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Demon’s Souls angespielt – Ein Meisterwerk zum Launch der PS5

Die PlayStation 5 ist nun schon seit einer Weile verfügbar und auch ich hatte das Glück, ein Exemplar zu ergattern. Zum Launch der PS5 habe ich mir direkt Spider-Man Miles Morales zugelegt, das mich wirklich wieder sehr begeistert hat, aber in der Hauptstory relativ wenig Spielzeit bietet. Seit vielen Jahren sind auch Titel von From Software immer mal wieder in meiner Spiele-Mediathek zu Hause. Das führt zum Test von Demon’s Souls als PS5-Remake. Ich habe das Original von Demon’s Souls, Dark Souls, Bloodborne und auch Sekiro gespielt und bin oft lange Zeit gefangen in den Titeln.

Das liegt unter anderem daran, dass die Spiele nicht wirklich leicht zu bezwingen sind. An vielen Gegnern beißt man sich die Zähne aus und muss überlegen, wie man sie am besten anpackt, um nicht abgestochen zu werden. Dem einen oder anderen sagen die Titel vielleicht nicht zu, weil keines der genannten Spiele viel Lebensfreude ausstrahlt.

Mit den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren im Rücken wollte ich mir natürlich auch das Remake von Demon’s Souls anschauen. Das kommt im Gegensatz zum Original nicht von From Software, sondern von Bluepoint, die sich auf Remakes spezialisiert und direkt nach Fertigstellung von Shadow of the Colossus mit der Entwicklung von Demon’s Souls für die PS5 angefangen haben. Ich weiß, dass Bluepoint in der Regel gute Arbeit macht. Dennoch war die Skepsis groß, ob das Remake wirklich gut werden würde und man From Software ordentlich beerbt. Spoiler: Es ist hervorragend. Aber lasst mich etwas weiter ausholen.

Das Original ist von 2009, 2010 aber erst hier erschienen und bot spielerisch Gutes aber grafisch natürlich nicht wirklich Hervorragendes an. Dennoch hat es From Software damals geschafft, eine Atmosphäre aufzubauen, die seinen Charme hatte. Man konnte damit viele Spieler in den Bann ziehen, startete einen Kult rund um die Souls-Reihe. Nun kommt Bluepoint um die Ecke und macht so ziemlich alles richtig, was man bei einem Remake richtig machen kann. Wer Demon’s Souls kennt, wird den folgenden Absatz überspringen können, doch lasst mich kurz erklären, worum es eigentlich geht.

Ihr befindet euch im Königreich Boletaria. Hier herrschte einst ein König, der mithilfe der Seelenkünste sein Reich zu einem blühenden Gebiet machen konnte. Eben genannte Künste waren aber dämonischen Ursprungs und dem König war das Erreichte nicht gut genug. Er sah das Schöne nicht, wurde wahnsinnig und reiste zum sogenannten Nexus um The Old One – das Uralte – zu befreien, ein Monster mit einem ziemlich großen Hunger auf Seelen. Es kommt, wie es kommen muss. Das Land verfällt ins Chaos überall Dämonen und so weiter und so fort. Das Spiel führt euch gut in die Geschichte ein, in die ihr als Spieler – zuvor könnt ihr wirklich gut euren Charakter anpassen und eine Klasse wählen – eintretet. Problem dabei: Ihr findet euch direkt zum Start in einem Kampf gegen einen übermächtigen Gegner wieder und werdet sterben, ob ihr wollt oder nicht. In der Folge findet ihr euch im Nexus wieder, in Seelengestalt und aktuell ohne Körper.

Und los geht die Reise durch das Königreich, die ihr antretet, indem ihr verschiedene Keilsteine abarbeitet, die für verschiedene Gebiete in Boletaria stehen. Jedes dieser Gebiete hat mindestens einen Erz-Dämon / Boss, den es zu erlegen gilt. Auf dem Weg hin zum Bösen metzelt ihr nach und nach verschiedene Untote und andere fiese Gegner nieder.

Jeder Gegner lässt dabei eine bestimmte Anzahl an Seelen fallen, die ihr sammeln und später im Nexus gegen Gegenstände und Level-Ups tauschen könnt. Sterbt ihr – und das passiert in der Regel nicht selten – lasst ihr euer gesamtes Seelenvermögen liegen und habt die Möglichkeit, dieses im nächsten Run wieder aufzuheben. Ansonsten habt ihr Pech gehabt. Nicht nur das Spielsystem als solches, sondern auch das Gameplay des Remakes ist praktisch 1:1 übernommen worden. Wirkt also haargenau wie ein From-Software-Titel. Die Mechaniken und alles, was ihr bisher an diesen Spielen geliebt habt, werdet ihr hier wiederfinden. Der Soundtrack ist auch großartig.

Wirklich neu ist aber die Stimmung, die das Spiel mit der wahnsinnig guten Grafik in der Lage ist, einzufangen. Vor allem mit HDR wird eine Lichtstimmung erzeugt, die das Szenario hervorragend untermalt. Lediglich ein paar Fackeln erhellen Gänge, die durch die sehr gut designten Levels führen. Hinter jeder Ecke könnte irgendwo ein Feigling stecken, der es gut finden würde, euch eine Keule auf den Kopf zu zimmern. Wer nun Angst hat, Bluepoint hätte die Level verändert, braucht nicht in Panik zu verfallen. Alles wie im Original.

Nun könnte man Bluepoint mangelnden Mut zur Lücke unterstellen, doch warum etwas ändern, was damals schon gut war. Die eigentlichen Unterschiede entstehen in den Details, der Animationen etc. die dennoch nichts Wesentliches vom Ursprünglichen nehmen. Lediglich die Benutzeroberfläche hat man etwas entstaubt und übersichtlicher gestaltet. Wo man hätte meiner Meinung nach nachbessern können, sind die Beschreibungen der Items. Der Neuling wird mit Blau- und Weißaugenstein wenig anfangen können, da wäre eine etwas erklärendere Beschreibung nützlich gewesen.

Wirklich richtig ins Spiel starten, könnt ihr aber erst, nachdem ihr den ersten Boss – Phalanx genannt – besiegt habt. Erst dann taucht eine Frau im Nexus auf, bei der ihr euer Level nach oben bringen und etwas an den Stats machen könnt. Phalanx ist eine Boss-Ansammlung aus kleineren Gegnern, die vorne mit einem Schild und Speer ausgestattet, aber hinten weich und verwundbar sind. Bei Schlägen auf verschiedene Materialien merkt man auch, dass Bluepoint den neuen DualSense-Controller und sein Haptic Feedback ausnutzt.

Hier und da hab ich ab und an Probleme mit der Kamera gehabt, die teilweise nicht so wollte wie ich. Auch das Lock-On-System war nicht immer so zuverlässig, wie ich es gern gehabt hätte. Aber das ist Jammern auf einem sehr hohen Niveau und Glitches waren äußert selten. Man muss sagen, dass man hier ein nahezu Bug-freies Spiel abgeliefert hat.

Das altbewährte Multiplayer-System gibt es hier natürlich auch. Ihr könnt in Seelengestalt ein Zeichen auf den Boden brennen, das andere Spieler sehen und euch zum Kampf durch das Level und gegen den jeweiligen Boss rufen können. Besiegt ihr gemeinsam den Boss, bekommt ihr Seelen und euren Körper wieder, der euch eine volle Lebensleiste beschert und sonst nur per Benutzung eines Items wiederzubekommen ist.

Aber Achtung: Ihr könnt auch das sprichwörtliche Arschloch sein, in andere Spiele eindringen und den dort spielenden Gamer meucheln. Das kann Laune machen, ist für euer Gegenüber aber stark frustrierend, wenn man gerade unterwegs ist und eine Axt in den Rücken kriegt. Schließlich lässt man da eine nicht unerhebliche Anzahl an Seelen liegen, die man auch erst mal wieder aufsammeln muss.

Aber mit dem Sterben werdet ihr euch anfreunden müssen, denn der Schwierigkeitsgrad ist teils absurd und ihr kommt nur mit Taktik weiter. Vor allem gegen absolut übermächtig erscheinende Bosse ist taktisches Vorgehen gefragt. Sorgt für unendlich viel Frust, wenn man immer wieder das Zeitliche segnet. Ich hatte bei diversen Begegnungen mit Waffen in meinem virtuellen Körper nicht selten die Lust, den Controller irgendwo gegen zu schleudern.

So schlimm wie es in dem Moment ist, umso schöner ist es, wenn man es dann doch geschafft hat. Und genau das macht neben der Atmosphäre die Souls-Reihe für mich aus. Dazu gehört auch das Farmen von Seelen, um das Level auf ein Niveau zu bringen, mit dem andere Bosse einfacher werden.

Wer nicht Frust-tolerant ist und etwas gegen Farming oder überlegtes Spielen hat, wird mit dem Spiel nicht glücklich werden. Alle anderen PS5-Besitzer finden mit Demon’s Souls ein Remake, wie es besser nicht sein könnte.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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6 Kommentare

  1. Leider nur ein remake

  2. Hätte mir gewünscht, sie hätten einige Design Aspekte so belassen, wie im Original. Aber sie wollten anscheinend dem Spiel ihren ganz eigenen Anstrich verpassen. Für Neulinge zu Demon’s Souls ist das aber wahrlich belanglos, obwohl ich wohl jedem Empfehlen würde, mal das Original zu spielen. Heutzutage geht das ja sehr gut auf dem PC mit RPCS3 Emulator.

    Ein zwei Worte noch zur Schwierigkeit des Spiels. Es ist nicht wirklich schwer, im eigentlichen Sinne. Das Spiel fordert nur ständig vom Spieler achtsam zu sein und sich den Gegebenheiten anzupassen. Taktisches vorgehen und Strategiewechsel je nach Level sind eines der Kernaspekte vom Spiel. Als ich damals 2010 das Spiel zum ersten Mal angefasst habe, hab ich so in etwa die gleiche Erfahrung gemacht wie oben beschrieben. Wenn man aber nun schon über die Jahre alle möglichen Souls Spiele gespielt hat, dann wird man mit Demon’s Souls weniger Probleme haben. Sekiro zB bringt mich immernoch an meine Mentalen Grenzen und das Spiel konnte ich nicht mal fertig spielen.

    • Oliver Posselt says:

      Jo, während ich Bloodborne mehrmals durchspielte, macht mich Sekiro ebenfalls komplett fertig. Bin auch (noch) nicht durch. Fass ich irgendwann mal wieder an.

      • Geht mir ähnlich. Ich hänge am Schmetterling. Komme ab und zu in die zweite Phase und bin spätestens da raus. 🙁

        • Ich hab Sekiro 3x durchgespielt, mir fehlen nur mehr ein paar Grind-Trophies für die Platinum. Das Wichtigste bei Sekiro ist einfach die Moves zu lesen und das Schwert einfach „blind“ zu beherrschen. Das ist fast wie ein Tanz mit Klingen. Hat man das erst mal heraußen, ist jeder Gegner bewältigbar. Und auf die Balance achten. Wenn ihr einen Gegner nicht gleich schafft dann vielleicht erst mal ein anderes Gebiet erforschen und ein paar Gebetsperlen sammeln.

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