
Apple startet gerade seine jährliche Entwicklerkonferenz. Während die Inhalte vor allem für Entwickler interessant sind – über 21 Millionen von ihnen gibt es – können sich auch die Nutzer über das Update freuen. Und das sind diesmal mehr als jemals zuvor. Denn alle Geräte, die iOS 11 erhalten haben, werden auch iOS 12 erhalten. Bis runter zum iPhone 5S.
Das wird auch wieder für eine schnelle Verbreitung sorgen, 81 Prozent aller iOS-Nutzer sind heute mit iOS 11 unterwegs. iOS 12 kommt mit jeder Menge Neuerungen, konzentriert sich aber auch auf die Performance. So lassen sich Apps bis zu doppelt so schnell starten – vor allem soll sich dieser Leistungsschub auch auf älteren Geräten bemerkbar machen.
Erreicht wird das Ganze dadurch, wie der Prozessor angesprochen wird. Statt diesen langsam hochtakten zu lassen, wird schnell die volle Leistung abgerufen und ebenso schnell wieder heruntergefahren. Kommen wir aber zu den iOS 12-Neuerungen, die man dann bald nutzen können wird. Den Anfang macht Augmented Reality.
Hier wurde von ein neues Format vorgestellt: USDZ. Es wurde mit Pixar entwickelt und von Adobe ist bereits besonders aktiv damit, man wird da sicher bald mehr von hören. Es wird auf jeden Fall möglich sein, diese USDZ-Objekte direkt aus der Creative Cloud in die AR-Umgebung übertragen.
ARKit 2.0 wird neue Möglichkeiten ermöglichen, zum Beispiel Multiplayer auf verschiedenen Geräten. Jeder sieht dann auf seinem Gerät das Spielfeld, alles aus seiner eigenen Perspektive. Auch hier wird man sicher bald noch mehr sehen, die Demos sahen aber durchaus sehr interessant aus.
Measure wird eine neue App von Apple werden. Mit dieser wird man Räume oder Gegenstände vermessen können, alles durch Augmented Reality. Das freut sicher ein paar der Entwickler nicht so sehr, nämlich solche, die genau solche Apps an den Mann bringen möchten.
Als nächstes war Fotos an der Reihe. Hier wird der Nutzer auf Suchvorschläge zugreifen können, oder die App hebt Orte und Kategorien hervor. Einen neuen Tab wird die App auch erhalten. „For You“ wird geteilte Alben beinhalten, aber auch Effektvorschläge oder Vorschläge, mit wem man die Bilder teilen könnte. Etwas persönlicher also alles.
Der nächste Punkt war Siri. Siri ist laut Apple der meistbenutzte Sprachassistent, laut mir aber auch einer der dümmsten. Vielleicht ändert sich das mit iOS 12, denn es wird auch bei Siri Neuigkeiten geben.
Siri wird Shortcuts erhalten. Diese können vom Nutzer selbst festgelegt werden. Über einen bestimmten Befehl wird dann zum Beispiel eine Bestellung ausgeführt. Oder man aktiviert auf diese Weise Gadgets, auf der Bühne wurde die Aktivierung von „Tile“ mit einem Shortcut gezeigt. Letztendlich werden diese Shortcuts Inn einer separaten App erstellt. Erinnert sehr an Workflow, das von Apple ja übernommen wurde.
Auch Apples in iOS integrierte Apps erhalten Updates, zum Beispiel die in Deutschland nach wie vor nicht verfügbare News-App. Auch die Aktien-App erhält einmal ein Refresh – und auch neue Inhalte, denn auch hier wird Apple News integriert. Natürlich zugeschnitten auf den Finanzmarkt. Innerhalb der App können komplette News gelesen werden. Und die App kommt auf das iPad.
Voice Memos kommt auch auf das iPad, auch in neuem Design und natürlich mit iCloud-Support, sodass man seine Aufnahmen direkt auf allen Geräten präsent hat. Zu guter Letzt wird iBooks neu aufgestellt. Daraus wird nun nämlich Apple Books. Neues Design, neuer Store, alles soll hier besser sein.
Ein interessanter Punkt für CarPlay-Nutzer: Mit iOS 12 werden auch Naviagtions-Apps von Drittanbietern unterstützt, man kann also mit Google Maps oder Waze über CarPlay navigieren.
Angedeutet hat sich auch schon eine Änderung, die dem Nutzer bewusster machen soll, wie er sein iPhone nutzt. Das iPhone soll nicht so viel Ablenkung bringen. Zum Beispiel im Nicht-Stören-Modus während der Schlafenszeit. Dort werden keine Benachrichtigungen mehr angezeigt. Auch ist es künftig möglich, den Nicht-Stören-Modus temporär (für eine Stunde, etc.) zu aktivieren.
Mehr Kontrolle gibt es bei Benachrichtigungen. Einstellungen zu diesen kann man direkt aus den Benachrichtigungen vornehmen. Zudem können Benachrichtigungen gruppiert angezeigt werden (pro App oder auch thematisch sortiert).
Das nächste große Feature nennt sich „Screentime“. Über diese Funktion erhält man einen Aktivitätsbericht. Welche Apps, wie lange, zum welcher Zeit. Oder auch einfache Dinge, wie oft man sein iPhone in die Hand nimmt. Ebenso ist sichtbar, welche Apps wie viele Benachrichtigungen senden.
Diese Informationen sind natürlich nützlich, sie helfen aber noch nicht bei einer gemäßigteren Nutzung. Natürlich gibt es auch hier etwas. Man kann für Apps Limits festlegen und wird dann darüber informiert. Das kann helfen, viel cooler sind aber die Einstellungen für Kinder. Hier kann man genau festlegen, was wie genutzt werden darf. Auch hier kann man Apps gruppieren oder für einzelne Apps festlegen. Zum Beispiel 2 Stunden Social Network-Apps und dergleichen. Apps und Webseiten lassen sich so auch für einen Zugriff sperren.
Die Nachrichten-App wird vor allem für die versierteren Nutzer interessanter. Mit neuen Animojis. Und mit Tongue Detection. So können Animojis auch die Zunge herausstrecken. Neu hinzukommen Tiger, Koala, Ghost und T-Rex. Ganz neu sind hingegen die Memojis. Zumindest bei Apple. Man kann ein Animoji nach seinem eigenen Vorbild erstellen. Also eines, das dann so aussieht wie der Nutzer. Okay.
Neue Effekte gibt es auch in der Kamera in den Nachrichten. Und Sticker. Und man kann Anomjis / Memojis direkt über Bilder legen. Der Fun-Faktor steigt. Zumindest falls man iMessage nutzt. Ich freue mich drauf.
Als nächstes war FaceTime an der Reihe. Die größte Änderung: Gruppenvideoanrufe! Bis zu 32 Teilnehmer können teilnehmen. Besonders cool: Die Personen, die gerade sprechen, werden in den Vordergrund gebracht und vergrößert dargestellt. Man kann aber einzelne Teilnehmer auch antippen und diese dann auf dem Bildschirm sehen.
FaceTime wird auch die Kameraeffekte aus der Nachrichten-App erhalten, Zugriff auf Sticker und Animojis ist vorhanden. Das sah in der Demo sehr nett aus alles.
iOS 12 wird im Herbst dieses Jahres erscheinen, wir halten Euch auf dem Laufenden, was die Verfügbarkeit einer Beta angeht. Was sagt Ihr zu den Neuerungen?
Folgende Geräte erhalten iOS 12:
iPhone:
iPhone X
iPhone 8
iPhone 8 Plus
iPhone 7
iPhone 7 Plus
iPhone 6s
iPhone 6s Plus
iPhone 6
iPhone 6 Plus
iPhone SE
iPhone 5s
iPad:
12.9-inch iPad Pro 2nd generation
12.9-inch iPad Pro 1st generation
10.5-inch iPad Pro
9.7-inch iPad Pro
9.7-inch iPad
iPad Air 2
iPad Air
iPad 5th generation
iPad mini 4
iPad mini 3
iPad mini 2
iPod touch:
iPod touch 6th generation