BlaBlaCar: Start von Onlinezahlung in Deutschland, Kooperation mit AXA

artikel_blablacarViele von Euch kennen sicher die Mitfahrgelegenheits-App BlaBlaCar. Wer eine Strecke fährt kann diese angeben und Mitfahrer suchen, die sich dann an den Reisekosten beteiligen. Praktische Sache, kommt man so unter Umständen besser oder billiger von A nach B. Bezahlt wird am Ende der Fahrt bar. So war es bisher, denn BlaBlaCar führt ab sofort die Onlinezahlung in Deutschland ein. Die neue Funktion soll nicht nur für weniger Spontanabsagen sorgen, sondern für beide Seiten auch einen Komfortzugewinn bringen.

Die Onlinezahlung wird schrittweise eingeführt, ist aktuell nur im obersten Norden Deutschlands verfügbar (siehe Kartenausschnitt unten). Durch die neue Methode sehen Fahrtreservierung und -zahlung dann so aus:

Der Fahrer wählt zwischen automatischer und manueller Sitzplatzbestätigung. Nutzt ein Mitfahrer die Onlinezahlung, wird der Platz direkt reserviert. Bezahlt werden kann via PayPal oder Kreditkarte. Der Fahrer sieht alle Mitfahrer samt Handynummern und Adressen, Mitfahrer sehen Profilbild und Alter der Mitfahrer, welche bereits einen Platz reserviert haben. Am Ende der Fahrt geben die Mitfahrer dem Fahrer den Reservierungscode, daraufhin erfolgt die Bezahlung direkt auf das Konto oder PayPal-Konto des Fahrers. Bargeld fließt in diesem Fall nicht.

Zusätzlich zum normalen Versicherungsschutz, den man durch den Fahrer einer Mitfahrgelegenheit genießt, wird bei Nutzung der Onlinezahlung noch ein zusätzlicher Versicherungsschutz von AXA geboten. Dieser beinhaltet unter anderem den Weitertransport von Fahrer und Mitfahrer bei einer Panne oder der Versand zurückgelassener Gegenstände wird durch die Zusatzversicherung gedeckt. Alle Details zum Zusatzschutz gibt es hier.

blablazahlung

Als Nichtnutzer kann ich schlecht einschätzen, ob diese neue Funktion Vor- oder Nachteile bringt. In meinen Augen erscheint sie aber sehr sinnvoll, da sie schon durchdacht wirkt. Durch die Online Zahlung scheint wird der ganze Vorgang einer Mitfahr-Buchung vereinfacht, sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer. Falls Ihr BlaBlaCar regelmäßig nutzt, lasst mal hören, was Ihr von der Online Zahlung haltet.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

17 Kommentare

  1. Die Online-Zahlung wird eingeführt um Blablacar kostenpflichtig zu machen. Genau wie damals bei mitfahrgelegenheit.de. Bei Barzahlung haben sie keine Kontrolle darüber, ob die Fahrt tatsächlich stattgefunden hat und können deshalb auch keine Gebühr nehmen.
    Ich finde es schade, aber genau wie bei mitfahrgelegenheit.de werden jetzt wohl hoffentlich wieder haufenweise kostenlose Alternative aus dem Boden sprießen.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/mitfahrzentrale-blablacar-wird-auch-in-deutschland-kostenpflichtig-1.2786144

  2. minimalwerk says:

    Und die Anbieter leben von der Luft oder was? Mein Gott, immer diese „Alles muss Gratis sein“ Mentalität. Die stecken in diesen Dienst Man Power und technische Strukturen rein, die mit Sicherheit auch nicht umsonst sind. Wenn der Dienst dem Anwender gefällt dann ist es doch vollkommen OK, dass die damit Profit machen.

  3. @Minimalwerk
    Mumpitz. Da spielt eher das übliche Start-Up Phänomen eine Rolle. Erst wurden Millionen von Investoren eingesammelt, dann gab es ein Hauen und Stechen und nun will man die Kohle wieder rein bekommen. Wir erleben gerade Mitfahrgelegenheit 2.0.

    Eine eigentlich gute Idee wird dem Kapitalismus zum Fraß vorgeworfen. Es reichte ja nicht EIN Anbieter zu sein, man wollte DER einzige Anbieter sein. Hat Millionen eingesammelt, den Rest des Marktes aufgekauft. Irgendwie hat man 60 Mitarbeiter für den Betrieb der Seite benötigt und irgendwann wollte man dann eben Geld sehen – nur das sowohl Fahrer als auch Mitfahrer extrem preis-sensibel sind und das deutlich mit dem Mittelfinger quittiert haben – wodurch blabla-car als kostenlose (haha) Alternative erst in den deutschen Markt kam und irgendwann die Reste von carpooling aufgekauft hat. Jetzt hat man quasi das Monopol und möchte natürlich auch mal Geld sehen – das dürfte im heutigen Marktumfeld mit Mitfahrgruppen auf Facebook und Fernbussen nochmal deutlich schwerer werden als „damals“…

  4. Ich biete regelmäßig Fahrten zwischen 200km und 600km an. (letzte Fahrt Vorgestern) Was mich als erstes genervt hat war das Ampelsystem der Preisangaben. Im Schnitt zahlt ein Mitfahrer 5€ pro 100km. Wenn meine Strecke 185km beträgt habe ich mitfahrgelegenheit.de früher einfach 20€ als Preis angegeben. Nun bevormundet blablacar einen etwas (wahrscheinlich um die Mitfahrer zu schützen) und schlägt einen Preis von 18€ oder 19€ vor. Dieser wird in grün angezeigt. Ich kann den Preis natürlich auch selbst bestimmen und höher angeben dann wird er aber zuerst in gelb und dann in rot angezeigt. Klare Signal Wirkung: Kaufe hier nichts, es ist zu teuer! Na super, dafür darf ich mich wegen einem Euro nun auf schönes Kleingeld freuen.

    Das Online-Bezahlsystem würde hier natürlich Abhilfe schaffen. Allerdings ist es doch schöner das Geld direkt zu erhalten und quasi direkt in den Tank zu kippen als noch eine Woche auf die Überweisung zu warten. Hier hoffe ich im übrigen auch darauf, dass Auszahlungen aufs Girokonto gemacht werden können. Wenn’s nur paypal ist muss ja leider passen und kann den Dienst nicht mehr nutzen.

    Auf der anderen Seite bringt die Vorkassezahlung ein gewisses Sicherheitsaspekt im Bezug auf nicht erschienene Mitfahrer. Sobald Geld geflossen ist ist die Hürde höher nicht zu fahren, bzw. werden Doppelbuchung unterbunden.

    Alles in allem fand ich das Bargeldsystem bis jetzt immer noch sehr gut und freue mich nur bedingt auf das Neue.

  5. @ minimalwerk:
    „Wenn der Dienst dem Anwender gefällt dann ist es doch vollkommen OK, dass die damit Profit machen.“

    Das ist ja auch richtig. Was mich allerdings immer ankotzt, ist diese Masche „wir machen das alles nur für dich lieber Kunde“. Welcher selbstständig denkende Mensch lässt sich denn von so etwas verarschen? Habe gerade in letzter Zeit mehrere solcher „krummen“ Touren erlebt und deswegen u. a. auch ein Zeitschriften-Abo gekündigt. Da wurde deren Vertrieb dann auf einmal hellwach, zumal ich nicht der einzige war, der auf die Verarsche so reagiert hatte.

  6. @minimalwerk:
    Grundsätzlich stimme ich dir voll und ganz zu, dass diese Kostenlosmentalität nervt und man für gute Dienste auch gerne etwas bezahlen kann.
    Bei einem Dienst, der überwiegend dazu dient (Reise-)Kosten zu sparen, ergibt das allerdings nicht besonders viel Sinn.

  7. Alleine schon der Name des Dienstes dürfte einem breiten Erfolg im Wege stehen. Noch weniger seriös im ersten Moment rüberzukommen dürfte schwierig sein.

  8. BlaBlaCar ist in keinerlei Hinsicht besser, als mitfahrgelegenheit.de. Letztere war so eine geniale Plattform, die sich durch die Einführung eines undurchdachten, aber konsequent durchgezogenen Pricings selbst aus dem Rennen geschossen hat, um schliesslich durch BlaBlaCar übernommen zu werden. Ich trauere mitfahrgelegenheit.de nach – und biete heute kaum noch Fahrten an. Wie Jeff weiter oben bereits anmerkte, ist das Ampelsystem beschissen. Und das ist nur ein Nachteil…

  9. Ich biete seit 7 Jahren regelmäßig Fahrten an. Am Anfang wares alle Portale kostenlos und boten als reine Kleinanzeigen keinerlei Mehrwert. Ich telefonierte jede Woche mit dutzenden Interessenten, es gab zig Anfragen, Zusagen, Reservierungswünsche und Absagen. Ich hatte ständig einen Zettel bei mir, um mitzuschreiben und den aktuellen Stand zu haben. Ich wollte ja nicht überbuchen und dennoch jeden Platz anbieten.

    Es dauerte Jahre, bis MFG ein Reservierungssystem einführte. Das fand ich gut, lag die Quote nicht erscheinender Mitfahrer bis dahin nämlich bei 40%. Nun mussten die Interessenten buchen und mussten auch bezahlen, wenn sie nicht rechtzeitig absagten oder gar nicht erst kamen. Plötzlich brauchte ich keinen Zettel mehr und konnte mich drauf verlassen, dass alle Plätze genutzt wurden. Dafür verlangte MFG 5%, was ich ok fand. Das hätte so bleiben können. Aber MFG wurde gierig und erhöhte immer weiter die Provision. Als dann die Buchenden auch noch folgenlos in letzter Minute abspringen durften, war Schluss mit MFG. Alle Nachteile der Unverbindlichkeit wie früher, aber für nichts 10% Gebühren – ohne mich!

    BlaBlaCar kann ich nur raten, nicht zu gierig zu sein und den Fahrern ein verbindliches Buchungssystem zu bieten. Wenn sie hierbei die gleichen Fehler machen wie MFG, suchen sich die Fahrer erneut kostenlose Alternativen. Und da wo die Fahrer sind, sind auch die Mitfahrer. Insofern funktioniert das Geschäft etwas anders als eBay, wo sich der Marktführer automatisch durchsetzt, weil Anbieter dort anbieten, wo viele Käufer sind und Käufer dort sind, wo viel Angebot ist. So selbstverstärkend ist die Mitfahrbranche nicht. Das hatte MFG in seiner Gier falsch eingeschätzt.

  10. Sooooo sinnlos-.-“
    Ich hätte ein alternatives Geschäftsmodell genommen:
    -> Mitgliedschaft für Fahrer zwischen 3 – 8 Euro im Jahr
    -> Premium-Profil
    -> Pfand-System(wenn ein Mitfahrer nicht erscheint, bekommt der Fahrer den Pfand und umgekehrt) Dabei würde ich das Feature optional machen und die Höhe selbst festlegen.
    usw….

  11. Ulli Lensch says:

    Schon wieder so ein Scheiß,
    erst die Leute anjucken und dann kassieren. Es gibt zum Glück ja noch andere Möglichkeiten wie z.B. Fahrgemeinschaft etc. Ich biete seit 11 Jahren jede Woche eine Fahrt nach Bärlin an und werde dann wieder einmal wechseln.

  12. Wer eine Weile Mitfahrgelegenheiten anbietet erkennt das Schema sofort: Erst die Bezahl- und Buchungssysteme – dann die Gebühren. Das Problem: Gerade die Bezahl-und Buchungsysteme sind das teuere – aber man braucht sie, wenn man Gebühren erheben will.

    Ein guter Service muss nicht kostenlos sein. Es bleibt abzuwarten, ob es wieder unverschämt hohe Gebühren werden, wie bei carpooling.

  13. He, Leute, die kostenlosen Alternativen, die sich gebührenfrei auf die Fahne geschrieben haben, gibt es schon lange. Nur sind bis jetzt alle Leute den Blubbern in die Arme gelaufen, weil sie mit Hilfe milliardenschwerer Sponsoren massiv Werbung gemacht haben.
    Es gibt z. B. fahrgemeinschaft.de mitfahren.de und bessermitfahren.de , für Mitfahrer gibt es die Metasuchportale fahrtfinder.net und riderunner.de

  14. mifaz.de ist übrigens seit Jahren kostenfrei und wird es auch bleiben.

  15. Ickbins Maik says:

    Was war der Sinn nochmal für eine Mitfahrgelegenheit? ? Seine sonst allein Fahrende von A bis B mit anderen die auch von A nach B wollen an Kosten zu beteiligen damit die Spritkosten somit minimiert werden können. ABER EBEN AN DEM TAG WO DIE FAHRT VON A NACH B STATTFINDET. Oder? So auch die riesige Werbung auf den Sanifairklos von Blablacar zu erlesen. Nun soll genau das mit der Onlinebezahlung nicht mehr stattfinden, weil Geld nicht mehr am selben Tag sondern erst ca. Eine Woche später. Also sagt mir doch mal jemand – wo bleibt der sofortige Spritkosteneilungsgedanke bei dieser Version? ?? Ne Woche später hat das keinen Sinn mehr. Der Tank is an dem Tag hungrig und die MineralölDienstleistern möchtest auch am selben Tag die kosten dafür haben und nicht ne Woche später erst. :-))

  16. Jedes Unternehmen, und das ist blablacar nun mal, kann die gebotene Dienstleistungen nicht dauerhaft kostenlos anbieten, das ist nun mal so. Kapitalgeber wollen irgendwann einen profit sehen für ihr Investment.
    Es bleibt zu hoffen, daß die Gebühren im Rahmen bleiben werden und alles reibungslos funktioniert.

  17. @Axel Büdenbender
    Das klang für den User aber anders, als sie in Deutschland starteten:
    „Wir sind die moderne, unkomplizierte und kostenlose Mitfahrzentrale – und das europaweit!“
    https://www.fahrgemeinschaft.de/forum/topic/466-blablacar-ab-2016-mit-buchungssystem-onlinezahlung-gebühren/#entry9860