Bose schließt 119 Einzelhandelsgeschäfte

Bose, Hersteller von Kopfhörern und auch portablen Lautsprechern, wird seine Stores in Nordamerika, Europa, Japan und Australien schließen. Dies betrifft alle eigenen Ladengeschäfte in den genannten Regionen des 1964 gegründeten Unternehmens, über 100 sollen also geschlossen werden. Die Gründe liegen auf der Hand: Online-Shopping trägt dazu bei, dass sich manche klassischen Geschäfte nicht mehr halten können. 1993 hatte Bose seinen ersten eigenen Laden eröffnet. Das Unternehmen mit Sitz in Framingham, Massachusetts, ist in Privatbesitz und verrät nicht genau, wie viele Mitarbeiter von der Entscheidung, sich aus dem Einzelhandel zurückzuziehen, betroffen sind.

Angesichts der dramatischen Verlagerung zum Online-Shopping in bestimmten Märkten plant Bose, seine verbleibenden 119 Einzelhandelsgeschäfte in Nordamerika, Europa, Japan und Australien in den nächsten Monaten zu schließen. In anderen Teilen der Welt werden die Bose-Geschäfte weiterhin geöffnet bleiben, darunter etwa 130 Geschäfte in China und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie weitere Geschäfte in Indien, Südostasien und Südkorea.

Mal schauen, wie dahingehend die Entwicklung generell in den nächsten Jahren ist. Mittlerweile gibt es immer mehr Leerstand in vielen Städten und selbst Lebensmittelhändler klagen über Rückgang, da selbst Dinge des täglichen Bedarfs schon online bestellt werden. Ich habe selber keine Ideen, wie da eine Zukunft aussehen könnte, die dahingehend mehr positive als negative Seiten für viele Menschen hat.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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19 Kommentare

  1. Dazu kommt die Preisgestaltung. Im bereits geschlossenen Bose-Store in der MyZeil (Frankfurt) waren die Preise immer deutlich höher als im Saturn zwei Stockwerke darüber.

    • Das ist sogar in Asien so … scheint als unterlägen die Bose Shops internen Richtlinien, die eine konkurrenzfähigere Preisgestaltung nicht ermöglichen. Ansonsten ist ja Bose eher ein Massenmarkthersteller mit einem Produktportfolio, das im vergleich zu Apple oder Samsung relativ klein ist. Daher gibt es sicherlich auch genug andere Vertriebswege. Online ist dabei wirklich nur eines von vielen.

      Den einzigen Vorteil von Bose Shops sehe ich in den „Hörstudios“ die nicht so überlaufen und besser ausgestattet sind als bei den großen Elektrohändlern. Anderseits so wirklich brauchen tu ich es nicht, weil mir die Hörprobe in den großen Geschäften schon ausreicht, wenn es dort auch nicht perfekt ruhig ist.

    • Die Bose Stores sind immer super gewesen meiner Meinung nach. Sie sind mit jedem Bestpreis aus dem Internet mitgegangen. Der Service war auch gut (Kopfhörer 30 Tage ausprobieren etc). Finde ich tatsächlich sehr schade, dass die geschlossen werden …

  2. In der nächstgrößeren Stadt hier (160k Einwohner) schließen reihenweise kleinere Geschäfte in der Innenstadt, weil die Mieten so unglaublich gestiegen sind. Ein Ladengeschäft können sich nur noch die großen Ketten leisten, mit dem Ergebnis, dass mittlerweile alle größeren Innenstädte gleich aussehen. Deren Zeugs bekomme ich aber auch problemlos im Internet.
    Weniger Diversität bei den Läden macht die Innenstadt auch weniger attraktiv, sodass dadurch noch weniger Leute zum Shoppen kommen.
    Speziell bei mir kommt dazu, mit dem Bus mit der Familie in die Stadt kostet über zehn Euro, mit dem Auto ungefähr dasselbe, auch wegen der hohen Parkgebühren. Dafür kann ich zwei mal irgendwo was bestellen…

    • Da geht’s mir leider ähnlich wie dir.
      Kenne auch den ein oder anderen Ladenbesitzer, die sagen das es sich nur noch mit richtig viel Ladenfläche lohnt.
      Die Läden mit kleinen Ladenflächen sind einfach nicht mehr wirklich rentabel.
      Schade eigentlich.

      • Das liegt aber tatsächlich oft an den Mieten. Vor dem Internet war es bei uns in der Stadt so, dass alle erstmal zu Karstadt sind und wenn der etwas nicht hatte oder der Preis nicht stimmte, ist man danach die Einkaufsmeile abgelaufen.

        Die kleinen Geschäfte wussten, was bei Karstadt läuft und was nicht, was der nicht hatte und so weiter und die Preise waren dem angepasst.

        Heute ist es leider so, dass man denken kann, die wollen alle nur noch die Senioren über das Ohr hauen. Preise viel zu hoch und alter Krempel. Karstadt selber hat die Krise aber gemeistert, da kann man online gucken, was es in der Filiale kostet und ob es überhaupt da ist und sich das sogar reservieren lassen.

        Parallel dazu sind die Mieten für Geschäfte so brutal hochgegangen, dass das keiner mehr mieten will. Dazu funktioniert auch nicht mehr alles, Saturn bspw hat in der Innenstadt neu gebaut und das ging voll nach hinten los, weil trotz Parkhaus niemand mehr die Innenstadt zum einkaufen anfährt, wenn er Elektronik will. Zumal MediaSaturn für miserablen Service bekannt ist.

        Ist einfach so, dass die Leute mit viel Geld online kaufen oder mit dem dicken Auto zum Einkaufspark am Stadtrand fahren. Und die ohne Geld finden in der Stadt nichts bezahlbares mehr und haben kein Auto, müssen also liefern lassen.

        Vor 30 Jahren war die Lohnverteilung einfach anders, da konnten sich die Leute zu 80% alle das gleiche leisten. Heutzutage nicht mehr. Früher kauften alle bei Karstadt die Klamotten, heute kaufen die Armen bei H&M und Co und die Reichen bei P&C, wo die gleiche Qualität 30-80€ pro Pullover mehr kostet.

        Man sieht an den Innenstädten den Zerfall der sozialen Marktwirtschaft.

        • Wikipedia: „Soziale Marktwirtschaft ist ein gesellschafts- und wirtschaftspolitisches Leitbild mit dem Ziel „auf der Basis der Wettbewerbswirtschaft die freie Initiative mit einem gerade durch die wirtschaftliche Leistung gesicherten sozialen Fortschritt zu verbinden“.“

          Ich denke, dass man in den Innenstädten genau das Gegenteil vom Zerfall der sozialen Marktwirtschaft sieht. Man sieht wie sie wirkt. Sozialen Marktwirtschaft bedeutet ja nicht, dass Geschäfte geöffnet bleiben, obwohl sie niemand mehr besucht und dass alle gleichviel zur Verfügung haben, auch nicht. Das war doch … (wie hieß die Utopie noch mal?).

          Der Markt regelt da gerade was.

          • „Ich habe selber keine Ideen, wie da eine Zukunft aussehen könnte, die dahingehend mehr positive als negative Seiten für viele Menschen hat.“… Laut den Prognosen sollen 2050 ca 12 Milliarden Menschen auf der Welt leben… Wenn wir überhaupt eine Chance haben sollten… müssten wir bis 2050 die Menscheit von derzeit ca 7,8 Milliarden HALBIEREN…

    • es ist aber nicht nur das Problem, das die Mieten so hoch gegangen sind. Es liegt auch daran, das viele so wie du argumentieren und dann online kaufen und dann weinen, das die Innenstädte veröden.

      • Schau Dir doch alleine mal die Parkgebühren an, da braucht sich niemand mehr zu wundern, wenn immer weniger in die Stadt kommen um dort ihr Geld auszugeben.

        • wenns an ein paar € Parkgebühren schon scheitert, sollte man besser nicht in die Stadt fahren. die sind einfach lächerlich gering im Gegensatz zu dem Zeug, was dann gekauft wird.
          in NL zB kostet die Stunde im Parkhaus locker 3-5€, da sind die max. 1-2 hier doch sehr moderat.

          bei uns in MS ist die Stadt an den Wochenenden immer knallvoll. da sieht man nix von wegen Sparen an den Parkgebühren.

          der Einzelhandel schließt auch, weil es eben massenweise Leute gibt, die sich beraten lassen, aber dort dann nicht kaufen. Ich kenne da selber ein recht aktuelles Beispiel in der Stadt.

          • Als ich noch in Geschäften eingekauft habe, ist es nicht selten darauf hinausgelaufen, dass ich den Verkäufern mehr über ihre eigenen Produkte erzählen konnte als sie selbst wussten. Da habe ich es dann gelassen und kaufe seitdem, bis auf Lebensmittel, ab und zu Klamotten und das eine oder andere im Baumarkt, fast alles nur noch online ein.

            MS hat eine Sondersituation und ist mit anderen Städten nur bedingt vergleichbar: MS liegt recht isoliert, ohne weitere Konkurrenz und hat ein großes Einzugsgebiet. Natürlich ist es da voll, wobei viele nicht nur zum Einkaufen dahinfahren, sondern um zu sehen und gesehen zu werden… Dann ist alles voller Studenten, da außerhalb MS nicht viel los ist, treiben die sich eben in der Stadt herum.

    • Aus dem gleichen Grund fahren wir auch schon länger nur noch selten in die Stadt, es lohnt sich einfach nicht mehr.
      Und wenn ich mir dann die absurd hohen Parkgebühren, oder Preise für den ÖVPN anschaue damit ich erst mal überhaupt in die Stadt komme, um dort dann Geld auszugeben, habe ich sowieso schon keine Lust mehr.

    • „In der nächstgrößeren Stadt hier (160k Einwohner) schließen reihenweise kleinere Geschäfte in der Innenstadt, weil die Mieten so unglaublich gestiegen sind.“

      Liegt an den Modegeschäften. Im Kleidungsbereich sind die Margen so irrsinnig hoch, dass die fast jede Miete zahlen (können). Andere Branchen können da auf Dauer nicht mithalten. Ohne die anderen veröden aber die Fußgängerzonen und Einkaufszentren, so dass sich auch die Modegeschäfte nicht mehr lohnen…

      Wie es so ist: Vor vielen Jahren hat man Saturn, Mediamarkt und Co. vorgeworfen, durch ihre Marktmacht die kleinen Einzelhändler kaputt zu machen. Nun sieht Saturn, Mediamarkt und Co. sich vom Online-Handel bedrängt. Hier verkleinert Saturn gerade seine Verkaufsfläche deutlich um das „Benutzererlebnis“ in den Vordergrund zu stellen. Wird wohl nicht mehr lange dauern bis die ganz zu machen.

      Die heutige Technik hat sich dahingehend entwickelt, dass es vielfach nicht mehr notwendig ist, das Produkt vor dem Kauf in der Hand gehabt zu haben. Wozu soll ich ein Handy befummeln – von außen sehen die Dinger eh alle gleich aus – wenn ich alle Daten inkl. Testfotos der Kamera online zur Verfügung habe? Bose hat zudem damit zu kämpfen, dass heute die ehemals heilige und allzuoft teure HiFi-Anlage durch schnöde Bluetooth-Plärr-Lautsprecher ersetzt wurden, da braucht es kein teures Ladengeschäft für.

      • Dazu kommt der Erfolg von Apple’s Airpods. Selbst ANC ist jetzt kein exklusiv-Merkmal von Bose mehr sondern eine Massenmarkt-Technologie.

  3. War immer sehr zufrieden mit den Bose Stores, es wurde immer der günstigste Online Preis mitgegangen und man hat beim 2. Kauf innerhalbvon 30 Tagen nochmal 10% auf den günstigsten Online Preis bekommen. Bin schon ein wenig traurig, dass die Läden geschlossen werden.

  4. Vielleicht liegts auch einfach daran, dass man online problemlos besseres für weniger Geld bekommt? Das war früher halt nicht so und man konnte nur kaufen, was „vor Ort“ verfügbar war. Heute ist 24/7 alles online verfügbar und man sucht sich halt aus, was seiner Vorstellung von Preis/Leistung am nähesten kommt. Mein Schwager hat auch so ein Bose Küchenradio für 700 Euro. Unfassbar, viewiel Geld man für so ein Spielzeug ausgeben kann….

  5. „Ich habe selber keine Ideen, wie da eine Zukunft aussehen könnte, die dahingehend mehr positive als negative Seiten für viele Menschen hat.“… Lieber Caschy, laut den Prognosen sollen 2050 ca 12 Milliarden Menschen auf der Welt leben… Wenn wir überhaupt eine Chance haben sollten… müssten wir bis 2050 die Menscheit von derzeit ca 7,8 Milliarden HALBIEREN…

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