Congstar Homespot und WLAN Cube: Internet per Mobilfunk statt DSL, weniger flexibel als gedacht

artikel_congstarCongstar hat eine neue Möglichkeit zur Nutzung des mobilen Internets vorgestellt. Congstar Homespot heißt die Geschichte, die durch den WLAN Cube ergänzt wird. Ist recht flott erklärt. Man bekommt einen mobilen Internetzugang an einem beliebigen Ort, den man allerdings festlegen muss und die Sache dann auch nur an diesem Ort genutzt werden kann. Wochenendhaus, Gartenanlage, whatever, so lange man Empfang mit Congstar hat, kann man den Congstar Homespot auch nutzen. Verzichtet wird auf normale Telefonie, lediglich Voice over IP oder die Nutzung von Messengern sind möglich, falls man doch einmal Gesprächsbedarf hat.

Im Gegensatz zum Nutzungsort, ist die Vertragslaufzeit flexibel und monatlich kündbar. Für 20 Euro bekommt der Kunde satte 20 GB „Highspeed-Volumen“, allerdings bedeutet Highspeed in diesem Fall 20 Mbit/s. Könnte damit zusammenhängen, dass Congstar keine LTE-Nutzung anbietet. (Siehe Update unten) Ist das Inklusivvolumen aufgebraucht, kann man für 10 Euro weitere 10 GB buchen. Eine Einrichtungsgebühr in Höhe von 30 Euro wird auch noch fällig.

congstar_homespot

Die passende Hardware, den Congstar WLAN Cube gibt es für 119,99 Euro dazu, wahlweise auch mit monatlich 4 Euro (über 24 Monate) abbezahlbar, die Anzahlung beträgt in diesem Fall 23,99 Euro. Der Router bietet eine Reichweite von 250 Metern, 32 Geräte lassen sich mit ihm gleichzeitig verbinden.

Entweder geht das Produkt so weit an mir als Zielgruppe vorbei, dass ich es nicht verstehe, oder Congstar versucht hier einfach einmal auf gut Glück etwas Geld zu verdienen. Die Worte von Congstar-Marketingleiter Stephan Heininger muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen:

„Die mobile Datennutzung und das Internet zu Hause verschmelzen zunehmend. Mit unserem festnetzunabhängigen Congstar Homespot bieten wir erstmals eine sehr flexible Lösung für den eigenen Surfbereich. Wer auch beim Telefonieren auf einen Festnetzanschluss verzichten kann, findet hier eine ideale, kostengünstige DSL-Alternative für zu Hause oder auch für die Zweitwohnung. Perfekt also für den Lebensstil der Zielgruppen, denen es auf hohe Flexibilität ankommt.“

Wie man bei einem an sich mobilen, aber dann dennoch stationären Produkt von hoher Flexibilität sprechen kann, oder gar von einem günstigen DSL-Ersatz (20 Euro für 20 Mbit/s und 20 GB Volumen sind weder ein DSL-Ersatz, noch wirklich günstig), mag sich mir nicht erschließen. Ja, mag sein, dass man in Sachen Mobilfunk hier einen ganz netten Datentarif hat, aber den kann man halt dann auch nur an einem Ort nutzen. Sehr flexibel.

Wer nun schon eifrig bestellen möchte, kann dies auf dieser Seite tun. Den Ort für den Homespot legt man bereits bei der Bestellung fest, aus der Pressemitteilung geht auch nicht hervor, dass man diesen (zum Beispiel monatlich, also analog zur Kündigungsfrist) ändern kann. Für Euch ein interessantes Angebot?

Update: Laut Leistungsbeschreibung doch mit LTE:

Kleingedrucktes

Preis: 20 €/Monat. Der Tarif ermöglicht die Datennutzung innerhalb Deutschlands via der Mobilfunktechnologie LTE an dem vom Kunden angegebenen Standort und dessen unmittelbaren Umkreis (sogenannter Surfbereich). Eine Datennutzung außerhalb des Surfbereichs ist nicht möglich. Voraussetzung für die Nutzung ist die Verfügbarkeit der Mobilfunktechnologie LTE am angegebenen Standort sowie ein LTE-fähiges Endgerät. Einmaliger Bereitstellungspreis: 30 €. Ab einem Datenvolumen von 20 GB pro Monat wird die Bandbreite im jeweiligen Monat auf max. 384 Kbit/s (Down- und Upload) beschränkt. GSM- Sprachtelefonie ist ausgeschlossen. SpeedOn kostet je 10 € pro Buchung. Das zusätzliche Highspeed-Datenvolumen entspricht 10 GB und ist bis zum Ende des Kalendermonats gültig. Nicht verbrauchtes Datenvolumen verfällt am Monatsende.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

20 Kommentare

  1. Ich sage nur: 50 GB für 10 €/Monat mit LTE im E+-Netz ohne Bindung an einen bestimmen Ort…. Ja, so einen Tarif gab es mal, ist aber schon lange her 🙂

  2. Mit LTE auch wenn es „nur“ mit 20 Mbit wäre, könnte es etwas für uns im Büro sein. Aktuell haben wir 6GB Mobilcom mit LTE für 9,99€

  3. Den Homespot Ort kann man kostenpflichtig ändern:
    Der congstar Kundenservice richtet den Surfbereich auf Anfrage gerne für eine neue Adresse ein. Der Surfbereich kann beliebig oft geändert werden. Pro Änderungsauftrag fällt eine Bearbeitungsgebühr von 20€ an.

  4. Karl Kurzschluss says:

    Ich sehe hier als Zielgruppe durchaus die gar nicht mal so seltenen Besitzer von Wochenend- oder Ferienhäusern. Die stehen übrigens fast nie da, wo stationäres DSL in ausreichender Geschwindigkeit zu haben ist, sondern im „Grünen“. Ich kenne auch einige Ortschaften hier in der Umgebung, für die ist so ein Angebot goldrichtig. Die Telekom will DSL nicht ausbauen, die Konkurrenz auch nicht, aber der Mobilfunkempfang ist nicht allzu übel.

  5. Ich finde das absolut sinnig und es ist eben nur der Anfang. Langfristig wird es kein Festnetz mehr geben, da es viel einfach sein wird, das Mobilfunknetz auszubauen, als in der Erde zu buddeln. Der Anfang ist gemacht. Ich habe meinen Festnetzanschluss auch nur noch wg. dem blöden DSL…und dann gibts hier nur 10 MBIT.

  6. @Sascha
    es gibt noch DSL-Standorte da sind 1.500 im DL „schnell“.
    Kosten derzeit ca. 25 Euro.
    gerade für solche Anschlüssen könnte ein „Internet-Anschluss per Mobilfunk“ eine Alternative sein

  7. Klinkenputzer: Mobilfunk drahtlos wird nie die Backbordes ersetzen können. Und nie die Kapazität haben alle anfallenden Datenmengen zu übertragen.
    Das geht nur per Kabel. Wie heute ja auch viel Zellen der Mobilen Technik über Glasfaser angebunden sind.

    Festnetztelefonate sind doch heute schon ein Nebenprodukt der digitalen Internettechnik. Was die Datenmengen angeht vernachlässigbar.

  8. Kennt noch jemand den Base Urlaubs Tarif,
    50GB für 9,99€ mtl. und 50mbits/s ?

    Schade, das es sowas nicht mehr gibt.

  9. Ich für meinen Teil habe gerade in den Tisch gebissen.

    Habe gerade vor 2 Monaten meinen ersten Mobilfunkvertrag (auch ohne Telefonie) bei Vodafone mit 15 GB LET für 40€ abgeschlossen. Gut, ich kann mit theoretisch 200 Mbit/s surfen, mich frei in Deutschland bewegen, muss dafür aber immer erst die SIM Karte aus dem LTE Router popeln um sie in nen mobiles Endgerät zu stecken.

    Was die Frage nach möglichen Einsatzorten angeht:
    Ich nutze den LTE Anschluss in einer abgelegenen Anlage, wo ich zwar besten LTE Empfang habe aber dank mangelnder Adresse (ja es gibt auch in DE noch Straßen ohne Nahmen und Häuser ohne Hausnummern –> Kopfschüttel) keine Chance auf einen DSL Anschluss, auch wenn im Haus früher mal Telefon per Erdkabel möglich war.
    Gegenwärtig hängt da ne DIY Alarmanlage, nen paar ONVIF IP Cams und der Router dran. Wenn ich nicht da bin braucht das nur wenig Bandbreite. Und ich für meinen Teil streame recht selten Filme. Bandbreite ist also auch da nicht so entscheident.

  10. Ich wäre aktuell ein potentieller Kunde. Im neuen Haus wird der Kabel/DSL-Anschluss erst Anfang nächsten Jahres freigeschaltet. Bisher hab ich Aldi-Talk mit 15€ für 5GB im Monat. Da wäre das hier echt besser, nur lokal stört mich ja überhaupt nicht.
    30€ Anschlussgebühr sind natürlich wieder ne Ansage. Wären das nur 10€, hätte ich direkt abgeschlossen…

  11. Das ist ja dann wohl D1 Netz. Und damit für viele sehr interessant, die dort wohnen, wo es kein DSL und sich keine anderen Netze gibt. Kenne spontan jemanden für den das total relevant wäre.

  12. @Marc:
    Meine Eltern „empfangen“ bei einer gebuchten 1k Leitung maximal 441 kbit und zahlen dafür 35 Euro. Alternativen neben der Tcom sind nicht oder wenig vorhanden. LTE geht nur bis zum Dorfeingangsschild am anderen Ende des Dorfes – ansonsten braches Edgeland und wenn das Wetter gut ist mal 3G. Jedes Mal ein Träumchen, wenn ich aus der verwöhnten Großstadt komme.

    Und hier testet man schon 5G… da frage ich mich, warum man nicht mal die weißen Flecken oder wirklich schlecht mit Internet versorgten Gebiete ausbaut.

  13. Die Frage ist eher, ob man es überhaupt buchen darf. 😀 Die Vermutung liegt nahe, dass die Restriktionen dahingehend ähnlich scharf sind wie bei T-Hybrid, stark abhängig vom fehlerhaften T-Rechenmodell, welchen die realen Empfangsbedingung vor Ort völlig schnuppe sind.

  14. Wie sieht es denn mit den vergeben IP-Adressen aus. Privat = Nicht aus dem Internet direkt ansprechbar oder Öffentlich = per Dyn-DNS etc. aus dem Internet zu erreichen.
    Das wäre doch schon mal interessant.

  15. Wie erkennt die Sim denn, ob es im Homegebiet ist? Bzw schaltet sie wirklich ab, wenn man sie unterwegs im Smartphone nutzt? Der Congstarmitarbeiter auf der IFA hat nur müde gelächelt, so als ob es kein ‚geoblocking‘ gibt…

  16. Ich find die Konditionen unattraktiv, vor allem die Drosselung auf 384 kbit/s, ein Ersatz für einen DSL/Glasfaser-Anschluss ist das allenfalls dort, wo per Leitung noch Vorkriegsverhältnisse herrschen.

  17. @Dominik
    Es werden sehr wahrscheinlich zwischen 1 und 5 Funkmasten zu deiner Homezone erklärt. Bist du über einen eingewählt, zählt der Homespot Tarif.

  18. Die viele Schrebergärtner werden glücklich sein.

    Ja, man kann über Datenmenge und Durchsatz streiten, aber durch die Festlegung der Homebase können Kapazitäten gut geplant werden. Es sollten also auch wirklich funktionieren den Durchsatz zu bekommen.

    Der Markt für solche Lösungen ist da – sprich der Bedarf bei Kunden – das jetzt wirtschaftlich da dran gegangen wird verständlich.

    Auch wenn ich immer ein wenig weine wenn ich sehe wie mit dem Thema in anderen Ländern umgegangen wird. Aber man darf auch nicht vergessen das es da oft dann nicht entsprechende Angebote über Kabel gibt wie es die bei uns gibt.

    Es gibt halt immer zwei Seiten der Medaille.

  19. Du willst es, Du kriegst es. Oder!?
    Da der Tarif für mich sehr gut passen würde habe ich es mal gewagt ihn zu bestellen. Nutzungsort sollte – welch Überraschung – nicht meine Heimatadresse sein. Alleine die Bestellung (derzeit nur per Telefon oder Chat möglich) zog sich über mehrere Tage und bedurfte einiger (kostenpflichtiger) Telefonate. Man hatte den Eindruck, dass die Congstarleute ihr eigenes Produkt nicht kenne und/oder verstehen. Die erste SIM-Karte ging an meine Heimatadresse obwohl bei der Bestellung ausdrücklich eine andere (nämlich die, wo der Homespot genutzt werden soll) angegeben und auch auf Netzabdeckung geprüft wurde. Es folgten wieder unzählige Telefonaten in denen sich niemand bei Congstar so recht zuständig fühlte… sofern überhaupt mal jemand das Problem verstanden hat. Notgedrungen also den Auftrag storniert und neu bestellt. Dieses Mal kam die SIM-Karte tatsächch bei der richtigen Adresse an und funktionierte… NICHT. Es folgten – kenne wir schon – einige Telefonate mit diversen angeblich nicht zuständigen und meist völlig hilflosen Congstar-Mitarbeitern bis dann irgendwann mein Verdacht bestätigt wurde: Die SIM-Karte wurde zwar an die richtige Adresse geschickt, als Nutzungsort wurde nun aber meine Heimatadresse eingerichtet. Das sollte doch aber eigentlich kein großes Problem sein, könnte man meinen. Schließlich wirbt Congstar ja sogar damit, dass man die „Surfzone“ jederzeit und so oft man möchte ändern lassen kann. Von wegen… Constar ist derzeit nicht in der Lage den Nutzungsort nachträglich zu ändern. Lösungsvorschlag von Congstar: Der Verrag soll storniert werden.
    Mein Fazit: Ein absolutes Armutszeugnis von Congstar. Vetrieb/Support kennt und/oder versteht das eigene Produkt nicht.Statt sich um eine Lösung zu bemühen, versucht man aber lieber die eigene Hilflosigkeit zu überspielen in dem man den Kunden anranzt oder, wenn alles nicht hilft, einfach auflegt. Und letztendlich funktioniert das Produkt auch technisch nicht wie beworben (Änderung der Surfzone). Meine Empfehlung kann derzeit nur lauten: Finger weg von Congstar.

  20. Ich wohne äußerst ländlich und habe nur DSL 6000. Das ist für meinen Anwendungsfall zu wenig und da auch nicht absehbar ist wann ich mit schnellerem Internet über die Telekom rechnen kann, habe ich die letzten Wochen sogar schon mit skyDSL geliebäugelt. Ich hatte skyDSL sogar schon bestellt, dann aber storniert als ich auf diesen Tarif aufmerksam wurde. skyDSL hätte mich bei 50GB pro Monat mit Hardware knapp 100 Euro gekostet. Laut zahlreichen Internetforen wird man aber sofern man dieses Volumen ausnutzt stark gedrosselt, sodass ich froh war den Homespot Tarif zu finden.

    Ich habe nicht den WLAN Cube mitbestellt sondern seperat einen LTE Router. Diesen verwende ich analog der Fritzbox hinter einer Sophos Firewall. D.h. ich betreibe DSL 6000 und den Homespot im Bundle. Die Seiten bauen sich nun deutlich schneller auf und auch Downloads etc funktionieren reibungslos. Ich bin gerade dabei DSL 6000 zu kündigen und werde mit dann einen 2. Homespot bestellen und dann mit 40 Mbit surfen.

    Im Vergleich zu Glasfaser/VDSL Angeboten sicherlich nicht konkurrenzfähig, aber für ländliche Kunden ein durchaus lukrative Möglichkeit auch in den Genus eines schnellen Internet Anschluss zu kommen.