Deutsche Bahn testet kostenloses WLAN im Regionalexpress

Die Deutschen Bahn. Lange hat man sich Zeit gelassen, um das kostenlose WLAN auch in die zweite Klasse des ICE zu bringen. WLAN in Zügen ist ja eh immer so eine Geschichte. Meine Erfahrungen sind da eher nicht so toll. Aber vielleicht wird das ja noch irgendwann. Nach den ICE will man nun das Ganze etwas ausweiten. Verkehrsminister Dobrindt forderte bereits Anfang 2015 den Ausbau von WLAN in Regionalzügen – und nun gehen satte vier Regionalbahnen im Nahverkehr mit kostenfreien WLAN auf die Reise. Ein Meilenstein, der der Deutschen Bahn glatt eine Meldung wert ist.

Deutsche Bahn

Ab dem 13. März steht Fahrgästen in zwei Zügen der Linie RE 42 erstmals ein kostenfreier Internet-Zugang zur Verfügung. Insgesamt stattet DB Regio NRW vier der zwischen Mönchengladbach und Münster verkehrenden Regionalexpress-Fahrzeuge vom Typ ET 1428 zu Testzwecken mit WLAN-Systemen aus. Die Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn bringt das Pilotprojekt in Kooperation mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und dem benachbarten Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf die Schiene.

Ein Jahr soll der Testbetrieb dauern. In der Zeit möchte man Erfahrungen über die notwendige technische Ausrüstung, die Dauer und den Aufwand der Umbauarbeiten sowie die damit verbundenen und laufenden Kosten sammeln. Jeder Regio muss nicht nur eine Antenne auf das Dach bekommen, auch im Inneren wird ein Kabelsystem verlegt. Insgesamt nimmt die WLAN-Ausrüstung eines einzelnen Fahrzeugs etwa vier Tage am Werkstattstandort Münster in Anspruch.

Zitat Deutsche Bahn

„Viele Pendler legen zwischen Wohn- und Arbeitsort immer längere Strecken zurück“, stellt Andree Bach, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio NRW, heraus. „Reisezeit wird damit auch im Nahverkehr zunehmend zur wertvollen Nutzzeit.“ Diese effektiv und verlässlich für berufliche oder private Belange verwenden zu können, schaffe einen deutlichen Mehrwert gegenüber dem Individualverkehr. „Die Voraussetzungen für WLAN in Bestandsfahrzeugen quasi ,unterm rollenden Rad‘ zu schaffen, ist eine besondere Herausforderung. Dieses Pilotprojekt wird uns nicht nur technische sondern auch wirtschaftliche Erkenntnisse zur Möglichkeit der Nachrüstung bereits im Einsatz befindlicher Züge bringen“, so Bach.

Eine persönliche Registrierung ist im System der Testfahrzeuge auf der RE 42 nicht notwendig. Vorteil für die Fahrgäste: Als WLAN-Nutzer müssen diese keine persönlichen Daten angeben. Ähnlich wie bereits in ICE-Zügen üblich, soll es in einer späteren Phase zudem ein „Content-Portal“ geben, über das Fahrgäste zum Beispiel Nachrichtensendungen und Spielfilm-Serien schauen können.

Um einen WLAN-Hotspot bereitzustellen, setzt DB Regio NRW auf ein „Multi-Provider-System“. Dabei wird der Zug-Router mit mehreren SIM-Karten versehen, die parallel die Netze von Telekom, Vodafone und Telefonica nutzen. Durch die Bündelung soll die Mobilfunkabdeckung deutlich gesteigert werden: Ist der Empfang eines Providers einmal schlechter, gibt es über die anderen beiden Netze eine Rückfallebene.

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13 Kommentare

  1. Ich bin letzte Wochen von München nach Bremerhaven gefahren und muss sagen, dass das WLan im ICE fast lückenlos funktioniert hat. Scheinbar waren die „Umbauarbeiten“ der Bahn erfolgreich. Wenn dass jetzt im Regionalverkehr auch klappt, wäre das natürlich super…

  2. Alexander says:

    Also meine Fahrt heute Nachmittag mit der RE 42 verlief bzgl. des Test des WLANs negativ aus. Mein iPhone hat es noch nicht mal geschafft in dem WLAN eine IP zu beziehen. Vielleicht auch nur die Startschwierigkeiten zu Beginn.

  3. Tannenpflaum says:

    Also erstmal will ich sagen, dass ich als ICE Vielfahrer das Wifi in der 2. Klasse schon recht zuverlässig finde. Diese Multi-Carrier Kanalbündelung scheint an sich ganz potent zu sein.
    Weiß jemand wie das bzgl. Security aussieht? Kann mein Sitznachbar weiterhin wireshark laufen lassen und alles unverschlüsselte munter mitlesen oder hat man diese öffentlichen Hotspots mittlerweile soweit, dass jeder seinen eigenen VPN Kanal zum Router bekommt und man somit separiert wird?

  4. Ist es nicht schön ICE ja
    IC ?

  5. Gebe die Hoffnung nicht auf, dass bald auch andere Strecken ausgebaut werden.

  6. Auf der ICE Strecke Frankfurt – Paris ist die WLAN Verbindung eine Zumutung. Habe lieber mein Datenvolumen verbraucht so schlimm war es.

  7. Es würde schon helfen wenn alle Züge mit LTE-Repeatern ausgerüstet würden. Sinnvoll wäre auch wenn außerhalb der Prestige Schnellfahrstrecken die Tunnels mit LTE versorgt werden.

  8. okay, nur vier Züge? Dann bin ich ja ein Glückspilz, dass ich zwischen München und Ulm schon mal einen davon erwischt habe. Das Nutzererlebnis war eher „medium“ bis „geht gar nicht“. Da ist noch viel Luft nach oben.
    Kann man da keinen Devolostecker am Stellwerk in die Dose stecken und den Netzzugang über die Oberleitung herstellen 😉

  9. Was ist mit den IC?

  10. Wenn sich 100% aller Fahrgäste gleichzeitig ins WLAN einloggen, geht auch eine LTE-Bandbreite recht flott in den Keller. Und gefühlt hat mindestens jeder Fahrgast ein Smartphone, ein Tablet oder ein Laptop dabei. Ich frage mich, wie man sich da noch Hoffnung auf Bandbreite machen kann.

  11. wieso eigentlich Ausbau? ich dachte die bauen das ein

  12. @suier
    Es sind jetzt vier Züge auf der Linie RE 42 zwischen Mönchengladbach und Münster. Also nichts mit München und Ulm. Wobei laut der Deutschen Bahn das WLAN in Regionalzügen bereits seit November 2016 vereinzelt verfügbar ist, etwa im Fugger-Express von München nach Augsburg sowie auf der Strecke Kiel–Lübeck–Lüneburg. Hast also eine andere Teststrecke erwischt.

  1. 5. Dezember 2017

    […] Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass das mal besser, mal schlechter funktioniert. Auch in einigen Regionalzügen testet man das Anbieten von WLAN für die Fahrgäste. Ich selbst kam überraschenderweise mal in […]

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