Apple: Wechsel von Intel hin zu „Apple Silicon“ ist offiziell

Was bereits durch die Gerüchteküche waberte, ist nun Realität. Apple machte die bevorstehende Umstellung von Intel-Prozessoren zur Eigenlösung offiziell und ließ Entwickler und Kunden während seiner Keynote zur WWDC 2020 wissen, dass der Übergang vom Chip zu „Apple Silicon“ beginnen wird. Die genannten Gründe sind nachvollziehbar: mehr Performance wird unter anderem genannt.

Neue Apps auf macOS Big Sur sind bereits auf Apple Silicon angepasst – auch Final Cut Pro. Bis alles so weit ist, wird noch etwas Zeit vergehen, Apple nennt 2023 als Zeitpunkt des endgültigen Wechsels. Craig Federighi von Apple teilte mit, dass die überwiegende Mehrheit der Entwickler ihre Anwendungen in nur wenigen Tagen zum Laufen bringen können.

Federighi sagt ebenfalls, dass sie mit Adobe und Microsoft zusammengearbeitet haben, damit diese ihre wichtigsten Software-Angebote frühzeitig an den Start bringen können. Cool: iOS- und iPadOS-Apps sollen direkt auf dem Mac laufen. Alte Apps? Apple Big Sur enthält Rosetta 2, damit alte Intel-Apps auch unter ARM laufen. Läuft quasi ab wie damals beim Wechsel von Power PC zu Intel. Entwickler können auch ein Entwickler-Kit ordern, um auf diesem zu entwickeln.

Wichtig zu wissen: Der erste ARM-Mac kommt noch dieses Jahr. Apple wird aber auch noch neue Intel-Macs auf den Markt bringen. Der Software-Support wird aber auf Jahre gesichert sein, so Tim Cook.

 

 

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caschy

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42 Kommentare

  1. Universal. Universal? Wo hab ich das noch gehört? Und wo hab ich noch Widgets das erste mal gehört?… Aber wenigstens kein macOS RT, sondern macOS mit bisschen RT..

    • Universal würde ich sagen 2005 mit der Transition von PowerPC zu x86. Und Widgets sind eine Erfindung von Project Athena. Was meinst du mit RT?

      • klavierpunk says:

        Ich schätze, er meint Microsofts (leider gescheiterten) Versuch, mit der UWP eine einheitliche Entwicklungsplattform für alle Windows-Geräte zu etablieren und so während der Windows-8-Zeit und in den ersten Jahren von Windows 10 noch Windows Phone zu retten. RT bezieht sich auf Windows RT, das eben nur solche UWP-Apps ausführen konnte und mit verantwortlich dafür war, dass die ersten Surface-Geräte nur mäßig erfolgreich waren. Die Surface-Reihe nahm erst mit dem ersten x86-basierten Surface Pro richtig Fahrt auf.

        Widgets gibt es schon seit Ewigkeiten bei Android, das Windows-Pendant waren die Live Tiles.

        • The_Doctor says:

          Und 3 Jahre bevor Android überhaupt erschienen ist gab es Widgets bereits auf… *Trommelwirbel* … Mac OS X (ab Tiger). Microsoft hat das Ganze bei Windows Vista ein Jahr vor Erscheinen von Android in Form der Sidebar bei Apple abgekupfert. Die Live Tiles waren einfach eine kachlige Weiterentwicklung der Windows Widgets.
          Und wenn man noch weiter zurück geht hatte es wohl bereits jemand anderes noch früher.
          Abgesehen davon sind Widgets bis auf sehr wenige Ausnahmen sowieso Murks. Deshalb kommen und gehen sie dauernd oder werden permanent redesigned. Für 99% aller Widgets gibt es einfach keinen vernünftigen Use Case.

          • “ Für 99% aller Widgets gibt es einfach keinen vernünftigen Use Case.“

            Das ist nur Ihre Meinung.

            • Stimmt aber doch vermutlich? Ich nutze glaube ich 3 oder 4, aber selbst wenn jemand als „Extremnutzer“ 10 bis 20 nutzt: Das werden in der Regel die Klassiker von weit verbreiteten Uhren, Wetter, ToDo, Kalender, Notiz und meinetwegen noch PiHoles und SmartHome sein. Und ich denke, wenn man da die Relation zu vermutlich mehreren Millionen Apps mit Widget nimmt, kommen 99% vermutlich hin? Das dürfte allerdings auch übertragen allgemein für Apps aus #Store mit Userbase >10.000 gelten…

  2. Na hoffentlich kann man Windows dann noch immer in einer Virtuellen Maschine laufen lassen. Ich benötige das für die Arbeit ab und zu.

    • War auch mein erster Gedanke. Ich kenne super viele die zwar Macs nutzen, aber auch ihre Windows Installation benötigen da vieles für den Mac nicht verfügbar ist. Das fängt ja schon bei Dingen wie einer KNX ETS oder Gira an.

    • Das wird wahrscheinlich nicht performant. VMs leben von der Weiterleitung der Recheneinheiten durch Virtualisierung, das geht weil man im x86-Kosmos bleibt. Hier muss aber dann die VM einen x86 emulieren.

  3. Das ist dann das Ende der Hackintosh-Ära. Schade eigentlich, war eine gute Zeit.

    • Befürchte ich auch … mit dem T2 Chip hat sich ja schon angekündigt, dass man sich von der offenen PC Plattform verabschieden möchte. Meine Prognose: bei den neuen Macs werden Bootloader und OS ähnlich abgeschirmt sein wie bei iOS (hoffentlich irre ich mich)

  4. Die Intel Marktmacht bröckelt signifikant, und das ist gut für den Markt und für die Kunden.

    Intel hat sich viel zu lange auf ihrem Erfolg ausgeruht und über Jahre die Weiterentwicklung verschlafen, dies rächt sich nun nachhaltig.

  5. Rosetta hin oser her, der Wechael damals auf Intel lief keineswegs einfach. Einiges lief nicht mehr und es mußten teilweise sehr teure neue Softwareversionen gekauft werden. Bin ich froh, daß ich die Zeit hinter mir habe, mein Labor damals bestand nur aus Applegeräten.

  6. Ich bin eher gespannt, wie sich der Software-Support von Drittanbietern entwickeln wird. Wenn ich mir dieses Jahr z.B. einen Intel-Mac kaufe, hab ich dann nächstes Jahr schon Schwierigkeiten mit den ersten Programmen und Apps, weil der Entwickler sie nur für ARM entwickelt hat?
    Und in 3 oder 4 Jahren hab ich dann zwar Support von Apple, aber keine weitere Software mehr?

    • In Firmen wird das wahrscheinlich keine großen Auswirkungen haben, die Rechner selber werden nach der Abschreibung getauscht und Software kauft man eh mit Wartungsvertrag und Upgrade-Option. Langlebige Industrie- oder Produktionssoftware, bei der man sich vorher Gedanken macht, wie man die die nächsten 20 Jahre am Laufen hält, läuft in der Regel nicht auf Macs (habe ich jedenfalls in der Praxis noch nie gesehen).
      Als Privatnutzer, der den Rechner länger benutzt und auch nicht gewillt ist, seine komplette Softwarebibliothek wegen Architekturwechsel neu zu kaufen, wäre ich da schon zurückhaltender. Einen Einstieg oder Umstieg auf den Intel-Mac würde ich jedenfalls im Moment nicht machen.

      • Das würde ich nun nicht so unbedingt sagen. Hier auf dem Land gibt es noch Firmen die ihre Buchführung in Word und Excel machen und nicht nur kleine Firmen. Teilweise wollen die Leute gar keine neue Software war ja schon immer so. Bekomme teilweise noch anfragen ob ich PCs mit Win7 Liefer kann oder ob wir Works verkaufen würden. Also das mit den Wartungsverträgen ist nicht überall gang und gebe. Was ich allerdings immer nicht verstehe wenn Leute einen Mac kaufen dann aber Windows Software einsetzten wollen. Ich frage mich dann immer Warum einem MAC kaufen gibt auch gutaussehende PCs und meist günstiger bei gleicher Hardware. Aber wer einen MAC kauft weiß aber auch das er alle Paar Jahre neue Software kaufen muss bzw. Adobe ist ja eh ABO.

  7. Klingt spannend. Ich hätte ja gehofft, dass man das iPad Pro mit dem Magic Keyboard wirklich in ein vollwertiges MacBook verwandeln kann – ist ja schließlich der gleiche Prozessor, auf dem die macOS-Demos gezeigt wurden. Aber realistisch war das natürlich nie…

    ABER: Dadurch, dass macOS und iPadOS bald die gleiche Prozessorarchitektur verwenden, hoffe ich, dass einige Programme den Sprung auf das iPad schaffen, etwa Final Cut Pro oder ein vollständiges MS Office (Die iPad-Apps haben leider nicht denselben Funktionsumfang wie die Desktop-Äquivalente).

  8. Jetzt wird Apple aber erstmal nix mehr verkaufen. Ich hab mein heute eingetroffenes Macbook Pro gerade wieder retouniert. ICh investier jetzt doch nicht 2000€ um dann in 3 Jahren keine Software und support mehr zu haben. Sehr ärgerlich. Ipad Kauf wird dann auch verschoben

    • Ich hatte dieses Jahr auf eine aktualisierte Version des kleinen MacBook Pro gehofft. Gut, kam ja auch irgendwie, nur halt mit der älteren 8. Generation CPU.
      Aber so dringend ist es dann auch nicht, dann warte ich bis vielleicht ein MacBook ohne Pro lüfterlos erscheint.
      Von der Anwendung wäre es rein Privat als Office, Multimedia Notebook mit leichter Bildbearbeitung usw.

      Mal sehen was dann im Herbst an Hardware angekündigt wird.

  9. Na, ich bin ja mal gespannt. ARM und mehr Performance als x86? Das glaub ich erst wenn ich es sehe. Programme wie After Effects auf ARM? Das glaube ich erst, wenn ich es sehe.

    • Kommt immer darauf an, wie du Performance definierst. Wenn dein Hauptziel ist, dass deine Hardware wenig Strom verbraucht und weniger Abwärme erzeugt, gleichzeitig die Leistung für den Anwender brauchbar bleibt, dann hast du dein Performance Ziel erreicht.

      Bei den Lüfterproblemen, bzw Drosseling die das MacBook Pro 2018 hat, kann ich Apples Entscheidung durchaus verstehen. Das ganze Gerät ist für die verbaute Kühlerlösung viel zu überdimensioniert und wird viel zu schnell zum Staubsauger.

    • Schau Dir doch nochmal die Keynotes vom letzten Jahr an, weiss grad nicht mehr genau welche. Da gabs Photoshop aufm iPad. Mit nem Schmetterling. Und dann mal eben rausgezoomt, waren da paar tausend Schmetterlinge, in Summe einige Tausend Elemenete und Ebenen. Das Ganze flüssig auf nem Tablet! Passiv gekühlt! Da sitzt man nur noch sabbernd vor der wassergekühlten Intel-Büchse mit Highendgrafikkarte und könnte heulen….

      Ja, der Vergleich hinkt ein wenig, aber ich denke Apple ist da auf einem sehr guten Weg. Zumal das, was bisher gezeigt wurde, flüssig lief und gerade mal auf dem aktuellen A12Z aus dem iPad aufsetzt. Das ist noch nicht mal ne Weiterentwicklung für Notebooks und Desktops, da dürfte also noch reichlich Luft nach oben sein!

  10. klavierpunk says:

    Was mich am meisten interessiert, ist, was das für die künftige Softwareentwicklung bedeutet. In den letzten 15 Jahren konnten die Anbieter potenter Anwendungen (vor allem für den Kreativbereich) ihre Software ganz auf x86 (und später x64) hin ausrichten, da Macs und PCs die selbe Hardwarebasis nutzten.

    Wie geht es nun weiter? Nehmen die Entwickler den Mehraufwand auf sich, dauerhaft zwei verschiedene Architekturen zu bedienen? Werden sich mehr Entwickler für eine Plattform entscheiden? Wird sich am Ende gar Windows on ARM doch noch mausern, wenn ein x86er für potente Software gar nicht mehr gebraucht wird? Letzteres sehe ich als größte Gefahr für Intel. Den direkten Umsatzverlust durch den Wegfall von Apple als Chipabnehmer werden sie locker verkraften, aber die langfristigen Folgen des Architekturwechsels könnten ein echtes Problem für die x86-Plattform werden.

    Natürlich gilt das nur, wenn Apple es tatsächlich schafft, mit seinen eigenen Chips die Fortschritte zu machen, die sie Intel nicht mehr zutrauen. Für möglich halte ich es.

    • Architekturen bedient der Compiler. Entwickler nutzen Programmierschnittstellen, usw.

      • klavierpunk says:

        Das ist richtig. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Code, der nicht schon vor der Kompilierung entsprechend optimiert wurde, das Potential einer Architektur richtig ausnutzen kann.

        Ich denke vor allem an DAWs, also professionelle Musikprogramme. Sicher haben viele Entwickler dadurch, dass Apple mit dem iPad zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, schon Erfahrungen mit der zeitkritischen Musikproduktion auf ARM-Prozessoren sammeln können, aber so umfangreiche Programme wie Ableton Live sind dann doch noch eine ganz andere Hausnummer.

        Und Apple hat in der Musikbranche einen Ruf zu verlieren. Etliche meiner Kollegen benutzen Macs, obwohl wir sicher nicht zu den Vieleinnehmern gehören. Apple muss da also etwas richtig machen.

        Jedenfalls wäre es für Apple ein ziemliches Imagedesaster, wenn diese DAWs auf den neuen Macs nicht mehr so laufen wie gewohnt. Ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass das allein der Compiler zuverlässig bewerkstelligen kann, derart zeitkritische Operationen an grundverschiedene Architekturen anzupassen. Da müsste Apple schon selbst einen ausgesprochen ausgereiften und kompetenten Compiler bereitstellen. (Was ich ihnen zutrauen würde.)

  11. Hmm Arm Prozessoren, sind das nicht die, die in den Chromebook laufen? Ich bin mir ja ziemlich sicher dass es Performance kosten wird.

    • Bin auch noch etwas skeptisch aber wenn man sich die Leistung des iPad Pros anschaut, darf man optimistisch sein. Man könnte ja meinen, dass Apple den Umstieg sonst auch nicht angehen würde

  12. Das ist das aus für TB3 und die ext. Grafikkarte an einem MBP. Ich liebe die Kombination weil sie mein kleines MBP zu einer starken Machine transformiert. Für für Filmemacher die FCPX benutzen ein echter Vorteil.
    Ich kann nur hoffen das Apple das weiter entwickelt und nicht einstampft.

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