsetzbar ist.

Außerdem wird geklärt, ob eine kommerzielle Nutzung der Gehäuse möglich ist oder sogar bereits dahingehende Pläne bestehen. Steht dem nichts entgegen, müssen die Motive nur noch ethisch, politisch und religiös neutral sein und dürfen keine kommerzielle Werbung enthalten. Klar ist, dass unsere Kästen nicht tiefschwarz angemalt werden dürfen: Das könnte zu verstärkter Wärmeentwicklung führen, die unserer Technik schadet. Aus gleichem Grund dürfen die Lüftungsauslässe, Schließvorrichtungen und Scharniere nicht bemalt oder lackiert werden.

Für viele ambitionierte Künstler wird dies sicherlich ein guter Weg sein, Werke prominent und legal zu platzieren, aufgrund der Hürden könnte ich mir aber vorstellen, dass auch weiterhin die Kästen mitten in der Nacht besprüht werden. Interessierte finden eine Broschüre mit alle Informationen zum Download im Blog der Deutschen Telekom.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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3 Kommentare

  1. Schönes Titelbild aus Wuppertal – Auftragsarbeit an einer Kirche, Künstler ZS.

  2. Eine coole Idee! Lieber buntbemalte, hübsche Kästen anschauen, wie nur so heruntergekommene. Und wenn man die bemalung so alle 2 Monate ggf. erneuert durch ein neues Bild, dann ist es einfach super 🙂

  3. Normal bin ich ja Telekom Basher aber hey… hier gibts keine Gefahr für die Netzneutralität wenn die Kästen nicht mehr Neutral sind…

    Im ernst:
    So sollten mehr denken… in diesem Sinne…
    THESE BOXES DON’T LIE
    https://www.youtube.com/watch?v=YLAcO3r5Xjs

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