Apple: Weiteres Zwangsgeld aufgrund der App-Store-Zahlungsregeln

Wir berichteten darüber, dass es Apple erlauben soll, in den Niederlanden Dating-Apps zu erlauben, In-App-Käufe problemlos außerhalb des App Stores zu ermöglichen.

Im App Store müssen Anbieter von Dating-Apps auch andere Zahlungssysteme als das von Apple verwenden können. Darüber hinaus müssen Anbieter von Dating-Apps die Möglichkeit haben, auf Zahlungssysteme außerhalb der App zu verweisen. Dies war in einem Zwangsgeldbescheid festgelegt worden, den ACM (die niederländische Behörde für Verbraucher und Märkte) im August 2021 gegen Apple verhängt hatte. Am 24. Dezember 2021 entschied das Gericht, dass dieser Teil der Anordnung veröffentlicht werden kann.

Nachdem ein erstes Zwangsgeld in Höhe von 5 Millionen Euro gezahlt werden musste, gab Apple Änderungen am System bekannt. Die niederländischen Wettbewerbshüter sind damit aber noch nicht zufrieden. So sei man zu dem Schluss gekommen, dass die überarbeiteten Bedingungen, die Apple den Anbietern von Dating-Apps auferlegt hat, unangemessen sind und ein unnötiges Hindernis darstellen.

Die neuen Bedingungen sehen vor, dass Anbieter von Dating-Apps eine völlig neue App entwickeln müssen, wenn sie ein alternatives Zahlungssystem nutzen wollen. Apple hat ACM über diese neuen Bedingungen informiert. App-Anbieter können ihre bestehenden Apps nicht anpassen. ACM hält dies für eine unangemessene Bedingung, die im Widerspruch zu den Anforderungen steht, die Apple aufgestellt hatte. ACM ist der Meinung, dass Apple damit immer noch nicht den Anforderungen der ACM entspricht. Apple muss daher weitere 5 Millionen Euro zahlen. Die Gesamtsumme aller Strafzahlungen beläuft sich derzeit auf 20 Millionen Euro.

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4 Kommentare

  1. Hauptsache es wird dadurch nicht die Übersichtlichkeit und Transparenz kaputt gemacht. Ich finde es sehr praktisch, dass man bei Apple alle Abos z.B. an einer Stelle sehen kann (Einstellungen-Apple-ID-Abonnements).

    • Sei nicht so kurzsichtig. Ich sehe das auch so… es birgt aber eben Gefahren und 30 Prozent sind extrem viel von einem Produkt. Entweder die Gebühr fair machen oder Alternativen anbieten. Es geht nicht immer nur um uns und darum, wie bequem es ist.

      • Stimme Dir zu. Ich hätte kein Problem damit, dass Apples Monopol auf den Apple Store inklusive Bezahlsystem behalten wird. Nur darf Apple selbst nicht auch noch die Preise für diese Leistungen nach Gutdünken selbst festsetzen.
        Meiner Meinung nach wäre ein Genehmigungsverfahren notwendig, was in etwa dem entspricht, wie es die Bundesnetzagentur zur Festlegung der Preise und Anschlussbedingungen für Netze und Netzdienstleistungen (die ja ebenfalls „natürliche“ Monopole sind) eingeführt hat. Das hat zwar ebenfalls die eine oder andere Unvollkommenenheit, aber immerhin kehrt so Angemessenheit, Transparenz und Fairness ein.

      • Ich bin über 20 Jahre Softwareentwickler.
        In Teilprojekten auch im normalen Consumermarkt unterwegs gewesen.
        Mein Wissen hierzu ist jedoch gut 8 Jahre alt.
        Wir haben damals einen Zahlungsdienstleister gesucht der für uns verschiedene Zahlungsmethoden für Endkunden anbot. Damals waren Bankeinzug, PayPal und Kreditkarte das wichtige. Wir konnten und wollten uns den Kreditkartenbereich nicht selbst erschließen, dafür wäre das zw aufwändig gewesen. Alle Angebote waren um die 30%. Wir haben damals in den sauren Apfel (nein nicht Apple! ) gebissen.
        Damals war das der Normalfall, dafür hatten wir auch nichts mehr damit zu tun. Klar ein Umtausch oder ähnliches gab es, das wurde allerdings über den Zahlungsdienstleister per API gelöst. Wir konnten uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren.
        Sehe es bei den Stores also etwa anders. Wenn ein Entwickler alle Zahlungsmöglichkeiten quasi weltweit selbst erbringen möchte, dann würden die Stores anders aussehen. Klar ist das Zahlungs! Monopol von Apple und Google nicht gut.

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