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Candy Crush Saga vs. CandySwipe: King will Trademark löschen lassen

Candy Crush Saga ist eines der erfolgreichsten Match-3-Games der letzten beiden Jahre. Millionen von Spielern auf Facebook, auf iOS und Android zocken es. Der Entwickler King machte letztens mit seinem Vorgehen gegen Entwickler, die die Worte Candy oder Saga im Titel haben, auf sich aufmerksam. An sich nichts verwerfliches, konnte King diese Worte erfolgreich für sich registrieren. Nun meldet sich ein anderer Entwickler zu Wort, der seit einem Jahr im Streit mit King liegt, es geht um das Spiel CandySwipe, welches bereits 2010 namentlich geschützt wurde. King möchte den Markenschutz löschen lassen und hat dafür extra die Rechte an Candy Crusher gekauft, die mit dem Spielprinzip nichts zu tun haben.

In einem offenen Brief an King erzählt Albert Ransom (Gründer von Runsome Apps Inc.) den verlauf der Geschichte des Streits. Während er dabei ordentlich auf die Tränendrüse drückt, bringt er aber auch Fakten, die das Vorgehen von King recht deutlich aufzeigen. Als King 2012 versuchte Candy Crush Saga schützen zu lassen, erhob Ransom Einspruch wegen der „Wahrscheinlichkeit der Verwechslung“. Also das gleiche Prinzip wie es King mit Spielen verfolgt, die Candy oder Saga im Titel haben.

Die Wende in der Geschichte kommt allerdings durch Kings Kauf von Candy Crusher, beziehungsweise dem Erwerb der Rechte an Candy Crusher. Die sind nämlich noch älter als CandySwipe, auch wenn sie erst letzten Monat von King erworben wurden. Candy Crusher hat nichts mit Candy Crush Saga oder CandySwipe gemein, es geht hier nur um die Nutzung des Begriffs Candy. Die Chance, dass diese Rechte zum Erlöschen des CandySwipe Trademarks ausreichen stehen gut, das sieht auch Ransom ein und gibt sich geschlagen.

Geschichten wie diese zeigen einmal mehr, wie pervers dieses ganze Marken-System ist. Man kann sich Alltagsbegriffe schützen lassen und sogar diese Trademarks einkaufen, ohne dass irgendwie hinterfragt wird, wer zuerst da war oder ob die geschützten Sachen überhaupt Ähnlichkeit haben. Rechtlich mag das Vorgehen von King in Ordnung sein, moralisch aber sicher nicht. Den offenen Brief von Ransom findet Ihr hier, dort sind auch zusammengetragene „Beweise“, die belegen sollen, dass eine Markenrechtsverletzung ausgehend von King vorliegt. Allerdings sind gerade die vorgelegten Kundenrezensionen eher ein Hinweis darauf, dass CandySwipe durch Candy Crush Saga erst so richtig von den Nutzern gefunden wurde.

Den meisten Nutzern werden solche Geschichten egal ein, sie wollen nur das für sie beste Spiel spielen. Oder denkt Ihr, dass selbst bei einer weiten Verbreitung dieser Machenschaften der Konsument etwas bewegen wird?

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