Delta Airlines stattet Piloten mit Surface 2 Tablets aus

Bis Ende 2014 sollen 11.000 Piloten von Delta Airlines mit dem kürzlich vorgestellten Surface 2 von Microsoft ausgestattet werden. Wie man per Pressemitteilung erklärt, sollen die Surface 2 den alten Pilotenkoffer ersetzen, der mit viel Papier und hohem Gewicht daher kam. Windows 8.1 RT ermöglicht eine Anzeige von mehreren Anwendungen gleichzeitig und soll nur Vorteile bringen.

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[werbung] In der Pressemitteilung liest sich das dann so: „Mit Surface 2 erhalten die Mitarbeiter Echtzeitzugriff auf flugrelevante Informationen, Checklisten sowie notwendige Tools. Der Weg zum papierlosen Cockpit beginnt für die Fluggesellschaft mit den Flotten der Boing 757 und Boing 767 und ersetzt damit die Papierversionen des Electronic Flight Bag (EFB) – auch bekannt als „Pilotenkoffer“, der relevante Dokumente mit einem Gewicht von mehreren Kilogramm beinhaltet. Delta Airlines schätzt die Ersparnis durch die Umstellung auf 13 Millionen Dollar pro Jahr.

Dass es in der Realität ein wenig anders aussieht, lässt ein Artikel auf AppleInsider vermuten. Demnach sollen Piloten für einen Erhalt von iPads im Cockpit gekämpft haben. Diese wurden als EFB (Electronic Flight Bag) getestet. Aus der Sicht eines Piloten klingt das Ganze dann plötzlich nicht mehr so rosig:

„We fought hard for iPad,“ a pilot working for the airline told AppleInsider. He described the Delta deal as being about money, travel contracts, and Delta’s Information Technology staff historically being „in bed“ with Microsoft.

Wie auch immer der Deal zustande gekommen sein mag, klarer Gewinner ist hier nicht etwa die Airline oder die Piloten, sondern Microsoft. Zu den 11.000 Surface 2 gesellen sich nämlich noch 19.000 Windows Phones, mit denen die Flugbegleiter ausgestattet werden.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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23 Kommentare

  1. Eine runde Mitleid für die armen Piloten. Kleine Kinder sind ja auch trotzig, wenn sie statt Spielzeug was Nützliches bekommen 😉

  2. Dann wünschen wir den Piloten mal so wenig Bluescreens wie möglich. Vor allem in der Luft…

  3. Die werden schon mekren, dass das Surface in der Funktionalität einem Ipad deutlich überlegen ist.
    Logisch und Nachvollziehbar. Die Windows 8 Portierung der PilotenApp ist ja dann auch einfach.

  4. @Ralf Heinrich: Schon mal von ’nem Surface 2 mit Bluescreen gehört? Aber mal ernsthaft, weder Ipad noch Surface 2 werden mit unmittelbar Flug-relevanter Technik gekoppelt sein, oder?

  5. Die Andeutung mit dem Bluescreen müsst Ihr den Lesern näher erklären. Da Windows 7 und Windows 8 super stabil laufen, kennt das ja keiner mehr, der nicht gerade zu Win95 und anfänglichen Windows XP Zeiten gross geworden ist…

  6. Als Surface RT-Besitzer kann ich berichten, dass ich in den 12 Monaten seit dem Kauf noch nicht einen Bluescreen gesehen habe! 😀

  7. Student Pilot says:

    Ich kann die Delta Kollegen da absolut nicht verstehen. Ich sehe beim iPad null Vorteile im Vergleich zum Surface. Noch dazu kommt, dass sich ein Surface viel leichter in eine bestehende Infrastruktur eingliedern und syncronisieren lässt. Die aktuellen Electronic Flight Bags sind ja meist Windows Laptops, die im Briefing Raum an einer Docking Station aktualisiert werden. Das mit einem iPad umzusetzen finde ich da eher umständlich.

  8. Ich frag mich ja immer ob die Leute die immer auf dem Surface rum hacken es selbst jemals mehr als 10 Minuten in der Hand gehabt haben. Eher nicht… Oder?

  9. Die Pressemitteilung mit dem Text „..flugrelevante Informationen, Checklisten sowie notwendige Tools.“ hört sich an als hätten die das vorher noch nie gehabt. Das würde mich wundern weil das seit Jahren mit Laptops umgesetzt wird.

  10. Hatte vorhin mit Bekannten telefoniert und ihm das erzählt – auch er war besorgt um die Sicherheit der Passagiere „wegen Bluescreen“.

    MS hat eben einen schlechten Ruf bezüglich wenig Sicherheit und „Abstürzen“, das ist wohl bei vielen Menschen tief verankert..Daher sollte die Fluggesellschaft den Deal nicht an die große Glocke hängen. Sonst bleiben die Passagiere weg….

  11. Als wenn die „Apps“ auf einem Ipad nicht abstürzen… Passiert auch recht häufig.

  12. Wichtiger: Als wenn die Programme früher auf Apple PC’s nicht abgeschmiert sind. Alles was bei MS mit Windows passiert ist, ist auch früher beim Apple OS passiert. Da paart sich wieder Unwissenheit mit Naivität.

  13. Die Flightbags greifen eigentlich nicht in die Flugzeugtechnik ein, sondern sind wirklich nur Hilfsmittel, Karten, Checklisten und Infomaterial. Für das Flugzeug selbst sind die eingebauten Windows 98 und 2000 Rechner zuständig. Zum Glück gibts die redundant.

  14. Abstürzen, lächerlich. Das sind in der Regel Hardware-Treiber oder Drittprogramme, die Programmierfehler haben . Hier reden wir aber über standardisierte Hardware direkt vom Betriebssystemhersteller, genau dasselbe wie bei Apple . Die Software kommt ja auch vom selben Unternehmen, für ipad wie surface.

  15. Viel wichtiger scheint hier in der Runde die Frage zu sein, wer bei welchem Hersteller die feuchten Träume abonniert hat. Die eine reale Businessanwendung des iPads (Flugkarten etc.) die ich am Markt erkennen kann (neben Kassenersatz und Selbstprofilierungs-Werkzeug) ist wahrlich etwas mager, um von Zukunftsvisionen mit Apple zu sprechen. Wer allerdings den Markt etwas kennt, der weiß auch, dass die übrigen 99 Prozent der IT auf der Welt mit Windows laufen, insofern gibt es noch nicht einmal Raum für Apple-Interpretationen, mit denen es integrationstechnisch von Grund her besser laufen könnte. Ich kann Peter nur zustimmen: Abstürze und Bluescreens gibt es eigentlich seit Windows 7 gar nicht mehr, so wie es Apple in den nächsten 5 Jahren nicht mehr geben wird, wenn sie weiterhin so „innovativ“ bleiben.

  16. Dürfen die Piloten so ein Ding dann während Start/Landung anhaben, oder müssen die das – sinnfreierweise – genauso ausmachen, wie der normale Passagier?

  17. Sascha Ostermaier says:

    @Mike: Bis die Tablets zum Einsatz kommen, sollte die FAA das geregelt haben und die Tablets dürfen dann auch bei Start und Landung an sein. Siehe auch: http://stadt-bremerhaven.de/faa-will-elektronische-geraete-bei-start-und-landung-im-flugzeug-erlauben/

  18. zitat:Windows 8.1 RT ermöglicht eine Anzeige von mehreren Anwendungen gleichzeitig
    ***************************
    gewaltiger fortschritt seit windows95 🙂
    fühle mich verapplet

  19. @Mike der umgekehrte weg wird gerade beschritten. lockerung der abschaltvorschriften für uns

  20. @Dirk: Wie viele Anwendung kann denn das iPad gleichzeitig anzeigen? 😉

    Bei Android gibt es manche Lösungen, aber Standardmässig können die das auch nicht.

  21. Ein Problem für die Piloten wird das 16×9-Format des Surface sein. Hauptsächlich ist das Tablet im Cockpit ja als Ersatz für die „Betriebsanleitung“ gedacht. Und zum Lesen (insbesondere PDF) ist 4×3 wie beim iPad einfach besser.

  22. Ich bezweifle stark das das surface beste Wahl sein soll, bei DEM konkurrenzangebot!

  23. Das *Pad ist kein Ersatz für die Bedienungsanleitung der Cockpitbeleuchtung… :-))))

    Piloten müssen kiloweise Papierkarten (ICAO) mit sich herum schleppen, dazu alle Manuals, Checklisten, Bordbücher, Fluglogbücher, Flugplan, Wetterausdrucke und und und und… Die Laptops bei den Airlines, bzw. in USA die iPads enthalten so ziemlich alles, was der Pilot sonst Kofferweise als Papier schleppen müsste, sowie etliche Programme die das Rechnen im Kopf und mit dem Taschenrechner erübrigen (alleine die ganzen Gewichts-, Beladungs- und Treibstoffberechnungen…) Für die ATPS’s bei den Airlines gibt es da natürlich jede Menge Programme. Aber auch der kleine Privatpilot würde gerne auf Papier verzichten, und da gibt es das größte Angebot an Programmen leider für Apple und Plattformen wie Android und Windows Mobile (oder wie auch immer sie das gerade nennen) haben da das Nachsehen.

    Insofern ist es definitiv sicherheitsrelevant, ob das Gerät und die Software zuverlässig laufen. Selbstverständlich muss das Papier für den Fall eines Totalausfalls im Cockppit vorhanden sein, aber in der Praxis guckt im Airlineverkehr keiner mehr täglich auf eine auf Papier gedruckte Anflugkarte wie auf Sicht fliegende (VFR) Privatpiloten mit einer Cessna… :-))))

    Auch wenn ich ein großer Android Freund bin – ich hätte oft gerne alle nötigen Apps von Wetterbriefing über NOTAMS, Flugstreckenplanung, Aviation Tools, ICAO Moving Maps bis Flightlog auf einem gut funktionierenden Windows Tablet inklusive der jeweils dazugehörigen Desktop-Software, mit der ich Flugvorbereitungen bereits am PC erledigen kann und sich alles auf das Tablet synchronisiert. Von Apple Produkten in einem Cockpit würde ich ganz großen Abstand nehmen.

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