Ausprobiert: Braun Oral-B PRO 6000

Ich putze mir seit einiger Zeit die Zähne. Das ist nichts ungewöhnliches, allerdings hatte ich die Gelegenheit, eine andere Bürste zu testen, eine, die mit Bluetooth funktioniert. Kleine Vorgeschichte: Zahntechnisch war bislang alles soweit in Ordnung bei mir. In 38 Jahren musste ich erst ein Loch im Backenzahn füllen lassen, ansonsten scheint alles im Lack.

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Im Verlaufe der Jahre kamen diverse Zahnbürsten zum Einsatz, logisch, man wechselt ja regelmäßig. Nun also ein Testgerät mit Bluetooth, konkret die Oral-B Pro 6000. Kommt mit Ladestation, Wechselbürsten und einem Smart Guide daher. Kostenpunkt: je nach Anbieter um 100 Euro. Von Oral-B gibt es da mehrere Zahnbürsten, die Oral-B Pro 6000 ist da offenbar im oberen Mittelfeld angesiedelt, unter der 7000. Unterscheidet sich in Sachen Funktion dann eben nur von der Zungenreinigung, die bei der 6000 nicht dabei ist. Also – im Lieferumfang waren mehrere Bürsten für diverse Modi, die Ladestation, eine Schützhülle und der Smart Guide.

Ich komme also aus einer Zeit, in denen bei der Zahnpflege noch von Hand geputzt werden musste. Bürsten gab es nur in Form von Weich, mittel und hart. Ich entschied mich immer zu letzterer Variante. In den letzten zwei Jahren dann eine elektronische Zahnbürste, die allerdings in keiner Weise smart. Als Techie war ich neugierig, hier einmal zu schauen, inwiefern ich auf eine smarte Zahnbürste reagiere.

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Kurzum: die Oral-B Pro 6000 ist wacker in Betrieb genommen. Ladeschale aufstellen, Uhrzeit beim Smart Guide einstellen, App für Android oder iOS herunterladen und via Bluetooth mit der Bürste verbinden. Der Smart Guide als solches ist das Gerät für die Menschen, die nicht immer mit Bluetooth und dem Smartphone hantieren wollen.

Er visualisiert, sobald ihr die Bürste eingeschaltet habt, die Putzdauer. Ihr könnt natürlich putzen, bis ihr schwarz (die Zähne also nicht) werdet, oder ihr nutzt konfigurierbare Programme. Reinigen, Tiefenreinigung, Sensitiv und Zahnfleischschutz, das sind so die Dinger, die ihr einstellen könnt.

Ich selber bin täglich im Tiefenreinigung-Modus unterwegs und putze so immer drei Minuten lang. Hier habt ihr dann noch die Wahl zwischen verschiedenen Bürsten, von denen ein paar im Umfang enthalten sind. So gibt es Aufsätze mit besonders weichen Borsten – oder eben solche, die eher für die ganz gründliche Plaquenentfernung vorgesehen sind.

Nun kommen wir noch einmal genauer zum Smart Guide und zur App. Beides ist einzeln, aber auch gemeinsam nutzbar. Der Smart Guide visualisiert alles, wenn das Smartphone nicht dabei ist. Teilt ihr euren Mund in vier Putzbereiche auf, so seht ihr, wo geputzt werden sollte und wie viel der konfigurierten Zeit bereits abgelaufen ist. Eine Sternchenbewertung und ein bestenfalls freundlicher Smilie weisen euch auf die Erfolge hin. Der Smart Guide fungiert ansonsten als Uhr und kann mit der mitgelieferten Halterung auch an euren Spiegel oder die Fliesen geklöppelt werden. Funktioniert und ist mein heimlicher Favorit – womit ich schon vorweg genommen habe, wie ich zur App stehe.

Ich putze mir nun seit ein paar Wochen die Zähne mit der Oral-B Pro 6000 und nach anfänglicher Nutzung der App ist diese erst einmal aus dem Verkehr gezogen worden. Nicht dass wir uns falsch verstehen: die kann wirklich nützlich sein, wenn man die zu sehenden Infos benötigt.

Die App erinnert euch an das Putzen der Zähne und wartet – wie ein Fitnesstracker – mit einer Statistik auf. Hier muss man natürlich abwägen, wie wichtig eine solche Statistik ist. Bei Nichtnutzung der App werden Putzzeiten mit der Bürste nachgetragen, sodass keine Lücken entstehen.

Ich bin aber die Sorte Mensch, die auf Kurztrips nur die Handzahnbürste mitnehmen. Heißt: Ich putze manuell, ohne Elektro und ohne App. Nutzer der App bekommen während der Putzzeit noch auf Wunsch diverse Inhalte kredenzt. Dieses ist einstellbar und lässt sich auch um eigene Fotos erweitern.

Neben diesen Sachen lassen sich Tipps, Zitate, Kalender oder das Wetter einblenden. Nicht unnützlich, so bekommt man die Zeit rum – falls man nicht eh ein Radio im Badezimmer hat. Auch an die Gamification hat man gedacht, so kann man sich Abzeichen erputzen. Finde ich persönlich nicht schlecht, da es einen spielerischen Ansatz hat und so vielleicht Kiddies motiviert.

Ich selber gebe da eigentlich nichts drauf, ich weiss ja selber, wie ich putze. Über die App lasen sich auch diverse Einstellungen vornehmen. So lassen sich die verfügbaren Modi auf der Zahnbürste einstellen, die dann über einen Schnellzugriff erreichbar sind. Auch lassen sich genaue Zonen im Mund einstellen, die man besonders reinigen kann.

Ganz ehrlich: ich weiss nicht, ob viel wirklich viel hilft. Die App bietet echt alles und ich will auch nicht die Wichtigkeit der Zahnpflege herunterspielen. Aber ich habe seit jeher meine Zähne im Kopf im Gedanken in Bereiche aufgeteilt, die ich alle gleich sorgsam pflege. Habe da noch nie Probleme mit gehabt und mein Zahnarzt hat auch noch nie gesagt, dass ich da hinten am Backenzahn eine Extrarunde drehen soll.

Nach anfänglicher Nutzung der App ließ ich es dann auch sein. Die Bürste und die Modi sind gut, keine Frage – doch die App nutze ich halt wirklich nur, wenn ich Modi schnell einstellen will oder mal die Statistiken synchronisiere. Gamification brauche ich persönlich nicht. Aber: Oral-B hat ja noch viel mit der App vor und ich bin gespannt, ob man das dröge Zahnpflege-Thema in eine hippe App-Ecke bekommt.

Eine Art Fazit? Schwer zu sagen. Ja, meine Zähne fühlen sich glatt uns sauber an – wie früher also, als ich die Bürste noch nicht nutzte. Ich putze immer so um drei Minuten und danach gibt es Listerine. Hier kann ich also für mich persönlich keinen Mehrwert feststellen.

Negativ: Beim Anschaffungspreis von +100 Euro hätten mal vernünftige (Wechsel-)Akkus in die Bürste gepasst. Hier setzt man derzeit auf Ni-MH. Will man nicht auf Bluetooth und die App setzen, dann lohnt sich meiner Meinung nach die Anschaffung nicht. Da findet man auch andere Angebote von Wettbewerbern. Was gefällt: Die Andruckkontrolle und die Bürsten, die visuell anzeigen, ob sie gewechselt werden sollten.

Während App-Fans sicherlich völlig auf ihre Kosten kommen, bin ich eher Fan des Smart Guides. Dieser visualisiert schön die Zeit und das Ergebnis – oftmals hat man vielleicht gar nicht im Gefühl, wie kurz man nur putzt. Die Putzleistung der Bürste konnte auf jeden Fall überzeugen. Interessenten sollten auf jeden Fall die Augen aufhalten, die Bürsten sind heftigsten Preisschwankungen unterworfen, sodass man manchmal die Geräte noch günstiger bekommt, als hier angegeben oder zum jetzigen Zeitpunkt bei Amazon – oder zumindest auf Angebote mit zweitem Mundstück achten. Selbst als Techie darf ich für mich festhalten – die Bluetooth-Zahnbürste mit App, die brauche zumindest ich jetzt ich nicht.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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17 Kommentare

  1. Ich hab ne normale Professional Care von Braun ohne Schnickschnack, nur mit Abdruckkontrolle und Vibrieren, wenn man das Mund“viertel“ wechseln muss. Reicht für mich völlig. Mein Zahnarzt meint immer, elektrisch wäre besser und dann am besten mit runden Köpfen.

  2. Sämtliche Marketingaktionen im Mundhygienebereich sind äußerst Amüsant… 2015, Zahnpasta XY, das ist die beste überhaupt und die Zahnbürste Z reinigt noch besser als die vorherige.
    Im Umkehrschluss haben wir uns im Jahr 2005 die Zähne mit sche**e geputzt. 😀
    Meine rotiert und das wars. Zahnarztbesuche sind auch nur die alljährlichen Durchsichten.. aber das ist ja auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. 😉

  3. tldr

  4. Dinge die die Welt nicht braucht.

  5. Habe die Bürste hier ovp auf dem Schreibtisch.
    Preis 100€ VHB.
    Jemand Interesse?

  6. Rob J. Cole says:

    Mit Guide putze ich schon lange und bin begeistert. Leider macht der Akku langsam schlapp. Die Handy-App würde ich nie benutzen. Für den Akku soll es Anleitungen geben, um die originalen gegen Eneloop zu tauschen.
    Ansonsten ist mein Zahnarzt mit dem Ergebnis sehr zufrieden ?

  7. haraldbootz says:

    wir reklamieren gerade die Tri 5500 – Ende September 2014 gekauft, räudige Akku-Zeiten mittlerweile. Die 5000 hatten wir vorher, weil da die Akku-Zeiten auch schnell runtergingen sind wir eigentlich gewechselt. Ach ja…

  8. PS: Listerine kannst du dir sparen, caschy.
    Die Wirksamkeit des Spülens mit Listerine entspricht in Studien dem Spülen mit Leitungswasser. Die einzige Spüllösung die wirklich was bringt ist Chlorhexidin, da gibt es verschiedene Präparate. Das führt aber nach einer Zeit zu Verfärbungen an den den Zähnen. Also lieber ordentlicher putzen, und auf die Spüllösung verzichten. An den wichtigen Stellen wirkt die sowieso nicht.
    (Bin vom Fach ;))

  9. @ frest
    listerine total care ist genial. spürbar bessere mundhygiene, niemals auch nur ansatzweise mundgeruch den ganzen tag über, keine schmerzempfindlichen zähne mehr… so siehts aus.
    dieses chlorhexidin ist so ein zeug, wenn mich nicht alles täuscht, das man in der apotheke bekommt und niemals über einen längeren zeitraum verwenden darf. das ist was für leute, die kurzzeitig ihre zähne nicht putzen können!?!

    und zur zahnbürste… wenn eine elektische, dann eine oral-b. wer es mag mit display und bluetooth, technisch gleich sind aber auch die günstigeren modelle. kürzlich habe ich im media markt das 6200er modell für 120 euro gesehen… inkl display und bluetooth. die 6000er sollte komischerweise über 200 euro kosten, obwohl eigentlich identisch.

  10. @HO
    man kann auch Gel verwenden und bspw. 1x wöchentlich als Art Vorsorge 😉
    und damit man keine Werbung macht, hier eine Auswahl

    CORSODYL Gel – kohlpharma GmbH – PZN: 02704797
    CORSODYL Gel – Eurimpharm Arzneimittel GmbH – PZN: 00614110
    CORSODYL Gel – Emra-Med Arzneimittel GmbH – PZN: 00885748
    ODER:
    CHLORHEXAMED 1% Gel – GlaxoSmithKline Consumer Healthcare – PZN: 02157562

  11. Gartenzwerg says:

    Sätze für die Ewigkeit: „Ich selber bin täglich im Tiefenreinigung-Modus unterwegs“

  12. Das ist genau auch meine Erfahrung. Ich habe die gleiche Zahnbürste seit September 2014 im Einsatz. Mit der Putzleistung bin ich super zufrieden. Am Anfang habe ich die App noch genutzt, doch seit gut 2 Monaten nutze ich nur noch den Smart Guide. Das ist einfach viel schneller und damit für mich bequemer.

    Jedes Mal das iPhone rausholen, Bluetooth anschalten, die App starten und während des Putzens dann auch noch in Sichtweite halten… Ziemlich überflüssig. Mich ärgert nur, dass es eine Bürste ohne Bluetooth, aber mit Smartguide wohl deutlich billiger gegeben hätte.

  13. Das war eine Ecke zu viel Advertorial. Wenn wenigstens ein Gadget wäre.. Aber eine Zahnbürste??? Fail.

  14. @HO: Chlorhexidingluconat wird seit Jahrzehnten in allen möglichen Formen (Gel, Spüllösungen in verschiedenen Konzentrationen, Lacke, PerioChip) klinisch eingesetzt. Dabei wird insbesondere die hohe Substantivität des Wirkstoffs geschätzt, welche über 7 Stunden liegt. Zudem weist dieser ein hohes Spektrum gegen grampositive und gramnegative Bakterien auf, in 0,2%iger Konzentration auch gegen Candida (Pilze) und Viren. Problematisch sind lediglich die (reversiblen) Verfärbungen. Außerdem gibt es Studien, die auf Wundheilungsstörungen, z.B. bei Einsatz während einer Lappen-OP hindeuten. Das dürfte bei der Anwendung zu Hause aber keine Rolle spielen.

    Falls du es noch genauer wissen willst, kannst du dir ja einen Überblick über die Studienlage machen:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2355095
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1556249
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8747670

    Listerine wirkt über ätherische Öle gegen Mundgeruch. Aber man sollte nicht aufhören zu Duschen, nur weil es Deos gibt.

  15. Wofür brauch in an einer Zahnbürste eine APP-anbindung ode rein externes Display…. sorry, aber das halte ich für vollkommenden Schwachsinn. Ich hab selber eine Oral B mit Andruckkontrolle über rotes Blinklicht und Vibration nach 30sec. um die Seite zu wechseln – und selbst das ist schon zuviel.

  16. Die App bietet tatsächlich keinen Mehrwert, da es keine wirkliche Verbindung zwischen dem Putzgerät und der App gibt. Es läuft ja sozusagen nur ein Film ab. Ob ich jetzt im Oberkiefer oder Unterkiefer unterwegs bin, merkt die Zahnbürste nicht. Das größte Problem sind die Akkus der Braun Zahnbürsten. Vermutlich ist diese alte Akkutechnik mit Absicht verbaut, damit regelmäßig für 100 Euro ein neues Gerät gekauft werden muss.

  17. Da komme ich mir ja fast schon vor wie im Fitnesstraining. Herzfrequenenz messen, Kalorienverbrauch, Fettverbrennung etz. Aber da ist es für mich erwünschenswert. Aber „hallo“ beim Zähneputzen reicht mir eigentlich eine Sanduhr damit ich die Zeit einhalte. Als Vorbild (und ist kein Witz) putze ich meine Zähne immer zusammen mit den Kids. Manchmal habe ich zwar keine Bock , aber genau das sollte man erst Recht durchziehen für gesunde Zähne für die Kids.

    Was soll s – jedes Jahr eine neue Zahnputzmaschine mit Turbo Effekt. die „fast and the flurios version kommt sicher auch noch….. LOL

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