Das sind Google Pixel 3 und Google Pixel 3 XL (plus Hüllen und Pixel Stand)

Das Google Pixel 3 ist wohl das Smartphone 2018, welches am häufigsten aufgrund von Leaks in den Medien war. Grund sollen in Russland gestohlene Geräte gewesen sein, die dann an Medien verkauft wurden. Nun ist die Katze offiziell aus dem Sack und ich glaube, dass das Pixel 3 mehr ist als die Summe seiner Hardware.

Ich konnte bei eine Besuch bei Google beide Smartphones schon einmal unter die Lupe nehmen und glaube, dass die AI  und die Software der heimliche Star sind und Foto-Freunde auf ihre Kosten kommen. Fernab der Spezifikationen gehe ich auch erst einmal darauf ein.

Die Kamera des Pixel 2 lobte ich schon oft und ich befürchte, dass nach dem längeren Test das Pixel 3 oder das Pixel 3 XL in das identische Horn stoßen. Das Pixel 3 macht viel über die Software, denn man setzt hier lediglich auf einen Sensor auf der Rückseite, da, wo andere zwei oder drei haben. Beide neuen Pixel teilen sich dieses Setup:

Rückkamera

12,2 MP Dual-Pixel
1.4 Mikrometer
Autofokus mit Zweipixel-Phasenerkennung Optische + elektronische Bildstabilisierung Spektral- + Flackersensor
ƒ/1.8 Blende
Sichtfeld: 76°

Frontkamera

8MP Weitwinkel- und normale Kamera
Weitwinkel: ƒ/2.2 Blende, Sichtfeld 97°, fester Fokus Normal: ƒ/1.8 Blende, Sichtfeld 75°, Autofokus mit Phasenerkennung

Video

Rückkamera:
1080p @ 30fps, 60fps, 120fps, Auto 720p @ 30fps, 60fps, 240fps, Auto 4K @ 30fps

Frontkamera: 1080p @ 30fps 720p @ 30fps 480p @ 30fps

In Sachen Selfies, die laut Erhebungen von Google äußerst gerne genutzt werden, hat man nachgearbeitet. So gibt es nun die normale Selfie-Funktion, man kann aber noch einen Wide Angle Selfie Mode über die Weitwinkel-Cam aktivieren.

Das funktioniert ganz einfach bei aktivierter Selfie-Kamera über einen Schieberegler, der dann einen Zoom nach innen oder außen ermöglicht. So passen mehrere Leute ins Bild – oder bei normalen Selfies eben mehr Inhalt, der sich hinter euch befindet.

Ebenfalls ein tolles Feature ist Top Shot. Nimmt man ein Foto auf, so kann man dieses betrachten. Wischt man nach oben, dann sieht man, dass Google eine Bilderreihenfolge, quasi wie ein Motion Video, aufgenommen hat und euch aus dieser Reihenfolge die besten Bilder vorschlägt. So kommt ihr zu einem guten Bild, welches ihr mögt, auch wenn das Hauptbild als solches euch vielleicht mit geschlossenen Augen zeigt. War während des Ausprobierens eine super Sache, zu sehen bekommt ihr die Funktion im unteren Bereich des nächsten Bildes:

Was auch nett ist, das ist der Autofokus. Den kann man nämlich auf sich bewegende Objekte legen. Quasi das Objekt vor die Linse bekommen, durch längeren Druck auf den Autofokus-Sucher diesen fix auf das bewegende Etwas legen und fortan fokussiert sich die Pixel-Cam darauf.

Nicht ab Werk dabei, sondern noch in diesem Jahr als Update folgend: Night Sight. Hat mich umgehauen. Low Light Shots im wahrsten Sinne des Wortes aus einem anderen Licht betrachtet. Google versucht mit Night Sight die Fotos in dunklen Umgebungen stark zu verbessern. Allerdings konnte ich die Funktion nicht ausprobieren, lediglich Demo-Fotos sehen. Wie gesagt: Der absolute Wahnsinn, wobei ich da natürlich Realist bin. Demo-Fotos sind immer extrem (!) gutaussehend, entscheidend ist aber immer noch auf dem Platz, beim Besitzer.

Ansonsten in der Kamera: Photobooth. Selfies automatisch beim Lächeln machen und eben jene kann man dann mit AR-Stickern und AR-Text versehen, der live in der Vorschau zu sehen ist. Kennen einige ja sicher schon, gab ja schon Elemente von Star Wars und Stranger Things. Und wenn ihr mal tolle Produkte seht: Einfach mit der Kamera draufhalten und auf Wunsch erkennt Google Lens die Produkte im besten Fall – natürlich gleich mit Suchmöglichkeit bei Google.

Kurz zur Hardware: Logo, es gibt Unterschiede, die sind aber eher kleinerer Natur, unter der Haube bei den wichtigen Dingen sind die Pixel fast identisch. Das Kamera-Setup erwähnte ich oben, da muss keiner Abstriche machen, egal ob Pixel 3 XL oder Pixel 3. Unterschiede gibt es dann in Sachen Display, Maße und Gewicht sowie dem Akku.

Das Pixel 3 setzt auf ein 5,5 Zoll FHD+ (2.160 x 1.080 Pixel) OLED mit 443ppi, während das größere Pixel 3 XL ein 6,3 Zoll QHD+ (2.960 x 1.440 Pixel) OLED mit 523ppi verbaut hat. Unterschiedliche Abmessungen gibt es auch, so kommt das Pixel 3 auf 68,2 x 145,6 x 7,9 mm bei 148 Gramm und das Pixel 3 XL auf 76,7 x 158,0 x 7,9 mm bei 184 Gramm. Der Akku des Pixel 3 ist 2.915 mAh stark, der des Pixel 3 XL immerhin 3.430 mAh. Beide teilen sich dafür den Qualcomm Snapdragon 845 2.5Ghz + 1.6Ghz, 64Bit Octa-Core mit Adreno 630 GPU sowie den Pixel Visual Core. Kleines, aber wichtiges Teil, ein dedizierter System on Chip.

Das Herzstück von Pixel Visual Core ist die von Google entwickelte Image Processing Unit (IPU) – ein vollständig programmierbarer Prozessor, der 2017 entwickelt wurde, um maximale Leistung bei geringem Stromverbrauch zu liefern. Mit acht von Google entwickelten Custom-Cores mit jeweils 512 arithmetischen Logik-Einheiten (ALUs) liefert die IPU eine Leistung von rund über 3 Billionen Operationen pro Sekunde.

Mit Pixel Visual Core kann HDR+ 5x schneller und mit weniger als 1/10 der Energie betrieben werden als mit dem Applikationsprozessor (AP). Ein Schlüsselfaktor für die Effizienz der IPU ist die enge Kopplung von Hardware und Software – Googles Software steuert viel mehr Details der Hardware als ein typischer Prozessor. Die Image Processing Unit setzt domänenspezifische Sprachen ein, die Entwickler und Compiler entlasten sollen: Halide für die Bildverarbeitung und TensorFlow für das maschinelle Lernen. In Kurzform: Cool für HDR und andere Bild-Tricks, dies aber schneller und stromsparender.

Zusammenfassend: Der Pixel Visual Core ist der gleiche wie im Pixel 2. Er wird im Pixel 3 nun aber auch für HDR+ in der Kamera-App, für den Porträtmodus in der Kamera-App sowie für die integrierte Google Lens-Funktion der Kamera-App genutzt.

Ansonsten so vom Feeling in der Benutzung: Beide Geräte liegen gut in der Hand. Sicher nicht überraschend: Das Pixel 3 macht einen wesentlich besseren Eindruck als das kleine Vorjahres-Smartphone. Oben und unten sieht man immer noch Ränder, allerdings sieht man die nach der Zeit ehrlich gesagt nicht mehr. Auch die Displayaussparung beim großen Pixel 3 XL störte mich nur wenig. Beide Displays zeigten tolle Farben in meinem ersten Testlauf, kein Vergleich zum Pixel 2 XL. Auch der Stereosound war gut.

Google wird euch das Pixel 3 oder das Pixel 3 XL ab de 2. November in die Hand drücken. Auch in diesem Jahr werden Sparfüchse enttäuscht. Ab 849 Euro geht es mit dem Pixel 3 los, hierfür bekommt ihr die Variante mit 64 GB Speicher. In der Preisübersicht:

Pixel 3 (64 GB) = 849 Euro
Pixel 3 (128 GB) = 949 Euro
Pixel 3 XL (64 GB) = 949 Euro
Pixel 3 XL (128 GB) = 1.049 Euro

Ansonsten: 79 Euro kann man noch ausgeben, wenn man den Pixel Stand haben will. Der Pixel Stand ist laut Google das Beste aus intelligenter kabelloser Aufladung kombiniert mit der Leistung des Google Assistenten. Dieses schnelle kabellose Ladegerät ermöglicht personalisierte Erlebnisse mit dem Google Assistant auf dem Pixel 3 oder Pixel 3 XL.

Der übersichtliche Smart Screen mit deutlich sichtbarem Ladezustand des Telefons (z.B. Akku %, Restladezeit), Benachrichtigungen und Umgebungsmerkmalen erleichtert die schnelle Anzeige. Nutzer können den Pixel Stand auch verwenden, um ihre Google-Fotos anzuzeigen und Musik abzuspielen.

Nicht einfach nur QI-Charger, sondern via Pixel 3 auch ein bisschen anpassbar. Ergibt sicher nur Sinn, wenn man im Büro und daheim einen hat. Denn dann kann man auswählen, was an welchem Ort gezeigt wird. Kommt im November in den Google Store, Media Markt, Saturn, Telekom und Vodafone.

Falls man den Stand im Schlafzimmer einsetzt, dann kann man sich auch schön mit „natürlichem“ Licht wecken lassen. Das Pixel simuliert dieses 15 Minuten vor dem eigentlichen Wecker, was das Aufstehen erleichtern soll. Siehe Video über diesem Absatz, welches das Geschehen im Zeitraffer zeigt.

Was Google auch macht, das ist das Verfügbarmachen exklusiver Pixel-Funktionen, die im nackten Android nicht zu finden sind. Logo, kann jeder Hersteller nachbauen und einiges gibt es ja woanders bereits. Flip to Shhh ist eine davon. Ist dies aktiviert, so kann man das Pixel 3 stummschalten (DND), indem man es umdreht.

Im Lieferumfang dabei: Brandneu für das Pixel 3, die Pixel USB-C Ohrhörer. Sie sind verstellbar, um sie für jedes Ohr bequem anzupassen. Sie bieten laut Google digitale Klangqualität und reduziertes Rauschen vom Mikrofon und sind außerdem kompatibel mit dem Google Assistant.

Man kann den Assistant nutzen, um Textnachrichten zu hören, Audio in Echtzeit zu übersetzen, zuzuhören und auf die Benachrichtigungen zu antworten und Anweisungen zu erhalten, ohne jemals den Bildschirm überprüfen zu müssen.

Die Kopfhörer werden im Karton mit Pixel 3 und Pixel 3 XL geliefert und sind für Besitzer von Pixel 1 und Pixel 2 sowie für alle, die nach USB-C-Kopfhörern suchen, einzeln für 35 € erhältlich. Erhältlich im Google Store und bei ausgewählten Händlern.

Hüllen gibt es natürlich auch! Die für das Pixel 3 und das Pixel 3 XL entwickelten Stricketuis haben kontrastreiche dunkle Farben und einen Farb-Pop-Knopf aus einem laut Google langlebigen, hochwertigen Material. Das Case ist mit drahtlosen Ladestationen kompatibel und wurde entwickelt, um Komfort, Stil und einfachen Zugang zu Funktionen wie Active Edge zu bieten, mit dem ihr das Pixel zusammendrücken und den Google Assistant aktivieren könnt.

Pixel 3 Cases gibt es in vier Farben – Indigo, Carbon, Fog und Pink Moon – und ist für 45 Euro im Google Store und ausgewählten Einzelhändlern erhältlich. Wie auch im letzten Jahr lassen sich über den Google Store personalisierte Cases erstellen. Mit eigenem Foto, Location oder aus ausgewählten Kunstwerken. Liegt dann bei 50 Euro.

Alles in allem machte das Pixel 3 und das Pixel 3 XL auf mich einen hervorragenden Eindruck. Dies allerdings erst in einem kurzen Testlauf, die Geräte werden sich noch auf lange Sicht im Test beweisen müssen. Bei all dem Jubel: Die Geräte kosten natürlich eine Stange Geld, haben zudem lediglich 64 oder 128 GB Speicher. Rahmen und / oder Displayaussparung? Geschmacksache. Wird es der große Hit? Schwer zu sagen. Sicherlich nichts für den Otto-Normal-Nutzer. Der gibt nicht so viel Geld aus.

Und, eure Meinung dazu?

Weiter geht es mit: Google Pixel 3 und Pixel 3 XL: Die Spezifikationen in der Gegenüberstellung

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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12 Kommentare

  1. Sehr schöne Geräte!
    Ich frage mich, ob dieser „Titan Security Chip“ zB rooting unmöglich machen soll. Wäre dann ein dealbreaker für mich.

    • War auch mein erster gedanke als ich im Video davon gehört habe. Dieser soll ja auch die integrität des OS sichern und nicht nur der Verschlüsselung dienen.

  2. Na den Artikel hättest Du doch schon viel eher schreiben können, oder was war da jetzt neu?
    „kein Vergleich zum Pixel 3 XL“ – Vielleicht hab ich’s ja auch falsch verstanden und Du hast schon die Pixel 4 gesehen?! 😉
    Ist ja mittlerweile eh jedes Jahr die geiche Langeweile bei Google.

  3. Preis-Leistungs-Verhältnis wie immer schlecht. Ich bleibe zufrieden bei meinem Mate 10 Pro.

  4. Gibt’s dieses Jahr keine kostenlose Beigabe wie den Google Home letztes Jahr?

  5. Es gibt 6 Monate YT Musik dabei

  6. Ach MM oder Saturn werden schon irgendeine Aktion starten. Dann noch irgend einen Gutschein besorgen. Bissel Shoop und Co. Der Preis lässt sich schon noch bissel drücken. Die super Kameras sind echt ein Argument. Der geringe Speicherplatz dank Endlosspeicher bei Google kein Thema. Nur Sorgen macht mir, dass sowohl das Pixel 2 meiner Frau (langsam, buggy) als auch mein 2 XL (extremst laggy) kein Jahr durchgehalten haben eigentlich. Auch der ein oder andere Youtuber hatte das Problem der enorm schnellen Alterung der Geräte. Ob das bei den Pixel 3s besser geworden ist??

    • Mein Pixel 2 XL ist auch merklich langsamer geworden. Das war immer ein Kritikpunkt an Samsung Geräten und ich hätte dies hier wirklich nicht erwartet!

      Habe natürlich auch schon kompletten Factory Reset durchgeführt was aber leider nicht geholfen hat.

      Einige bekannte Bugs sind bis heute nicht gefixt!

      Das Pixel 2 XL war für mich alles in allem eine Enttäuschung!

  7. Die schnelle Alterung des Pixel 2 kann ich bei mir nicht bestätigten. Gefühlt ist es mit den Update auf Android 8 sogar ein Tick flotter geworden.

    Ich bin hochzufrieden. Was mich jetzt nur stört: Die meisten Neuheiten sind beim Pixel 3 in der Software zu finden. Ein Großteil davon würde vermutlich auch auf meinem Pixel 2 laufen.

    Das will Google aber natürlich gar nicht 🙁

  8. Hardwaretechnisch hat sich abgesehen von Display und SOC wirklich nichts wesentliches getan. Man bleibt selbst bei 4GB Ram, was ich für geizig halte.

    Ansonsten verkauft man quasi bugfixes als Feature – wie z. B. den Einsatz des Visual Core auch in der Kamera-App – hat mich beim Pixel 2 schon gewundert warum man diesen dort nur bei Drittapps einsetzt.
    Würde mich nicht wundern, wenn man beim Pixel 3 nun auch den Bug mit dem Einsatz von nur einem Lautsprecher bei Klingeltönen behoben hätte (hat man beim Pixel 2 ja als Feature verkauft).

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