Deutsche Bahn will Passagierströme dank Videoüberwachung besser steuern

Die Deutsche Bahn will offenbar Kameras einspannen, um die Passagierströme in den eigenen Zügen besser zu erfassen und darauf aufbauend die Gäste besser verteilen zu können. Sinn der Sache ist, wie sollte es auch anders sein, die Senkung des Infektionsrisikos mit COVID-19.

Neue Kameras will man dafür nicht installieren, sondern bestehende Systeme der Züge einspannen. Erst einmal hat man aber ein Pilotprojekt in S-Bahnen in Stuttgart gestartet. Die Videodaten werden laut Unternehmen noch im Zug anonymisiert. Metadaten gehen aber an die Deutsche Bahn zur Analyse. Mit den gewonnen Erkenntnissen möchte man die Zugkapazitäten optimieren, um die Abstandsregeln besser einhalten zu können.

Als Partner hat sich die DB Regio das Start-up Brighter AI auserkoren, die Software des zuletzt genannten Unternehmens anonymisiert die Videodaten, damit die Datenschutz-Grundverordnung eingehalten wird. Das Pilotprojekt startet aktuell in Testzügen ohne echte Passagiere und soll Mitte Mai im regulären Zugverkehr weiter überprüft werden. Sollte alles nach Plan laufen, könnte man die Technik schon kurz darauf flächendeckend verwenden.

Laut Sprechern der Deutschen Bahn sei der finanzielle Aufwand überschaubar, da man ohnehin vorhandene Kameras verwenden könne und eine Anonymisierung per Software vornehme. Man sei sich bewusst, dass man da sehr sensibel vorgehen müsse, damit die Privatsphäre gewahrt bleibe. Man involviere daher auch seine eigenen Datenschutzbeauftragten natürlich stark in das Projekt.

Warten wir mal ab, was sich da noch tut. Was haltet ihr von dieser Idee der Deutschen Bahn?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Bei der Deutschen Bahn gibt es sicher ganz andere Probleme als das man die Passagierströme mit Videoüberwachung steuern müsste. Ich glaube das sich die Bahn-Fahrer schon von selbst nicht direkt neben einen anderen Fahrgast setzen wenn der Platz entsprechend vorhanden ist.

  2. „Was haltet ihr von dieser Idee der Deutschen Bahn?“

    Welche Idee? Ich habe nur davon gelesen, dass vorhandene Kameras Menschen aufnehmen, dass diese Videoaufnahmen irgendwie anonymisiert und irgendwelche daraus gewonnenen Metadaten an die DB geschickt werden. Für eine Idee fehlt hier aber so einiges. Welche Metadaten werden hier letztlich erfasst und wie werden diese aus Videodaten gewonnen? Und ganz wesentlich fehlt hier die Maßnahme. Also was passiert, wenn welche Metadaten genau was anzeigen?

    Wenn ich anhand der Zielsetzung spekulieren müsste: Videoaufzeichnungen zeigen, dass mindestens zwei Personen in Wagen X den Mindestabstand von 1,50 Meter nicht einhalten. Was passiert dann, wird eine Durchsage gemacht? Und wie lautet diese? „Metadata b1a, bitte halten Sie von Metadata h7f den vorgeschriebenen Abstand von 1,50 Meter?

  3. Die arbeiten wohl mit Brighter AI zusammen. Die bieten eine KI an die die Kamera Daten analysiert. Klar einmal die Frage welchen Daten werden verarbeitet. Und dann welche Maßnahme folgt. Zähle ich die Anzahl der Fahrgäste und stelle fest
    100 Sitzplätze aber 120 Fahrgäste. Und dann, Takt verkürzen, Zug länger oder Fahrgast darf nicht mehr einsteigen? So wegen Überfüllung geschlossen. Oder kommt eine Durchsage bitte Abstand halten, wir haben festgestellt der Abstand reicht nicht aus.

    Ich würde mich freuen wenn es die Bahn schafft die Züge so fahren zu lassen das ausreichen Platzangebot herrscht.
    Nur fehlt mir der Glaube daran. Jetzt beschweren sich Fahrgäste das der Zug voll ist. Es wird manuell gezählt.
    Und was bleibt, Zug immer noch voll. Also Daten vorhanden, Umsetzung schwach Ich bin nicht überzeugt das genug Kapazitäten vorhanden sind um von heute auf morgen mehr Züge bei Bedarf bereitzustellen.

    Daten kann ich sammeln, auch Erkenntnisse ziehen. Frage was setze ich um.

    Lassen wir uns überraschen

  4. Die Bahn sollte, wie zum Beispiel in China oder Japan in den Schnellzügen üblich, nur soviele Tickets verkaufen wie Sitzplätze. Problem gelöst.
    Bei S-Bahnen klappt dies natürlich nicht, in Stuttgart sind sie eh schon an der Kapazitätsgrenze auf vielen Linien.

  5. Der mit dem Aluhut says:

    😀 😀 😀 😀 😀 😀 😀 😀 😀 😀 😀
    Die Bahn mal wieder… ;D ;D ;D ;D ;D ;D

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