Corning arbeitet an speziellem Glas für faltbare Smartphones

Sagt euch der Hersteller Corning etwas? Dessen Gorilla Glass schützt mittlerweile so gut wie jedes Smartphone-Display und hat schon die Generation Gorilla Glass 6 erreicht. Nun arbeitet der Zulieferer für Apple, Huawei, Samsung und wie sie alle heißen an einer Variante, die speziell für faltbare Smartphones geeignet sein soll.

Ihr habt ja auch schon in den Kommentaren zu dem Samsung Galaxy Fold oder dem Huawei Mate X berechtigterweise gefragt, wie robust die Geräte wohl sein könnten. Da hat sich eben auch bei Corning jemand so seine Gedanken drum gemacht, wie es aussieht. Allerdings sind die Anforderungen an so ein flexibles Glas hoch. Deswegen könnte die Entwicklung offenbar noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

Corning hat eine Zeit lang auch an einer dünneren Version speziell für Curved-Wearables getüftelt. Willow Glass lautete der Arbeitstitel. Doch nun räumt man wohl dem Glas für faltbare, mobile Endgeräte eine höhere Priorität ein. Allerdings ist es wohl knifflig, hier ein Glas zu entwickeln, das keine Abnutzungserscheinungen zeigt und biegsam genug für die kommenden Smartphones ist. Zumal das Glas nicht nur flexibel und dünn, sondern auch noch robust sein soll.

Laut Corning schaffe man es aktuell noch nicht das Beste aus beiden Welten zu bieten: Entweder man könne biegsames oder robustes Glas herstellen – beides in einem sei aktuell leider nicht möglich. Man habe es geschafft ein Glas zu entwickeln, das in einem Radius von 3 bis 5 mm rund 200.000 mal gebogen werden könne – aber es würde keinen Sturz aushalten. Das Ziel sei am Ende ein Glas bieten zu können, das sich in einem Radius von 5 mm biegen lasse, nur 0,1 mm dick sei und auch Stürze überstehe.

Ob jener Radius aber bereits klein genug für kommende Foldables ist, das muss die Zeit zeigen. Glas ist aber auch ein wichtiger Display-Bestandteil, da es sich auf die Eigenschaften der Anzeige auswirkt. Da soll man wohl bei etwa den Huawei Mate X und Samsung Galaxy Fold noch Abstriche machen müssen, wenn man mit anderen Geräten vergleicht. So nutzen beide Geräte aktuell für die Vorderseite eben kein Glas, sondern nur Plastik. Plastik ist zudem empfindlicher was Kratzer betrifft und entwickelt schneller Macken, Abnutzungserscheinungen, welche wohl auch die ersten faltbaren Smartphones betreffen dürften.

Das alles zeigt auch, dass faltbare Smartphones zwar auf dem Markt schon verfügbar sein mögen, aber technisch noch nicht ganz ausgereift sind. Da wird sich sicherlich aber die nächsten Jahre noch einiges tun. Fällt eben aktuell noch in die Kategorie „interessantes Konzept“ bei dem die Umsetzung noch reifen muss.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Naja ob Kunstoff nu umbedingt anfälliger sein mus als Glas bezweifele ich mal.. Kommt immer auf den Werkstoff an

  2. Das frag ich mich schon die ganze Zeit, konnte aber keine Details dazu finden: Woraus bestehen denn diese Foldables aktuell (vermutlich kunststoff?) und sieht man im planen Zustand an der Knickstelle irgendwas? Kann mir das leider immer noch nicht vorstellen wie das funktioniert, daher ist das tatsächlich faszinierende Technik für mich.

  3. KraftKlotz says:

    Schott stellt solches Glas schon her, die können momentan bis zu einer dünne von 50 Mikrometern, extrem biegbares Glas herstellen.
    Inwieweit das sturz unempfindlich ist, weis ich nicht, aber sie werben explizit damit, dass es auch für faltbare und biegbare Smartphones und Wearables ist.

    https://www.schott.com/innovation/de/ultraduennesglas/?section=3
    https://www.youtube.com/embed/HKkZU8idtdU

    • Das ist schon verdammt geil! Ich hätte nicht gedacht, dass sich Glas so flexibel machen lässt! Bin die ganze Zeit davon ausgegangen, dass die Faltphones eben komplett aus Kunststoff sind bzw. sein werden und da gar keine Chance besteht, irgendwas mit echtem Glas zu bauen.

  4. Hatte ich schon mal geschrieben: Warum nicht 2 plane (Glas-)Displays, die im aufgeklappten Zustand mit minimalem Spaltmaß aneinander stoßen?
    Ich sehe keinen Sinn im Knicken. Man macht es sich oft nur unnötig schwer.

  5. Hi,
    da normale Displays auch keine Stürze aushalten, verstehe ich das Problem nicht ganz….

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