Chapeau, Samsung! Unser Ersteindruck vom Samsung Galaxy S10+

Gerade bei Herstellern wie Apple, Huawei oder Samsung wird die Gerüchteküche ordentlich angestoßen, wenn die ersten vermeintlichen Leaks zu neuen „Flaggschiffen“ im Netz zu finden sind. So verhielt es sich natürlich auch zuletzt beim Galaxy S10 und seinen Varianten, dem Galaxy S10e, dem Galaxy S10+ und dem erst zuletzt bekannt gewordenen Galaxy S10 5G. Gerade die Galaxy-Reihe besitzt bekanntermaßen eine ausgesprochen große Anhängerschaft, die selbst bei den anfangs mittlerweile gefühlt viel zu hohen Verkaufspreisen (was man seinerzeit vorrangig Apple vorwerfen konnte) direkt zugreifen, weil es eben “ein neues Galaxy” ist.

Das Galaxy S10+ begleitete mich nun schon ein paar Tage, nachdem ich hier sehr lange mit dem S9+ in Sachen Android hantieren durfte. Somit konnte ich auch ganz gut für mich herausstellen, ob es sich hier wirklich um ein so großes Upgrade handelt, als dass sich der derzeitige Verkaufspreis von 1.249 € für die hierzulande (vorerst) einzige verfügbare Version mit 8 GB RAM und 512 GB Speicher wirklich dafür lohnen würde.

Betriebssystem Android 9.0 Pie (mit Samsung Experience 9.5, One UI)
Konnektivität Gigabit LTE Cat. 20, 4×4 MIMO/CA7, Bluetooth 5.0 LE, WIFI 6, NFC, GPS, 3,5 mm Klinkenanschluss, EDGE, HSPA+ (42 MBit/s), LTE (2.000 MBit/s), WLAN, Bluetooth
Display 6,4 Zoll Super-AMOLED, Auflösung 1.440 x 3.040 Pixel (526 ppi), Gorilla Glass 6
Prozessor Exynos 9820 Octa-Core (Exynos 9820: 2 x 2,70 GHz, 2 x Cortex A75 á 2,30 GHz, 4 x Cortex A50 á 1,90 GHz
Arbeitsspeicher 8 GB
Speicher 512 GB (davon rund 464 GB frei)
Größe 157,6 mm x 74,1 mm x 7,8 mm
Gewicht 175 g
Akku 4.100 mAh (USB 3.1 Typ-C), kabellos aufladbar, Fast Charging
Kamera hinten Triple-Kamera: 12 MP (f1.5/f2.4, Dual Pixel, OIS), 12 MP (Zoomkamera, f2.4. 8k Video), 16 MP (Ultra-Weitwinkel 123°, f2.2)
Kamera vorn 10 MP (f1.9, AF, Dual Pixel, UHD Selfie, UHD Frontkamera Video, zusätzlich 8MP f2.2 Kamera als Tiefensensor)
Außerdem Dual-SIM, NFC, Fingerabdrucksensor im Display, Wireless PowerShare, IP68-Zertifizierung, Gesichtserkennung, AKG Lautsprecher, Dolby Atmos, HDR10+ Playback, erhältlich in Ceramic White und Ceramic Black, Einführungspreis 1.249 €

Zum Test lag mir nun also eben jenes Modell in der Farbvariante Ceramic White als DUOS-Edition (also mit Platz für zwei SIM-Karten) vor, auf das ich mich ehrlich gesagt auch schon ein wenig gefreut habe. Denn gerade die Kamera des S9+ war einer der Gründe, warum ich besagtes Gerät immer wieder gerne mit auf Ausflüge und Co. genommen habe, auch wenn mir sonst das iPhone X da weiterhin mehr als gute Dienste leistet. Doch das Galaxy S10+ bietet ja nun bekanntlich sogar drei Haupt- und zwei Frontkamera-Sensoren, von denen ich mir nach der Vorstellung der Geräte natürlich auch so einiges erhofft habe.

Neben dem Gerät liegen im Karton außerdem noch das Ladekabel nebst Adapter, die SIM-Nadel, ein USB-Connector und Klinkenanschluss-Ohrhörer von AKG. Außerdem soll den Verkaufsboxen meinen Informationen nach hierzulande auch noch ein einfaches Case beiliegen, damit euch das wirklich glatte Gerät nicht direkt in den ersten Tagen der Benutzung schon aus den Händen gen Boden gleitet. Das führt uns auch schon direkt zum Design und der Handhabung des Geräts.

Das Galaxy S10+ setzt auf ein angenehm dünnes Gehäuse mit einer neuen Keramikrückseite. Diese klingt zwar auf dem Papier sehr hochwertig und mag es im Grunde auch sein, dennoch bin ich da auch jetzt noch immer geteilter Meinung: man spürt, dass die Rückseite bis zu einem gewissen Grad durchaus kratzresistent sein wird, dennoch sieht und fühlt man von diesem hochwertigen Material irgendwie nichts. Ich würde sogar soweit gehen, dass ein Plagiat mit Kunststoffrückseite optisch keinerlei Unterschied zeigen würde. Das ist etwas schade, aber natürlich meckern auf hohem Niveau. Das neue Infinity-O-Display von Samsung ist links als auch rechts wieder einmal abgerundet und besitzt an der oberen, sowie unteren Bildschirmkante nur sehr schmale Ränder, was vor allem dem Punchhole im Display geschuldet sein dürfte, in welchem neuerdings die Frontkamera (beim Plus-Modell ja sogar zwei) ruht.

Die von Werk aus angebrachte Schutzfolie kann zwar auch als Displayschutz auf dem Gerät bleiben, dennoch sorgt diese vor allem am Punchhole für unschöne, sichtbare Ränder und ist im Gegensatz zu Schutzglas auch recht anfällig für Kratzer. Das Display selbst ist dagegen natürlich wieder einmal das Beste vom Besten, da darf man Samsung erneut Beifall klatschen. Sowohl die starken Kontraste, als auch die kräftigen Farben, die Blickwinkelstabilität und die Schärfe des sAMOLED-Display überzeugen auf ganzer Linie. Corning Gorilla-Glass 6 soll hier für entsprechenden Schutz vor Sturz- und Kratzschäden bieten. Im Display selbst befindet sich nun auch im unteren Bereich der Platz für den Ultraschall-Fingerabdrucksensor, hierzu jedoch später mehr. Am Display selbst stört mich indes wieder einmal eine Sache ganz enorm: die Anfälligkeit der abgerundeten Displayränder. Halte ich das Gerät in der Hand, reicht das bisschen Haut meines Daumens, das sich am Rand durch das Halten nach innen wölbt, um Berührungen auszulösen. Vor allem beim Spielen von Pokémon GO fiel mir das besonders auf, da hier in dem Moment keine anderen Eingaben auf dem Display erkannt werden und ich anfangs von einem Fehler im Spiel ausging.

Ansonsten könnte man das restliche Design des Geräts als ziemlich geradlinig beschreiben: an der linken Geräteseite befinden sich die Lautstärkewippe und der dedizierte Bixby-Button, auf der rechten Seite dann der Powerbutton. Der SIM-Slot ist auf der Oberseite des Geräts zu finden, unten wurde neben dem USB Typ-C-Anschluss und dem Lautsprecher auch noch ein 3,5 mm-Klinkenanschluss verbaut, was sicherlich einige von euch freuen dürfte 🙂 Zur Keramikrückseite hatte ich schon ein paar erste Worte verloren. Hier finden sich neben dem “Samsung”- und dem “Duos”-Schriftzug (beide übrigens recht unschön verwaschen aufgedruckt – das liegt also nicht an den Fotos) die drei Kameramodule nebst dem LED-Blitz. Der Kamerabuckel fällt angenehm flach aus, sodass das Gerät nicht nur aufgrund der horizontalen Ausrichtung der Hauptkamera auf einem Tisch flach und nicht wackelnd zu liegen kommt. Bei Verwendung einer Schutzhülle (und die empfehle ich ob der wirklich glatten Oberfläche wirklich jedem) hat dies aber auch seinen eigenen Vorteil, denn so muss das entsprechende Case nicht zwingend dick ausfallen, um den Kamerabuckel auszugleichen.

Ansonsten gibt es an der Handhabung des Galaxy S10+ auf sein Design hin bezogen wirklich kaum etwas zu meckern. Dank der abgerundeten Kanten liegt das Gerät sehr gut in der Hand und wirkt zumindest in meinen doch recht großen Händen trotz des 6,4 Zoll großen Displays nicht zu üppig. Der Powerbutton hätte gern einen Deut tiefer angebracht werden dürfen, da ich mir hier oft ertappe, wie ich meinen Daumen doch ziemlich strecken muss, um diesen Knopf zu bedienen. Eine Einhandbedienung – und das sei an dieser Stelle schon einmal vorweggenommen – ist hier trotz der Möglichkeit von One UI nicht einfach machbar.

Doch statt des Powerbuttons gibt es ja zumindest zum Entsperren auch noch die Möglichkeit, den ins Display integrierten Ultraschall-Fingerabdrucksensor zu verwenden. Dieser prüft nicht einfach nur nach übereinstimmenden Mustern im Fingerabdruck, sondern scannt die Linienmuster dank Ultraschall-Technologie angeblich bis ins Detail ab und soll so besonders sicher sein. Was ich hierzu zumindest bestätigen kann ist, dass selbst nasse oder fettige Finger für den Scanner kein Problem darstellen und dieser somit anderen Geräten durchaus etwas voraus hat. (Update!) ABER: Nachdem zwar die Einrichtung des Sensors sehr schnell und unkompliziert vonstatten ging, war ich nach mehreren Tagen der Benutzung schon gar nicht mehr so angetan von jener Entsperrung, setzte daher erst einmal auf die Entsperrung per Gesichtserkennung (die sich laut Medienberichten ja auch per Foto austricksen lassen soll).

Der Grund hierfür ist, dass in mindestens der Hälfte aller Entsperrversuche keiner meiner gespeicherten Abdrücke erkannt worden ist und das, obwohl die Finger trocken, sauber und frei von Verletzungen waren. Nun kann es natürlich sein, dass ausgerechnet mein Modell hier fehlerhaft funktionierte und andere Geräte da ganz anders arbeiten – aus Testperspektive muss ich aber sagen, dass mich der In-Display-Scanner hier anfangs so gar nicht überzeugen konnte. Wir berichteten bereits im Blog darüber, dass Samsung seiner S10-Reihe auch schon ein erstes Update beschert hat, welches nicht nur den aktuellen Sicherheitspatch-Level aufspielt, sondern auch Verbesserungen an der Kamera, dem Funktionsumfang von Bixby und außerdem auch für ein besseres Erlebnis mit dem Fingerabdrucksensor sorgen soll. Was soll ich sagen? Funktioniert wie gewünscht! Den Sensor kann ich so endlich gebrauchen, auch wenn er mir noch immer ein wenig zu langsam reagiert – aber das sind Kleinigkeiten.

Im Herzen der aktuellen Galaxy S10-Serie werkelt natürlich bereits Android 9.0 Pie, dem Samsung seine eigene, One UI getaufte, Oberfläche verpasst hat. Diese ist zum einen dazu gedacht, die Einhand-Bedienung größerer Geräte zu vereinfachen, soll aber auf der anderen Seite natürlich auch endlich mal wieder frischen Wind ins Samsungs Oberflächen-Optik bringen. Das gefällt mir an vielen Stellen schon sehr gut, allerdings stören mich persönlich noch immer die viel zu großen Icons und diese aufgezwungen “knuddelige” Optik des Ganzen. Vor allem im App-Drawer sind die Icons und Schriften riesig, auf dem Homescreen kann man das dargestellte Grid ja wenigstens noch anpassen und die Inhalte auf diese Weise verkleinern. Das ist aber eben nur mein subjektiver Eindruck, hier mag jeder von halten, was er möchte.

Dank der verbauten 8 GB Arbeitsspeicher und dem pfeilschnellen Exynos Octa 9820 (64bit)-Prozessor muss man sich beim S10+ und auch den anderen Gerätevarianten keinerlei sorgen machen, dass es irgendwelche spürbaren Geschwindigkeitseinbußen geben könnte. So muss das meiner Meinung nach aber auch bei einer Geräteserie sein, die sich immerhin als neues Flaggschiff präsentieren möchte. Folgende Benchmark-Ergebnisse unterstützen hier auch nochmal meinen Eindruck:

Wie sich in synthetischen Tests gezeigt hat, soll das Exynos-Modell des Galaxy S10 “langsamer” sein als die (hierzulande nicht vertriebene) Variante mit verbautem Qualcomm Snapdragon 855. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass man das als Normalnutzer überhaupt merken würde, aber es wird sicherlich dennoch Menschen geben, denen dann das SD855-Modell deutlich lieber wäre.
Besitzer eines S9 oder S9+ müssen aber meiner Meinung nach dennoch gut abwägen, ob ihnen der Umstieg auf das neue Modell nicht doch etwas zu kostspielig ist. Zumindest in Hinsicht auf die Performance wäre mir der gefühlte Unterschied zu klein, aber die Geschwindigkeit ist ja eben nicht das einzige, was anders ist am S10+.

Wer bereits eines der letzten Vorgänger-Galaxy-Modelle genutzt hat oder noch immer nutzt, der muss sich hier entsprechend gar nicht erst umgewöhnen, weil sich Samsung natürlich bis auf das recht neue OneUI in der Bedienung und seinen hauseigenen, vorinstallierten Apps treu bleibt. In Sachen Software bleibt der Mehrwert zum S9/S9+ an dieser Stelle aber noch aus, hier lohnt der Umstieg nur dann, wenn man auch wirklich die neueste Hardware für sich nutzen möchte.

Nun gab es bereits in einigen Leaks, aber spätestens dann auch in der offiziellen Vorstellung der Geräte, doch noch ein paar mehr Features zu sehen, die die S10-Serie ihren Vorgängern voraus hat. Dazu zählt unter anderem die Möglichkeit, andere Qi-taugliche Geräte (Ohrhörer, Smartphones, etc.) über die Geräterückseite kabellos laden zu können. Damit kam zuletzt zwar schon Huawei beim Mate 20 Pro um die Ecke, bei Samsung nennt sich das Ganze nun Wireless PowerShare und funktioniert nachdem es aktiviert worden ist auch ganz genauso, wie beim Mitbewerber: Galaxy S10/10+ auf die Vorderseite legen, zu ladendes Gerät mit der Rückseite auf das S10/S10+ legen und schon geht der Ladevorgang los. Natürlich dauert das Laden hier auch eine ganze Weile länger als per Kabel, dennoch finde ich die Funktion gerade für unterstütztes, mitgeschlepptes Zubehör recht nützlich, wenn auch mehr als Gimmick.

Deutlich mehr Spielerei ist hingegen der AR Emoji, der sich die verbesserte Frontkamera des S10+ zunutze macht und von euch ähnlich der Apple Memojis comicartige Emoji-Abbilder erzeugt. Diese werden euch dann in einem speziellen Kameramodus auf den Körper gepappt und bleiben dank verbesserter AR-Software auch dann noch erhalten, wenn ihr euch im Motiv bewegt, sodass sich damit nicht nur Nah- sondern auch Fernaufnahmen bewerkstelligen lassen. Das funktioniert recht gut soweit, nur muss man dafür schon wirklich ein Faible haben, um da auch längerfristig dran Spaß zu haben. Ansonsten eignet sich die doppelte Frontkamera (Tiefensensor + Dual Pixel AF-Linse) natürlich vor allem für verbesserte Selfies mit Bokeh-Effekt. Hier habt ihr dann auch noch zusätzlich die Möglichkeit, kreative Bokeh-Modi anzuwenden, wie beispielsweise eine Zoom-ähnliche Zerrung des Hintergrunds.

AI ist zwar in Bezug auf das Marketing der neuen Galaxy S10-Serie nicht mehr unbedingt als Buzzword aufgetreten, dennoch werden natürlich diverse Prozesse außerhalb der Kamera von einer künstlichen Intelligenz verbessert. So sollen sich beispielsweise Apps schneller als bisher öffnen lassen und auch das Energiemanagement soll dank der AI ressourcenschonender ablaufen. Letzteres scheint sich in Anbetracht der wirklich guten Laufzeiten während der bisherigen Tage zu bestätigen (hier Bedarf es aber einer Betrachtung über einen deutlich längeren Zeitraum), dass sich Apps nun schneller öffnen lassen sollen, als bei meinem Vergleichsgerät, dem S9+, kann ich nun hingegen nicht wirklich feststellen. Vermutlich handelt es sich hier um minimale Änderungen, die auf dem Papier zu Werbezwecken mehr Eindruck schinden als am Ende in der Realität.

Künstliche Intelligenz soll ja auch in Bixby stecken, Samsungs smarten Assistenten, der mittlerweile ja auch gelernt hat, deutsch mit uns zu sprechen. Zumindest lässt Bixby nun auch auf dem S10 (und den anderen Modellen) eigene Routinen erstellen, die man so grundsätzlich auch schon von den anderen smarten Assistenten kennt. Bixby erlaubt es dann zum Beispiel beim Auslösen der Routine “Automodus”, dass die Geräteschriftgröße besonders groß eingestellt wird und sich das Gerät per Sprachbefehl entsperren lassen kann, usw. Für diejenigen Nutzer, die auch bisher regelmäßig mit Bixby interagiert haben, wird sich das sicherlich einigermaßen sinnvoll in den Alltag integrieren lassen. Für alle anderen ist dann auf jeden Fall das oben erwähnte erste Update für das Gerät interessant, welches euch auch andere Apps und Schnellbefehle auf die dedizierte Taste legen lässt.

Klanglich kommt das Galaxy S10+ dank Dolby Atmos meiner Meinung nach durchaus gut davon. Das Gerät kommt mit einer Dual-Speaker-Ausstattung daher, setzt also nicht nur auf den einen Lautsprecher in der Gehäuseunterseite. Der Klang der beiden Lautsprecher ist dabei wirklich gut und satt und kommt dabei gefühlt deutlich besser weg als bei der aktuellen Konkurrenz. Wer seine Musik also gern direkt aus den integrierten Lautsprechern wiedergeben lässt, darf gern zum Galaxy S10+ greifen – alle anderen setzen dann wohl sowieso auf angeschlossene Kopfhörer oder Lautsprecher. Nur der Vollständigkeit halber möchte ich hier noch erwähnt wissen, dass das Gerät natürlich auch einen hervorragenden Klang beim Telefonieren zeigt und dass auch ich dabei wohl sehr gut und ohne störende Hintergrundgeräusche verstanden werden konnte.

Gut zu wissen ist außerdem auch, dass alle vier Modelle des Galaxy S10 nach Schutzklasse IP68 zertifiziert und somit staub- und wasserdicht sind, auch wenn das Gerät über längere Zeit ins Wasser mitgenommen wird. Bei einem Gerät jenseits der 700 € würde ich mir persönlich dennoch überlegen, dies regelmäßig auszureizen 😀 Es ist jedoch beruhigend genug zu wissen, dass euch das Handy auch mal aus Unachtsamkeit ins Wasser fallen darf, ohne dass es gleich nur noch mit Schrottwert zu betrachten ist.

Kommen wir zu meinem persönlichen Highlight des Samsung Galaxy S10+, der Kamera. Wie bereits bekannt war, verfügt das Plus-Modell zusätzlich über einen 8 MP Tiefensensor für die Frontkamera. Außerdem teilen sich das S10, als auch das S10+ einen dritten Hauptsensor, nämlich die 12 MP-Zoomkamera, die das sonstige Setup aus 12 MP Hauptkamera und 16 MP Ultra-Weitwinkelkamera unterstützt. Somit setzt sich das vollständige Kamerasetup des S10+ zusammen aus: einem Teleobjektiv, einem Weitwinkelobjektiv und einem Ultra-Weitwinkelobjektiv, alles zusammen gestützt durch eine durchaus starke Software, die nicht zuletzt durch die AI-Funktionen und der damit verbundenen Szenenerkennung für wirklich hochklassige Fotos “aus der Hüfte” sorgt.

Das Wetter war in den vergangenen Tagen ja sehr sonnenlastig, was ich zum Anlass genommen habe, das S10+ einfach mal mit zum letzten Pokémon GO-Community Day und unter anderem auch in einen nahegelegenen Zoo mitzunehmen, weil sich da schnell Möglichkeiten für schöne Motive ergeben. Die Fotos habe ich mal in einer Galerie zusammengefasst, die ihr hier einsehen könnt.
Vom Autofokus bin ich richtig begeistert, der hatte mich allerdings auch schon beim S9+ überzeugt. Beim S10+ bin ich aber der Meinung, dass der AF vor allem in Umgebungen mit ungünstigen Lichtbedingungen doch noch flotter als beim Vorgänger reagiert. Die Fotos bieten im direkten Vergleich noch ein wenig mehr Details und Schärfe. Ein spezieller Nachtmodus soll in der Dunkelheit für gute Aufnahmen sorgen, wie man es schon bei den Pixel-Geräten von Google oder auch dem Mate 20 Pro sehen konnte. Leider fand ich bisher keine Möglichkeit, diesen Modus auf dem S10+ irgendwie zu aktivieren oder zu erzwingen. Der Bokeh-Effekt im “Live Focus”-Modus sieht sehr gut aus und lässt halt durch die kreativen Modi auch ein wenig mehr Spielraum zu. Mir gefällt hier aber weiterhin vor allem die “normale” Hintergrundunschärfe beim Einschalten des Modus.

Aufnahme vom Galaxy S10+ in der einfachen Zoomstufe und im automatischen Modus

Außerdem macht die Software bei Gegenlichtaufnahmen wirklich gute Arbeit und gibt die aufgenommenen Farben auch realistisch wieder. Wo die zugeschaltete AI in anderen Phones immer noch zu oft Farbwerte zu kräftig darstellt, fällt mir das in den Aufnahmen mit eingeschalteter künstlicher Intelligenz auf dem S10+ nicht mehr auf. Der Ultra-Weitwinkelsensor ist ein wirklich schönes Spielzeug wenn man vor allem mal ein paar Landschaftsaufnahmen machen möchte oder in ähnlichen Situationen. In einigen Momenten wurde dabei aber das Bild aufgrund der teils zu dicht am Objektiv stehenden Objekte surreal verzerrt, was dann auch nicht mehr als “kreativer Spielraum” zu sehen ist. Zoomen lässt sich mit der Kamera dann bis auf die zehnfache Zoomstufe, allerdings ist mir persönlich das Ergebnis dann auf größeren Displays als vielleicht beim Smartphone viel zu pixelig, weshalb ich hier dann maximal mit dem Teleobjektiv arbeite und sonst weiterhin lieber “mit den Füßen” zoome.

4.100 mAh trägt der Akku des großen Plus-Modells vom Galaxy S10. Gemessen am großen, aber vergleichsweise stromsparenden AMOLED-Display sollte sich damit doch ganz gut durch den Tag kommen lassen. In meinem Einsatzszenario komme ich damit auch sehr gut über den Tag und bin frühestens zur Mittagszeit des Folgetages dazu genötigt, das Gerät wieder an den Strom zu hängen. Geladen wird über USB Typ-C oder eben kabellos, was den Akku auf Dauer ein wenig mehr schonen sollte. Dabei nutze ich das S10+ sowohl für die tägliche Überdosis Twitter, kommuniziere via Telegram und WhatsApp, telefoniere hin und wieder und schaue darüber am Abend gern mal allerlei YouTube-Videos. Gezockt habe ich vorrangig zu Testzwecken, ansonsten läuft hier aber nach Dienst umgehend Pokémon GO für die täglichen Aufgaben und das Abgrasen diverser Spots zum Herunterkommen.

Für mich geht die Laufzeit des Akkus somit mehr als klar und ich denke, dass der Normalnutzer hier auch keine Sorgen haben muss, dass ihm der Saft zu schnell ausgehen könnte.
Im Battery-Test des synthetischen Geekbench 4-Benchmarks kommt das S10+ auf 6 Stunden und 31 Minuten, bis dem Akku unter Dauerlast auch das letzte Prozentpünktchen rausgezurrt wurde. Das liest sich vielleicht erst einmal recht ernüchternd, man bedenke aber, wie oft man als Nutzer tagsüber solch ein Gerät wirklich leistungsmäßig ausreizt und für wie lange.

Damit möchte mich meinen ersten “kurzen” Eindruck vom Galaxy S10+ nun auch erst einmal abschließen und sinniere noch einen Moment darüber, ob sich der Umstieg nun wirklich lohnt. Nutzer eines S8/S8+ oder neuer sollten es sich meiner Meinung nach ganz genau überlegen – die Performance mag zwar im Gegensatz zum S8 noch etwas spürbar höher liegen, aber das sind Nuancen, die euch richtig Geld kosten können 😉 Die Kamera des S10+ ist in meinen Augen in eigentlich allen Belangen absolute Höchstklasse und müsste lediglich ein paar Optimierungen an der Kamera-App erhalten, wo die Bedienung etwas nervig sein kann. So reagierte das Umschalten zwischen den verschiedenen Zoomstufen der Kamera nicht immer reibungslos auf Fingertipp hin, sondern wechselte dann gern mal in die Zoom-Justierung per Drehrad, was überhaupt nicht gewünscht war. Wireless PowerShare ist ein nützliches Gimmick, mehr aber auch nicht. Dafür ist zu begrüßen, dass sich das Gerät eben auch auf Wunsch kabellos laden lässt. Der In-Display-Fingerabdruckleser funktioniert nach dem ersten Systemupdate wirklich gut und ist für mich perfekt in Kombination mit der Entsperrung per Gesichtsabdruck.

Die Keramikrückseite mag robuster sein als Glas, sorgt aber leider dennoch dafür, dass das Gerät rutschig ist, wie ein glatter Aal. Und über die matschig aussehenden Aufdrucke auf der Rückseite will ich gar nicht weiter philosophieren. 1.249 € sind natürlich ein (entschuldigt die Wortwahl) perverser Preis, den ähnlich wie beim iPhone wohl auch nur die Hardcore-Fans direkt zur Veröffentlichung bereit sind zu zahlen. Alle anderen dürften vom üblicherweise recht flotten Preisverfall bei Android-Smartphones profitieren und erhalten das in meinen Augen derzeit wirklich beste Android-Gerät. Ich vermute allerdings, dass es nicht lange dauern wird, bis andere Hersteller hier auch wieder aufholen. Dann entscheidet letztlich, wie so oft, die Preispolitik. In Sachen Systemupdates kann man Samsung meiner Meinung nach in der letzten Zeit lobend Beifall klatschen, das funktioniert 🙂

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Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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74 Kommentare

  1. Ich verstehe die Preispolitik nicht, jeder weiß, dass die teuren Samsung Flagschiffe im Preis dramatisch fallen. Wer bitte kauft sich jetzt das Ding für DEN Preis? Da kann man das Bündel 100€ Noten auch gleich verbrennen.

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