Apple: Neue Siri-Stimmoption ohne klar erkennbares Geschlecht

Um „Sex“ und „Gender“ gibt es viele Debatten, die ich hier nicht vertiefen möchte. Jeder hat dazu so seine eigenen Ansichten. Apple jedenfalls will seine Sprachassistenz Siri mit einer neuen Stimme ausstatten, die weder klar als weiblich noch klar als männlich erkennbar ist. Wie Axios berichtet, wolle der Hersteller aus Cupertino auf diese Weise der LGBTQ+-Community entgegenkommen.

Noch befindet sich die neue Stimmoption in der Testphase, ist also noch nicht frei auswählbar. Es soll sich um die Stimmoption Nummer 5 im Siri-UI-Menü handeln. Apple ist da eifrig dabei, die Vielfalt zu erhöhen. So nahm man für die USA auch neue Stimmoptionen ins Programm, die von schwarzen Sprechern vertont worden sind.

Die „geschlechtslose“ Siri wird zunächst nur englischsprachige User beglücken. Wann wir in Deutschland in den Genuss kommen, steht also in den Sternen. Zu betonen ist, dass es sich dabei eben schlichtweg um eine weitere Auswahlmöglichkeit handelt. Wer jetzt die Augen verdreht, hat ja weiterhin die Möglichkeit, Siri mit weiblicher oder männlicher Stimme zu verwenden

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24 Kommentare

  1. Ob das so gut ist, hier die Kommentarfunktion offen zu lassen?! 😉

    • „Jeder hat dazu so seine eigenen Ansichten.“ > nein, aber es gibt eine Dominanz der Minoritäten

      • Auf die Idee kann auch nur jemand kommen, der sich der Mehrheit zugehörig fühlt und meint für andere dürfte es keinen Raum und keine Stimme geben.

  2. Inwiefern klingen schwarze Sprecher:innen eigentlich anders als weiße Sprecher:innen? Mir würden erst mal nur regionale Dialekte einfallen, die aber von Menschen aller Hautfarben mehr oder weniger stark ausgeprägt sind. Zweite Variante sind halt Sprachklischees (bspw. wird ja diversen Ausländer:innen klischeehaft ein „Bin isch Aldi“ nachgesagt), die der fehelnden Muttersprachlichkeit zuzuordnen sind und eher weniger dazu beitragen, als Siri/Alex/Cortana/…verbindende Brücken zu bauen.

    Kann mich da mal jemand mit einem Link zur Weiterbildung ehellen?

    LG Markus

    • Denke mal, dass gerade in den USA doch ein deutlicher Unterschied zwischen dem klassischen „American English“ und dem „African-American English“ gibt. Siehe bspw: https://www.youtube.com/watch?v=K7FIky7wplI

    • Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber es lässt sich doch schnell herausfinden, dass es sich auf der Sound/Dialekt-Ebene abspielt. Das betrifft auch Siris Spracherkennung: https://www.scientificamerican.com/article/speech-recognition-tech-is-yet-another-example-of-bias/
      „Black speakers were again twice as likely to be misunderstood compared to white speakers.“

      Hier geht es um die beidem afro-amerikanischen Siri-Stimmen: https://news.yahoo.com/siri-voices-resonate-black-iphone-154235837.html
      “When we think of racial representation, we usually think visually, not phonetically,” Williams says. „Widely heard, trusted voices—everything from radio hosts to voice-over actors—have long been perceived as a particular subset of white people, and often male. When I think of Siri, I think of a voice that a lot of people hear, this omnipotent voice that’s also a voice of authority,” Williams says. “If we can make the voice of authority one that doesn’t always sound like white people, then that is progress.”

    • Danke für Eure Hinweise! Offenbar sind es jeweil „Kleinigkeiten“, die eben den Unterschied ausmachen (können) – so wie eine dunkle Stimme (gemeint hist hier die Klangfrabe!) einerseits eine wohlige Märchenonkelstimme und eine gar nicht so unähnliche dunkle Stimme (erneut: Klangfarbe!) wiederum bedrohlich wirken kann.

      @Bernd: Siri kommt zumindest mit meinem Sächsisch recht ordentlich zurecht 😉

      LG Markus

    • Wenn man amerikanische Filme und Serien auf Englisch (im Originalton) schaut, kann man meistens ganz gut erkennen, ob ein Schwarzer redet. Das wäre dann ungefähr so, als wenn man jemanden sächseln hört.

      Auch irischen, britischen, spanischen oder französischen Akzent kann man gut hören.
      Bei der Übersetzung geht es leider verloren, daher gucke ich englischsprachige Serien und Filme nur im Original.
      Ich mag halt regionale Dialekte und Akzente. Ohne die wäre es, als ob man jeden Tag nur Pommes essen würden.

  3. Cool, finde ich super. Fand es ein wenig verstörend das man bei einer Maschine ein Geschlecht vorgegeben hat.

  4. Wie kann man denn die Hautfarbe an der Stimme erkennen? Das finde ich etwas unsinnig.

    • Ist das Deine Bauchmeinung oder besitzt Du Expertise auf dem Gebiet? Die Betroffenen sehen das auf jeden Fall anders.

    • Peter Brülls says:

      Tja, man kann sogar Norddeutsche und Östereicher an der Stimme unterscheiden, trotz gleicher Hautfarbe.

  5. Finde ich grundsätzlich gut, da ich gern die Wahl zwischen mehreren Stimmfarben habe. Bisher nutze ich die eher maskulin klingende Stimme von Siri deutlich lieber als die eher feminine. Ich, als Teil der LGBTQ+ Community hab mich von der bisherigen Auswahl an Stimmen zwar nie als nicht bedient / diskriminiert / nicht anerkannt gefühlt, Vielfalt ist aber nie verkehrt. Und „Ich“, als Teil einer großen und vielschichtigen Masse stehe sowieso nicht repräsentativ für alle.

    • Das Interessante ist ja, dass gerade die „LGBTQ+ Community“ untereinander extrem auf maskuline/feminine Rolle achtet. Es ist quasi das, um was sich alles dreht.

  6. Wieso nicht die Stimme von GLaDOS. Kam in Pacific Rim auch gut an.

    • NanoPolymer says:

      Find ich gut den Vorschlag. Generell würde ich es begrüßen Stimmen aus der Popkultur auswählen zu können. Auch die Computer Stimme aus Star Trek wäre was feines. Wird wohl aber aufgrund von Lizenzkosten nie passieren

      • Der Computer aus ST ist doch auch weiblich?
        Bei Siri und Alexa nutze ich aber weiterhin die Standard weibliche Stimme. Die klingt für mich einfach angenehmer.

      • Jetzt im Jamba ABO:
        Hol dir die Stimme von KITT für dein iPhone!

        Demnächst:
        Donald und Goofy als Ziffernblatt für die Apple Watch!

        Mal im Ernst, ich verstehe nicht warum Apple da nicht längst Geld mit verdient. Sonst sind sie doch ziemlich kreativ.

  7. Nur um es deutlich zu machen: Die neue Stimmoption ist zwar US English aber steht in der aktuellen Beta 15.4 auch in Deutschland als „American (Voice 5)“ zur Verfügung. Ist also nicht an die eingestellte Region gebunden. Ganz ehrlich: Hätte man mir nicht dazu gesagt, dass sie genderneutral sein soll hätte ich immer noch gesagt: „Etwas dunklere weibliche Stimme“. Aber ist auch schwierig zu sagen. Einsetzen werde ich sie nicht. Nicht so mein Geschmack.

  8. Leider ist das mal wieder nur für den US-Markt. Und das wir sowas bekommen, bezweifle ich SEHR stark. Die US Version von Siri hat mittlerweile 6 oder sogar noch mehr verschiedene Versionen, die mittlerweile echt natürlich und gut klingen. Deutsch hingegen hat immer noch ausschließlich die zwei Standard-Optionen, die es schon zu iPhone 5S Zeiten gab und wirklich weiterentwickelt hat sich die Sprachausgabe dort seit dem gefühlt auch nicht. Teilweise klingt es immer noch nach Roboter und korrekten Satzbau versaut Siri auch ständig. Von dem Wechsel Deutsch-Englisch mal ganz zu schweigen. Das kriegt die deutsche Siri weder in der Ein- noch Ausgabe hin.
    Und das ist echt schade. Denn seit dem iPhone 11 ist die „Hey Siri“-Erkennung der Mikrofone im iPhone und iPad wahnsinnig gut geworden, weshalb ich sie gern öfter nutzen würde.

  9. Wolfenheimer says:

    Finde ich eigentlich ganz gut und für mich spricht nichts dagegen das zu nutzen. Allerdings ist Siri halt, auch was die Aussprache betrifft, allgemein deutlich hinter Alexa. Zumindest auf deutsch. Es gäbe da so viel zu tun, aber Apple sieht wohl keine Notwendigkeit bzw. optimiert höchtens für den heimischen US-Markt.

  10. Naja, über Sinn oder Unsinn mag ich da schon gar nichts mehr drüber schreiben. Sollen sie mal machen, bis irgendwann jeder zufrieden ist und sich nicht mehr ausgegrenzt fühlt.
    Aber lustig finde ich es schon und ich frage mich wie diese Stimme dann klingen soll bzw. wird.
    Geht nun mal entweder in Richtung männlich oder weiblich, wenn man nichts künstliches/roboterhaftes haben möchte.
    Da hat man ewig gebraucht, bis Sprachassistenten nicht mehr künstlich klingen – wobei das auf Siri gar nicht mal zutrifft -, und nun geht man freiwillig da wieder hin zurück…jaja, ist ja nur optional.

  11. Letztlich soll das nur darüber wegtäuschen, dass diese ganzen Sprachdienste kaum noch technische Sprünge machen.

    Damit man überhaupt noch was dazu melden kann, kommt eben ein woke Feature nach dem anderen. War ja bei den Emoji’s auch so, und ist auch hier allen egal.

    Irgendwann wird es über deep fake Technologie die Möglichkeit geben, dass man jede Stimme nehmen kann, das wäre vielleicht nochmal kurzzeitig interessant.

    Aber so lange die Sprachdienste am Ende mehr Zeit kosten, als sie sparen (das habe ich nicht verstanden…meintest du…), werden die meisten sie einfach nicht verwenden.

    Wenn man schon Stimmen zufügt, dann hätte ich gerne den Pumuckl (Habs Clarin).

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