Caschys Blog

Google Pixel 6a im Test – klein, fein aber nichts für mich

Kurz vorm Release durfte ich mir seinerzeit das Pixel 6 und das große Modell, das Pixel 6 Pro, ausführlich anschauen. Auch wenn die Geräte lange mit Software-Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, bleibe ich dabei, dass Google mit seinem Tensor-SoC, aber auch mit dem Rest der Hardware solide gezeigt hat, dass man das Smartphone-Geschäft drauf hat. Nun ist also auch das a-Modell, das Pixel 6a erschienen. Es kostet 459 Euro und soll mit Abstrichen quasi das günstige Pendant der 6er-Reihe darstellen. Auch dieses Modell habe ich hier vor mir gehabt, um ein wenig darüber zu philosophieren, ob sich der Kauf lohnt oder ob der Griff zum 6er dann doch der sinnigere ist.

Spec-Vergleich der drei Pixel-6-Modelle

Mit 6,1 Zoll Bildschirmdiagonale greift sich das Gerät auf jeden Fall schon einmal deutlich besser als die beiden größeren Modelle, was aber auch an der Kunststoffrückseite liegt. Das Glas der beiden anderen Modelle rutscht mir häufiger durch die Hand als es beim Pixel 6a der Fall ist. Das OLED-Display löst im Vergleich zum reinen Pixel 6 minimal besser auf und setzt auf eine etwas größere Pixeldichte, den Unterschied merkt der Nutzer aber im Alltag eher nicht. Was aber spürbar ist – und das in diesem Fall leider im negativen Sinne – sind die maximal 60 Hz Bildwiederholrate des Displays.

Versteht mich nicht falsch: Wer bisher auch nur mit maximal 60 Hz unterwegs ist, der bekommt hier ein großartiges Display, das sich gewohnt normal bedienen lässt. Kommt man aber von 90 Hz oder höher, fällt die Verzögerung beim Wischen schon sehr stark auf. Im Gegensatz zu Pixel 6 und 6 Pro wird das Pixel 6a auch „nur“ noch von Corning Gorilla Glass 3 statt Gorilla Glass Victus geschützt. Einen Unterschied für den Normalnutzer macht das erst im Ernstfall, wenn das moderne Glas erwartungsgemäß etwas mehr vertragen soll als das ältere Glas. Das habe ich nun im Test aber nicht ausprobieren wollen.

Auch der Akku fällt minimal anders aus, hier sind es nun 4.410 mAh statt der 4.614 mAh beim Pixel 6 und der 5.003 mAh beim Pixel 6 Pro. Auch hier arbeitet der Tensor SoC jedoch angenehm stromsparend, sodass ich mit dem Pixel 6a locker durch den Tag komme, für den Tag darauf dann aber doch lieber wieder komplett voll lade. Gefühlt wird das 6a nicht ganz so schnell warm wie das Pixel 6. Was hier leider fehlt, ist die Möglichkeit zum kabellosen Laden. Euch bleibt also nur das Laden per USB-C-Kabel, das genauso schnell funktioniert wie vom 6er gewohnt, aber Ladepucks, etc. werden nicht unterstützt.

Für mich persönlich nicht weiter relevant, in Verbindung mit unterstütztem Zubehör wie Kopfhörern dann aber evtl. störend: Auch das Teilen des Akkus mit anderen Geräten funktioniert aufgrund der fehlenden Ladespule nicht. Im Vorfeld diskutiert wurde auch, ob der Fingerabdrucksensor im Pixel 6a nun schneller entsperrt als beim Pixel 6 oder 6 Pro. Das kann ich aus meinem Test heraus eindeutig widerlegen, habe ich immerhin tagelang immer wieder sowohl Pixel 6 Pro als auch das Pixel 6a vergleichend herangezogen. Es zeigte sich, dass auch die Erkennung des Pixel 6a nicht absolut zufriedenstellend ist und der aufliegende Finger häufiger gar nicht erkannt wird oder dann nur recht träge entsperrt wird. Schade eigentlich, hätte mich ob des niedrigeren Preises aber auch gewundert.

Minimal anders, obgleich lediglich der Materialwahl geschuldet: Statt IP68- gibt es hier IP67-Zertifizierung für den Schutz vor Staub und Wasser. Ihr braucht aber darum weiterhin keine Sorgen haben, wenn das Gerät mal im Regen genutzt werden muss oder kurz ins Planschbecken fällt. In Sachen Hardware stattet Google das Pixel 6a mit 6 statt der sonst 8 bzw. 12 GB LPDDR5-RAM aus. Als interner Speicher erwarten euch hier ausschließlich 128 GB UFS 3.1, was dem einen oder anderen evtl. zu wenig sein könnte. Nicht per microSD erweiterbar, versteht sich.

Kamera? Kann das Pixel 6a weiterhin hervorragend, ohne Frage. Das gilt für die Schnellaufnahmen „aus der Hüfte“ genauso wie für Porträtaufnahmen und Selfies. Aber: Genau wie beim Pixel 6 ist hier kein Teleobjektiv verbaut und statt Laser-Autofokussensor gibt es einen Autofokus mit Dual-Pixel-Phasenerkennung (PDAF). Jener reagiert in der Tat minimal langsamer als bei den beiden anderen Modellen. Für das schnelle Foto reicht es aber trotzdem problemlos.

Der Hauptsensor arbeitet mit 12,2 MP und arbeitet mit Dual-Pixel-Technologie. Hier besteht also durchaus ein Unterschied zu den 50 MP (dank Quad-Bayer-Binning-Technologie), wobei das in den Bildern tatsächlich erst im direkten Vergleich auffällt, wenn man am großen Bildschirm dicht auf Details zoomt. Bartstoppeln beispielsweise sind beim Pixel 6 und 6 Pro einzeln erkennbar, wenn es beim Pixel-6a-Bild schon zu verschwimmen beginnt. Dennoch stark zu sehen, wie gut die Software von Google selbst mit etwas schwächeren Sensoren noch sehr gute Ergebnisse erzielt. Hier geht’s zu einem Album einiger Aufnahmen vom Pixel 6a.

Wer gern Fotos von bewegten Motiven aufnimmt, also beispielsweise Sportaufnahmen, der wird mit dem Pixel 6a nur bedingt glücklich werden. Wo zwar viele der Fotos im normalen Modus noch immer recht scharf aufgenommen werden, merkt man leider, dass der Bewegungsmodus der beiden anderen Modelle fehlt. Jener erkennt anhand von KI das Hauptmotiv im Bild und sorgt für eine künstliche Bewegungsunschärfe im Hintergrund. Das sieht oft beeindruckend aus und macht im Vergleich zum Normalfoto hier und da auch eine detailliertere Normalaufnahme (ihr könnt zwischen Bewegtbild und Normalbild beim Pixel 6 und 6 Pro im Modus nach der Aufnahme wählen).

In Sachen Audio gibt es meiner Meinung nach am Pixel 6a nichts zu meckern. Zwar ist dem Gerät im Vergleich zu seinen beiden Brüdern ein Mikrofon gestrichen worden. Da bemerkte ich im Alltag allerdings keinen Unterschied. Die Lautsprecher klingen in Ordnung, telefonieren klappt hervorragend. Mehr will ich hier gar nicht für ein Smartphone.

Auch der Rest des Pixel 6a wird den meisten Nutzern vermutlich voll und ganz ausreichen. Mit 6 GB RAM und dem Tensor-SoC leistet das Gerät solide Arbeit und bringt denselben Bedienungs- und Nutzungsflow, den Pixel-Fans von den Geräten gewohnt sind – nicht zuletzt aufgrund der reinen Android-Oberfläche ohne zusätzlichen Überzug. Und auch Gamer können mit dem Gerät die meisten aktuellen Spiele problemlos spielen – das ging schon mit dem Pixel 6 sehr gut, wenngleich sicherlich mit der einen oder anderen grafischen Einschränkung in den jeweiligen Settings.

Doch so richtig warm werde ich mit dem Pixel 6a am Ende persönlich nicht. Wo der Normalanwender für 459 Euro vermutlich bedenkenlos zugreifen kann, stören mich die maximal 60 Hz bei der Bildwiederholrate. Außerdem lade ich meine Geräte mittlerweile gern kabellos, sofern es nicht gerade besonders schnell gehen muss. Das ist mit dem Pixel 6a aber nicht drin. Und auch die Tatsache, dass bei 128 GB internem Speicher Schluss ist, lässt spüren, dass das Pixel 6a eben das günstigste der drei Modelle ist.

Die Kamera ist genau wie bei den beiden anderem Modellen großartig – auch dank der Software von Google. Dennoch bleibe ich abschließend dabei: Wer ein aktuelles Pixel haben möchte, der greift lieber zum Pixel 6. Der Aufpreis zum Pixel 6 Pro kann sich im Einzelfall vielleicht auch noch lohnen. Und wer noch ein wenig warten möchte, der kann schauen, was Google da bald mit dem Pixel 7 auf den Markt werfen möchte.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Aktuelle Beiträge

Die mobile Version verlassen