Der Fall „Öffi“: Google trifft wohl keine Schuld


Die App für den regionalen Nahverkehr – Öffi – war die Tage öfter zu Gast bei uns im Blog. Kuriose Geschichte, wurde die App doch von Google aus dem Play Store geschmissen. Schuld daran war ein Spendenbutton, der normalerweise aber nicht in der über den Google Play Store installierten Version auftaucht. Sehr kuriose Geschichte, die sich wohl relativ einfach aufklären lässt. Wir erinnern uns, die App prüft beim Start, von welcher Quelle sie installiert wurde, zeigt dementsprechend einen Spenden-Button oder auch nicht.

Nicht angezeigt werden soll er bei Installation via Play Store, da dies gegen die regeln verstößt. Nun kommt es aber vor, dass die App auch dann den Spenden-Button zeigt, wenn sie über den Play Store installiert wurde. Ursache kann hier zum Beispiel eine Backup- und Wiederherstellungsfunktion bei manchen Smartphones sein. Wird die App über das Backup erneut auf das Smartphone installiert, wird die Installation nicht mehr als „aus dem Play Store“ erkannt und der Button angezeigt.

Was uns zu Punkt 3.1 der Entwicklervereinbarung bringt:

3. Preisgestaltung, Bezahlung und Steuern
3.1 Diese Vereinbarung gilt sowohl für Produkte, auf die Nutzer kostenlos zugreifen können, als auch für Produkte, auf die Nutzer nur bei Zahlung einer Gebühr Zugriff erhalten. Damit Sie für Ihre Produkte eine Gebühr erheben und für über Google Play vertriebene Produkte bezahlt werden können, müssen Sie ein gültiges Zahlungskonto gemäß einer separaten Vereinbarung mit einem Zahlungsabwickler haben, von einem Zahlungsabwickler für ein Zahlungskonto zugelassen sein und einen einwandfreien Kontostatus beibehalten. Im Fall eines Konflikts zwischen Ihrer Vereinbarung mit dem Zahlungsabwickler und dieser Vereinbarung gelten die Bedingungen dieser Vereinbarung.

Wichtig ist hier der Punkt „über Google Play vertriebene Produkte“, denn das über Google Play vertriebene Produkt enthält den Spenden-Button, auch wenn er für den Nutzer über diesen Installationsweg nicht vorhanden ist. In der App ist er aber, es gibt keine unterschiedlichen Versionen der App für Google Play, F-Droid oder andere App-Läden. So kann es also auch durchaus plausibel sein, dass Google selbst bei der Überprüfung der App der Button untergekommen ist und das Unternehmen so auf das Fehlverhalten des Entwicklers aufmerksam wurde.

Und natürlich auch ein Umstand, den man als Entwickler kennen sollte. Ob dieser die App nun anpasst und wieder in den Play Store entlässt? Eine Anpassung wäre alles andere als kompliziert, dafür sorgt Google mit seinen Build Flavours, über die man zum Beispiel eine APK mit dem Button und eine ohne Button erstellen kann. So macht es zum Beispiel Keepass.

Mal sehen, wie es da weiter geht, aktuell ist Öffi weiterhin nicht im Play Store zu finden.

Danke Thomas!

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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42 Kommentare

  1. Warum werden die Apps eigentlich ohne Vorwarnung aus dem Store entfernt? Ein kurzer Hinweis vorher an den Entwickler und eine Woche Zeit zur Korrektur einräumen, sollte doch eigentlich auch kein Problem sein.
    Insofern sehe ich hier schon eine gewisse Mitschuld bei Google, dass die App nicht verfügbar ist.

  2. Wie ich schon schrieb: Wenn Google mal App intensiv prüfen würde, die viel zu viele Rechte anfordern, wäre es ein großer Schritt nach vorn. Die bösen Apps, finden aber immer Andere.
    Warum baut Der Entwickler nicht einfach eine Spenden-Funktion per In-App Kauf ein? Machen Andere auch.

  3. Das Problem ist aber doch nicht wie so oft geschrieben der Spenden-Button an sich, sondern dass diese konkrete Spende kein In-App-Kauf (sondern an Google vorbei) war, richtig?

  4. macht ja nicht den fehler und hackt auf dem dev rum. er kann auch nicht alle Google Richtlinien kennen.

    • Niemand hackt auf dem Dev rum, das Ganze hätte nie solche Wellen geschlagen wenn die App nicht gut wäre.

      Aber mit der Nummer hat er sich schon ordentlich zum Deppen gemacht. Google ist völlig im Recht und er hat diesen Richtlinien ja auch zugestimmt… sonst gäbe es die App nicht im PlayStore. Er hätte das Problem mal lieber leise fixen sollen, statt irgendwelchen Blödsinn zu verbreiten und damit auch noch zu den Medien zu rennen.

      • Andreas G. says:

        Um ein Problem zu fixen müsste man erst mal wissen welches Problem das ist. Die ursprüngliche Information von Google war schlicht „Payment“. Völlig unzureichend um zu verstehen was genau bemängelt wurde. Erst durch nachfragen konnte er später mehr Informationen bekommen. Hier lag eindeutig ein Mangel an Kommunikation seitens Google vor.

        Und er ist auch nicht zu den Medien gerannt sondern hat auf seiner Google+ Seite die Information veröffentlicht die einige Medien dann aufgegriffen haben.

      • Das sehe ich etwas anders den so wie es aussieht werden bei Google Apps doch nur zufällig geprüft und nicht so sorgfältig wie es Google einen immer weismachen möchte.

    • CroMarmot says:

      „er kann auch nicht alle Google Richtlinien kennen.“

      Sollte er aber, wenn er ihnen zustimmt und Apps in Googles Store veröffentlicht.

  5. Ja. Es gibt und gab Apps, die Spenden so ermöglichen. Allerdings bekommt google dann was ab.

  6. war klar. aber alle blogs hämmerten gleich wieder geschlossen gegen google bzw schrieben ungeprüft voneinander ab.
    aber google baut dafür auch anderen mist… eigentlich müssten 90% der apps aus dem store fliegen oder deren rechte besser visualisiert werden und steuerbar sein. zu viel potentielle malware.

  7. Die Erklärung hab ich gestern oder vorgestern schon in den Kommentaren bei Heise oder Golem gelesen – und sie ist so schlicht nicht richtig:

    Wenn ich ein Backup einer App mache und dieses Wiederherstelle, so gibt es zwei Möglichkeiten: entweder, die Verbindung zum Playstore bleibt bestehen (Titanium Backup in der Standardeinstellung) oder sie wird komplett gekappt (die meisten anderen Backup-Tools). In ersterem Fall bleibt der Spenden-Button weg und alles ist okay. Kannst du so oft reinstallieren bzw. von deinem Backup wiederherstellen wie du willst. In zweiterem Fall hat Google damit nichts mehr zu tun. Da ist der Spendenbutton dann da, ABER: die App hat und bekommt keine Verbindung mehr zum Playstore, sie bekommt keine Updates mehr, sie wird dort nicht als „aktuell installiert“ gelistet – nichts. Sie ist dann richtig, komplett und bis zu einer Neuinstallation aus dem Playstore komplett von diesem getrennt – und wenn sie intern noch andere Bestandteile der Google-Dienste-Frameworks nutzt sogar ggf. völlig funktionsunfähig. Es ist nichts anderes, als würdest du dir die App dann bei APKMirror oder sonstwoher sideloaden, sie wurde technisch und auch logisch gesehen nicht aus dem Playstore, sondern von deinem Backup-Programm installiert (und dazu, ganz nebenbei, durch „Neuverpacken“ sogar noch verändert… das nur am Rande). Wie kann sie als solche also noch den Regeln des Playstores unterliegen? Das ergibt weder rechtlich noch logisch noch technisch irgendwelchen Sinn, nicht einmal dann, wenn man sich wortgenau an die Entwicklervereinbahrung des Playstores hält.

    Desweiteren wirst du in den gesamten Entwicklerrichtlinien keine Stelle finden, die dich zwingt, Codebestandteile – wie eben einen „verbotenen“ Spendenbutton nicht einfach ausblenden bzw. inaktiv schalten zu dürfen, sondern sie entfernen zu müssen. Wäre das nämlich der Fall, wäre der PlayStore ruckzuck 20% seiner Nicht-Spiele-Apps los. All diese Dinge beschränken sich darauf, was der User zu Gesicht bekommt oder tun kann. Und was das angeht: der User konnte mit keiner normalen Playstore-Version den Spenden-Button sehen oder nutzen, völlig egal, ob der im Code existierte oder nicht. Und Google kann nicht einfach eine Version aus „anderer Quelle“ (siehe vorheriger Abschnitt) nehmen, zum Test installieren und sich dann über etwas beschweren, was bei der Version, die sie selbst vertreiben – und die somit die einzige für sie relevante Version ist – gar nicht enthalten ist. Natürlich kann man hier build flavours nutzen (die allerdings nur einschränkt für sowas gedacht sind, denn in dem Fall hätte es ja weiterhin nur eine Build im Playstore gegeben, die mit Spenden-Button wäre für den Playstore ja ohne Relevanz gewesen… und die flavours sind nun einmal primär dafür da, um verschieden Builds im Playstore zur Verfügung stellen zu können), aber man muss es nicht, wenn die eigene Methode zuverlässig ist. Und das war sie nun einmal.

    Kommen wir zu den zwei anderen Elefanten im Raum: Das Popup-Fenster, dass kurzzeitig einen alternativen Download angeboten hat. Das verstößt wirklich gegen die Richtlinien. Allerdings erschien es ja erst, nachdem die App aus dem Store geflogen ist. Vorher war – ganz regelkonform – in der Playstore-App kein Verweis auf alternative Bezugsquellen oder ähnliches enthalten. Nirgends. Nicht in einem Untermenü, nicht als Popup, nicht im About-Dialog. Hier stellt sich dann auch wieder die Frage: kann eine App, die im PlayStore gar nicht mehr erhältlich ist, gegen die PlayStore-Richtlinien verstoßen und kann dieser nachträgliche Verstoß als Begründung für die ursprüngliche Entfernung herhalten? Ohne Raum-Zeit-Paradoxon wohl kaum. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch sagen: besonders schlau war es vom Entwickler halt nicht. Dass er, wenn er sich an den Support wendet um den Fall zu klären, dann halt auch nochmal unter die Lupe genommen wird und dann ein solch klarer Verstoß seinen Fall nicht gerade begünstigen wird, hätte ihm klar sein können. Das Popup hätte man auch noch ne Woche später schalten können, wenn mit Google alle Argumente ausgetauscht wurden – so häufig wurde Öffi nun auch wieder nicht aktualisiert, dass da solch ein „Notfall-Warnungs-Popup“ direkt nach 3 Tagen nötig gewesen wäre.

    Und der zweite Punkt: die „Bitte“ um eine 5-Sterne-Bewertung im Menü. Das ist zwar nicht unbedingt gern gesehen, wird aber von vielen Apps gemacht und ist in den Entwicklerrichtlinien auch nicht explizit verboten. Was verboten ist, ist, direkte Anreize für die Bewertung in Form einer Belohnung, zusätzlicher Features u.s.w. zu schaffen, Bewertungen (halb-) automatisch vornehmen zu lassen und ähnliche unsaubere Praktiken. Das „nett um eine Bewertung bitten“, dazu noch recht unauffällig, ist, selbst wenn man um 5-Sterne bittet, laut Richtlinien völlig legitim – auch wenn in den letzten Tagen in diversen Forenbereichen dazu von vermeintlichen Entwicklern das Gegenteil behauptet wurde.

    • „…wenn mit Google alle Argumente ausgetauscht wurden“

      Meiner Meinung nach wäre das sowieso das beste Vorgehen gewesen bevor man irgendwelche Anschuldigungen postet. Ein einfacher Post wie „Es gibt Grade Probleme im Play Store mit meiner App. Ich habe bereits zu Google Kontakt aufgenommen.“ hätte meiner Meinung nach (zumindest erstmal) gereicht.

  8. @Micha: Nur weil du viel geschrieben hast ist das noch lange nicht richtig. Und um das festzustellen braucht man nicht weit lesen. Deine gesamte Gegenargumentation ist entweder nachweisbar falsch oder Mutmaßung.

    Kurz zu meiner Person: Ich bin hauptberuflicher Android-Entwickler und behaupte, ohne überheblich wirken zu wollen, mit meiner Berufserfahrung „etwas“ Fachwissen über die Auslegung der Entwickler-Richtlinien und das Verbreiten von Apps zu besitzen.

    Ich gehe mal auf ein paar besonders haarsträubende Punkte von dir ein:
    1. Eine App definiert sich durch den PackageName und die Signatur. Es ist vollkommen unerheblich über welchen Weg diese installiert wurde um über den PlayStore Updates zu erhalten. Kannst ja mal eine veraltete App bei APK Mirror runterladen und im PlayStore nach Updates suchen.
    2. Der Entwickler hat eine Anwendung im PlayStore hochgeladen die unerlaubte, ausführbare Bestandteile beinhaltet die nur durch zur Laufzeit bestimmte, nirgends seitens Google definierte Parameter ausgeblendet werden. Hier ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Wenn Weblinks und Bitcoin Spendenfunktionen (wie in Öffi) von Google untersagt sind, dann darf Google die App natürlich sperren sobald sich diese Funktionen darin befinden und aufrufen lassen.
    3. Das Wiederherstellen, entweder durch Google selbst oder Drittanbieter Tools (ich rede hier nicht mal von spezifischen Tools wie Titanium, sondern eher die der Gerätehersteller) ist inzwischen keine Seltenheit. Warum sollte ein Sideload die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung/Anbieten des Downloads geltenden Regeln aushebeln? Die APK stammt immer noch von den Google Servern. Apps die für den PlayStore bestimmt sind müssen sich an die Richtlinien halten und dies garantierbar.
    Deine Behauptung mit „ruckzuck 20% der Nicht-Spiele-Apps“ ist komplett an den Haaren herbei gezogen. Google ist inzwischen sehr streng mit der Durchsetzung der Richtlinien. Ich weiß nicht wie viele Apps du im PlayStore publiziert hast aber das Vorgehen in diesem Fall war maximal riskant. Zumal Google in Entwicklerkreisen dafür bekannt ist Apps wegen augenscheinlich harmlosem Code abzulehnen/zu sperren. Wenn du damit dein Geld verdienst schaust du schon sehr genau was Google an deiner App stören könnte.
    4. Deine Aussage zu Gradle Build Flavors ist absolut falsch. Build Flavors sind genau für solche Fälle gedacht und werden in unserem Unternehmen auch genutzt um Apps für verschiedene Distributionsplattformen anzupassen. Sorry aber alleine dieser Aussage lässt auf mangelnde Kompetenz schließen. Ich versuche doch auch nicht einem KfZ-Mechaniker einzureden dass Bremsflüssigkeit eigentlich unnötig sei.
    5. Zu deiner Infragestellung ob eine bereits gesperrte App noch gegen weitere Richtlinien verstoßen kann. Natürlich, Google kann dir als Konsequenz auch deinen Entwickler Account sperren und damit möglicherweise andere Apps. Google hat dem guten Herrn Schildbach wohl in einem mitgeteilt dass er den Hinweis schleunigst abändern muss.

    An keiner Stelle hast du die im Artikel genannten Punkte plausibel widerlegen können. Wenn du schon auf Heise und Golem warst wirst du ja wissen was die aus der Story gemacht haben. Dort hieß es sogar Google würde Apps aus anderen Stores herunterladen, testen und daraufhin die Anwendung im eigenen Store sperren. Verstehe nicht warum du nun eine sachliche Aufarbeitung des Themas als unrichtig bezeichnest. Am Ende definiert und interpretiert immer noch der Betreiber die eigenen Richtlinien, zu denen man sich als Entwickler mit der Entscheidung diese Plattform zu nutzen verpflicht hat.

    • +1

      Ich muss dir vollkommen Recht geben. Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn auch schon diverse Apps für verschiedene Plattformen und Stores entwickelt und publiziert. Und meiner Erfahrung nach hat man meistens (nicht immer) doch gut begründete und fachlich kompetente Begründungen seitens der Betreiber bekommen warum eine App nicht den Richtlinien entspricht. Man kann darüber streiten wie sinnvoll manche Regeln sind, aber letztendlich macht der Betreiber der Stores die Regeln und daran hat man sich zu halten. Ansonsten kann man gerade bezogen auf den Playstore auch andere Wege nutzen um seine Apps an die Nutzer zu bringen.

      Wenn und das ist hier nur eine Mutmaßung, der Signatur-Hash-Wert der App mit und ohne diesen Spenden-Button identisch ist, dann kann man davon ausgehen das es sich um dieselbe App handelt und Google diesbezüglich auch richtig gehandelt hat.

      • „Und meiner Erfahrung nach hat man meistens (nicht immer) doch gut begründete und fachlich kompetente Begründungen seitens der Betreiber bekommen warum eine App nicht den Richtlinien entspricht.“
        Du hast aber schon mitbekommen, daß Googles ursprüngliche Begründung hier aus genau einem Wort bestand: „Payments“?

        • Das die Begründung hier von Google nur aus einem Wort bestand (hier „Payments“) ist zwar vom Entwickler so kommuniziert worden und dem kann ich hier natürlich nichts entgegensetzen.

          Aus meiner Erfahrung heraus ist das aber selbst für Google doch extrem knapp, ich habe auch schon Standardantworten die recht kryptisch klangen und sehr viel Interpretationsspielraum zuließen. Aber noch nie habe ich nur eine Begründung aus einem Wort bekommen.

          Meistens bekommt man noch einen Hinweis gegen welche Richtlinie man verstoßen hat, das könnte hier genau Payments sein. Und dann kann man als Entwickler in dem Richtlinienkatalog für Payments entsprechen nachschauen was dort steht.

          Das zu bestätigen oder zu wiederlegen würde nur funktionieren wenn beide Seiten ihre Kommunikation veröffentlichen.

    • @Tom

      Etwas Off-Topic, wo du dich vielleicht auskennst:

      Angenommen, ich habe eine App mit einem sozialen Netzwerk, welcher jeder frei nutzen kann. Die App gibt es als Webseite, Android und IOS Version. Bin ich dann verpflichtet Google In-App Kauf zu benutzen, für erweiterte Funktionalitäten ? Ein User hat bereits zu vor auf der Webseite, oder unter IOS seine Funktionalitäten gekauft. Ich kann ihn dann doch nicht zwingen unter Android nochmal was zu bezahlen oder ? Wie sieht’s umgekehrt aus, der User kauft die Erweiterungen unter Android, muss er sie dann unter IOS nochmal kaufen ?

  9. Oliver (plerzelwupp) says:

    Die technische Diskussion kann ich zwar nachvollziehen, darauf möchte ich aber gar nicht eingehen. Wie einem Vorredner geht es mir eher um die offensichtlich unangekündigte Maßnahme seitens Google gegen eine App, die sich zu Recht höchster Beliebtheit erfreut. Sicherlich hätte es auch bei gutem Willen unter Nutzung eines gewissen Ermessensspielraums sanftere Maßnahmen geben können, mit Fristsetzungen etc. Im vorliegenden Fall liegen ganz offensichtlich keine böswilligen Absichten vor – da muss man auch moralisch unterscheiden.
    Auf der anderen Seite „flutschen“ Apps mit Schadcode oder bedenklichen Rechten in den Playstore, die erst viel später erkannt und herausgenommen werden. Meines Erachtens sollten hier schnellere und effektivere Maßnahmen greifen.

  10. @Oliver (plerzelwupp): Da gebe ich dir vollkommen recht. Das Vorgehen beim Sperren von Apps ist auch in der Community ein aktuelles Thema und sehr umstritten. (Siehe hierzu zB https://www.reddit.com/r/androiddev/comments/8xehdk/i_sent_a_open_letter_to_google_about_app_removals/)

    Aber Google reagiert nun mal im Fall eines vermeintlichen Verstoßes grundsätzlich so. Hier müsste sich Google, trotz der unvorstellbaren Masse an Fällen die diese bearbeiten, auch aus meiner Sicht bessern!
    Dennoch, statt das Unschuldslamm zu spielen hätte der Öffi Entwickler seine App einfach so anpassen können, dass keinerlei Spielraum für Beanstandungen bleiben und die Sache wäre vom Tisch. Stattdessen hat es mit Falschaussagen die Presse animiert gegen Google zu wettern und seine Fehler unter den Teppich gekehrt.

    • Das Problem hier war doch, daß von Google anfangs keine klare Information kam, was der Entwickler falsch gemacht haben soll. Nur das eine Wort „Payments“ als Erklärung für die Sperre war eindeutig nicht ausreichend.

      • Wie ich schrieb, sind der APK Bitcoin Spendenschnittstellen und Weblinks zu externen Websites zum Spenden. Wenn Google nun „Payments“ als Grund nennt sollte der Entwickler sofort wissen was der Grund sein wird.
        Die Begründungen von Google sind aktuell zu dürftig, das lässt sich nicht abstreiten. Aber in diesem genannten Fall ist es schon recht eindeutig.

        • sunworker says:

          Ja, natürlich war für den Entwickler durch das Wort „Payment“ zu erkennen wo das Problem liegt. Mit Sicherheit war ihm sofort klar das der Spenden Button der Grund ist. Durch diesen versucht er ja um die 30% Abgabe rumzukommen für Google.

          Die App sieht nicht so aus, als hätte der Entwickler keine Ahnung was er da macht, die ist klasse.

          Aber bei der Masse an Apps hat Google wohl einfach keine Zeit 1-2 Sätze dazu zu schreiben und kurz das Wort Spendenbutton zu erwähnen.

          Das ist auch schlicht nicht finanzierbar, immerhin erzielt Google mit dem Play Store nur wenige Milliarden Dollar pro Jahr. Im Jahr 2017 war es nur ein Umsatz von etwas mehr als 42 Milliarden Dollar alleine im Play Store, bei 30% für Google bleibt da nicht viel übrig.

          Google sieht den Öffi Entwickler zudem als feindseligen Entwickler an, weil er erstens den Bonus für Google umgeht (was nicht ok ist) und zweitens auch noch ein kleines bisschen Konkurrenz mit seiner App ist, die zudem in seinen Grundfunktionen auch noch weit besser als das Google Produkt ist.

  11. Sorry, es bleibt Googles Schuld, da offenesichtlich die Prüffunktion von Google zum Herkunftscheck fehlerhaft ist. Wieso sollte es seine Schuld sein, wenn Google bei Backups Probleme macht?
    Und selbst wenn, Google hat sofort gesperrt, aber nicht informiert. Bei anderen, schlimmeren Sachen warten sie auch erst ab.

    • taudorinon says:

      Google prüft einfach die vorhandene APK. Und wenn sich diese z.B. bei Backups anders verhält als bei der Installation durch den Appstore entspricht sie deren Meinung nicht dem Bedingungen. Man könnte auch begründen der Herkunftscheck der App ist fehlerhaft, weil er sich durch so etwas austricksen lässt. Im Zweifel müsst sowas ein Gericht klären, oder der Entwickler nutzt einfach die schon beschriebenen Möglichkeiten.

      So sicher scheinst du dir ja selbst nicht zu sein, sonst wäre die Relativierung nicht nötig gewesen, die natürlich mit dem Grundproblem überhaupt nichts zu tun hat.

      • Welche Relativierung? Wenn ein Hersteller eine Prüffunktion anbietet, die nicht korrekt prüft, ist es nicht die Schuld des Anwenders der Prüffunktion, wenn er sich auf selbige verläßt.
        Der zweite Teil relativiert dies nicht, es ist nur ein Punkt für diejenigen, die bei der Funktion anderer Meinung sind.

        • taudorinon says:

          Deshalb habe ich geschrieben im Zweifel muss ein Gericht das klären. Oder kannst du mir zweifelsfrei bestätigen das die benutzte Funktion von Google genau für diesen Zweck und auf diese Art zur Verfügung gestellt wird. Recht ist nicht immer so eindeutig wir man sich das wünscht.

          „Und selbst wenn“ ist für mich die Relativierung gepaart mit dem Verweis auf andere Sachen.

  12. Natürlich trifft Google die Schuld. Welche mag das wohl sein? Na die zwanghaft, krampfhaft Geld verdienen zu wollen. Wehe einer traut sich zu Spenden aufzurufen die außerhalb von Google getätigt werden können. Da würde man ja nichts daran verdienen. Ansonsten armselige Erklärung wie man noch versucht die Geldgier Googles schönreden zu wollen. Egal. welche Regeln Google u. Co. formulieren: Sie besagen lediglich eines (lange Rede kurzer Sinn): Verkauf bei uns (und sonst nirgends), zahl deine Prozente an uns, oder du fliegst raus PUNKT.
    Der Öffi-Autor hat wohl versucht auf zwei Hochzeiten zu tanzen bzw. auf zwei Wegen Geld zu verdienen. Das schmeckt Google natürlich nicht.

    • taudorinon says:

      Wow, ein kommerzielles Unternehmen das Gewinne erwirtschaften will, skandalös.

      • Wow, ein Autor der mit seinem Programm nicht nur bei Google Geld verdienen will. Was für ein Skandal.
        Wenn ein Bauer seine Kartoffeln bei Aldi und Lidl verkaufen will hat er bestimmt auch ein Wow-Problem. Wo kommen wir auch hin wenn jeder sein Produkt verkaufen wollte wo er will.

        • taudorinon says:

          Zumindest von Aldi weiß ich das die sehr datailierte Verträge abschließen wenn namhafte Hersteller dort verkaufen wollen und auch Recht streng sind was die Einhaltung betrifft.

          • Ja, aber unterm Strich bedeutet es nur: Wenn man bei Google, Apple, Aldi und etc. etwas zum Verkauf anbietet, es einem nicht erlaubt ist woanders auch noch sein Produkt zu verkaufen.
            Ich kenne das selbst aus Zeiten wo ich selbst für den M$ Flugsimulator Szenerien zum Verkauf bot.
            u.a. by Topware und Ari…. Da war dann auch nichts mit : woanders zusätzlich verkaufen. Während ich damit beschäftigt war meine Rückläufe von besagten Firmen abzuhandeln. Am Ende blieb mir nach einem ca. Gewinn von 20000.-€ gerade noch 2000.-€. Ganz Super dieses Geschäftsgebaren.

    • In-App Zahlungen bei Apps aus dem google store müssen über Google abgewickelt werden. ich sehe daran nichts verwerfliches. irgendwo dient es auch der Sicherheit des Kunden, da dieser nicht ohne weiteres abgezockt werden kann – wenn auch weit hergeholt.

  13. @Tom:
    Hui… vielleicht hätte ich einige Dinge sogar noch umfangreicher beschreiben können…

    1. Und genau was wird im Regelfall gebrochen, wenn ein Backup-Tool die Anwendung sichert? Richtig, die Signatur. Und was macht der Playstore, wenn der App-Signing-Key nicht mehr stimmt? Mal ganz davon abgesehen scheitert deine Argumentation ja letztlich überhaupt nicht an dieser Frage, denn wenn die App mit dem PlayStore verbunden bleibt, dann tritt das Problem ja erst recht nicht auf. Bisher hat noch niemand irgendwo irgendwie belegen können, dass es auch nur eine App-Version gab, bei der das entwicklereigene System versagt hat und bei eben die Quelle falsch erkannt wurde. Wenn hier also Mutmaßungen aufkommen, dann wohl eher von deiner Seite. Als Gegenindiz haben wir hier allerdings erstens das Wort des Entwicklers und zweitens die Tatsache, dass das System bisher mindestens 4 Jahre ohne Probleme funktioniert hat. Du kannst da jetzt gern einen „Bug“ reindeuten, aber einen wirklichen Indikator hast du dafür schlicht nicht. Und wenn man dann noch glaubt, dass der Bug, der sonst nie da war, ausgerechnet dem Google-Tester beim Überprüfen aufgefallen ist, dann… befinden wir uns hier, was die Wahrscheinlichkeit angeht, in einem sehr seltsamen Bereich. Insofern halte ich den verdacht, Google hat sich eine Version der App „sonstwoher“ organisiert oder schlicht und ergreifend gar nicht selbst getestet, in der Tat nicht für so weit hergeholt – aber ja, das ist in der Tat eine reine Mutmaßung.

    2. die Bestandteile waren eben im Rahmen des Distributionsweges NICHT ausführbar – und alles andere ist schlicht nicht relevant. Auch hier fehlt, wie schon unter 1, immernoch jegliches Indiz dafür, dass es in der mehrjährigen Geschichte von Öffi auch nur einen einzigen User gab, der den Spendenbutton je gesehen hätte, obwohl er die Playstore-Version installiert aus eben selbigen Playstore nutzt. Mittels TB kann ich das Problem umgekehrt einfach nachvollziehen: nutze ich die Detach-Funktion von TB, ändert sich der Version-String im About-Dialog und der Spenden-Button erscheint nur ungekehrt funktioniert das eben aus nachvollziehbaren Gründen nicht.

    3. Weil du Regeln zwar für etwas festlegen kannst, dass du veröffentlichst, aber eben keinen Einfluss mehr darauf nehmen kannst, wenn das bereits passiert ist, wenn du nichts weiter als ein Distributor bist?! Ich bin ziemlich sicher, Google selbst würde es auch gar nicht sonderlich angenehm finden, wenn sie eine rechtliche Verantwortung – was der Umkehrschluss wäre – für eine jede irgendwo im Netz herumfliegende App-Version haben, nur weil eine Version selbiger App auch im PlayStore vorhanden ist.

    4. du vergisst hier aber einen Punkt: der Entwickler hat bereits ein eigenes System für solche Fälle. Ich vermute, dass gabs bereits, bevor Android Studio irgendwelche Flavours einführte, aber selbst wenn nicht… der Playstore schreibt nirgends etwas derartiges vor. Wenn der Entwickler also nun meint, eine All-In-One-App für seine Webseite, sein FDroid-Rep und den Playstore sei ausreichend oder für ihn selbst leichter zu managen und er es auf seinen eigenen Weg schafft, die Richtlinien des Playstores zu erfüllen (und das tat er zu dem Zeitpunkt, als seine App dort noch verfügbar war), dann ist das letztlich völlig seine Sache. Das er Flavours hätte nutzen können, erwähnte ich ja durchaus, spielt an sich aber nicht die geringste Rolle. Hat er eben nicht. Muss er eben auch nicht.

    6. Moooment, Missverständnis. Natürlich kann eine nicht mehr erhältliche App gegen Richtlinien verstoßen und somit eine Nicht-Wiederaufnahme begründet werden. Das ist keine Frage. Aber das ist auch nicht das, was hier passiert ist. Laut eigenen Aussagen, hat der Autor zuerst nur die Begründung „Payments“ erhalten. Er hat darauf hin nach weiteren Details zu seinem Rauswurf gefragt. An diesem Punkt hat er als Erklärung eben u.a. dieses Popup mit Downloadlink bekommen. Aber genau jenes Popup war beim Rauswurf noch nicht existent (und auch kaum nötig), also wie bitte, erklärs mir, kann dieses Popup, dass erst nach dem Rauswurf eingefügt wurde, die Begründung für den Rauswurf sein. Jaaaa, Google könnte es als Begründung für die Nicht-Wiedereinstellung nehmen, keine Frage, aber wie bereits gesagt: das war nicht das, was Google getan hat.

    • Bin mir nicht ganz sicher bzgl. der technischen Aspekte in deiner Diskussion mit Tom, neige aber dazu, dir da zu glauben. Was den Rest angeht stimme ich deiner Meinung zu.

      Man sollte denke ich auch auf dem Schirm haben, wer sich bei Google um solche Sachen kümmert. Das sind soweit ich weiß keine IT Spezialisten oder Leute mit sonderlich viel Ahnung. Das ist mehr so wie der Support, die dann irgendeinen Leitfaden haben, den die stumpf abarbeiten. Dabei ist dann wohl irgendwann, ggf. durch einen Hinweis von außen dieses Problem aufgefallen. Dafür spricht dann eben auch die komische Begründung später mit dem PopUp – kennt man ja, dass bei Support Mails der Mitarbeiter nicht 100% weiß, worum es eigentlich noch einmal geht.

      Was man also kritisieren könnte ist dieses Vorgehen von Google, unterqualifizierte Mitarbeiter für den Job abzustellen und außerdem dann auch noch so harte Maßnahmen vorzusehen. Wenn man schon eine recht hohe Fehlerquote erwarten kann, sollte man die Auswirkungen dieser Fehler möglichst gering halten. Interessiert Google aber denke ich recht wenig, da es im Großen und Ganzen ganz gut läuft soweit (dies ist halt ein blöder „Einzelfall“ – zum Glück groß genug, dass es mal auffällt, möchte nicht wissen, wie viel da unter dem Radar mit kleineren Entwicklern schief läuft) und was die Kosten angeht einen guten Kompromiss darstellt.

  14. Kann ich auch mal was sagen!

  15. Ja, aber unterm Strich bedeutet es nur: Wenn man bei Google, Apple, Aldi und etc. etwas zum Verkauf anbietet, es einem nicht erlaubt ist woanders auch noch sein Produkt zu verkaufen.
    Ich kenne das selbst aus Zeiten wo ich selbst für den M$ Flugsimulator Szenerien zum Verkauf bot.
    u.a. by Topware und Ari…. Da war dann auch nichts mit : woanders zusätzlich verkaufen. Während ich damit beschäftigt war meine Rückläufe von besagten Firmen abzuhandeln. Am Ende blieb mir nach einem ca. Gewinn von 20000.-€ gerade noch 2000.-€. Ganz Super dieses Geschäftsgebaren.

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