BBK: Amtliche Warnmeldungen nun auch über die Webseite – Cell-Broadcast-Verfahren wird geprüft

Im Sommer 2015 hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit der NINA-App (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) eine Warn-App an den Start gebracht. Damals hätte man wohl nicht gedacht, dass wir in diesem Jahr  eine weitere, im Eiltempo aus dem Boden gestampfte, Warn-App im Alltag nutzen werden. Neben der App, welche unter Android, als auch iOS lauffähig ist brachte man mit warnung.bund.de die Warnmeldungen auch in Form einer Webseite an den Start. Letztgenannte Seite unterstützt nun neuerdings eine neue Funktion, welche es erlaubt Warnmeldungen auch über den Browser zu bekommen. Hierzu führt man den Bereich „Meine Orte“ ein.

Im Bereich „Meine Orte“ könnt ihr einen oder mehrere Orte hinzufügen. Euch bleibt zudem die Wahl zwischen Gemeinde sowie Landkreis.

Danach könnt ihr konfigurieren, ob ihr Push-Benachrichtigungen über den Browser erhalten wollt.

Durch das Aktivieren der Push-Benachrichtigungen erhalten Sie Warnmeldungen zu Ihren abonnierten Orten. Sie erhalten Warnmeldungen, wenn der Browser geöffnet ist, auch wenn diese Website im Browser nicht aktiv ist. Bestimmen Sie, ab welcher Warnstufe Sie Benachrichtigungen erhalten möchten.

Auch die einzelnen Warnstufen lassen sich für „Bevölkerungsschutzwarnungen“, „Wetterwarnungen“ und „Hochwasserinformationen“ dediziert einstellen:

Die NINA-App sowie die zugehörige Webseite stellen mit ihren Push-Benachrichtungen neben Rundfunk, Internet, Paging, Deutsche Bahn AG nur einen Teil der Warnmultiplikatoren dar. Sämtliche Instanzen sind hierbei Teil des 2013 gegründeten Modularen Warnsystems (MoWaS). In anderen Ländern setzt man da stattdessen stärker auf Cell Broadcasts: Hierbei werden via Mobilfunk SMS-ähnliche Benachrichtigungen an alle in einer Funkzelle eingeloggten Mobilgeräte ausgespielt. Hat zur Folge, dass keine Internetverbindung vonnöten ist und auch Mobiltelefone ohne „smarte Funktionalitäten“ von Warnungen erreicht werden.

Der Bund, bzw. genauer das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt bekannt, dass man nun mit den „beteiligten Stellen“ auch für Deutschland die Einführung für Cell Broadcasts prüft. Jene könnten ebenso an das MoWaS angeschlossen werden. Hinsichtlich des – dezent gesagt – ins Wasser gefallenen bundesweiten Warntags im Herbst sicherlich eine weise Entscheidung.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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13 Kommentare

  1. Nach dem Warntag-Desaster ist Cell Broadcast nun also doch gut genug für unsere hochnäsigen Katastrophenschützer,
    Warum soll dieses etablierte und stabile System nicht auch bei uns funktionieren.
    Kann man echt nicht fassen dass das so lange einfach ignoriert wurde.
    So hätte der verkorkste Test dann doch noch einen guten Zweck erfüllt.

    • Hätte ich nicht besser schreiben können 😀

    • Volle Zustimmung.
      Ist ansonsten aber der deutsche Klassiker, hauptsächlich selbst was neues bauen anstatt etablierte Systeme zu nutzen. Funktioniert halt am Ende nur nie. Traurig um das verschwendete Geld und die Arbeitsleistung. Kann kann wohl nur hoffen dass man es irgendwann Mal lernt und einfach auf Konzepte setzt die schon funktionieren als selbst alles zu verkorksen.

    • Also ich vermute mal, dass es vom Bundesamt bislang nicht mehr ins Auge gefasst wurde, könnte mit folgender Info zusammen hängen, ‚Cell Broadcast ausschließlich im GSM-Netz funktioniert. Im UMTS-Standard steht mit SAB (Service Area Broadcast) jedoch ein ähnliches System zur Verfügung, sofern dieses von den entsprechenden Netzbetreibern angeboten wird. Cell Broadcast selbst spielt aktuell nahezu keine Rolle mehr, da hier aus Sicht der Anbieter kaum Gewinne erzielt worden sind‘
      Ist also nicht ‚immer‘ die ‚dumme‘ Behörde dran schuld.

      • Celll Broadcast wurde für GSM entwickelt, ja. Aber es für alle nachfolgenden Standards ebenfalls spezifiziert, von 3G bis 5G.
        Und das die deutschen Anbieter den Service nicht anbieten, ist eher ein Henne-Ei Problem. Die Behörden nutzen das nicht, also sehen die Telkos keine Veranlassung, das anzubieten

    • Desaster? Genau dafür sind Tests da.

    • Absolut! Der Test ist eigentlich perfekt abgelaufen – weil er eben nicht funktionierte! Jetzt macht man sich Gedanken, das eben doch nicht alles immer funktioniert.
      Die Frage ist eh, ob man immer gleich alle Informationen mit übertragen muss? Den Deutschen hapert es nicht an Informationen, sondern am Weckeffekt! Und das darf nicht vom „Flugmodus“ oder einer alten Sirene abhängig sein. 2003/2004 wurde ein Versuch per DCF77 erfolgreich abgeschlossen… Jede einfache Uhr könnte inzwischen die Bürger auf eine Gefahr hinweisen.
      CB ist auch eine gute Lösung, um gezielt einzelne Regionen zu warnen.

      Problem der App ist aber auch, dass sie nur auf Push reagiert. Solch eine App benötigt auch eine Selbstversorgung. Sprich auf x Servern wird die Warnung bereitgelegt und die App ruft diese unabhängig von Push im Abstand x selbst ab. Passt sie zur hinterlegten Region, wird Alarm ausgelöst. Lieber nach 5 oder mehr Minuten eine Warnung als gar keine.

      • Das manuelle selbstständige Abrufen von Daten statt Push ist leider nicht so einfach wie du es dir vorstellst. Sowohl Google mit Android, als auch Apple mit iOS verhindern mittlerweile gekonnt diverse Möglichkeiten, Apps im Hintergrund eigenständig Aktionen ausführen zu lassen. Tricks sind dann z. B. das dauerhafte Anzeigen einer Benachrichtigung, die man nicht löschen kann, allerdings stört das viele Nutzer. Aufgrund der extremen Maßnahmen, um den Energieverbrauch des Smartphones zu senken, sind solche periodischen Abrufe der Daten vom Server nicht mehr so einfach möglich, wie es das früher war und davon abgesehen auch lastintensiv und (weshalb die Betriebssystemhersteller das auch so implementiert haben) stören die Energiesparmaßnahmen des Betriebssystems und steigern den Verbrauch somit enorm.

        Push an sich funktioniert eigentlich reibungslos. Die Ursache für das Problem war ja wohl auch nicht die Infrastruktur der Pushdienste, sondern Systeme, die davor intern angesprochen wurden und versagt haben.

        Ich denke, Cell Broadcast als Fallback für die NINA-Nutzer und als Hauptwarnkanal für Nutzer ohne die App oder ohne Smartphone zu nutzen, klingt nach einer soliden Lösung und ist genau das, was ich schon länger befürworte.

    • Es sind bitte die hochnäsigen, obersten Katastrophenschützer…

  2. Wenn diese nina app installiert ist und fünfunddreissig Jahre nicht geöffnet wird, ist sie dann vom Batteriemanagement nicht auf Ramsch minus Niveau gestuft worden und Benachrichtigungen kommen eh mit einer Woche Verspätung?

  3. Die ITU schaft es Standards einzubringen, die Telefon (in aller Stille und seit Jahrzehnten) Remote abhörbar machen, aber unsere überbezahlten Sicherheits-Clowns schaffen kein Broadcasting über die Funkmasten der in Deutschland lizensierten TELCOS – armes Deutschland (deswegen ist Merkel immer noch Kanzlerin).

    • Bzgl. Merkel: Stimmt genau das wird der Grund sein… ‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️‍♂️

  4. Es ist doch Irrsinn auf ein Warnsystem zu vertrauen das eine von Nutzer selbst installierte App benötigt. Die Funktion muss direkt ins Betriebssystem wie es seit ewig u.a. in den USA der Fall ist.

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