Deutsche Bahn dreht ab Dezember 2018 an der Preisschraube

Die Deutsche Bahn hat Pläne. Weniger gefallen dürfte euch, dass ein „moderater“ Preisanstieg für Dezember 2018 angekündigt worden ist. Greifen sollen die im Detail noch unbekannten neuen Preise ab dem 9. Dezember. Laut dem Chef, Richard Lutz, sollen die Tickets für den Fernverkehr teurer werden. Allerdings wolle die Deutsche Bahn parallel an der Digitalisierung der Strecken basteln und die Pünktlichkeit verbessern.

So solle ein sogenannter „Taktfahrplan“ pünktliche Umstiege gewährleisten. Laut Lutz erreichen bisher im Jahresdurchschnitt 76 % der Züge ihr Ziel ohne Verspätungen. Die Pünktlichkeit sei aber noch nicht auf dem Niveau angelangt, dass man sich bei der Deutschen Bahn wünsche. Dabei will das Unternehmen noch vor Jahresende rund 19.000 neue Mitarbeiter einstellen. Auch 2019 sollen 15.000 neue Stellen besetzt werden.

Dabei konkurriert die Deutsche Bahn mittlerweile immer stärker mit günstigen Fernbus-Anbietern wie Flixbus und teilweise auch mit Billig-Fliegern. Entsprechend will die Deutsche Bahn abseits der Preiserhöhungen mehr Sonderaktionen und Sparpreise forcieren.

Außerdem ist der Plan sich mit dem eigenen Glasfasernetz am Ausbau des Internets in Deutschland zu beteiligen. Dazu sagt Lutz: „Wir haben an unseren 33.000 Kilometern Streckennetz bisher 18.500 Kilometer mit Glasfaser ausgerüstet. Diese Glasfasern sind nicht vollständig von der Bahn ausgelastet. Wir als Bahn könnten also unser Glasfasernetz vermarkten und so Teil der Lösung werden.“ Jene Vermarktung könnte der Deutschen Bahn Beträge in Milliardenhöhe einbringen. Jene Mittel könnte man dann wiederum auch nutzen, um den Ausbau des Breitbandnetzes voranzutreiben. Davon hätten wir also am Ende alle etwas – wenn es dazu kommt.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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25 Kommentare

  1. 76% der überhaupt gefahrenen Züge waren pünktlich. Ausgefallene Züge tauchen in der Verspätungsstatistik nicht auf. Das Problem ist veraltete Hardware, nicht das Personal. Das Zugpersonal kann auch nichts machen, wenn die Klimaanlage nur bis 35 Grad Außentemperatur ausgelegt ist.

    • Wie viele Autos sind „pünktlich“?
      Unsere Infrastruktur ist unterfinanziert und überlastet. Dafür bekommt die Bahn das sogar noch ordentlich hin, dem Bemühen der Eisenbahner, nicht der Manager, sei es gedankt. Ich pendle auch deswegen mit der Bahn, weil der Regionalzug nicht immer pünktlich ist, die Staus zur rush hour auf der Straße hier im Raum München aber geradezu lateinamerikanische Verhältnisse angenommen haben. Dito die Autobahn, die ist inzwischen sogar schon an Sonn- und Feiertagen voll bis zähflüssig und an Werktagen ein absolut unkalkulierbares Stau-Risiko. Da kann der Weg 30 min dauern, oder auch mal 3 Stunden. So krasse Verspätungen habe ich als täglicher Bahnpendler in all den Jahren nie erlebt.

      Und darüber, dass der Sprit derzeit einfach so 10-20% mehr als letztes Jahr um diese Zeit kostet, hat Caschy auch nichts gepostet. Beim Auto blickt der Deutsche über alle Widrigkeiten des Alltags großzügig hinweg, aber bei der Bahn ist jeden Tag Großinquisition, kosten darf sie möglichst auch nichts. Gleichzeitig gibt der durchschnittliche Deutsche alle paar Jahre fünfstellige Beträge für ein neues Blechgefährt aus, vergleicht dann aber nur die Sprit-Kosten mit den Kosten der Bahn-Fahrkarte. Rechnet man anteilig Anschaffung, Reparaturen, HU, Reifenwechsel, Kfz Steuer, Kfz Versicherung usw hinzu ist jede einzelne Autofahrt plötzlich überraschend teuer.

      Wir haben im Haushalt nur noch ein Pkw und das, was ich damit spare mit dem ÖPNV zu pendeln statt wie früher mit einem zweiten Pkw, finanziert uns jedes Jahr eine zusätzliche Urlaubsreise. Zuverlässiger, billiger und sogar ökologischer. Die Bahn kann gerne besser werden, ist aber besser als ihr Ruf hierzulande.

      • „Die Bahn kann gerne besser werden, ist aber besser als ihr Ruf hierzulande.“ … Du wohnst ganz sicher nicht im Großraum Berlin 😉 — Ansonsten gebe ich dir natürlich recht, Individualverkehr ist die Hölle in Großstädten (wobei: Mit schwitzenden Mitmenschen in einen RE eingepfercht sein, dessen Klimaanlage über der Kapazitätsgrenze röchelt ist auch nicht toller als auf dem Berliner Ring im Stau stehen.) Für den europäischen Jahresurlaub (4 Personen, 3-4 Wochen) nehme ich allerdings dennoch den großen PKW mit Dachbox: Gepäck, quengelde Kinder, totale Überfüllung, Verspätung, Klimaanlagenkollaps, zudem teils sauteuer (zB eigentlich sinnvolle Auto- oder Nachtzüge), Umsteigeorgien mit Gepäck … die Bahn ist da keine Alternative. Lieber eine Übernachtung unterwegs und ein paar Stunden Stau einkalkulieren. Mir reicht es, wenn ich beruflich Bahn oder Flugzeug nehmen muss.

      • Ich musste lachen, danke für so viel Ironie am Morgen… Mit ÖPNV besser als mit dem Auto 😀

  2. The same procedure as every year!

  3. Verpasst man wegen 10 Minuten Verspätung den Anschluss und kommt deswegen zB. 1 Stunde später am Ziel an, ist das für die Statistik natürlich nicht relevant. 😉

    • Genau das wollte ich auch schreiben. Ich dachte allerdings, es wären 5min Verspätung, die für die Bahn noch als pünktlich gelten. Egal, es kommt aufs Gleiche raus, die Bahn sagt, sie wäre pünktlich, man selbst hat aber wegen verpasster Anschlüsse ne Stunde Verspätung.

      Auch egal ob jetzt 15min oder 5min Verspätung noch als pünktlich gelten – wenn das nur 76% der Züge schaffen, ist das verdammt schlecht…

      • Ich meine als verspätet gilt ein Zug bei mehr als 6 Minuten Verspätung. Und davon ab, diese 76% von denen die Bahn da redet, beziehen sich oft gerne nur auf die Fernzüge. Der allmorgentliche Pendelverkehr ist da nicht mit inbegriffen. Ich bitte um kurze falls doch. Uns zumindest auf meiner Strecke sind grob geschätzt nicht mal die Hälfte der fahren in der Woche als pünktlich anzusehen. Aber hey wenn interessiert es, Jahreskarte ist ja schon bezahlt.

      • Das sehe ich auch so. In anderen Ländern gelten bereits 30 Sekunden als Verspätung (Japan) :).

  4. Auf der Strecke Amsterdam – Berlin haben die Zuege seit Wochen erhaebliche Verspaetungen und Ausfaelle und das auch schon vor dem Unwetterschaden.Ich fahre seit 21 Jahren taeglich mit der Bahn und bei jeder Erhoehung wird dir das Blaue vom Himmel versprochen und jedes Jahr wird es noch schlechter.

  5. Die Deutsche Bahn ist das Sky unter den Transport-Diensten. Die Vollzahler müssen den Laden am laufen halten und mit unwirtschaftlichen Sonderangeboten wird versucht Neukunden zu locken.
    Das diese „Neukunden“ aber nur zu dem sehr verbilligten Preis Interesse zeigen und andere potentielle Kunden sich aufgrund der komischen Preisstrukturen überhaupt nicht für die Bahn interessieren, kommt den Verantwortlichen nicht in den Sinn.

    Solange keine gerechte Preisstruktur vorhanden ist, wird die Deutsche Bahn die Konkurrenten nicht los,

  6. Rülpst Stoner says:

    Ich fahre Auto, fürs Bahnfahren verdiene ich nicht genug

  7. Die DB will also die Strecken „digitalisieren“. Heißt das jetzt dass sie die analog vorhandenen Gleise abbauen und einscannen wollen? D.h. ich kann mich dann nicht mehr physisch von A nach B bewegen, sondern muss per Simulation fahren …. (bei vollem Fahrpreis natürlich). ?
    Oder weil ja Digitales mit Nullen und Einsen zu tun hat, fräsen sie für die Nullen Löcher in die Gleise? 😉 Nee, halt, die Nullen sind ja schon alle in der Politik (womit da die Digitalisierung schon zur Hälfte geschafft wäre).
    Viel passieren wird ja doch nicht (außer die jährlichen Preiserhöhungen), denn schließlich ist das Digitale ja für so ein halbstaatliches Unternehmen doch irgendwie noch Neuland …

    • Name (erforderlich) says:

      Da hat wohl jemand zu tief ins Weinglas geschaut und wollte witzig sein.

    • DB Netz hat hier in Berlin die relevanten S-Bahn-Strecken „digitalisiert“ (also neues Zugbeeinflussungssystem und elektronische Stellwerke, vermutlich meinen die das?), seitdem kacken die Signalanlagen im Tagestakt ab 😉 M. E. fuhr die Reichsbahn im Krieg zuverlässiger als der ÖPNV heute in Hipp-Berlin.

  8. Ich wage mich mal vor und sage: Die Erhöhungen sind ja noch recht moderat und unterhalb der Inflation. Ich fahre jeden Tag eine Pendelstrecke von insgesamt 200 km mit IC und ICE und bin eigentlich wirklich sehr zufrieden. Mit dem Auto wäre ich zwar ohne Stau (leider pendel ich ins Ruhrgebiet, also seltener Fall) 15 Minuten eher da, weil Fuß- und Radwege entfallen, aber dafür kann ich nicht arbeiten und bewege mich weniger.
    Aber die Pünktlichkeit müssen die wirklich in den Griff bekommen. Auf meiner Strecke stört es mich nicht, da ich nicht umsteigen muss, aber bei allen anderen Verbindungen ist es einfach unfassbar nervig, wenn der Zug verpasst wird. Das erlebt meine Freundin regelmäßig und hat dadurch massive Verspätungen.

    Bleibt festzuhalten: Auto hat Stau und Umweltproblem, Bahn Pünktlichkeitsprobleme und mein Fahrrad ein Reichweitenproblem, punktet aber mit Zuverlässigkeit 🙂

  9. Noch ein Grund nicht mehr mit der Bahn zu fahren sondern mit dem Auto

  10. Warum ist DB nur so schlecht? Unzuverlässigkeit ohne Ende. Fühlt sich teilweise an wie Bahnbetrieb einer Bananenrepublik.

  11. Die Bahn ist aktuell schon preislich völlig unattraktiv.
    Ich würde gerne öfter mal statt mit dem Auto, mit dem Zug in die nächste Stadt fahren zumal wir einen Bahnhof in Fußreichweite haben. Aber das ergibt schon wenn man alleine fährt überhaupt keinen Sinn, und erst recht nicht wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist.

    Die Bahn müsste die Preise massiv senken um attraktiv zu werden, und nicht noch weiter erhöhen.

    • Ja. Macht nur Sinn wenn man ein Sparangebot ergattert, aber da muss man schon Wochen vorher zuschlagen und jede Flexibilität und Spontanität geht verloren. Ich zahl doch nicht für was, wo ich auf den Kosten sitzenbleibe, sollte was dazwischen kommen. Und ich zahle auch nicht freiwillig doppelt so viel, nur weil vielleicht was dazwischen kommen könnte. So oder so, mitunter eine frustrierende Angelegenheit.

      • Oh ja, und man darf bei der Bahn auch exakt null Kulanz erwarten.
        Ich hatte mir ein Ticket lange vorher zum Sonderpreis mit Zugbindung gekauft für ein Festival und habe am nächsten morgen meinen planmäßigen Zug verpasst und habe dann den nächsten genommen.

        Der nächste Zug war vielleicht zu 10% ausgelastet, was den Schaffner bei einer Kontrolle aber nicht davon abhielt mich wie einen Schwarzfahrer am nächsten Bahnhof aus dem Zug zu werfen, weil mein Ticket eine Zugbindung hatte, und es eben der Zug eine Stunde später war.

        Wir brauchen uns nicht darüber zu unterhalten, dass das rein rechtlich natürlich korrekt war, aber ich fand es dennoch eine absolute Frechheit. Ich hatte schließlich (nicht gerade wenig) für das Ticket bezahlt und es hätte absolut niemandem geschadet, einfach mal ein Auge zuzudrücken wenn der Zug sowieso quasi leer ist.

        Ich habe mir das Erlebnis damals gemerkt, und es hat sicher nicht dazu beigetragen, dass ich später irgendwie versucht gewesen wäre öfter mit der Bahn zu fahren.

        • Beschwerde einreichen. Und auf allen Social Media Seiten posten.!

        • Ja. Lachhaft sowas. Sesselfurzer mit null Hausverstand. Einfach nur um dem Kunden eins reinzuwürgen. Und dann nochmal abzuzocken (was dem Schaffner eigentlich egal sein könnte). Aber diese Schaffner sind teilweise sowieso sehr seltsame Personen. Ja. Solche Erlebnisse tragen nicht dazu bei, dass man weiterhin was mit der Bahn machen möchte. Die Bahn ist bei mir die absolute Notlösung. Dabei könnte es eine wirkliche Alternative zum Auto sein, wenn man einige Dinge anders handhaben würde.

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