Bundesnetzagentur: 145.000 Euro Bußgeld gegen Mobilcom verhängt

Wer kennt sie nicht, die ungeliebten Werbeanrufe von Unternehmen, mit denen jene oft unnötige Zusatzprodukte an den Mann bringen wollen? Solange man jenen Unternehmen auch tatsächlich eine Werbeerlaubnis im Rahmen seines Vertrags erteilt hat, muss man sich da eigentlich auch nicht wundern. Ganz anders hat es laut der Bundesnetzagentur die mobilcom-debitel GmbH in der letzten Zeit gehandhabt. Demnach hätte Mobilcom auch bei Personen Werbeanrufe getätigt, die zuvor eben keine wirksame Werbeerlaubnis erteilt hatten. Und weil das nicht schon ärgerlich genug ist, unterstellte man vielen dieser Kunden auch noch im Nachhinein einen Vertragsschluss zu einem Abo (zum Beispiel für Hörbücher und Zeitschriften, Video-on-Demand-Dienste, Sicherheitssoftware oder Handyversicherungen).

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, hat hierfür klare Worte: „Gegen solche Unternehmen verhängen wir hohe Bußgelder“. 145.000 Euro kostet Mobilcom dieses Gebaren nun. Das Unternehmen verwendete im Kleingedruckten seiner Mobilfunk-Verträge eine kleine, vorformulierte Werbezustimmung, die ausreichend war, dass sich auch zahlreiche Drittanbieter mit den Kunden in Verbindung setzen konnten. Der Bundesnetzagentur ist es aber wichtig klarzustellen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sehr wohl klar erkennen müssen, wenn sie eine solche Einwilligung erteilen. Die Dreistigkeit, den betroffenen Personen auch noch angebliche Vertragsschlüsse zu unterstellen, sei bei der Berechnung des Bußgelds nicht unerheblich gewesen.

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Nordlicht, Ehemann und Vater. Technik-verliebt und lebt fürs Bloggen. Außerdem: Mail: benjamin@caschys.blog / Mastodon

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24 Kommentare

  1. chilibrenntzweimal says:

    Mir geht das nicht weit genug, zusätzlich sollten die sechs Monate einen telefonischen Werbeverbot bekommen, denn die Strafe muss weh tun, sonst ändert sich nicht.
    Eine einfache Rechnung, ist der Ertrag durch unlautere Telefonwerbung über 145000 Euro oder drunter?
    Sorry, so wird das nichts. Aus dem Grund gebe ich für Werbung generell nur die Nummer von Sipgate raus, wo ein Anrufbeantworter dran ist und ich bekomme hin und wieder ne Mail. Das da was auf dem AB ist, mehr auch nicht.
    Private Nummern, die genutzt werden bekommen die nicht von mir.

    • therealThomas says:

      Sehe ich ganz genauso. Der Anbieter muss das richtig spüren und feststellen, dass durch die Strafe mindestens die dadurch erzielte Umsätze der letzten Jahre weg sind. Es darf sich nicht mehr lohnen!

  2. Endlich tut sich was gegen diese Abzocke und miese Masche bei MD.
    Ich habe diesmal meinen ersten und letzten Vertrag dort, und rate jedem davon ab, dort abzuschließen.
    Völlig irreführende Anrufe, drehen einem das Wort im Mund rum und nehmen per Sprachaufzeichnung erst dann auf, wenn es für sie positiv ausgeht oder sie es so darstellen.
    Hatte einen frechen Anruf, bei dem zuerst eine Versicherung gegen Beschädigungen angeboten wurde. Als ich diese abgelehnt hatte, fragte mein Gegenüber ob ich mit Aufnahme einverstanden sei, was ich bejahte. Anschließend kam dann nur noch die Floskel ‚Zusätzlich Du dieser Versicherung bieten wir Ihnen eine Diebstahlversicherung an‘. Daraufhin fragte ich, ‚warum zusätzlich?‘, da ich ja vorhin verneint hatte. Dann wurde mein Gesprächspartner sogar noch schroff.
    Es gab noch ein weiteres Telefonat und weitere Versuche von Werbung und ähnlichem. Ich habe also quasi 2 Wochen nach Vertragsabschluss sofort wieder gekündigt, leider 2 Jahre Laufzeit. Die sitz ich ab und dann nie wieder!

    • Warum quatscht ihr mit den „Beratern“? Legt dich einfach auf wenn ihr merkt wer dran ist und sperrt deren Nummer

    • therealThomas says:

      Die versuchen es mit mehreren Nummern, aber wenn man mal 4 oder 5 gesperrt hat, versuchen sie es nicht weiter. Ich hab dieses Jahr auch eine langjährige MD-Kundin umgezogen, die immer wieder am Telefon reingelegt werden sollte…

    • Du hast ein Rücktrittsrecht, kündigen war falsch. Rechtsschutz einschalten wäre mein Tipp.

  3. 145000 EUR Eintrag im Klassenbuch. Mobilcom wird nicht mehr wissen, wo Rechts und Links ist, bei dieser enormen Strafe. Vergleichbar mit ner 1,45 EUR Strafe für 80 Km/h in der Stadt. Lächerliche Einrichtung. Motiviert zu mehr Verstößen

    • Schönes Beispiel, zumal man bei 4 km/h vor Abzug Fehlertoleranz bereits 15 Euro zahlen muß und als Raser bezeichnet wird.

  4. „Die Dreistigkeit, den betroffenen Personen auch noch angebliche Vertragsschlüsse zu unterstellen, sei bei der Berechnung des Bußgelds nicht unerheblich gewesen“

    Vor diesem Hintergrund ist die Höhe des Bußgeld meiner Meinung ein schlechter Scherz. Bei so einem lächerlich geringen Bußgeld, dürfte das für mobilcom das eher noch als Aufforderung sehen so weiter zu machen wie bisher, da es sich für sie lohnt.

  5. Meine Freundin ist bei MD seit november 19 und noch nicht ein Anruf..

  6. Das ist wiederum das schöne an Amerika. Dort gibt es ja diese „unglaublich“ hohen Bußgelder; berechnet am Umsatz oder Gewinn einer Firma. Die sollen die Strafe deutlich spüren sonst wird das nichts. Sollte man hier auch einführen!

  7. ich hatte als MD kunde bisher auch keine probleme. ich wechsle immer wieder auf einen günstigen vertrag zwischen den anbietern

  8. Roger Bergamt says:

    Ich habe nach fast 2 Jahren bei MD nie einen solchen Anruf erhalten.Ich bin vorzeitig (5 Monate) zu einem anderen Provider gewechselt.Bei MD hatte ich Voodoofonenetz /3G / Allnet Flat / 2 GB für knapp 11€ (über Check24).Nach dem Wechsel mit Nummer kam eine neue Karte für die Restlaufzeit mit neuem Vertrag.Ich war geschockt.LTE / 10GB / Allent und SMS Flat für fast 40€ pro Monat.
    Nach dem Anruf dort kam die Aussage das Vergütungen durch C24 für die Restlaufzeit nicht gelten.Ein weiterer Anruf den ich sehr ruhig und gelassen führte sagte der Callcentermitarbeiter das er überrascht isei wie verständnisvoll ich wäre.Ich bat ihn den Fall noch einmal mit seinem Vorgesetzten zu besprechen.Und siehe da: 10,21 pro Monat für die Restlaufzeit.Weg wollte ich nur weil Freenet so auf die Kacke gehauen hat „LTE für alle“(auch alle Freenet Töchter) Caschy berichtete im AUG19.Bis Feb.20 hatte ich immer noch 3G.Beim Anruf bei MD kam die Aussage „Nur mit Neuvertrag o. Verlängerung.“ …dann ma tüss..

  9. Die Frage ist 145.000€ Gesamt oder pro Fall, geht auch nicht aus dem Link hervor. Geaamt wäre ein Witz, pro Fall besser aberbach noch nicht schmerzhaft.

    • Ich denke, dass es beim nächsten Verstoss deutlich teurer wird. Daher ist das scheinbar geringe Bußgeld als Warnung zu verstehen. Vielleicht hat MD auch ein paar Cowboys, die eigenmächtig gehandelt haben, weil sie unter Verkaufsdruck stehen.

  10. Jetzt bekommt es die BNetzA nach Ewigkeiten (min. ein Jahr geht das bei mir schon mit Werbeanrufen) hin Strafe zu verhängen. Dies Werbewirksam, Großspurig in die Welt zu posaunen.. Und dann nur 145.000 EUR? Lächerlich! Das Zahlen die doch aus der Portokasse von dem, was sie bis jetzt eingenommen haben… Und die Geschädigten haben Pech. Frechheit von der Bundesnetzagentur…

  11. Die Summe als „hohes Bussgeld“ zu bezeichnen, entbehrt nicht einer gewissen Komik.

  12. Das Geld sollte an die Geschädigten ausgezahlt werden. Für Jeden der belästigt wurde gibt es pauschal 5000€.
    Und schon ist das Problem gelöst.

  13. MoshPitches says:

    „hohe Bußgelder“ und 145.000€ widersprechen sich ein wenig.

  14. Besser wäre es, wenn man die gesamten Grundgebühren je Fall über die gesamte Erstvertragslaufzeit komplett einziehen würde, den Anbieter aber zur Leistungserbringung verpflichten würde. Das dürfte solche Handlungen schlagartig unterbinden, weil sich dann ein Aufrechnen von Strafgebühren und durch Fehlverhalten erzielte Einnahmen nicht mehr rechnet.

  15. nurderbvb says:

    Man sollte im Mobilfunk grundsätzlich niemals über Vertragsinhalte oder Optionen am Telefon sprechen, alles schriftlich oder online, sonst ist Ärger vorprogrammiert. Ich bin selber mogelcom Kunde und habe teilweise täglich werbeanrufe bekommen. Nummer geblockt, fertig. MD verwendet für die Anrufe übrigens normale Handynummern.

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