Bosch Smart Home Eyes Außenkamera im Test

Im vorletzten Jahr habe ich dank des Unternehmens Bosch Zugang zu einem wirklich umfangreichen und vor allem zuverlässigen Smart Home-Ökosystem erhalten, das sich seitdem auch immer ein wenig erweitern ließ. Im April dieses Jahres konnte ich an außerdem die aktuelle Fernbedienung des Systems, die Bosch Smart Home Twist ausprobieren und habe damit nun auch den Universalschalter Flex damit ablösen können. In meinem damaligen Test hatte ich unter anderem auch über die 360 Grad-Innenkamera berichtet, die dem Lieferumfang beigelegt war.

Nun habe ich die Möglichkeit bekommen, das Outdoor-Pendant hierzu, die Bosch Smart Home Eyes Außenkamera, für euch zu testen und möchte meine Eindrücke zum Gerät, zur Montage/Installation und zur Bedienung an dieser Stelle loswerden.

Technische Daten

  • Abmessungen: 70 x 210 x 100 mm
  • Gewicht: 750 g
  • Versorgungsspannung: 220 – 240 V AC 50 Hz
  • Horizontale Sichtweite: 120 Grad
  • Audio: Mikrofon / Lautsprecher
  • Speicher: 4 GB integriert
  • Funk-Feldreichweite: 80 m
  • Anschlüsse: Wifi 802-11 b/g/n 2,4 GHz
  • Energieverbrauch: 4 W 8+9 W mit Beleuchtung)
  • Beleuchtungsdistanz: 10 m
  • Auflösung: 1080P
  • wasserfest, leider keine Nachtsicht-Funktion
  • Umgebungstemperatur: -20 Grad Celsius … +50 Grad Celsius
  • Alexa-kompatibel (per Sprachbefehl lässt sich das Kamerabild auch live auf einen FireTVStick oder Echo Show streamen)
  • Preis: UVP 349,95 €

Die Eyes-Außenkamera kostet knapp 350 Euro und fällt damit meiner Meinung nach schon in einen Preisbereich, bei dem das Gesamtpaket absolut stimmen sollte, da der Käufer hier sonst schnell nach alternativen Lösungen abseits des eigentlichen Ökosystems suchen wird. Das Design der Kamera fügt sich natürlich nahtlos in die Gerätefamilie von Bosch ein. Der größere Teil des Kunststoff-Korpus ist weiß, umrahmt von silberfarbenen Stegen und auch die unten angebrachte Kamerakuppel ist silbern.

An der Verarbeitung lässt sich trotz des schlichten Materials absolut nichts finden, was negativ auffallen würde. Die Kuppel mit der Kamera ist manuell drehbar, sodass ihr den 120 Grad-Sichtbereich nicht nur nach vorne ausgerichtet nutzen könnt. Schön wäre hier noch gewesen, wenn man das Sichtfeld später über die App per Wischgeste nachträglich drehen könnte, so wie es bei der Innenkamera ja auch möglich ist. Doch auch so ist der Funktionsumfang des Geräts schon recht groß: Statt nur mit einer einfachen Kamerafunktion fungiert die Eyes Außenkamera auch gleichzeitig als 180 Grad-Bewegungsmelder und Außenbeleuchtung inklusive Gegensprechanlage.

Im Lieferumfang befindet sich außer der Kamera noch ein Tütchen mit Dübeln und Schrauben und die Wandhalterung, damit ihr das Teil fest an die Wand bringen könnt. Denn hier erwartet euch eben keine magnetische Halterung oder eine schnell mal angeclippte Kamera – für die Bosch Eyes Außenkamera muss gebohrt, geschraubt und verkabelt werden, was sicherlich den einen oder anderen Interessenten abschrecken könnte. Dabei ist die Montage recht simpel gestaltet, sofern ihr einen geeigneten Platz für die Kamera gefunden habt, an dem ihr am besten schon ein dreiadriges Stromkabel für die entsprechende Versorgung in der Wand habt.

In meinem Fall sollte das Gerät an die Außenwand der Werkstatt, damit der Garten bestens von der Kamera erfasst werden kann. Es musste also noch die Betonwand der Werkstatt durchbohrt ein entsprechendes Kabel verlegt und verdrahtet werden. Anschließend wird die mitgelieferte Wandhalterung mit vier Schrauben an der Wand befestigt und die drei Adern des Kabels angebracht. Ist dies geschehen, kann auch schon der Rest der Kamera aufgesteckt und mit einer Sicherungsschraube von unten fixiert werden. Montage abgeschlossen. Sobald die Kamera dann mit Strom versorgt ist, sollte sie sich natürlich auch in Reichweite eures heimischen WLANs befinden, weil euch das Gerät ansonsten mal so gar nichts bringt, außer gut auszusehen.

Zur Installation wird die Bosch Smart Camera-App benötigt, die es kostenlos sowohl für Android als auch iOS gibt. Diese erzeugt für die Einrichtung der neuen Kamera einen QR-Code, der dann einen Moment vor die Linse der soeben angebrachten Kamera gehalten werden muss. Ein Signalton signalisiert den erkannten Code und dass das Gerät von der App registriert worden ist. Nun wird die Kamera noch in euer (2,4 GHz-) WLAN eingebunden und fertig ist die Kiste. Ab diesem Zeitpunkt lässt sich das Gerät entweder direkt über die unabhängige Bosch Smart Camera-App verwenden und bedienen oder aber ihr verknüpft das Gerät nun auch mit eurem möglicherweise bereits vorhandenen Smart Home System des Unternehmens, damit ihr jenes dann nämlich auch per Sprachbefehl bedienen könnt.

Immerhin ist auch die Eyes Außenkamera Alexa-kompatibel, womit ich in meinem Fall auf Wunsch das Licht des Geräts ein- und ausschalte. Auch hier ist die übersichtliche Systemführung der Smart Home-App von Bosch sehr hilfreich bei der Einrichtung, da alle Schritte gut erklärt sind. Wer bereits andere Komponenten wie Thermostate oder smarte Steckdosen des Unternehmens eingebunden hat, hat auch keine Probleme damit bei der Außenkamera.

Die Beleuchtung des Geräts ist sowohl nach vorne, als auch nach oben und unten hin ausgerichtet, was die Kamera tatsächlich zu einer schicken Außenbeleuchtung im Eingangsbereich machen kann. Wenn entsprechend eingestellt, leuchtet die vordere Hauptlampe immer dann für ein festgelegtes Zeitintervall auf, sobald der integrierte Bewegungsmelder auslöst. Hier helfen thermische Bewegungssensoren dabei, dass nicht bei jedem Vorbeihuschen unserer Katzen am Abend oder in der Nacht das Licht an geht. Auf Personen reagiert das System dann aber dennoch schnell und zuverlässig. Vielleicht bin ich dafür ja sogar in der Nacht durch unseren Garten gerobbt, um möglichst ungesehen an die Terrassentür zu gelangen – erfolglos. Aktivitäten meldet die Kamera dann nicht nur an die App oder eure Mailadresse, sondern speichert diese als Videoschnipsel auch auf dem internen 4 GB Speicher, das alles in HD-Auflösung, wenn auch nur bis zu einer Reichweite von 10 Metern. Das Bild ist aber auch darüber hinaus noch recht detailreich und zu erkennen.

Ebenfalls (wieder einmal) positiv überrascht hat mich der Funktionsumfang der eingangs erwähnten Kamera-App, mit der ich der Eyes-Außenkamera nicht nur beibringen kann, ab welchen Lichtverhältnissen sie das Licht automatisch einschalten oder den Bewegungssensor aktivieren soll, sondern auch wo ich Privatbereiche festlegen kann, die von dem Sensor und der Aufzeichnung keine Beachtung bekommen sollen. Bei uns trifft es einen kleinen Bereich, in dem die Terrasse unserer Nachbarn zu sehen ist. Diesen habe ich in der App als privat markiert (mit dem Finger umrandet) und schon erstellt die App dort schwarze Vierecke, die das Bild maskieren. Leider lässt sich die Form der Markierungen hier nicht verändern, sodass die Vierecke beispielsweise auch schon wieder einen Teil unseres Grundstücks überdecken.

Gut, an dieser Stelle ist eine Mauer – dennoch kann das bei anderen Nutzern ja auch Bereiche betreffen, die möglichst überwacht gehören. Ebenso regelbar ist die Intensität der integrierten Außenbeleuchtung, die in unserem Fall bereits auf rund einem Drittel der maximal möglichen Intensität vollkommen ausreichend ist. Die Lautsprecher und das integrierte Mikrofon habe ich natürlich auch getestet und hier fällt mir im direkten Vergleich zur 360 Grad-Innenkamera keine Änderung auf, ich vermute mal stark dieselben Komponenten.

Der Ton ist jedenfalls ausgezeichnet in beide Richtungen zu verstehen, selbst Sohnemann reagiert prompt, wenn ich ihn darüber aus der Küche heraus vom Trampolin ins Haus rufe. Dank der sehr guten Einbindung ins restliche Ökosystem kann ich die Beleuchtung, aber auch den Bewegungssensor der Außenkamera ideal in meine erstellten Szenen einbauen. Sollte die Beleuchtung vom abendlichen Grillen so beispielsweise noch eingeschaltet sein, schaltet das “Gute Nacht”-Szenario diese dann direkt mit aus. Die Funktion des Bewegungssensors bleibt hiervon natürlich unberührt.

Für jemanden, der sein Smart Home-Ökosystem fast ausschließlich auf den Produkten von Bosch aufgebaut hat und eine vernünftige Außenkamera mit allerlei nützlichen Zusatzfunktionen sucht, für den wird es vermutlich gar keine Alternative zur Eyes-Außenkamera geben, da sich das Gerät perfekt in die Umgebung einpflegen lässt. Doch auch als Einzellösung ergibt die Kamera dank der unabhängigen Smart-Camera-App von Bosch durchaus Sinn, immerhin habt ihr da auch noch eine Außenlampe, einen Bewegungsmelder und eine Gegensprechanlage drin.

Gut, das Design muss natürlich zum Rest des Hauses passen, eine alternative Optik gibt es bei Bosch nicht. Mir fehlt ein wenig die Funktion zum Justieren des Sichtfelds per App und ein Nachtsicht-Modus, da das Licht in der Nacht natürlich auch für genügend Ausleuchtung sorgt, ich aber dennoch die Option haben möchte, ohne aufzufallen einen Blick erhaschen zu können, wer oder was da in meinem Garten/der Auffahrt/im Carport umher schleicht. Der gebotene Funktionsumfang und die klasse Installation/Einrichtung, sowie Bedienung relativieren aber den Kaufpreis von rund 350 Euro meiner Ansicht nach wieder ein wenig. Und bei Amazon habe ich das Gerät zwischendurch auch schon für knapp 260 Euro gefunden, es muss also alles nicht mehr ganz so teuer ausfallen.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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9 Kommentare

  1. Was mich persönlich ein bisschen stört ist, dass die aufgenommenen Schnitzel so kurz sind, das sollte man selbst einstellen können. Bis zu einer Minute wenigestens, dass sollte bei dem Preis drin sein 😉

  2. Man ist die Kamera hässlich. Sieht aus wie ein graues Minion im Kopfstand.

    Zwar von der Montage nicht so elegant aber optisch um Welten besser. Nachtsicht hat sie auch: Netatmo Presence

    • Ich hab mir die Netatmo Presence gerade angeguckt … einen Designerpreis kann die aber auch nicht gewonnen haben, da ist mir die Bosch aber viel lieber. Gut dass Geschmäcker verschieden sind 🙂

    • Wie Jogi bereits geschrieben hat, sind die Geschmäcker sicher unterschiedlich. Ich habe 2 dieser Außenkameras seit über einem Jahr im Einsatz und ich finde, dass diese sehr gut aussehen und sich dezent in das Gesamtbild am Haus einpassen. Die Beleuchtungsfunktion find ich sehr gelungen und bei mir ist z.B. das „Stimmungslicht“ die ganze Nacht an. Positiv ist auch, dass die Kamera als solche nicht sofort auffällt und Besuchern nicht das Gefühl vermittelt wird, dass alles aufgezeichnet wird. Das ist aber nur meine Einschätzung und die muss nicht zwingend von jedem geteilt werden ;).

  3. Danke für den Bericht.
    Kann man Bilder der cam im eignen WLAN abrufen? Um z. B. beim Klingeln die Bilder über diese Fritzbox auf einem fritzfon anzeigen lassen zu können?

    • Nein, das geht nicht. Die Kamera speichert die Videos (immer) in die Cloud und von dort werden diese dann via App z.B. auf dem Smartphone abgerufen. Bei mir sind diese jeweils 17 Sekunden lang. Inzwischen kann man wohl auch Livestreams via Amazon Echo Show anschauen.
      Wie oben erwähnt, ist der Weg immer via Cloud und dafür braucht es eine ausreichende Geschwindigkeit der Internetverbindung. Wichtig ist hier der Upstream. Sollte dieser sehr gering sein oder mehrere Kameras gleichzeitig Daten senden, dauert es etwas, bis man die Videos downloaden kann.

  4. Ich hab 3 von den Cams in betrieb (auf die Angebote bei tink achten). Was hier nicht erwähnt wurde ist das die Kamera eine Mimose bei der Einrichtung ist. Das Scannen des QR codes Kann gerne Mal 5 Minuten dauern. Hab den QR code letztendlich ausgedruckt und das Papier vor die Kamera gehalten.
    Ach die 15 Sekunden Schnipsel sind sehr nervig. Es geht zwar fast nahtlos mit dem nächsten Schnipsel weiter, aber eine Einstellung für 30/60 Sekunden wäre grandios. Und Last but not least die Möglichkeit den Stream abzugreifen zum Speichern auf einer Cloud der Wahl. Wenn Bosch in 32,4 Monaten entscheidet den Dienst zu töten ist die Cam wertlos.

    • Stimmt, beim Anmelden bin ich auch fast ausgerastet wegen dem ständigen „Anmeldung-Mißlungen-Ton“ 😀 Die Idee mit dem QR-Code ausdrucken merke ich mir 🙂

  5. Erik Hoffmann says:

    Solange Bosch kein Apple HomeKit mit unterstützt, sind die Produkte leider uninteressant, obwohl sie sonst wohl für mich in Frage kämen.

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