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ARD plant Online-Plattform mit Zeitungsverlagen

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten sich nach Ansicht vieler Bürger wohl eher zusammenschrumpfen, als noch weiter auszubreiten. Denn die Anzahl derjenigen, welche mit der Qualität des Angebots zufrieden sind, scheint in den letzten Jahren abzunehmen. Zumal es viele Alternativen gibt, um sich mit sowohl Informationen als auch Unterhaltung zu versorgen. Das hindert die ARD aber nicht daran gemeinsam mit den Zeitungsverlagen eine neue Online-Plattform zu planen.

Da kann man eben wieder diskutieren, ob die ARD einfach korrekt mit der Zeit geht, oder sich lieber auf das Wesentliche besinnen sollte. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm hat in einem Interview sogar erklärt, dass die gemeinsame Video-Plattform der ARD und der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage auch für private Sender offen stehen könnte. Versuche in diese Richtung strengen derzeit viele Anbieter an – auch RTL etwa mit seinem zentralen Angebot TV Now.

Laut Wilhelm habe eine gemeinsame Plattform für alle Vorteile. Etwa könnten dann die Zeitungsverlage statt eigene Videos zu produzieren welche der öffentlich-rechtlichen Sender für ihre Berichterstattung lizenzieren: „ARD und ZDF würden ihre Herkunftsbezeichnung auf den Videos behalten und insofern auch nichts verlieren.“ Ob diejenigen, welche den Rundfunkbeitrag bezahlen, es begrüßen, wenn die durch ihre Gelder finanzierten Inhalte dann letzten Endes durch privatwirtschaftliche Verlage genutzt werden, ist freilich eine andere Frage.

Am Ende wünscht sich Wilhelm im Idealfall eine größere europäische Lösung: „Ich werbe für einen ambitionierten Ansatz, der Europa eine Selbstbehauptung im digitalen Raum ermöglicht: eine gemeinsame digitale Infrastruktur, die von unterschiedlichsten Anbietern etwa aus Kultur, Wissenschaft, Bildung und den Medien für die Verbreitung ihrer Inhalte genutzt werden kann, als Alternative zu den Plattformen der US-Giganten.

Der ARD-Vorsitzende kritisiert dabei, dass sich zu viele Menschen und speziell Politiker mit der Vormachtstellung der US-Anbieter abgefunden hätten. Das sei aber nicht in Stein gemeißelt und könnte mit der richtigen Herangehensweise durchbrochen werden. Ich persönlich sehe in der Argumentation aber den Fehler, dass die öffentlich-rechtlichen Sender meiner Ansicht nach aktuell trotz immensen Budgets kaum qualitativ erwähnenswerte Inhalte liefern. Die meisten Eigenproduktionen wirken handwerklich stümperhaft, inhaltlich banal und sind weder international noch innerhalb Deutschlands konkurrenzfähig. Das ist aber nur meine subjektive Meinung und kann jeder anders sehen.

So denke ich, dass eher bei den Inhalten an sich mehr Risikobereitschaft und Mut zu moderneren Herangehensweisen notwendig wäre. Eine neue Verbreitungsplattform wird da aber gar nichts bewirken.

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