BlackBerry Priv: Übersicht der ersten Eindrücke

Artikel_BlackBerry PrivMittlerweile ist das erste Android-Smartphone des kanadischen Herstellers RIM BlackBerry in die Hände einiger Redaktionen gelangt. Dabei haben die Kollegen recht vielfältige Eindrücke gesammelt. Die wichtigsten Punkte möchte ich an dieser Stelle bündeln. So konzentrieren sich zwar die meisten Hands-On-Berichte auf die Software, doch auch zu beispielsweise der Kamera gibt es Bildvergleiche mit aktuellen Apple iPhone.

Heise etwa ist von der Kamera mit 18 Megapixeln und doppeltem LED-Blitz recht angetan und hat gleich mal eine Fotostrecke mit Vergleichsbildern veröffentlicht, die am Apple iPhone 6s geknipst wurden. So beeindruckt das Priv mit sehr hellen Bildern und natürlich aussehenden Farben auf den Fotos. Angetan zeigt man sich auch von den Sicherheitsfunktionen – nicht aber vom hohen Preis von 779 Euro.

VentureBeat lobt dagegen besonders die Kombination aus Android und einer physischen QWERTZ-Tastatur, welche BlackBerry nahezu perfekt im Griff habe. Allerdings üben die Kollegen Kritik an der unterdurchschnittlichen Webcam und Macken bei der Software. Dazu zählt etwa, dass das virtuelle Keyboard nicht genau mit der Slider-Tastatur übereinstimmt. Dadurch muss man sich als Anwender jeweils neu orientieren – mehr Konstanz wäre für die Benutzerfreundlichkeit zu begrüßen. Auch, dass das BlackBerry Priv noch mit Android 5.1 und nicht 6.0 ausgeliefert wird, gibt Anlass zur Kritik. Ein Update auf Android 6.0 ist aber bereits seitens BlackBerry in Aussicht gestellt worden.

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Engadget reagiert vielleicht am skeptischsten auf das Priv: Im Gegensatz zu VentureBeat bemängelt man an der physischen Tastatur, dass sie zwar in Ordnung ginge, aber für BlackBerry keine neuen Standard setze. So ist man sich bei Engadget sicher, dass BlackBerry auch 2016 keinen Gewinn im Smartphone-Markt erwirtschaften werde und das Priv eines der letzten Modelle der Kanadier bleibe. Als absoluten Schwachpunkt bewertet man den viel zu hohen Preis, der die Kundenbasis extrem klein halten werde.

TechCrunch zeigt sich begeistert davon, wie sich BlackBerry mit Soft- und Hardware des Priv von anderen Android-Herstellern abhebe. Abermals heimst die Kamera neben der Tastatur viel Lob ein. Zugleich bezweifelt man bei TechCrunch, ob Anwender die Slider-Tastatur im Alltag wirklich benutzen werden und sie nicht unnötig den Preis in die Höhe treibe.

Bleibt also festzuhalten: In den ersten Hands-On-Berichten und Reviews kristallisiert sich schon jetzt heraus, dass BlackBerry bei Hard- und Software des Priv das meiste richtig gemacht hat. Allerdings bestehen berechtigte Zweifel dazu, ob der hohe Preis dem Smartphone wirklich den Erfolg ermöglichen wird, den es verdient hätte.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Tolles Gerät, aber 500EUR hättenes auch getan.
    DAS wäre ein fairer Preis und konkurrenzlos.

  2. Für 500€ hätten sie auf jeden Fall einen Käufer gehabt. Bei der UVP warte ich lieber noch ein paar Monate…oder Jahre…je nachdem, wie lang mein Nexus 4 noch macht.

  3. Sitzt irgendwie zwischen den Stühlen. Ich glaube nicht, dass das ein Erfolg wird. Die richtige Blackberry Gemeinde will die alte Email Funktionalität und Mobile Datenrate everywhere, und die Android Nutzer nehmen eher Samsung S6 et al oder billige China Boliden incl. Motorola. Die physische Tastatur wird als Alleinstellungsmerkmal nicht reichen. Alles meine Meinung!

  4. Ich würde auch jede Wette eingehen, dass das Gerät unmöglich zu dem Preis der Erfolg werden kann, den Blackberry so bitter nötig hätte.

    Das Gerät wird eine sehr, sehr kleine Nische besetzen und das wars.

  5. Jetzt können die Fans von Hardwaretastaturen mal zeigen, wie ernst sie es gemeint haben.

    Bei android-hilfe wollte letztes Jahr sogar jemand eine eigene Produktion starten, Petitionen bei diversen Herstellern wurden eingereicht. Aber dann kam der Passport, und ich hab gemerkt, dass zumindest für meinen Schreibbedarf auf dem Smartphone keine feste Tastatur mehr nötig ist.

    @elknipso
    Blackberry muss mit der Hardware aber Geld verdienen. Gerade wegen der kleinen Nische. Gerade weil die Billiggeräte bei anderen Herstellern ganz offensichtlich keinen Gewinn einfahren – die Zahlen dazu gab es doch erst kürzlich.

    Ich hoffe für Blackberry das beste, denn damit würde bewiesen, dass Nokia den falschen Weg gegangen ist. Und dass die Leute, die dort auf Android setzen wollten, recht hatten.

  6. @wollid
    Sie sollen die Geräte auch nicht verschenken, und sie haben sicherlich höhere Produktionskosten durch die geringere Stückzahl, als dies andere Teilnehmer am Markt haben. Aber sie haben den Preis mit 779 Euro eben auch nicht nur „etwas höher“ wie die Konkurrenz gewählt sondern erheblich höher. Und das halte ich für einen Fehler, wenn man als Firma gerade erst wieder versucht irgendwo aus der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Da zählt jeder einzelne Verkauf, und ganz besonders wichtig auch eine möglichst große Reichweite.
    Dass Nokia den absolut schlechtesten Weg unter allen Alternativen gewählt hat, sollte doch wirklich außer Frage stehen wenn man sich anschaut was mit dieser Firma passiert ist.

  7. BlackBerry wird als erstes eingehen, dann folgt Windows Phone.

  8. FriedeFreudeEierkuchen says:

    Ich hatte lange ein Motorola Milestone. Beim recht großen Sprung auf das Galaxy Note mit viel größerem Bildschirm war ich erst mal enttäuscht. Surch die Hardware-Tastatur hatte man den ganzen Screen zur Verfügung, aber das Onscreen-Keyboard nimmt selbst auf Phablets viel Platz weg. So hatte ich auf dem kleinen Display des Milestones mehr Platz zum Schreiben zur Verfügung, als auf dem Note.
    Wenn man nur mit dem Messenger hantiert macht das nichts aus. Wenn man aber immer wieder Mails und Texte unterwegs schreibt, macht eine Hardware-Tastatur einen großen Unterschied.
    Das Tippen ging übrigens auf der Hardware-Tastatur durch das tatktile Feedback deutlich schneller.
    Wenn das Priv nicht so teuer wäre, wäre es mein nächstes Smartphone. Da ich aber in der Regel alle Geräte gebraucht kaufe, besteht noch Hoffnung 😉

  9. Also mich juckt es ja schon extrem mir das priv zu holen. Nach meine milestone musste ich jahrelang warten um endlich mal wieder ein vernünftiges smartphone mit hardwaretastatur zu sehen. Den preis empfinde ich als grenzwertig… aber kann mir gut vorstellen dass das priv im business segment aufjedenfall einen besseren anklang findet als die älteren geräte damals. Ich hoffe einfach nur auf einen schnellen preisverfall in den ersten 1-2 monaten und für 100euro weniger schlag ich zu 🙂

  10. Interessantes Device!

    Der offenbar nicht wechselbare Akku ist für mich jedoch Dealbreaker. Eine bei Akkuausfall Elektroschrott werdende Blackbox ist unter den Aspekten Ressourcen und Umweltbelastung inakzeptabel und stellt Verhöhnung der Käufer dar.

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