Bit.ly wandelt Links in Affiliate-URLs um

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Anbieter von Kurz-URL-Diensten sind eigentlich klasse – sie machen aus langen und unmerkbaren Adressen einfach kurze, die man schnell irgendwo droppen kann. Ebenfalls nicht schlecht: Kurz-URL-Dienste bringen oftmals nützliche Widgets mit, um mal schnell aus der Adressleiste des Browsers etwas zu Facebook oder Twitter zu teilen. Der Boom um diese Dienste war vor ein paar Jahren noch heftiger, als es heute der Fall ist.

Und wie finanzieren sich diese Dienste? Tja – das ist unterschiedlich. 2009 ließ der damalige Anbieter von redir.ec Links auf Pornoseiten umleiten, diverse Warez-Foren nutzten ihre Kürzer unter anderem, um automatisch Cookies zu droppen und Links in Affiliate-Links umzuwandeln. Diesen Weg ist nun auch offenbar der einer der bekanntesten Anbieter gegangen: Bit.ly.

Das Problem: es gab meines Wissens nie eine Kommunikation darüber, dass man nun so Geld einfahren möchte. Es existiert lediglich eine Seite, die darüber berichtet, dass man Testläufe durchführt. Seit einiger Zeit ist bit.ly Partner der Firma Viglink, die besonders in den USA für die Vermarktung von Links zuständig sind. Dies berichtete zuerst TheSEMPost, bevor es von Johannes Haupt aufgegriffen wurde, der herausfand, dass auch deutsche Links betroffen sind. Während der reine Surfer „Opfer“ eines Cookies wird und bei Einkäufen Bit.ly in die Tasche arbeitet, merkt Haupt an, dass auch Webseitenbetreiber betroffen sind, da deren Affiliate-Links beim Einsatz von Bit.ly überschrieben werden könnten.

Nun könnt ihr euch für euch entscheiden, ob ihr Bit.ly weiterhin nutzt – oder alternativ zum freien Google-Kürzer greift, beziehungsweise eigene Kürzer aufsetzt. Eure bevorzugte Lösung könnt ihr ja in die Kommentare schreiben – es sind bestimmt viele auf der Suche nach einer guten Alternative. (danke an alle, die uns auf den Beitrag aufmerksam machten!)

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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36 Kommentare

  1. Verstehe ich nicht.
    Ich wandle also die URL dieser Seite mit bit.ly um, und erhalte http://bit.ly/1P5mH1R
    Wenn ich diese Kurz-URL aufrufe, wird auf diese Seite umgelenkt, wie immer.

    Ist jetzt gemeint, daß, wenn ich diesen Link in drei Wochen erneut aufrufe, unter Umständen erst eine Werbeseite dazwischengeschaltet wird, die ich wegklicken muß?

  2. Ich nutze nur den von Google. und komme damit sehr gut zurecht. auch mit relativ alten Kürzeln (älter einem Jahr) habe ich keinerlei Probleme 🙂

  3. @Mickey
    cookie oder eine Umleitung von der du im Prinzip nicht viel merkst, außer dass es evtl. 1-2 sec. länger dauert.

  4. @Mickey: Mach das mal mit expedia.de – ich bin ja hier keine Verkaufsseite.

  5. Oh, ja, bei expedia.de kann man es gut sehen, vielen Dank für den Hinweis

  6. Ich bin vor etwa einem halben Jahr auf den GoogleShortener umgestiegen, als es bei Bit.ly die Warnung vor irgendwelchen Trojanern gab.
    Da ich als G+-User sowieso bei Google angemeldet bin, bleiben auch sämtliche URLs in meiner Liste erhalten, ebenso die Klicks darauf. Finde ich ganz praktisch für meinen #daystream auf G+

  7. Es gibt ja auch noch Redirectoren, wo man sich seine eigene URL erstellen/kürzen kann:

    http://redirect100.com/en/myred/register.php

    „hot.to/caschy“ (Link geht nicht)

  8. Falls mal was zu kürzen ist, dann nutze ich Yourls (http://yourls.org). Die Installation ist simpel, das ganze hat eigentlich nur Vorteile (meine Daten bei mir, löschen wann ich will, short-Url frei wählbar, Statistiken dabei, …).

  9. @Bot: hatte ich auch verwendet, da aber kein Spam-Schutz vorhanden war, vielleicht ist das mittlerweile der Fall, hatte ich innerhalb von 3 Monaten 1,5 Millionen erzeugte Short-Urls die zu 99% auf Warez Seiten zeigten.

  10. Da war wohl jemand sauer. Im Moment sind http://bit.ly und http://j.mp nicht erreichbar 🙂

  11. Eigens aufgesetzte können leider auch schnell dubios wirken wenn man nicht gerade Stammleser einer Seite ist und sie einem dadurch vertraut erscheinen. Ich neige bei solchen immer eher dazu nicht drauf zu klicken. In vielen Fällen sind sie aber auch schlichtweg überflüssig.

  12. Habe selber YOURLS im Einsatz und habe bisher gute Erfahrungen gemacht. Ich konnte nicht feststellen das durch meine eigene Short-URL weniger oder keine Klicks generiert wurden. Von daher sehe ich das durchaus als gute Alternative für Bit.ly.

  13. Benutze den Google Dienst, ab und an, „zuhause“ wird alles via Yourls erledigt.

  14. imho sollte man solche Verkürzer ja gar nicht benutzen sondern lieber den betreffenden Webseiten selbst Druck machen, sowas anzubieten.

    Ansonsten, man stelle sich vorher, bit.ly (oder sonstwer) gehen pleite und schon sind Millionen von Links tot.

  15. Es gibt neben YOURLS ja auch noch Polr https://project.polr.me/, Phurl https://code.google.com/p/phurl/, Z.IPS.ME http://z.ips.me/ und noch ein paar mehr.

    Habt ihr euch bewusst für YOURLS entschieden oder war das halt der erste Treffer in der Suchmaschine?

  16. @root … ein eigener Shortener sollte vielleicht auch einfach nicht öffentlich zugänglich sein, sondern mehr für den eigenen Gebrauch verwendet werden 😉

  17. @Spikey Ich hatte „damals“ mit ein paar anderen rumexperimentiert, Yourls fand ich am besten dokumentiert und für meine Zwecke am einfachsten (inkl. Installation, Updatemöglichkeiten, Anpassbarkeit usw). Mittlerweile nehmen die sich wahrscheinlich alle nix mehr.

  18. Hab mir vor Jahren meinen eigenen kleinen Service gebastelt (jiddet.net).

  19. Ich nutze privat eigentlich nur noch goo.gl.
    Schön simpel, mit Statistiken, Preview-Funktion, usw.
    Was will man mehr?

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