Apple: Vereinheitlichung von Apps für iOS und macOS wohl bis 2021

Apple hat verschiedene Betriebssysteme am Start: Mobile Endgeräte nutzen iOS (iPhone, iPad) oder watchOS (Watch), aber es gibt auch noch tvOS (Apple TV bzw. TV 4K) und macOS (MacBook, iMac, Mac mini und Mac). Zumindest die iOS- und macOS-Entwicklung würde Apple gerne enger verzahnen bzw. vereinfachen. Ziel ist es, dass Entwickler leicht ihre Anwendungen für sowohl iOS als auch macOS parallel anbieten können.

Entwickler würden davon profitieren, dass sie auf diese Weise mehr Geräte erreichen und so natürlich potentiell mehr Einnahmen generieren. Apple selbst striche insgesamt ebenfalls mehr Umsätze ein und würde sowohl die iOS- als auch die macOS-Plattform attraktiver machen. Die ganze Initiative mit vielen einzelnen Bausteinen läuft bei Apple unter dem Codenamen „Marzipan“. Bis 2021 will man das Ziel erreichen, dass Entwickler im Idealfall eine App nur einmal entwickeln müssen und sie sowohl auf iOS- als auch macOS-Geräten läuft.

Zu Marzipan hat man ja in der Vergangenheit bereits des Öfteren etwas gehört. Schon seit 2017 taucht der Begriff immer wieder in der Gerüchteküche auf. Marzipan soll aber nicht iOS und macOS miteinander verschmelzen. Dagegen hat sich Apple-CEO Tim Cook schon eindeutig ausgesprochen. Beide Systeme sollen also ihre Alleinstellungsmerkmale behalten und Apps sicherlich auch weiter für die Plattformen angepasst werden. Aber Marzipan soll es eben vereinfachen, Programme schnell für die unterschiedliche Hard- und Software verfügbar zu machen.

Das wird für Apple natürlich auch wichtiger, wenn die neuen News- und Streaming-Abonnements an den Start gehen. So ist Apples Ziel langfristig mehr Einnahmen über Dienste und Abonnements zu generieren, da etwa der Smartphone-Markt mehr und mehr gesättigt ist. Im Bezug auf Marzipan könnte der nächste Schritt im Juni anstehen: Dann steht im Raum, dass Apple ein neues SDK veröffentlicht, welches es Entwicklern erlauben könnte ihre iPad-Apps unkompliziert für die Mac zu portieren. Entwickler müssten aber für die iOS und Mac App Stores immer noch separate Anwendungen einreichen.

Es sollte dann aber viel Aufwand bei der Programmierung wegfallen, so behaupten es die aktuellen Gerüchte. 2020 könnte Apple das SDK dann erweitern, so dass nicht nur iPad-, sondern auch iPhone-Apps auf diese Weise für Mac portiert werden könnten. Ab 2021 wiederum solle dann der nächste Schritt folgen: Apps für die iPhone, iPad und Mac könnten als „Single Binary“ erscheinen. Dann müssten die Entwickler die Früchte ihrer Arbeit also nicht mehr getrennt für die einzelnen App Stores einreichen. Es wäre dann potentiell auch möglich, die App Stores zusammenzulegen.

Apple ist nicht das erste Unternehmen mit derartigen Ideen – man denke da an Microsoft und seine UWP-Apps und -Spiele, die noch zu Zeiten von Windows Phone ein größeres Thema gewesen sind. Vor allem für Entwickler wäre die ganze Sache eben wohl eine erhebliche Erleichterung. Aber auch Apple-Kunden könnten davon profitieren, indem dann voraussichtlich mehr Apps für alle Apple-Plattformen zur Verfügung stehen könnten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. Ich möchte keine iOS Apps auf meinem Mac. Man sieht ja an den Apple eigenen Apps, dass das nix wird.

    • Peter Brülls says:

      Naja, das ist definitiv noch Testphase. Ich denke nicht dass es darum geht es wirklich nur einmal zu schreiben, dass es dann auf allen Geräten läuft. Aber halt eben die diversen Frameworks vereinheitlichen, denn die iOS-Sachen sind teilweise halt moderner. Derzeit sind die GUI APIs so unterschiedlich, dass man die Controller auch gleich neu schreiben kann.

  2. Braucht man sich nur das Microsoft Lager anschauen. Die Idee hatten sie schon vor X Jahren und man sieht ja, wie hervorragend das in die Hose gegangen ist.

    • Es ist bekannt das Microsoft vieles nicht hinbekommt.

      • GooglePayFan says:

        Z.B. Betriebssysteme und Office-Anwendungen kann Microsoft gar nicht. Lächerliche 90% Marktanteil 😀

        • Realitätsfan says:

          Statista sagt:

          Weltweite Verteilung von Betriebssystemen (Januar 2019):
          Windows: 75,47%
          MacOS: 12,33%
          Linux: 1,61%

          Für Office-Software gibt es dies (leider, bei kurzer Recherche) nur aus Deutschland und nur für den Januar 2010:

          Microsoft Office: 72%
          OpenOffice: 21,5%
          Andere: 6,5%

          Also könnte man hier von jeweils etwa 75% Martkanteil sprechen, nicht von 90%.

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