Cerberus Child Safety (Early Access): Kontroverse Android-App für Eltern veröffentlicht

Cerberus dürfte dem einen oder anderen von euch noch von seiner gleichnamigen Anti-Diebstahl-Lösung und unter anderem auch von der Sicherheits-App Persona bekannt sein. Nun hat das Entwicklerteam eine neue App veröffentlicht, die sich an Eltern richtet, welche gerne mehr Kontrolle über den Aufenthaltsort ihres Nachwuchses und Einblick auf deren Smartphone-Nutzung haben möchten – die Überschrift sagt es bereits: ein durchaus kontroverses Thema, das ich an dieser Stelle aber auch nicht diskutieren möchte.

Cerberus Child Safety baut auf eurem bestehenden Cerberus-Account auf, beziehungsweise ist in diesem ab sofort integriert. Neue Nutzer ohne bestehende Lizenz können Child Safety eine Woche lang kostenlos ausprobieren. Die App wird sowohl auf dem Eltern- als auch auf dem Kinder-Smartphone installiert und es muss dann bei der Einrichtung die entsprechende Rolle (Parent/Child) ausgewählt werden.

Ist alles eingerichtet, können Eltern fortan jederzeit den Standort ihres Kindes (oder besser: den Standort von dessen Smartphone) checken und sich sogar durch Antippen direkt dorthin navigieren lassen. Ebenso können sogenannte Secure Areas eingerichtet werden. Wenn also euer Kind ein bestimmtes Areal betritt oder verlässt, werdet ihr benachrichtigt. Ebenso könnt ihr über die Statistiken Einblick in die App-Nutzung auf dem Kinder-Smartphone bekommen, beispielsweise welche Apps am heutigen Tag besonders oft genutzt worden sind.

Mir persönlich geht das Ganze einen happigen Tick zu weit, allerdings kenne auch ich ausreichend Eltern, die sich über eine solche Möglichkeit „sich selbst zu beruhigen“ sicherlich freuen werden ;). Meine Meinung: Sprecht mit euren Kids wenigstens darüber, was diese App macht und kann und knallt diese nicht einfach geheim da drauf. Den Vertrauensbruch könnt ihr vermutlich kaum wieder aufwiegen. Und noch einen Hinweis: Aktuell befindet sich Cerberus Child Safety noch im Early Access-Status, ist also noch experimentell und daher sicherlich auch noch bei weitem nicht fehlerfrei.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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41 Kommentare

  1. (((kontrovers)))… Lol

  2. Kein Witz: aufgeregter Anruf in der Schule: Wo ist mein Kind, es hat doch Unterricht, ich sehe hier auf dem Handy, dass es 2km weiter weg ist! Panik, Panik, Panik!
    Kind saß im Unterricht. Smartwatch oder Handyortung war wohl fehlerhaft. Da kommen noch tolle Zeiten auf uns zu.

    Größter Denkfehler: Man könne sein Kind orten. Nein, das kann man nicht. Man kann nur ein Handy oder eine Uhr orten. Wo das Kind sich dann befindet, ist wieder ein ganz anderes Thema. Aber sicher wirds da auch bald eine Lösung mit implantierten Chips geben.

  3. Wird das Symbol für die App auf dem „Kinder“-Smartphone ausgeblendet wenn man das geheim machen wollen würde? Google hat da doch sicherlich auch Richtlinien?

    Und nein, Kinder sind keine da aktuell. Interessiert mich rein interessehalber…

    • Den Kater oder die Freundin sollte man trotzdem informieren 😉

      Spaß. Wird ja als Systemapp getarnt. Zumindest war das damals so. War im Drawer nicht zu sehen, jedoch in der Liste der installierten apps.

      • Das wird aber wohl nur auf gerooteten Geräten gehen, oder?

        Ganz generell sollte man jedenfalls die Fähigkeit der Kinder nicht unterschätzen. Viele, die reif genug für ein Smartphone sind, erkennen solche Wanzen auch.

  4. Noch deutlicher kann man seinem Kind nicht sagen, dass man ihm nicht vertraut, und ihm absolut nichts selbst zutraut.

    Welchen Schaden damit solche Helikoptereltern anrichten sieht man dann in einigen Jahren, wenn der vollkommen lebensunfähige Nachwuchs spätestens mit dem Berufseintritt in die echte Welt kommt, und dort hoffnungslos überfordert ist.

  5. Hmm, wozu auch immer man das für Geld nutzen sollte. Wenn man wirklich der Meinung ist, das zu brauchen, kann Family Link das auch.
    Und Cerberus hat sich nach der Lifetime Lizenz eh erledigt…

    • … und Family Link löst das ganze sogar ziemlich transparent für das Kind. Ich finde es echt gut, habe aber auch mit meiner Tochter (9j) ausführlich darüber gesprochen was ich dadurch kann etc.

      • Apps, die die Kinder ausspionieren gehen überhaupt nicht, aber da bleiben die Daten wenigstens in der Familie. Family links ist wie ein Familien Trojaner. Die Funktion ist kostenlos, aber man sollte sich mal darüber Gedanken machen, ob es heutzutage wirklich etwas kostenlosen gibt. Man bezahlt nämlich mit den Daten, und hier noch schlimmer, mit den Daten der eigenen Kinder. Und wer glaubt, sein Kind vor Google anonymisieren zu können, ist schon sehr naiv. Für Google sind Eltern, die Family links verwenden der Volltreffer schlechthin. Da bekommt Google schon die Informationen von Kind an, und diese Infos werden auch noch da sein, wenn die Kinder schon längst erwachsen sind. Und dann wird Google diese Informationen in Geld umwandeln, denn die bezahlen ihre Mitarbeiter ja auch nicht mit den Daten. Und woher wird das Geld kommen? Da muss man sich schon mal Gedanken machen…

  6. Offtopic: Leider kann man auf den Screenshots so gut wie nichts erkennen wenn die alle zu einem Bild kombiniert und so klein sind.

  7. Haben hier gegenseitig freigeben bei Maps an, ob das im Notfall hilft muss man hoffentlich nicht herausfinden, und für Kinder Handys und Tablets einfach App locker installieren und Store usw PW schützen, gute Erziehung und Vertrauen, fertig 🙂

  8. Kind (9) hat ein Tablet. Wir reden über die Nutzung. Keinerlei technische Maßnahmen, und das wird auch so bleiben.

  9. Ich glaube das kann in Zeiten von komischen Typen auf der Straße nicht schaden, dabei braucht man heutzutage nur mal genau anschauen was unter „Regional“ alles läuft und nicht mehr wie in den letzten Jahrzehnten öffentlich darüber berichtet wird. Aber ich sehe es genauso zweifelhaft an, wenn Typen die Kinder besonders mögen und ggf. Zugriff zu sochen Daten haben, hätten oder teilen! Da wir mit beiden Arten der Täter in unserem Land Täterschutz haben, wird die Angst und Mechanismen weiter zunehmen. Wer möchte denn gerne die Bürgschaft für die App übernehmen? Wer sagt es das die Daten sicher sind, nicht Bilder oder Sprache etc. aufgenommen wird usw.? Ich denke in dieser Zeit sollte man schon sehr gut überlegen wer vertrauenswürdig ist, die wenigsten interessieren sich für die Berechtigungen, gerade wenn es Kinder geht setzt bei vielen der Verstand aus!

    • Statistisch findet Missbrauch überwiegend in den eigenen vier Wänden statt, dann in sogenannten „vertrauenswürdigen“ Räumen (Verwandtschaft, Sportverein, Kirche, Kindergarten, Schwimmbad, Schulen, Spielplatz etc), erst dann der „fremde böse Mann“ auf der Straße. Letzteres wird in den Medien meist bekannt (Entführungsfälle), die ersteren Fälle finden aber meist im Verborgenen statt, oder werden wenn überhaupt erst Jahre später aufgedeckt. Da hilft auch keine solche App, sondern nur Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung und nicht zuletzt Vertrauen…

  10. „…das ich an dieser Stelle aber auch nicht diskutieren möchte.“
    Und schon zwei Absätze später passiert genau das. 😉
    Auch die Überschrift mach deutlich, das der Artikel nur geschrieben wurde, weil es ein kontroverses Thema ist.

    • Genau das kam mir beim Lesen auch in den Sinn. „Kontrovers“ in der Überschrift in einem Blog mit Kommentarfunktion. Das wird ganz bestimmt nicht diskutiert …:-)

  11. Genau mein Kommentar, danke. 🙂 Ich will ja nicht, aber. 😀

  12. Richard stuertzke says:

    Wie soll man sowas beschreiben, pervers, krank, abartig, abnormal, paranoid…. . Das eine Firma für ihre billigen Geschäfte so etwas verkauft ist schlimm genug dass Eltern es anwenden ist tragisch.

    • Blacky Forest says:

      Das passt doch in das heutige Bild von Eltern. Überfordert mit der Technik, Medienkompetenz geht gegen null; Kinder müssen wie Roboter erzogen werden (sonst schaut der Nachbar einen schief an), man lernt nicht mehr von den eigenen Eltern oder vertraut auf sein Gefühl, sondern holt sich die Infos aus dem Internet; für jeden Depp seine App….

      • Ich kann ja nur für mich sprechen, aber ich bin von der Technik ganz sicher nicht überfordert und verfüge auch über die notwendige Medienkompetenz. Trotzdem sehe ich kein Problem darin, in Notfällen feststellen zu können, wo mein Kind ist. Da geht es auch gar nicht darum, das ständig zu kontrollieren, insofern hat das zumindest für mich auch nichts mit Misstrauen zu tun. Es ist einfach ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit für beide Seiten, und das kann man auch ganz gut so vertreten und man muss natürlich darüber sprechen. Natürlich steht auch hier wie über soviel anderen Dingen als Oberbegriff die „Überwachung“, aber wie in anderen Bereichen auch gibt es zwei Seiten, und ich gehöre nicht zu denen, die nur die negative Seite betrachten und das ganze Gebilde dann verteufeln. Das hängt aber sicherlich ein Stück weit auch mit persönlichen Erfahrungen zusammen, ich bin sicher, dass diejenigen, die jetzt am lautesten dagegen wettern, das anders sehen, wenn sie selber mal in eine Situation geraten, war so ein System hilfreich wäre, vielleicht auch weit mehr als das.

  13. Dem Laden sollte man eh nicht mehr über den Weg trauen. Seitdem die ihre Nummer abgezogen haben, dass die damals kostenlose, lebenslange Lizenz plötzlich nicht mehr gültig war und man dafür dann doch was blechen sollte…

  14. ohoh wo soll das noch hinführen.. Ich gehöre zu der Genaration die noch ohne SP grß geworden sind.. Also so eine App geht garnicht.. Entwerder vertraut man seinem Kind oder nicht.. Was die heutige Zeit angeht und die bösen Typen, die gab es vor 40 Jahren auch schon.

  15. Ich wage mal die Behauptung dass wer hier auf diese „Überwachung“ schimpft keine eigenen Kinder hat.

    Ich war glücklich, dass Google mir Family Link an die Hand gegeben hat genau in dem Augenblick in dem meine Kinder ins Handy fähige Alter kamen. Das ist übrigens für das Kind vollkommen transparent, denn die App existiert auch auf dem Gerät des Kindes und erklärt alles.

    Ich finde es jedenfalls beruhigend zu wissen, dass Google unangemessene Inhalte filtert. Das hat ja nichts mit Vertrauen zu tun. Wer Kinder unbeaufsichtigt oder ungefiltert dauerhaft ins Internet lässt handelt meiner Meinung nach grob fahrlässig. FSK18 Inhalte sind halt nichts für 10 Jährige.

    • > Ich wage mal die Behauptung dass wer hier auf diese „Überwachung“
      > schimpft keine eigenen Kinder hat.

      Meine Tochter ist 9. Eigenen Internetzugang hat sie an ihrem Tablet seit 2 Jahren, und der wird weder überwacht noch beaufsichtigt. In der Regel nutzt sie Sprachsteuerung, um auf YouTube ihren Content zu finden. Eine technische Limitierung besteht bewusst nicht.

      Es gibt zahlreiche Gelegenheiten, zu denen wir auch gemeinsam surfen. Bei der Gelegenheit gibt es praktischen „Aufklärungsunterricht“ (Guck mal, die wollen, dass man hier drückt, und dann kauft man was! Schau mal, hier hat mir einer geschrieben, wenn wir hier klicken, dann kriege ich ganz viel Geld von ihm geschenkt — was hältst Du davon?)

      Man wird normalerweise nicht mit zwei bis drei Empfehlungslinks vom Drei-Fragezeichen-Hörspiel zum Enthauptungsvideo kommen. Das „schlimmste“, was passieren kann, ist, dass da irgendwo ein Sexfilm auftaucht. Ich habe noch nie verstanden, was daran so schrecklich sein soll, wenn Kinder versehentlich zwei fickende Menschen sehen. Bis vor 70 Jahren hatte die Durchschnittsfamilie eine Ein-Zimmer-Wohnung, da war sowas völlig normal. Ohnehin kennen Kinder das Thema schon aus der Werbung, oder weil sie im Einkaufszentrum am Sexshop vorbeigelaufen sind — meine Tochter muss ungefähr 5 gewesen sein, als sie bei einer solchen Gelegenheit einen Dildo sah und fragte, wofür das denn sei, ein Penis aus Plastik? Wenn man dann erklärt, dass wäre eine Art Erwachsenenspielzeug für Menschen, die grad keinen Partner haben, gucken die Kinder mit „diesem“ Blick: „Ihr Erwachsenen habt doch definitiv nicht mehr alle Latten am Zaun“, dann langweilig und Themawechsel.

      Worauf ich mich 100%ig verlassen kann, ist, dass meine Tochter mit dem Tablet zu mir kommt, wenn sie irgendwas merkwürdig findet. Wenn ich zum Beispiel Apps aktualisiert habe, und beim nächsten Start fragt eines ihrer Spiele nach Zugriff auf Kamera etc.

      Ich mache mir viel mehr Sorgen über das Verführungs-Bombardement der legalen Content-Industrie wie Disney („Mädchen lieben schöne Kleider!“), als dass ich befürchte, dass sie unglücklich neben den Button drückt und im Darknet landet.

      Irgendwann wird sicherlich die Neugier größer werden, und die Kids werden sich einen Porno besorgen. Wie wir früher. Alles gut.

      Kinder sind alles andere als blöd. Wenn bei euch geblockt wird, dann hängen sie halt anderswo ab und ziehen es sich dort, und das ist dann im Zweifelsfall eine Familie der Sorte, wo das Fernfahrermagazin offen auf dem Wohnzimmertisch liegt.

    • Und jetzt ersetze bei deinem Argumentationsschema mal Kind durch Bürger und Eltern durch Regierung. Alles andere bleibt wie von dir beschrieben.

    • Kinder zu erziehen bedeutet eben nicht, diese mit Hilfe von Apps zu überwachen, sondern mit ihnen zu reden und sie zu selbständig denkenden Menschen zu machen.

  16. Ich hätte irgendwie Probleme eine Software zu installieren, bei der „Cerber“ im Namen steckt. Letztere gab’s ja in der letzten Zeit öfters Mal kostenlos 😀

  17. Wer auf einem kleinen Dorf aufgewachsen ist, der wird wissen, dass eine solche App im schlimmsten Fall Pillepalle ist — dort wurde bei „Fehlverhalten“ sogar korrigierend eingegriffen. Und die App „Nachbar“ hat eigentlich immer Nachhause telefoniert 😉
    Ansonsten: Jörg hat ja alles gesagt (es ist doch krass, dass wir heute Sex an buchstäblich jeder Ecke haben, nur in der Familie wird so getan als lebten da nur asexuelle Wesen … die Folge ist, aber ich schweife ab, dass 10jährige wissen, was Buka…e ist, aber keine Ahnung mehr von verantwortungsbewusster, verhütender Sexualität haben), wer seinen Kindern vertraut und wessen Kindern einem selbst vertrauen, der wird kein Problem haben mit „schlimmen Dingen“ im Netz, weil man miteinander spricht. (Na ja, wenn der 12jährige bei manchen „schlimmen Dingen“ dann entlastend Hand an sich legt, ist das auch okay, und wir Eltern müssen eben nicht alles wissen).
    Leider, die USA machen es ja vor, aber auch hier gibt es das immer öfter, ist es natürlich kaum möglich so Kinder aufzuziehen, wenn man täglich 3h pendelt, einen 10h-Arbeitstag hat, danach ins Gym muss, während die Kleinen ev. Klavier, Nachhilfe haben oder ihre Neurosen beim Psychologen auskurieren dürfen bevor sie dann ihre Freizeit bei Playstation, Instagramm und Youtube verbringen.

  18. Das „perfekte“ Spielzeug für Helikoptereltern.
    Arme Welt…..

  19. Ein wenig Vertrauen brauchen unsere Kinder. Und auch ein Recht auf Selbständigkeit. Und wer sein Kind unbedingt Orten möchte, kann dies via Google Maps über Standort teilen, machen, in Absprache mit dem Kind. Dafür braucht es keine extra App. Das gibt es kostenlos 🙂

  20. Was haben unsere Eltern nur gemacht? Ich meine, die konnten uns nicht präventiv für alle vermeintlichen unvorhersehbaren Notfälle orten. Nur weil etwas technisch machbar ist, muss ich es nicht machen. Ich komme meiner Verantwortung mit dem zeitlichen Aufwand der Aufklärung nach. Das fördert den grundlegenden Sinn für Recht und Unrecht und gibt dem Kind die Möglichkeit, selbst abzuwägen, ob es das Risiko wert ist, auf der Schultoilette zu rauchen.

  21. Und wenn (kausal) euer Kind dann auf einmal nicht nach Hause kommt oder nicht bei einem Treffpunkt ankommt, dann erinnert euch daran, dass es diese App gibt und ärgert euch.
    Sicherheit ungleich Überwachung.
    Dass man die App missbrauchen kann ist klar. Muss man aber nicht.

    • > Und wenn (kausal) euer Kind dann auf einmal nicht nach Hause kommt

      Ja, natürlich ist das ein Scheissgefühl, wenn deine Tochter „überfällig“ ist. Aber umgekehrt? Wenn Du plötzlich kein Signal mehr hast, oder Ortung an der „falschen“ Stelle, und Du erreichst keinen, was ist dann? Dann hast Du dich verrückt gemacht wegen „Akku alle“, „Prozess abgeschmiert“ oder schlechter Ortung. Hilft dir also nicht, plus Du verpasst den Lernprozess.

      Aufwachsen ist wie Fahrschule. Man lernt das nicht vom daneben sitzen. Man muss selber fahren. Und in solchen Dingen sind es gerade die Eltern, die hier was lernen müssen: Loslassen. Eines Tages geht dein Kind völlig legitim Abends einen saufen, pennt bei ihrem Lover oder fährt auf’s Festival. Bis dahin musst Du damit umgehen können.

      Als ich dieses Angst-Gefühl als Vater kennengelernt habe, habe ich mal meine Eltern gefragt, wie das ausgehalten haben. Ich war als Kind so der Typ „spielen auf der Bahnschiene, Papiercontainer anzünden, mit dem Fahrrad mit 60 Sachen den Berg runter“ — mir wird ganz schlecht bei der Vorstellung, meine Tochter wäre so. Meine Eltern meinten dann: „Ja, wir sind vor Angst fast verrückt geworden. Aber das mussten wir aushalten“ — ich glaube, manchmal kann man von der Generation durchaus was lernen. Ich wäre heute ein anderer, hätten meine Eltern das nicht ausgehalten, und ich bin ihnen dafür sehr, sehr dankbar.

    • Die App bietet KEINE Sicherheit. Die App schützt vor gar nichts. Damit werden Eltern – mich eingeschlossen – leben müssen. Im Extremfall ist es nämlich so oder so zu spät.

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