Arduboy: Spielkonsole im Kreditkartenformat startet bei Kickstarter durch

Vor etwas mehr als einem Jahr berichteten wir über Arduboy, dem GameBoy im Visitenkartenformat. Seinerzeit wollte Kevin Bates, der Entwickler des Ganzen, die Sache über Crowdfunding unter die Interessierten bringen. Die Kampagne dazu ist jetzt gestartet, so kann jeder seinen eigenen kleinen Arduboy erhalten. Arduboy erinnert optisch an einen miniaturisierten GameBoy, ein paar Buttons, ein kleines Display, alles über ein Arduino Board verbunden. In Sachen Software kann man natürlich nicht mit GameBoy-Titeln rechnen, dafür gibt es kostenlose Games über Arduboy Arcade.

Arduboy

Arduboy soll aber nicht nur als reine Spielkonsole dienen, sondern den Nutzern auch gleich noch das Programmieren näher bringen. Das soll durch kostenlose Online-Tutorials geschehen, die die Entwicklung für Arduboy Schritt für Schritt erklären. Open Source Gaming ist das Zauberwort, die Kickstarter-Kampagne bietet außerdem Education Kits. Erwirbt man dieses Paket, gibt es nicht nur 10 Arduboys, sondern auch gleich noch einen Kurs in Sachen Programmierung.

Arduboy besteht aus einem Arduino Board, einem 128 x 64 Pixel OLED Display (1-Bit), einem 180 mAh Akku, einem USB 2.0 Anschluss und 6 Buttons. Das alles ist zusammen mit 32 KB Speicher und 2,5 KB RAM in einem 5 mm dicken Gehäuse mit der Fläche einer Kreditkarte untergebracht. Der Akku soll dabei eine Spielzeit von mehr als 8 Stunden ermöglichen.

Arduboy_02

Arduboy ist nach wie vor eine ziemlich coole Sache, für die Kickstarter genau die richtige Plattform ist. Das Produkt würde sich nie auf einem großen Markt durchsetzen, ist aber ideal für Bastler und digitale Nostalgiker. Das Finanzierungsziel ist schon fast vervierfacht eingespielt, solltet Ihr also Interesse haben, schlagt zu, das Ding dürfte auf jeden Fall produziert werden.

39 Dollar (plus 15 Dollar Versand nach Deutschland) werden für einen Arduboy fällig, den Zweierpack gibt es für 69 Dollar. Ausgeliefert werden soll im Oktober, vielleicht sucht ja jemand bereits ein nerdiges Weihnachtsgeschenk. Das Projekt läuft noch 29 Tage, bis dahin solltet Ihr Euch entschieden haben, ob Ihr einen Arduboy möchtet oder nicht. (Danke Thomas!)

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

14 Kommentare

  1. Wenn ich das jetzt richtig gesehen habe, dann hat Arduboy keinen Slot für SD-Karten und scheinbar kann man keine GB-Roms benutzen? Schade, aber so ist es für mich uninteressant. Ich habe hier noch einen alten GB mit jede Menge gekauften Spielen rumfahren und wenigstens die hätte ich gerne auf dem Arduboy benutzt. Das wäre eine coole Sache gewesen, alle GB-Spiele auf einen Schlag mitführen zu können. Davon abgesehen ist Arduboy ein interessantes Projekt und ich drück den Leuten trotzdem mal die Daumen.

  2. Interessantes Projekt? wo alle auf ihrem Smartphone daddeln? Glaub ich nicht.
    Um Jahre zu spät.

  3. Elektroschrott. Vollkommen sinnlos in Zeiten von Smartphones und Tablets.

  4. Wenn Mame drauf laufen würde….

  5. Christian says:

    Ziemlich teurer Spaß (inkl Versand) für so eine Spielerei.
    Spielzeug würde ich es nicht mal nennen, dafür ist das Teil wirklich zu nah an Elektro Schrott.

  6. Lol, da macht sich jemand die Mühe, entwickelt sowas monatelang und dann wird das hier als Elektroschrott betitelt. Wäre es Eleketroschrott, würde ja jetzt nicht schon das 5 fache des Finanzierungsziels erreicht worden sein.

  7. Warum so negativ? Vielleicht bin ich jetzt der Nerd wenn ich sage dass ich unter den ersten 5 war die das Teil finanziert haben und nach 2 Stunden war es schon durch. Klar sieht es aus wie ein Gameboy aber es soll ja keiner werden 😉 Da springt Nintendo sicherlich dann aufs Dach oder?

    Beim C64 gab es auch großartige Spiele und hier ist es nun mal auch die Kunst keinen Schrott zu schreiben oder? Auch die Demo Szene schafft große Kunst also ich bin da nicht skeptisch und freue mich 🙂

    Freut mich dass ihr darüber hier berichtet 😉

  8. eimsbush says:

    Da ist C.H.I.P. wesentlich interessanter

  9. So sehr es mir widerstrebt, aber in diesem Fall muss ich den Nörglern teilweise Recht geben. Auch wenn ich das Problem eher darin sehe, dass es keine Art von kabelloser Verbindung gibt.
    Das hätte doch noch etwas bewirken können. Fernbedienung für andere Geräte, simple Multiplayerfunktionalität etc.

  10. Na klar wurde hier deren Ziel sehr schnell erreicht, die geneigte Zielgruppe springt ja auf beinahe alles mit Geschrei, was „Ardu“ vor oder „duino“ hinter einem Wort mitschleift. Und mit „Boy“ hintendran haben sie auch noch gleich die ganze Nostalgie-Welle dazugenommen, die dann auch gleich von der Berichterstattung unhinterfragt übernommen wird. Wenn der Satz „der Gameboy im Visitenkartenformat“ in den Retro-Geschmacksnerven britzelt, spielt’s keine Rolle mehr, dass das Ganze mit einem Gameboy so viel zu tun hat wie ein Nokia-„Snake“ mit einer PSP.

    Dass die „Entwicklung“ der Anbieter sich so gut wie ausschließlich auf das schicke Gehäuse beschränkt, darf man ja auch nicht mehr dazu sagen. Das Ganze ist ein Arduino-Klon mit dem günstigsten OLED-Display auf dem Markt und vier Buttons, nicht mehr — aber auch nicht weniger. Als Lernplattform nicht besser oder schlechter geeignet wie €10 in Einzelteilen aus China, nur eben mit schickem Gehäuse und noch schickerem Namen.

    Insgesamt ja nichts schlechtes, wenn auch was unnötiges. Der Lerneffekt bei Arduino und C(l)o(n) kommt ja u.a. auch davon, die Geräte zu erweitern, wenn man’s will. Was bei diesen und ähnlichen vorgefertigten Teilen leider nicht mehr so einfach ist. Ich befürchte, dass sich bei vielen Backern relativ schnell die Ernüchterung einstellt, wenn die fünf simplen (weil simpel sein müssenden) Beispielspiele durch sind, die mitgeliefert werden.

  11. Eben… sowas als GB Emulator wäre geil… Und von Nintendo in dem Format würde ich locker auch teuer bezahlen für Retro Games die ich eh mal hatte/habe

    Mystic Quest / Seiken Densetsu würd ich gern darauf nochmal durchzocken

  12. Meine Güte, das Teil kostet 39$, spielt ihr halt auf euren Smartphones wenn ihr unbedingt wollt aber es gibt eben noch Leute die das Retro Feeling der kleinen Kiste zu schätzen wissen. Ich hab jedenfalls schon mehr Geld für beschisseneren Kram hingeblättert. Ein schönes Projekt dann als Elektroschrott zu beschreiben ist da schon unverschämt. Aber Hauptsache morgen 50€ beim „Alle-Männer-ohne-Kind-gehen-saufen“ Tag verschwenden.

  13. @Philipp: besser hätte ich es auch nicht schreiben können, besonders den letzten Satz

  14. Ein schönes Projekt dann als Elektroschrott zu beschreiben ist da schon unverschämt.

    Nein mein Herr; Es ist unverschämt, anderen Leuten vorzuwerfen, sie hätten ihre eigene Meinung misverstanden.

    Schrott wird wirklich nicht weniger „schrottig“, nur weil manche Schrott schön finden. Der Nutzen eines fest mit OLED und einer Handvoll Buttons verlöteten, aber ohne GPIO-Pads ausgestatteten ATmega32u4 ist nunmal heftigst eingeschränkt. Und wenn die erste Euphorie vorbei ist, und die Leute feststellen, dass man mit Processing leider gar nicht so richtig gute Spiele schreiben kann, sondern auf Assembler zurückgreifen muss, um das zustande zu bringen, was dort in den Beispielvideos gezeigt wird … dann liegt das Ding recht schnell in der Ecke, denn vermutlich wird auch niemand den ATmega auslöten und in ein anderes Package verpflanzen.

    Was mich allerdings persönlich mal kurz interessieren würde: Was zum Kuckuck hat dieses Ding mit „Retro“ zu tun? Ist’s wirklich nur das Gehäuse, der Form-Faktor, der die Leute juchzen lässt?