Cheetah Mobile äußert sich zu „Click-Injection“ in Apps, ist sich keiner Schuld bewusst


Gestern berichteten wir über die Apps von Cheetah Mobile, die sich angeblich zusätzliche Einnahmen durch Werbeclicksimulationen einheimsen. Während der Nutzer dadurch nicht direkt einen Schaden hat, ist so ein App-Verhalten natürlich nicht angebracht, verstößt auch gegen Richtlinien von zum Beispiel Google Play. Alles halb so wild, sagt nun Cheetah Mobile. Schließlich würden 97 Prozent der Umsätze außerhalb Chinas durch verwendete Fremd-SDKs generiert, lediglich 3 Prozent durch das von Cheetah Mobile entwickelte SDK.

Insgesamt wird durch das Cheetah Mobile SDK nur ein Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Gleichzeitig habe man bei Cheetah Mobile keinen Einfluss darauf, wie diese Drittanbieter-SDKs arbeiten. Da der Umsatz mit den Drittanbieter-SDKs so gut sei, hat man auch keine Intention oder gar die Möglichkeit, bei unsauberen Click-Injections mitzuspielen, oder diese eventuell sogar zu unterstützen.

Außerdem wird Cheetah Mobile nun gegen Medien vorgehen, die falsche Statements abgegeben haben, so erst für die mediale Aufmerksamkeit gesorgt haben. Was Cheetah Mobile allerdings nicht erwähnt: Ob man die entsprechenden SDKs auch aus den Apps entfernt. Das mit „keine Kontrolle“ zu haben stimmt so nämlich auch nicht direkt, immerhin könnte man auf den Einsatz der Tools, die nicht sauber arbeiten, recht einfach verzichten.

Spannend in diesem Zusammenhang ist auch ein Blogpost von Google, der einmal an dieser Stelle zu finden war. Google hebt in diesem Post hervor, dass Cheetah Mobile auf das AdMob Videowerbeformat gewechselt ist und dadurch seine Umsätze um 31 Prozent steigern konnte. Google hat den Beitrag aktuell gelöscht, über das Web Archive ist er aber weiterhin auffindbar – das Internet vergisst nicht.

Cheetah Mobile wird nun also gegen die angeblich falsch gemachten Statements vorgehen, seine Apps aber wohl weiterhin wie bisher anbieten. Das geht aus dem aktuellen Statement hervor. Ob das wirklich dazu beiträgt, das eventuell verlorene Vertrauen von Nutzern zurückzugewinnen?

Wir sind mal gespannt, ob Google das Ganze untersuchen wird. Veränderungen im Play Store werden vielleicht ein Indikator sein.

 

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. Also erstmal nicht toll, aber wer noch apps von diesem Entwickler installiert ist selbst schuld und brauch sich nicht beschweren. Aber anscheinend gibt es genug geblendet Leute wie man an den installations zahlen sehen kann.

  2. Sollen sie machen was sie wollen. Von denen kommt mir nicht eine App auf das Smartphone.

  3. Armes QuickPic (wenn auch in diesem Fall nicht genannt).

    • mblaster4711 says:

      +1 war die beste Galerie App bis zur Übernahme von CM. Habe noch die letzte Version vor CM mit entferntem PlayStore-Link, dadurch wird sie nicht upgedatet, leider tut sie nicht mehr unter Oreo.

      Bin daher auf Simple Gallery Pro umgestiegen.

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