Audiowerbung mal anders: Spotify lässt Labels Songs in Playlisten platzieren

Spotify hat rund 90 Millionen Nutzer, die auf das kostenlose Angebot des Streamingdienstes zurückgreifen. Labels erhalten auch für diese Nutzer Kohle, aber sie sind nicht so lukrativ wie zahlende Streamer. Um diese Hörergruppe für die Anbieter von Musik attraktiver zu machen, gibt es für die Labels nun eine neue Werbemöglichkeit, sie können die Playlisten der Nutzer kapern und mit eigener Musik bestücken. „Sponsored Song“ heißt das Ganze und ermöglicht Labels, Nutzer des kostenlosen Angebots gezielter zu erreichen.

Spotify bestätigt gegenüber TechCrunch, dass diese neue Form der Werbung aktuell getestet wird. Sollte es sich als erfolgreich erweisen, werden Sponsored Songs dann an alle verteilt. An alle Nutzer des kostenlosen Angebots, Zahler haben keine Fremdsongs in ihren Playlisten zu befürchten.

Und auch für diese Nutzer scheint die Form der Werbung optional zu sein. In den Einstellungen findet sich ein Schalter, um Sponsored Content zu verbergen. Wenn eh nur Free-Nutzer die Funktion erhalten, wäre ein solcher Schalter für Premium-Nutzer ja quatsch.

Es wird auch keiner gezwungen, einen Sponsored Song zu hören, auf dem Screenshot ist zu sehen, dass dieser oberhalb der eigentlichen Playlist eingeblendet wird. Für Labels dennoch eine gute Möglichkeit, denn manche Playlists haben sehr viele Follower, da erreicht man auch genug Menschen, bei denen sich der Song dann einbrennt.

Für Spotify auf jeden Fall eine weitere Einnahmequelle und von denen kann das Unternehmen gar nicht genug haben. Denn trotz 140 Millionen aktiver Nutzer (rund 50 Millionen zahlend), ist Spotify ein Verlustgeschäft, 390 Millionen Dollar wurden 2016 draufgezahlt.

Aber auch für Nutzer des kostenlosen Angebots muss das nicht nur „Werbung“ sein. Gut möglich, dass man so sein nächstes Lieblingslied entdeckt, während man sowieso seine Lieblingslieder hört. Auf jeden Fall können Labels so sehr gezielt auf bestimmte Hörergruppen zugehen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Deliberation says:

    Solange das für zahlende Nutzer nicht kommt, können die damit gerne ihre Freebies finanzieren. Ich möchte so eine Funktion jedenfalls als zahlender User niemals als Zwangsfunktion. Wenn ich neue Musik entdecken will, gibt es unter den Playlisten ja bereits Vorschläge. Das kann sinnvoll sein und hier habe ich auch schon den ein oder anderen Lieblingssong entdeckt. In der Liste waren aber auch schon echt gruselige Dinge, die ich in einer Playlist nicht haben will. Vor allem dann nicht, wenn die Playlist z.B. Freunde, Verwandte oder Kollegen bei einem gemeinsamen Abendessen beschallen soll. Da will ich nicht irgend einen Mist hören, der nur aufgrund irgendeiner Metadaten-Relation irgendwie zu den Liedern meiner Playlist passt. Und alternativ kann man ja das Spotify-Radio hören, wenn man überrascht werden will.

  2. So ganz einleuchtend finde ich diese Art der Werbung nicht. Der Free-User wird ja nicht zum zahlenden User, weil er einen bestimmten Song angeboten bekommt – und zwar gratis. Warum sollte der dann noch zahlen?

  3. sunworker says:

    @kOOk
    Es geht ja darum das die Labels dafür zahlen, nicht der User.

    Solange das nur bei Freebies angezeigt wird ist alles gut. Wenn die mich als zahlenden User mit so einem Scheiss belästigen sollten, bin ich wenige Minuten danach Ex-Kunde. Sofort. Und Spotify ist schon ein recht arroganter Laden, denen traue ich das zu.

  4. Sascha Ostermaier says:

    @kOOk: Beispiel: Du bist Free-Nutzer und hörst über die Empfehlung einen geilen Song, der Dir normalerweise gar nicht zur Verfügung stehen würde. Den findest Du so toll, dass Du alles von dem Künstler hören willst und schon wirst Du zum zahlenden Nutzer. Lass das mal bei ein paar Prozent funktionieren, bei 90 Millionen kann das viel ausmachen.

  5. @kOOk
    Das ist doch kein Hexenwerk, Spotify bekommt Geld von Musiklabels/Artist wem auch immer, den kann es also erst einmal egal sein ob gezahlt wird bzw. am Ende ein Abo bei rumkommt (natürlich werden sie es auch versuchen und es wäre für sie super, aber Geld bekommen sie so auch).
    – Das Musiklabel und der Künstler bekommen die Werbung. Sie werden bekannt gemacht, auch bei Benutzern, die zwar die Musik an sich gut finden könnten, aber eben den Künstler nicht auf dem Schirm hatten.
    – Sie werden vielleicht berühmter, werden mehr im radio gespielt, bekommen mehr Konzertkarten und mp3s auf den Portalen verkauft etc. etc. etc. (So wie Werbung für Produkte eben funktioniert)

    ——

    Schlimm finde ich es übrigens nicht. Mir gefällt auch die Discover Weekly Playlist sehr um einmal über meinen Tellerand zu schauen. Und solange sie nicht dirket IN der Playlist sind ist es auch legitim, aber wird wenig Effekt haben.
    IN der Playlist ist es wieder kritisch mit „Content“ und „erstellten Inhalten“ rumzufuschen. Deswegen ist INtelliTXT ja auch nicht gerade die beliebteste Werbeform xD

  6. @all, ok danke, jetzt wird mir das klarer.

  7. musicnerd says:

    Ich habe lange Zeit die kostenlose Version von Spotify genutzt und bin damit, zum nebenbei leise am PC Musik hören, genauso zufrieden wie ich es seinerzeit mit Last.fm gewesen bin. Mittlerweile nutze ich jedoch die Premium-Variante.

    Die gelegentliche Werbung hat mich bei Spotify nur in einem Punkt wirklich gestört. Die Frequenz, als auch die Art der Spots waren zwar akzeptabel und bei weitem nicht so aufdringlich wie die Mainstream-Radiosender-Werbung, jedoch ist deren LAUTHEIT enorm. Um sich von der Musik abzusetzen werden diese stark in ihrem Dynamikumfang komprimiert (DRC), was bei lautem Musik hören dazu führt, dass die Werbung mit mindestens der doppelten Lautstärke abgespielt wird. Was das bei Kopfhörern bzw. Stand-Lautsprechern bedeutet sollte wohl jedem klar sein: Hörverlust durch Werbung!

    Da finde ich es persönlich deutlich angenehmer, wenn zwischendurch gesponserte Songs eingemischt werden die zumindest grob meinem Hörverhalten entsprechen (Stichwort: zielgerichtete Werbung), solange diese bei bedarf übersprungen werden können wenn dies nicht der Fall ist und dabei im Gegenzug die Werbespot-Frequenz sinkt. Wenn alle beteiligten daran gerecht verdienen können, Musiker, Label und Spotify, ohne den Hörer zu übervorteilen, dann würde Spotify endlich den richtigen Weg in Richtung kostenloses „Radio der Zukunft“ gehen, denn die Zukunft für Musikliebhaber ist NICHT Digitalradio-Broadcast (Mehr Sender mit Musik die man nicht mag).

  8. Das Problem sehe ich darin. Das nicht beachtet wird was der Nutzer hören würde sondern was gepusht werden soll.

    Also wenn dann eine Metal Playlist auf einmal mit Helene Fischer kommt weil die doch gerade ein Tolles Album raus hat.

    Die normalen Empfehlungen versuchen ja zumindest die Hörgewonheiten zu beachten.

    Solange die Songs nicht einfach in die Playlist sondern nur oben sind ok. Dann kann man diese ja umgehen. Aber einfach so die Playlisten versauen. Das könnte doch viele Free Nutzer verärgern.

  9. „Beispiel: Du bist Free-Nutzer und hörst über die Empfehlung einen geilen Song, der Dir normalerweise gar nicht zur Verfügung stehen würde. Den findest Du so toll, dass Du alles von dem Künstler hören willst und schon wirst Du zum zahlenden Nutzer.“

    Wieso wäre der sonst nicht da? Soll das Songs sein die normal nicht im Angebot sind?

    Und wieso muss ich um ein Album zu hören dann Pro nehmen? Gibt es Inhalte die Free gesperrt sind?

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