Der PC lebt: 2019 ist ein erfolgreiches Jahr gewesen

Die Analysten der International Data Corporation (IDC) haben sich einmal das vierte Quartal 2019 sowie das Gesamtjahr im Hinblick auf den PC-Markt angeschaut. Einberechnet hat man dabei neben Desktop-Rechnern auch Notebooks und Workstations. Das Ergebnis ist, dass 2019 für den PC ein erfolgreiches Jahr gewesen ist. Im vierten Quartal 2019 stiegen die Auslieferungsmengen etwa im direkten Vergleich mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um 4,8 %.

International sollen rund 71,8 Mio. Computer ausgeliefert worden sein – das sei laut IDC die höchste Zahl, welcher der PC-Markt seit dem vierten Quartal 2015 habe erreichen können. Blicke man auf das Gesamtjahr, dann seien die Auslieferungsmengen um 2,7 % gestiegen, wenn man als Vergleich 2018 hernehme. Das ist das erste Mal seit 2011, dass der PC-Markt für das gesamte Jahr ein Wachstum erreichen konnte.

Laut der IDC stehe der PC-Markt weiterhin vor Herausforderungen, 2019 habe aber gezeigt, dass es trotz des Smartphone-Booms natürlich weiterhin eine Zukunft für traditionelle PCs gebe. Ein Teil des Wachstums wurde auch dadurch hervorgerufen, dass viele Geschäftskunden vor dem Support-Ende von Windows 7 zu Windows 10 wechseln wollten. Profitiert haben davon besonders die größten drei Hersteller, Lenovo, HP und Dell, die mittlerweile gemeinsam 65 % der Marktanteile halten.

Für Euphorie sei laut der IDC aber wiederum kein Platz, denn 2020 könnte deutlich herausfordernder für die Industrie werden. Hoffnungen dürfen die Hersteller wohl weiterhin in Gaming-PCs, neue Foldable-Modelle und womöglich auch Notebooks mit 5G stecken. Blickt man nun speziell auf unsere Breitengrade, dann bremsten zwar etwas die Lieferengpässe bei Intels neuen CPUs, dennoch habe sich der Markt als sehr stabil erwiesen.

Was wiederum die einzelnen Hersteller betrifft, so konnte Lenovo seine Marktanteile besonders stark erweitern und heimst sich nun 24,3 % des PC-Marktes ein, gefolgt von HP mit 23,6 %. Dell besetzt eben den dritten Platz mit 17,5 % Marktanteil. Danach kommt eine ganze Weile nichts, bis Apple auf Rang 4 mit 6,6 % auftaucht. Acers ehemalige Pläne sich zum größten PC-Hersteller der Welt aufzuschwingen sind wiederum nicht aufgegangen – abgeschlagen steht man auf Platz 5 mit 6,4 % Marktanteil. Dabei stiegen zwar Acers Auslieferungsmengen, der Marktanteil hat sich aber insgesamt reduziert.

Mal sehen, was sich 2020 so ergeben wird. Der Gaming-Markt dürfte etwa durch das Erscheinen einer neuen Konsolengeneration wieder befeuert werden – denn traditionellerweise werden dann auch PCs nach dem Generationswechsel wieder besser ausgelastet.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. Wenn ich das richtig verstehe, sind das aber nur die Verkäufe von PC von der Stange.

  2. phrasemongerism says:

    Der Link ganz unten führt auf einen Blogartikel von euch, ist das so gedacht, oder soll das die Quelle sein, dann müsste er auch auf den Text lauten, der da steht.

  3. Immer wieder lustig zu sehen, wie vorhergesagte Trends nicht eintreffen oder aufgehen. Vor ein paar Jahren hieß es noch, dass die Desktop-PC-Sparte „nahezu“ aussterben wird und ersetzt wird durch Tablets/Convertibles. Wenn ich mir mein Freundeskreis oder meine Arbeitskollegen (IT-Branche) anschaue, dann kann ich die Leute mit Tablets/Convertibles wirklich an einer Hand abzählen. Die Leute sind immer noch scharf auf schöne Desktop-PC’s mit großen Monitoren. Habe gerade mal zwei Leute im Freundeskreis mit einem Surface-Gerät – alle anderen setzen auf die Kombination aus Smartphone + Desktop-PC.

    • Reine Office Arbeiten und dergleichen kann man schon heute mit der Rechenleistung von Tablets erfüllen. Das Problem sind eher die mobilen Betriebssysteme, die keine wirkliche Maus und Tastaturarbeit zulassen, sondern nur so ein Mittelding, das für surfen und Email ausreicht.

      Und die stationären OS sind zu aufgeblasen, so dass man dort immer noch auf Desktophardware angewiesen ist.

      Mittelfristig verschwindet der Desktop aber in jedem Fall, wenn die Unterscheidung zwischen mobilem und stationärem OS wegfällt. Das hat man ja auch nur unterteilt, weil die mobile Hardware damals zu langsam war.

      In zehn Jahren ist der Desktop Geschichte.

      • Mit Verlaub, das ist bullshit! Der Desktop wird nie sterben! Ergonomisch, schnell und effizient Arbeiten und auch anspruchsvoll spielen, wird nur am Schreibtisch mit großem Display und viel Leistung möglich sein, auch in zehn Jahren! Und ja, das haben wir schon vor zehn Jahren gehört… 😉

  4. Desktops werden nie aussterben. Es geht nix über ein gescheites Display, Tastatur und Maus.

    • Nie ist ganz schön lange…. Aber gescheites Display, Tastatur und Maus sind auch über Dockingstation bzw. USB-C-Hub mit Notebook möglich. Aber es ist wie mit allem die richtige Mischung macht das digitale Leben aus. Ich habe mich vor langer Zeit vom Desktop-PC verabschiedet, war mir einfach zu Stationär.

      • Ich habe mich bei der letzten Aktualisierung vom Laptop verabschiedet, einfach weil ich bemerkt habe, dass ich es nicht benötige. Der vorherige Rechner war ein Laptop der die ganze Zeit in der Dockingstation unter dem Schreibtisch vor sich hin staubte. Beim Neukauf wurde mir dann klar, dass ich Akku, Bildschirm, Tastatur usw. nicht mitbezahlen brauche, also ist es ein NUC (Skull Canyon) geworden. Klein und, im Vergleich mit einem Laptop mit gleicher Rechenleistung, preiswert.
        Mobil habe ich Smartphone und iPad, zum Zocken ’ne Playstation, das reicht mir. Das gilt jetzt für mich privat, beruflich habe ich ein Laptop, weil ich da oft den Rechner an verschiedenen Orten benötige.

    • Klassische PCs werden zumindest nicht auf absehbare Zeit aussterben.

      „Nie“ sicher nicht, denn in 100 Jahren haben wir sicherlich ganz andere Schnittstellen um mit dem zu kommunizieren, was dann das Gegenstück zu den heutigen klassischen PCs darstellt :).

    • Grundsätzlich gebe ich Dir recht, dass Desktop-PC nicht (oder jedenfalls nicht in absehbarer Zeit) aussterben werden – Notebooks & Co machen bei den meisten Arbeitsplätzen in Firmen und Behören auch gar keinen Sinn. Aber der Markt hat sich stark konsolidiert. Der Aufwind resultiert lediglich daraus, dass viele Firmen und Behörden in 2019 auf Windows 10 umgestellt und bei der Gelegenheit auch neue Rechner gekauft haben.

      Im Privatbereich ist der Desktop-PC IMHO inzwischen fast schon ein Exot. Da gibt es die Hardcore-PC-Daddel-Fraktion und die Leute, die Zuhause entsprechend oft am Rechner sitzen und oft auch einen Raum als Büro eingerichtet haben (irgendwo muss der Schreibtisch, auf dem der Monitor steht, ja hin). Einige sind inzwischen komplett auf Smartphone/Tablet umgestiegen und der Rest hat ein Notebook.

      Und selbst diejenigen, die privat einen Desktop-PC haben, müssen zunehmend seltener neue Hardware kaufen, solange sie nicht zur Hardcore-Daddelfraktion gehören. Im Office-Bereich sind die Anforderungen an die Hardware in den letzten Jahren kaum gewachsen, da tut es auch ein Rechner, der fünf Jahre und älter ist noch locker (solange eine SSD und genügend RAM drin ist – beides kann man für ein paar Euro nachrüsten).

      Ich denke daher, in 2020 gehen die Absatzzahlen im Desktop-Bereich wieder ordentlich zurück.

  5. Vor vielen Jahren bin ich auf Notebooks umgestiegen.
    Resultat:
    Akku wurde aus Sicherheitsgründen entfernt und das Gerät werkelte als Dektop-Ersatz täglich viele Stunden. Bei einem Gerät verabschiedete sich der Bildschirm, beim nächsten Gerät war was mit der CPU und beim folgenden Gerät die Tastatur. Da sich eine Repairatur nicht lohnte fröhnte ich der Wegwerfgesellschaft und kaufte immer wieder neue Notebooks. Seit 2 Jahren habe ich davon die Schnauze voll und nutze lieber wieder klassische Desktop-PC’s. Lediglich für längere AUslandaufenthalte nutze ich noch ein Reserve-Notebook, aber im Alltag ist das Teil eingemottet.

  6. Wenn es im Budget drin ist, ist ein Surface Gerät mit Dockinstation das non plus ultra. So wird es bei uns in der Firma und bei mir zu Hause genutzt.

    Verwende das Gerät zwar relativ selten mobil. Aber so brauch ich kein Laptop bereithalten.

  7. Seit W3.1.1 habe ich immer zwei Desktop gehabt, auf die Mäusekinos habe ich nie gestanden. Hier habe ich einen für die Büroarbeit und einer hängt am QLED-TV als HTPC. Seit W95 höre ich schon das der PC am sterben ist, wir warten mal ab….

  8. Leistungsfähige Desktop Systeme werden doch in der Gamer-Szene genutzt und geschätzt. Und jeder Gamer, der was auf sich hält, baut sein System selbst zusammen. Es werden also haufenweise Hardware bestellt, die nie in irgendeiner Statistik als „verkaufter PC“ auftauchen.

    Ich selbst schraube auch seit den späten 90ern alle paar Jahre Desktops für meine Bedürfnisse zusammen bzw. rüste auf. Bin also auch noch nie in solch einer Statistik aufgetaucht.

  9. Michael Lang says:

    Wenn die erste Generation der Digital Natives in 20 Jahren so um die 60 geworden ist, werden diese einen kleinen PC hinter einen großen Monitor geklemmt und auf dem Tisch eine große Tastatur liegen haben, aber ganz sicher keine Laptops und keine Tablets. Denn dann sind die Finger dick und grobmotorisch und die Augen schlecht geworden.

    • TheOneAndOly says:

      Schwachsinn! Bei mir wird da kein Pc mehr stehen. Außerdem nutze ich auch kein Tablet oder andere Ramsch-Hardware wie Smartphones. Heutige PCs machen ja schon lange nicht mehr allein das, was der User will, sondern spionieren aus, haben zig hundert unnötige Prozessse im Hintergrund laufen, sind extrem umweltschädlich geworden usw.

      Bei mir steht nur noch ein Retro-PC von 2000.Alles andere wird von anderer Hardware effizienter, schneller & ohne Spionage erledigt.
      Und in einigen Jahren kommt dann auch der Retro-PC in den Müll & meine Spezial-Hardware erledigt den Rest.

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