Auch Microsoft arbeitet an eigenen Chipsätzen auf Basis von ARM-Architektur

Für Intel dürfte es sich hierbei nicht unbedingt um eine willkommene Meldung handeln: Laut Bloomberg arbeitet auch Microsoft bereits an eigenen Chipsätzen, die auf der ARM-Architektur basieren sollen, ähnlich wie es Apple zuletzt mit seinem doch sehr vielversprechenden M1-Chip unternommen hat. Die Chips seien für den Bereich Server (Azure Cloud) gedacht, allerdings arbeite man auch schon an Lösungen für kommende Surface-Computer.

Microsoft bestätigte diese Entscheidung bereits gegenüber The Verge, meint „Because silicon is a foundational building block for technology, we’re continuing to invest in our own capabilities in areas like design, manufacturing and tools, while also fostering and strengthening partnerships with a wide range of chip providers“ – so Frank Shaw von Microsoft. Es gab in der Vergangenheit bereits Partnerschaften zwischen Microsoft und AMD, beziehungsweise Qualcomm. Der Weg weg von Intel ist also kein neuer.

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14 Kommentare

  1. Thomas Müller says:

    Ich glaube es wird langsam Zeit langfristige Put Optionsscheine auf Intel Aktien zu kaufen. Der Erfolg von Apple wird nicht spurlos an Intel vorbeigehen. Microsoft braucht sicher länger dafür, aber die Richtung ist klar.

    • Bin auch hier um einen ähnlichen Gedanken zu äußern ^^

    • Puts auf Intel kaufen – eine Erfolgsgeschichte ala Wirecard wird dies sicherlich nicht. Intel hat sich in der Vergangenheit öfters ein paar Ausrutscher erlaubt und hat sich erholt. Das gleiche gilt doch für Microsoft. Nach dem Weggang von Steve Ballmer wurde schon nach dem Bestatter gerufen. Und jetzt 30% Gewinnmarge… Es gibt zwei Punkte die für Intel kritisch werden kann a) wenn MS es schafft softwareseitig eine gscheite Windosw-ARM-Version + Softwareökosysteme in den Markt zu bringen. Dann hat AMD aber auch ein Problem und b) Intel muss mal wieder mit neuen Produkten punkten. Ich bin gespannt – nachdem die Sache mit Mobilfunkchips in die Hose ging, ob sie bei den Graphikeinheit mal was wettbewerbsfähiges auf die Reihe kriegen.

  2. > ähnlich wie es Apple zuletzt mit seinem doch sehr vielversprechenden M1-Chip unternommen hat

    Eher nicht. In dem Artikel steht, dass MS fertige ARM-Designs nimmt und sich daraus Chips zusammenstellt (für Server und eventuell Surface). Vergleichen kann man das mit den SoCs in den ersten beiden iPhones.
    Apple entwirft von Grund auf selbst, angefangen bei der Mikroarchitektur. Das ging nur mit erheblichen Investitionen und mehreren Übernahmen und fing vor über 10 Jahren mit der Übernahme von PA Semi an.

    • Ich glaub auch nicht, dass MS Apple folgen wird. Eher wird Amazon kopiert. Die setzen ja auch eigene ARM-Lösungen einen.

  3. Hey Kalle, du scheinst mehr davon zu verstehen. Könntest du genauer erklären wo der Unterschied zwischen „Apple entwirft von Grund auf selbst, angefangen bei der Mikroarchitektur.“ (aber auf ARM Basis) und „MS fertige ARM-Designs nimmt und sich daraus Chips zusammenstellt“ liegt?

    • War auf Anwort auf Kalles Kommentar gedacht, herrje.

    • Richard Rosner says:

      Apple hat einfach mehr Geld und arbeite rein gesteckt, die bestehende Architektur weiterzuentwickeln. Die nehmen nicht mehr nur ARM Kerne von der Stange mit ein paar kleineren Anpassungen. Da macht selbst Qualcomm mehr. Die Formulierung für MS Chips klingt, als hätte MS nur die günstige Lizenz von ARM, mit der sie zwar fertige Kerne nutzen können und auch da was zusammenstellen können, aber nicht wirklich mehr. Samsung, Apple und Qualcomm haben eine Lizenz, mit der sie im Grunde alles ändern können, wie sie wollen. Es muss nur den Arm Befehlssatz ausführen können, also A64. Sprich auf allen Arm Chips muss die gleiche Software laufen können, wie das umgesetzt wird, ist den Herstellern überlassen.

      • Microsoft hat die gleiche Lizenz wie Apple, Samsung, Qualcomm und andere. Es kommt halt darauf an, wieviel Arbeit reingesteckt wird und welche Bestandteile Custom sind.

    • https://www.anandtech.com/show/14892/the-apple-iphone-11-pro-and-max-review/2

      Ich roll’s mal von hinten auf. Auf dem ersten Bild da sieht man einen Die Shot des A13 im iPhone 11. Der Chip setzt sich aus verschiedenen Funktionsblöcken zusammen. Ein paar davon sind eingezeichnet (das Übliche halt, CPU, GPU, Cache und in diesem Fall noch die Neural Engine).
      Arm bietet für solche Chips komplett vorgefertige Designs an (zBsp die Cortex-Reihe). Mit einer Architekturlizenz kann man die Mikroarchitektur der Chips selbst gestalten (Beispiele sind Exynos oder Snapdragon, genau sowas hat Microsoft vor). Wenn man einen Schritt weiter gehen will kann man auch Funktionsblöcke (Kerne) selbst entwerfen. Das machen aber die wenigsten, Beispiel wären manche Snapdragons, die haben von Qualcomm selbst entworfenen CPUs.
      Oder halt Apple’s Chips. Die sind da mittlerweile komplett vertikal aufgestellt und gestalten alles In-House. Nicht nur CPU und GPU sondern auch Neural Engine, ISP, Controller für Speicher, Ports, etc. Das kostet zwar, aber das Ergebnis spricht für sich.

  4. Solange es keine Lösung ala Rosetta 2 bei Microsoft geben wird, werden sich ARM Prozessoren bei Surfaces nicht durchsetzen.

    • Richard Rosner says:

      Der Erfolg von Rosetta2 geht aber nicht ohne den M1. Der soll auch Teile des x86 Befehlssatzes beherrschen, dadurch muss Rosetta2 nicht alle x86 Instruktionen in AArch64 Instruktionen übersetzen. Sonst wäre eine Leistung von bis zu etwas 3/4 der von nativer Software nicht realisierbar. Aber ja, der Emulator in Windows kann sicher noch verbessert werden.

  5. Intel spürt mittlerweile mehr als deutlich welche Fehlentscheidung es war sich zurückzulehnen, das eigene Geld zu zählen und die Weiterentwicklung der eigenen Produkte über viele Jahre zu vernachlässigen.

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