Bundeskabinett: Gesetzesänderung für den Identitätsnachweis mittels elektronischem Personalausweis (eID) beschlossen

Das Thema eID-Funktionalität des Personalausweises treibt bereits seit einigen Jahren herum. Gemeint ist mit der eID eine Identifikationslösung über das Smartphone, der Personalausweis muss dazu nicht wie bei der derzeitigen Lösung via App gezückt werden. Im vergangenen Jahr nahm das Thema des „elektronischen Personalausweises“ dann doch verstärkt Fahrt auf: Unter anderem gab Samsung bekannt an einer eID-Lösung zu arbeiten. Die Flaggschiff-Geräte des letzten Jahres, also die Smartphones der S20-Reihe, halten dafür bereits die entsprechende Sicherheitsarchitektur bereit. Eng arbeitet man seitens Samsung mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Bundesdruckerei sowie der Deutsche Telekom Security GmbH an der Entwicklung. Sofern man da noch im Zeitplan liegt, dann ist man bereits in den Testbetrieb gestartet, die fertige eID-App soll wohl ab dem 1. Juni kommen.

Diesen Zeitplan legte man auch seitens der Bundesregierung im Herbst des vergangenen Jahres vor, man sei jedoch noch in Prüfungen in welchem Umfang die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür angepasst werden müssen. Die notwendige Gesetzesänderung hat man nun seitens der Bundesregierung beschlossen, sodass der angestrebte Zeitplan da möglicherweise eingehalten werden kann. Jener Beschluss bringt die geplante Gesetzesänderung letztlich auf den Weg, die es Bürgern erlaubt sich mit dem Smartphone zu identifizieren. Und zwar ausschließlich dem Smartphone: Das Auflegen des Personalausweises auf einen im Smartphone integrierten NFC-Chip entfällt damit weshalb die „neue Art“ deutlich komfortabler sein dürfte. (Ein entsprechendes Smartphone ist dafür jedoch Voraussetzung.). Die Akzeptanzstellen dafür dürften wie bei der derzeitigen Lösung noch immer ausbaufähig sein. Die angesprochenen Beispiele die Zulassung eines Autos sowie die Ummeldung des Wohnortes online durchzuführen dürften je nach Wohnort zumindest bereits möglich sein.

Für wen die angesprochenen Online-Dienstleistungen vor Ort noch nicht verfügbar sind, der könnte auf Besserung hoffen. Im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes verpflichtet man künftig Bund und Länder ihre Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 für Bürger und Wirtschaft digital verfügbar zu machen. Das klingt in der Tat nach einer überschaubaren Wartezeit.

Wie es mit weiteren Möglichkeiten außerhalb der Online-Identifikation aussieht, bleibt weiterhin offen. Ebenfalls recht offen bleiben die Strategien zum digitalen Führerschein bzw. der Krankenkassenkarte.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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46 Kommentare

  1. Wird jetzt bildlich gesprochen langsam der „Gas-Hebel“ des Dampfers umgelegt? Dann setzt sich der Dampfer etwas verzögert in Bewegung und nimmt dann so langsam Fahrt auf… 😀

    Es gibt noch so viel zu tun bei der Digitalisierung! Auch bei so banalen Dingen wie der Müllabfuhr:
    Ich habe pro Jahr eine bestimmte Anzahl Leerungen bezahlt. Wenn ich mehr Leerungen benötige, wird nachberechnet.

    – Wieso kann ich nicht online sehen, wie viele Leerungen bei mir bereits durchgeführt wurden?
    – Von einer App ganz zu schweigen, in der man diese Info ablesen könnte,
    – in Verbindung mit den nächsten Leerungsterminen?
    – Und vielleicht noch, wie viele Leerungen ich noch auslassen muss, damit ich nichts dazu bezahlen muss?

    Man wird ja wohl noch träumen dürfen 😀

  2. Dazu sollte man erwähnen, dass derzeit nur ein einziges Smartphone von Samsung diesen Standard unterstützt. Alle anderen Geräte von Samsung, alle Geräte von anderen Herstellern können das nicht.

    Da hat die Bundesregierung mal wieder an der Realität vorbeigeplant und bietet demnächst die Onlinebehörde für weniger als 1% aller Bürger an. Der Rest kann das auch 2022 schlicht nicht nutzen.

    Man wird also ein Fiasko erleben. Wie bei bisher allen digitalen Vorhaben der Neuschlandregierung. Und am Ende heißt es dann, der Bürger hat es nicht angenommen. Ach was!

    • Es ist derzeit nur ein Gerät von Samsung zertifiziert, das bedeutet nicht, dass das andere nicht können bzw. andere nicht auch noch zertifiziert werden. Was nötig ist, ist ein Secure Element, das haben zB auch alle iPhones. Ich weiß es zwar nicht, aber ich denke, dass Apple mit einem Update alle Geräte dafür tauglich machen kann, das wären dann auf einen Schlag vielleicht 50% der Personen, die für eine solche Lösung offen zeigen, wie es auch bei Apple Pay war.
      Und da sich das sowieso erst Stück für Stück durchsetzt, ist wohl sowieso erst wichtig ob es die nächste oder übernächste Smartphone Generation hat.

      Und außerdem gibt es ja derzeit schon eine Lösung für alle Smartphone mit NFC, hier muss der Ausweis jedoch jedes Mal an das Smartphone gehalten werden. Die neue Lösung ist einfach komfortabler.

    • Süß… der ePerso wurde vor über zehn Jahren eingeführt und wer nutzt den heute?

      • Andreas Strauß says:

        Das war einer der größten digitalen Flops die ich mir jemals geleistet habe. vor ca. zehn Jahren schon ein sauteures Lesegerät von Reinert für meinen Personalausweis. Ich habe einen Mac es war ein solches Schweinegeschäft, hat mich Tage beschäftigt das überhaupt zum laufen zu bekommen da es null Unterstützung und null Hilfe oder Anleitung gab wie das auf dem Mac überhaupt funktionieren soll habe es hinbekommen aber kann bis heute gar nichts damit anfangen gibt bei uns nicht eine einzige digitale Geschichte die man machen könnte weder privat bei irgendwelchen Versicherungen oder so noch der Landes- oder bei der Gemeindeverwaltung… und wenn ich das lese habe ich nicht das Gefühl dass sich das auf absehbare Zeit ändert

        • Der Support von Reiner SCT ist eh für die Füße, allerdings für sämtliche OS.
          Allein die Tatsache, dass man die Software der Lesegeräte ausschließlich unter Windows updaten kann, ist unterirdisch…

      • Postident lässt sich damit bequem durchführen. Bspw. für mich neulich bei einer Prepaid-Karte von Congstar.

        • Ich wollte es auch schreiben… funktioniert auf dem iPhone absolut reibungslos. Da PostIdent so verbreitet ist, ist das imho ein riesen Push für den ePerso.

        • Bei mir war es eine Callya Freikarte. Innerhalb von, vielleicht 3 min, identifiziert worden, ohne das alberne Gewedel mit dem Perso vor der Cam…

        • Mittlerweile… wie gesagt, das Teil existiert schon seit zehn Jahren und jetzt kommen so langsam mal die Leute auf die Idee, dass das genutzt werden könnte.

  3. Onkel Wanja says:

    Wie lange gibt es schon die Ausweisapp? Und was kann man damit anfangen? Um sich zu identifizieren muss man das schwachsinnige Postident Verfahren nutzen oder sein Perso vor die Kamera halten und dann blöde da reingrinsen. Statt endlich mal die vorhandenen Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen, wird noch ein Verfahren eingeführt, das wieder zu nichts gut ist. Ich frage mich wozu der ePerso überhaupt gut ist.

    • Seit neustem geht es über die postident App auch mit dem neuen Perso! Mega geil. War richtig überrascht. Hab erstmal Stunden lang meine Pin gesucht für dieses Erlebnis. In tatsächlich 3 Sekunden hats gedauert und ich hab mein Konto eröffnen können!

  4. Haha, wir haben nicht mal ansatzweise flächendeckend schnelles Internet in diesem Land. Und die Neuland-Kasper kommen mit ner Perso-App um die Ecke. Witzbolde…

  5. Wow! Das ist grusselig.

    Hoffentlich setzt sich das nie durch. Und wer hier von Digitalisierung träumt soll mal nach China schauen. Und sich mal anschauen was für Regierungen wir hatten uns was so in den Nachbarländer los ist.
    Ja! Aber die deutsche Regierung wird nie wie…die die sichere Messenger mit Backdoors durchlöchern möchte? Bei Zweifeln fragen sie einfach jemand aus dem Osten der Republik. Die werden ihnen das sicher nochmal genau erklären- was es bedeudet wenn die Regierung etwas zu sehr um die Sicherheit der Bürger „bemüht“ ist.

    Schritt 1: Bequem
    Schritt 2: Lock-In
    Schritt 3: Beweislastumkehr und verpflichtende Nutzung

    Was genau fehlt uns ohne eID? Nichts. Vor allem können wir ohne im Internet bestellen und hier posten. Jedem sollte daran gelegen sein, dass das genau so bleibt. Oder möchte sich jemand mit eID bei Amorelie oder EIS vorstellig werden? Und von YouPorn rede ich noch gar nicht.

    PS: eID ist natürlich ein Ziel für Kriminelle, sobald es sich durchgesetzt hat. Das Argument mit der Sicherheit würde ich also lieber mal stecken lassen 😉

    • Klassische Querdenker-Argumentation. Es tut echt weh das zu lesen. Es zwingt dich doch niemand irgendeine fortschrittliche Technologie zu nutzen, die über Stift und Papier hinausgeht.

      • Hallo Jens , wirklich? Nimm zu Stift und Papier noch den Begriff „Bargeld“ – wann hast du das letzte mal gegen Bar getankt ? kein papierticket mehr im bordverkauf im Fernzug (war vor ein paar Tagen hier gerade diskutiert worden). Immer mehr werden einfache lösungen zurückgedrängt oder der Zugang erschwert = weniger personnal, Schalter , kürzere echte-Öffnungszeiten, zusatzgebühren für buchen/kaufen/einlösen /verwalten am Schalter und der hinweis „mach es doch online, zu hause per Internet – am automaten – mit Karte – mit App“. merkst du was ? man muß „zettel und papier “ nicht offiziell verbieten und kann sie dennoch praktisch „unbrauchbar“ machen und die menschen in eine Abhängigkeit von digitalen und elektronisch erfaßbaren und nachvollziehbaren prozessen zwingen. Ich bin Technik-Affin , war aber auch aus überzeugung Volkszählungsgegner und -verweigerer , übrigens noch zu zeiten als sowas mit spezial-Stift und Papier gemacht wurde und lange bevor es den Begriff „Querdenker“ gab. Vielleicht hießen wir damals APO?

        • Aber der kleine Jens hat doch nichts zu verbergen! 😉

          • Ich weiß nicht ob ich etwas zu verbergen habe, gewisse Teile meines Lebens möchte ich nicht oder nur eingeschränkt Teilen. Anderes möchte ich Teilen. Gewisse Angebote nicht nutzen andere nehme ich dankend an.

            Ob der kleine Jens etwas zu verbergen hat? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass er das nicht entscheiden kann. Die Entscheidung treffen andere, etwa die Schufa, Facebook, Ermittlungsbehörden oder die Lehrerin hinter ihm. Und das kann sich ändern. Was die Behörden eines anderen Staates über Jens fiktive Teilnahme am ${RANDOM} denken wissen wir ja nicht. Vor allem wissen wir nicht, was diese Behörden Morgen darüber denken.

        • Danke.

          Man muss und soll nicht alles unüberlegt mitmachen. Gut finde ich auch, dass du auf den Verdrängungs- oder Gruppeneffekt eingehst. Die Haltung „Abwarten und Tee trinken“ ist bei kritischen Sachverhalten nicht angebracht.

        • @Andreas
          Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal beim Tanken mit Bargeld gezahlt habe. Es juckt mich auch kein bisschen, dass in Fernverkehrszügen keine Papiertickets mehr verkauft werden. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas überhaupt noch gibt. Bezogen aufs Beispiel Bahn empfinde ich die angebotenen Lösungen Tickets über die Apps zu kaufen als super einfach. Bevor es digitale Lösungen gab waren die Menschen abhängig von Bargeld – irgendeine Abhängigkeit gibt es immer. Ich bevorzuge dabei einfach die für mich bequemere Lösung.

      • Jeder mit etwas kritischen Ansichten wird gleich als Querdenker beschimpft. Warum nicht gleich Reichsbürger und „Nazi“?
        Spätestens seit Snowdens Enthüllungen sollte doch wohl jedem klar sein, wohin die digitale (Überwachungs-)Reise geht….

        • Mein Kommentar bezog sich nicht generell auf kritische Ansichten sondern auf
          – „Beweislastumkehr und verpflichtende Nutzung“,
          – „Was genau fehlt uns ohne eID? Nichts.“,
          – „natürlich ein Ziel für Kriminelle“ und
          – „sich mal anschauen was für Regierungen wir hatten“
          Das hat so verschwörungstheoretische Züge. Daher meine Titulierung als „Querdenker-Argumentation“ (und nicht dass hsci ein Querdenker ist, btw).

        • Der Kerl pöbelt und hetzt mit wahrheitwidrigen, falschen Fakten über die ID-Funktion des Persos gegne Staat und Regierung. Und du legst kgleich die nächste Schippe drauf, kmit Querdenker-Hetze („sollte doch wohl jedem klar sein, wohin die digitale (Überwachungs-)Reise geht….“). Nö: ist nur dir klar, Querdenker. Blind voir Hass und Paranoia.

    • Gudrun Merik says:

      Gerade für den -von dir angesprochenen- Erotik-Bereich ist eine wirksame Altersverifizierung unabdingbar. Der Zugang zu diesen Bereichen wird allen viel zu einfach gemacht. Ein einfacher Kick „ja, ich bin 18“ reicht mittlerweile aus. Und so wächst in diesem Land eine Generation Notgeiler heran.

      • Und solche Dinge sind auch ein guter Anwendungsfall für den ePerso – der hat ja jetzt schon Funktionen wie „sage, dass ich erwachsen bin, aber nicht wer ich bin“.

        Klar, Aluhüte befürchten dann Ihr Persofoto auf der Eis.de Startseite…

      • Hallo Gudrun, oh mal abgesehen von strafaren Darstellungen , also KiPo oder mit Tieren oder echte Gewalt hat porno noch niemandem geschadet – eine ähnliche mär wie die von der Verrohung durch Ballerspiele oder Fernsehkrimis. Diese diskussionen haben wir ja schon durch . Wo wird Kindern und Jugendlichen echte sexuelle Gewalt angetan? hauptäschlich im Familien – und nahen Freundeskreis und bei der katholischen Kirche siehe Verhalten im Erzbistum Köln um mal nen aktuellen Fall zu nennen. Ein Dreizehnjähriger der nen porno guckt ist sicherer als vielleicht in der Sakristei nebenan…

        • Du solltest Dir mal Jordan Peterson diesbezgl. anhören:
          Doch, Pornokonsum stumpft ab und erzeugt soziale Herausforderungen.

          Kurzer Einstieg (1:18 Minuten):
          https://www.youtube.com/embed/H59BtWzO6So

          • GooglePayFan says:

            „Der Rektor der Cambridge Universität, Stephen Toope, erklärte, Petersons Arbeit und Ansichten seien nicht repräsentativ für die Studentenschaft und daher werde sein Besuch nicht als ein wertvoller Beitrag für die Universität gesehen, sondern als einer, der den Prinzipien der Universität widerspreche.“

            Oh man, scheint ja eine echt vorbildliche Quelle zu sein 😉

            • Ein wenig mehr (Medien)kompetenz wäre sehr wünschenswert.
              Wir leben im Zeitalter der cancel culture, in der solche Distanzierungen dem Erhalt des eigenen Jobs dienen¹. Peterson wagte es nämlich, den Feminismus zu kritisieren (nachgerade legendär ist sein Interview² im britischen „Channel 4“, in dem er eine ‚Journalistin‘ blossstellte).

              ¹ glaubst Du nicht? 2 beispielhafte Quellen:
              – nachgerade erschreckend: FAZ: https://zeitung.faz.net/faz/medien/2021-02-10/a093be3d8c97c7235d118fa2390a7a06/
              – viele weitere Quellen: https://twitter.com/SoOppressed/status/1282404647160942598

              ² https://www.youtube.com/watch?v=aMcjxSThD54

              • Während ich auf Freischaltung meiner Antwort (enthielt ein paar Links – ich mag es, faktenbasiert zu diskutieren) warte noch ein Hinweis:

                „scheint ja eine echt vorbildliche Quelle zu sein“
                Du willst Dich /ernsthaft/ von übler Nachrede abhängig machen? Hör doch lieber in ein paar Videos von ihm hinein. Wenn Du die Inhalte /danach/ ablehnst ist das völlig OK.
                Aber lass Dir doch nicht von Dritten vorschreiben, was Du erfährst oder nicht.

                Es ist mMn sehr wichtig, sich von Bevormundung unabhängig zu machen.

  6. Also wie oft ich schon mit einer Kopie des Perso als PDF im smatphone schone angeeckt bin kann ich garnicht mal zählen. Ich würde es berüßen wenn man den Perso als zertifiziertes dokument auf dem Smartphone oder Smartwatch speichern könnte. Gerad so imm Sommer wo die immer heißer werden und man wenig Kleidung trägt, wäre doch eine Identifikation per Smartwatch oder Smartphone ein echter Meilenstein.

    Mein Wunschdenken wäre eben das man sich z.B mit einer Smartwatch via NFC ausweisen könnte.

  7. Einerseits bin ich ja echt ein Fan von Digitalisierung, andererseits würde ich dieses Feature wohl eher nicht nutzen. Ich muss mich so selten ausweisen, meistens nur bei irgendwelchen PostIdent-Paketen, dass ich da keinen Nutzen sehe. Da ist mir die Gefahr eines Missbrauchs zu hoch. China ist weit entfernt, aber ehrlich gesagt: man weiß nie.

    • Die Frage des Alltagsnutzens stellt sich für die Leute, die sowas bejubeln, doch gar nicht.
      Irgendwann arbeiten Google und Innenministerium einfach ganz direkt zusammen und wir sind gläsern.
      Aber Hauptsache Alpha Kevin findet alles mit Papier irgendwie doof und alles mit digital irgendwie einfach immer toll.

  8. Ich würde es begrüßenswert finden, denn ich durfte vor nicht allzu langer Zeit einen Elterngeldantrag stellen. Ich habe mir gedacht „ach, so schlimm können die das mit der ausweisapp2 ( der name ist schon der hammer ) ja gar nicht verbocken, ich geb denen mal eine chance“. Wie ich mich geirrt habe! Über Elterngeld-Digital wird man zur Anmeldung weitergeleitet zu id.bund und dort wird man aufgefordert, die ausweisapp2 ( der name ist immer noch unglaublich ) zu starten und dann den Perso aufzulegen. Nachdem man dann endlich seinen Perso gefunden hat und ihn eine halbe Stunde lang mühsam hinter einem iPhone platziert hat, dass er von der ausweisapp2 ( ich frag mich, wie die nächste Version heißt ) auch erkannt wird, geht es wieder zurück zu id.bund. Der winkt einen durch, es sei alles tutti. Zurück bei Elterngeld-Ditigal – zack – Willkommen beim Anmeldebildschirm. Gleiches Spiel nochmal? Gleiches Spiel nochmal! Gut, dass ich den perso schon wieder im Portmonaie verstaut habe. Nach zwei, drei kläglichen Versuchen, bin ich endlich drin. Noch dazu habe ich einen kryptischen Benutzernamen bekommen, den ich nicht ändern kann, dafür aber ein Passwort hinterlegen darf. Ich habe naiv gedacht, ich könne mich fortan auch mit dem Benutzernamen und Kennwort einloggen, um die ausweisapp2 ( wer kommt auf so was?! ) zu umgehen. Falsch! Ich darf jedes Mal meinen Perso raus wühlen. Wieso jedes Mal? Der Antrag, den man bei Elterngeld-Digital ausfüllt, den kann man online speichern. Das ist schon mal ne schöne Geste. So kann man den Antrag schon relativ früh ausfüllen und ist dann nicht durch Bürokratie in der heißen Phase abgelenkt. Allerdings muss man sich jeden Monat erneut einloggen, den Antrag öffnen und manuell auf Speichern klicken, weil sie den Antrag sonst löschen. Datenschutz hin oder her. Doch das beste war dann die Funktion, den ausgefüllten Antrag online abzusenden. Man muss den Antrag danach natürlich noch ausdrucken und in gedruckter Form sozusagen doppelt abschicken. Was besonders viel Spaß macht, wenn es zu einem PDF-generierungsfehler kommt, der den Antrag online zwar los schickt, aber danach keine PDF generiert. Kann man den Antrag danach nochmal öffnen oder erneut versuchen, den Antrag auszudrucken? Nein! Also darf man den Antrag nochmal komplett neu ausfüllen!

    Das war meine digitale Erfahrung mit der Bundesregierung 2020. Da ist noch Luft nach oben, sag ich mal.

  9. Zum Onlinezugangsgesetz:
    https://www.golem.de/news/digitaler-staat-ein-paar-klicks-statt-gang-zum-amt-2012-153037.html
    Es reicht für die Erfüllung aus, dass die ene von 575 Leistungen von irgendeiner Kommune angeboten wird. Bringt mir also nichts, wenn die Leistungen alle in irgendeiner Vorzeigegemeinde (was Digitalisierung angeht) angeboten werden und nicht bei mir

  10. 2021 in Deutschland ist das Internet immer noch Neuland. Und wer ist Samsung noch? Die Player sind Chinesen wie Xiaomi.
    Wer begreift was für Totalversager dieses Land übernommen haben ist natürlich nicht überrascht. Was Deutschland noch kann ist Besserwissen. Alles andere sind nur Altlasten, die nach und nach beseitigt werden. Es kann ganz objektiv betrachtet keine Hoffnung geben. Daher sind alle Nicht-Depressiven ganz klar Vollidioten.

    • Hallo carl , naja ich bin nicht depressiv und daher ein Vollidiot – ich habe kein problem damit Dinge im Amt, am Schalter oder so zu erledigen oder mir ein Dokument auszudrucken , auszufüllen und dann zu versenden oder zu faxen. (ja man kann auch PDFs ausfüllen, unterschreiben und dann per Fax senden wenn man kein papier mag .). Aber ich habe noch einen funktionierenden laserdrucker , 2 kartons bestes papier auf dem Schrank das für die nächsten 2 oder 3 Jahre Behördeninteraktion reicht. Wo ist eigentlich das problem? Ohne Smartphone und mit Verlassen der Couch ging es die über sechs jahrzehnte die ich gelebt habe sehr gut – und in Sachen Verwaltung sind wir – das meine ich ganz ohne Ironie – immer noch gut organisiert und haben – Stichwort bürgernähe in den letzten Jahrzehnten immer mehr für kurze Wege gesorgt und Bürgerbüros eröffnet zu denen man nicht viele Kilometer fahren muß. Leider wurde nämlich schon vor jahren nicht nur im Gesundheitswesen von sog. wirtschaftsliberalen der mensch , der in der Verwaltung arbeitet , als „Störfaktor“ der Gewinmehrung = Steuerreduzierung für großkonzerne entdekt und viele Arbeitsstellen , wo Menschen für menschen Dienstleistungen im öffentlichen Sektor erbrachten wurden ersatzlos gestrichen. Die Bürger wurden schon damals auf entweder lange Wege oder erstes zaghaftes „Online“ BTX homeBanking und so „angefüttert“. Lieber als einen digitalen perso hätte ich ein ähnlich dichtes netz an Bürgerbüros wo ich alles von der KFZ-Anmeldung bis hin zum ALG2-Antrag erledigen kann – zur not mit hilfe und Beratung geschulten Personals. vor ort live und in Farbe. und ganz ohne Hosentaschen -PC.

  11. Hä, Moment mal:
    Das heisst dass dann die bisherige Lösung mit der Ausweis2-App und NFC nicht mehr funktioniert?
    Wieso das denn?
    Das war doch prima!

    Und ich habe kein Samsung-Gerät, wird die bisherige Lösung trotzdem abgeschaltet für alle non-Samsung Nutzer? Das kann doch nicht sein?!?

    • Felix Frank says:

      Das ist *zusätzlich* logischerweise. Und weitere Geräte, welche die notwendigen Sicherheitsstandards /-chips erfüllen, kommen da sicher auch noch dazu.

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