Apple Music: Jimmy Iovine geht angeblich im August

Apple Music startete 2015, seitdem konnte der Streamingdienst 30 Millionen zahlende Kunden für sich verbuchen. Das ist eine ganze Ecke weniger als Konkurrent Spotify vermelden kann (70 Millionen), allerdings auch nicht so wenig, dass man sich da Gedanken machen müsste. Jimmy Iovine ist eines der bekannten Gesichter bei Apple Music, er wurde quasi zusammen mit Beats seinerzeit übernommen und war auch für diverse Bereiche zuständig, ohne jemals einen offiziellen Titel bei Apple getragen zu haben.

Dazu wird es offenbar auch nicht mehr kommen, denn wie Billboard berichtet, soll Iovine Apple Music im August verlassen. Zeitlich würde das durchaus gut passen, werden seine Aktienanteile aus dem Verkauf von Beats dann freigegeben.

Iovine wird durch seinen Fokus auf Inhalte ein beträchtlicher Teil des Erfolges von Apple Music zugeschrieben. Im September äußerte er sich in einem Interview, dass er noch nicht wisse, was er als nächstes machen würde, da er sich erst einmal um Apple Music kümmert. Unklar ist auch, ob Apple Iovine ersetzen wird, wie erwähnt hat Iovine keine „feste Position“ bei Apple.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

4 Kommentare

  1. Jimmy Iovine ein guter Musikmanager?

    Sicher hat er seine Verdienste in der Musikwelt, aber für Apple war er ein Flop.

    Wer als Produzent von Patti Smith, U2, Tom Petty, Dire Straits und weiteren Größen in der Musikwelt tätig war und es zu einem eigenen Label Interscope Records geschafft hat, kann nicht alles falsch gemacht haben. Zumal wenn er die Hälfte davon erst bei Warner unterbringt und seine Position trotz Fusion (Interscope/Geffen Records/A&M Records) dann unter dem Universal-Dach übersteht. Die spätere Zusammenarbeit mit Dr. Dre (Gangster Rap im Sublabel Death Row Records) und die im zugesagte Entdeckung von Eminem haben ihn in der Szene geadelt. Auch die Fähigkeit, bescheidene Kopfhörer basslastig als das Beste im gehobenen Preissegment zu verkaufen werte ich als kunstvoll. Der Rest war große Klappe und k(l)eine weiteren Erfolge.

    Wenn Jimmy Iovine sich selbst Musikmanager bei Apple schimpft, kann er wie berichtet wirklich nur im Streit mit seinen Kollegen bei Apple liegen. Weil sein Musikgeschäft (ehemals als Beats 2006 gegründet) trotz Zukauf von MOG (im Jahre 2012) und Weitergabe für 3.200.000.000 € an Apple nicht lief, macht der den deutlich besser laufenden Wettbewerb schlecht und verabschiedet sich dann mit weiteren Milliarden für sein Missmanagement bei Apple Musik. Gemanagt hat er da wohl weniger nur weiter sinnlos Geld ausgegeben.

    Seine Kontakte zu Warner, Universal, Sony & Co. brachten Apple keine Wettbewerbsvorteile. Apples einst starke Marktstellung im Musikbusiness (800 Millionen iTunes Konten) wirkt nur noch wie ein unhandlicher (bald überholter?) Klotz und an einer ausgereiften wettbewerbsfähigen App auf allen Plattformen und Geräten für Apple Musik wird weiter sehnsüchtig gearbeitet. Shazam mag ein kleiner Baustein sein, ich vermute aber diese Technologie ist Echo Nest, Niland und anderen Hightech-Lösungen der Wettbewerber hoffnungslos unterlegen und kann nur mittelfristig im Videogeschäft Früchte tragen, wenn dort weiter konsequent zugekauft wird. Wettbewerber sind aber auch dort schon weiter.

    Ich bin gespannt, ob man noch weiter über die Anzahl von Abonnenten berichten will. Spotify vermeldet gerade zwischen August und Dezember von 60 auf 70 Millionen gewachsen zu sein. Die Zahl der Nutzer ist aber nur eine Seite der Medaille, denn am Ende zählt nur, ob Musik gekauft oder gehört wird. Die iTunes-Kaufloads zerbröseln im Eiltempo und die Spotify-Streams erreichen von Jahr zu Jahr einen immer höheren Abstand zum nächsten Wettbewerber. Die bisherige Nummer 2 hat Apple wohl zwischenzeitlich auch schon an Amazon abgegeben und Google holt erst zum letzten Schlag gegen den Wettbewerb aus. Jimmy Iovine hatte dem nur noch eine größe Klappe entgegen zu setzen.

    Siehe auch:

    http://www.midiaresearch.com/app/uploads/2017/09/quarterly-trends-midia-figure-2.png

    http://www.midiaresearch.com/app/uploads/2017/11/promo-slide2.png

  2. Ich bin immer wieder skeptisch bei Vergleichen zwischen den verschiedenen Diensteanbietern. Die sind fast immer unsauber. Was wird denn genau verglichen? Umsatz? Gewinn? Anzahl Kunden? Auszahlungen an die Labels? Werbeumsätze? App Downloads? App Nutzer? Das kann man sich in jeder Statistik so hinbiegen wie man will.

    Am Ende, und damit meine ich längerfristig, kann aber nur das zählen, was bei Musikschaffenden (Künstler, Labels, Produzenten, Studios etc). ankommt.

    1. Spotify: wieviele Premium-Kunden hat der Dienst?
    2. Amazon: hier wird munter zwischen Prime Music und Music Unlimited (und auch das ist noch subventioniert für Prime Kunden) hin- und hergewechselt. WIeviele Unlimited Kunden, die nicht sowieso schon Prime Kunden sind, hat der Dienst?
    3. die einzige Konstante in den Top 3: bei Apple Music sind alle Kunden zahlende Kunden und haben ein Apple Music Abo. Egal ob sie sonst noch iCloud oder was auch immer beziehen, sie zahlen 9.99 für Apple Music.

  3. @Martin,

    was Statistiken angeht, bin ich bei Dir!…aber ganz ohne Zahlen/Auswertung geht es auch nicht.
    Deshalb schaue ich mir Grafiken wie die oben gezeigten auch gerne an.

    Solange das Bild oder der Text nicht direkt aus der Marketingabteilung von Apple & Co kommt, kann man schon etwas mehr Vertrauen haben. Wenn ein Unternehmen gestaltende Köpfe verliert und wenig oder nichts mehr zu den direkten Vergleichszahlen im Wettbewerb aussagt, ist dies ein Indiz dafür, es gibt keine Erfolge im hier relevanten Markt mehr zu kommunizieren gibt.

    Apple verkauft jährlich über 200 Millionen iPhones vorinstalliert mit Apple Musik, hatte nach eigenen Aussagen über 800 Millionen iTunes Kunden und über eine Milliarde Geräte am Start. Macht als erfolgreichster Smartphoneverkäufer weltweit mit Telekomunternehmen zusätzlich zu den eigenen 3 kostenlosen Monaten noch 6 Monatsbundles für die kostenlose Nutzung von Apple Musik…Wenn das kein Startvorteil ist/war, kann keiner mehr etwas plausibel herleiten.

    Andere fehlerhafte Erklärungsversuche gehen immer so: Apple ist ja viel später als Spotify oder Amazon gestartet… aber stimmt das wirklich? Amazon ist wohl bisher der letzte Offizielle in diesem Sektor. Wer gründlicher recherchiert, erkennt aber diese Story:

    Als es noch keine Musikdienste im heutigen Sinne gab, haben Millionen CD/LP….-Käufer fleißig Ihre physischen Datenträger gerippt oder aufgenommen. Das Beschriften war aufwendig und so wurde eine freie Datenbank CDDB für alle Musikfreunde geschaffen, die automatisch CD‘s nach dem Einlegen und vor dem Rippen (auf den Computer als beschriftete Datei ablegen) erkennen konnte. Dieser millionenfach genutzte Datenschatz wurde noch vor der Jahrtausendwende von David Hyman (Gründer von Gracenote) 1998 kommerzialisiert (Spaltung CDDB/freeDB). Das Expertenwissen zur Musiknutzung und Erkennung (MusicID) lag nun bei Gracenote und wurde auch von Apple, Amazon und Microsoft rege genutzt. Mit dem Wissen darum, was gern und viel gehört wird, gründete David Hyman schon 2005 den mit eben soviel Lob und Preisen ausgestatteten Musikdienst MOG. Nur Napster oder Rhapsody waren noch viel früher am Markt und boten für 10 Euro/Dollar vielen Millionen Kunden „unbegrenztes Streaming“ an. Als 2011 die Gespräche zwischen MOG und Beats begannen, hatten Insider wie Hyman, Dr. Dre oder Iovine Spotify & Co richtig eingeordnet auf Ihren Radarschirm. War Apples Führungspersonal also ahnungslos? Mit Nichten, auch hier wurde schon zum Beginn des Jahres 2011 etwas innovatives propagiert: digital subscription für alles magazines, newspapers, video, music, etc.

    https://www.apple.com/newsroom/2011/02/15Apple-Launches-Subscriptions-on-the-App-Store/

    https://www.statista.com/statistics/244995/number-of-paying-spotify-subscribers/

    Wie die obige Grafik zeigt, hatte Spotify 2010 da gerade einmal 0,5 Millionen Nutzer und konnte die erste Million für 2011 vermelden. Die waren Apple/Beat/MOG oder Napster/Rhapsody noch nicht geschlagen, sondern sicher viel erfolgreicher im Musikgeschäft. Die Mär von einem späten Start durch Apple oder Amazon kann man nur wenig Informierten unterjubeln.

    David Hyman als Experte realisierte frühzeitig die technische Überlegenheit von Spotify und verkaufte MOG wenig später für 14 Millionen Dollar an Beats wo er CEO wurde. Schon Anfang 2012 wurde öffentlich über den Musikdienst von Beats gesprochen. Die Umstellung vom MOG auf Beats erfolgte dennoch erst im Januar 2014 und die weitere milliardenschwer vergoldete Umstellung auf Apple Music erst Mitte 2015, aber MOG stellte seinen Dienst auch erst im Mai 2014 und Beat Music erst im November 2015 ein. Da konnte man also fleißig mit altem und neuen Marktzugang mehrfach doppelt Kunden gewinnen, wenn die technische Umsetzung so wie die von Spotify überzeugt hätte. Das haben die Akteure um Jimmy Iovine aber klar vergeigt!

  4. @Martin,

    auch das unterschreibe ich voll und ganz:

    „Am Ende, und damit meine ich längerfristig, kann aber nur das zählen, was bei Musikschaffenden (Künstler, Labels, Produzenten, Studios etc). Ankommt“

    Hier sah es auch Jahre später noch düster aus:

    https://visual.ly/community/infographic/entertainment/evolution-music-impact-digital-music-industry

    oder nach der Kritik der fehlenden Inflationsbereinigung zwei Jahre später so:

    https://www.digitalmusicnews.com/wp-content/uploads/2014/08/msuicmarket1973-2013.jpg

    Weltweit ein Niedergang der Umsätze bei gleichzeitig steigende Produktions- und Vertriebskosten, das hat auch iTunes mit Millionen Single- und Alben-Downloads oder die Inflationsbereinigung nicht mehr aufhalten können. Der Rückgang der CD-Verkäufe hat zwar auch die Produktions- und Vertriebskosten gesenkt, aber nicht die Umsätze kompensiert. 10 € bestanden zu fast 9 € aus Kosten und vom Rest hat eigentlich nur Apple ganz toll gelebt. Labels und wenige Künstler konnten nur mit exklusiven Werbedeals Butter aufs Brot bekommen. Aber das ist nun wohl dank Spotify alles vorbei. Warner, Universal, Sony, Merlin und andere Independents haben Apple nicht geliebt und geholfen am Börsengang von Spotify verdienen sie alle mit. Die Schätzungen gehen in Richtung 20 Milliarden Börsenwert, so dass selbst 5% immer noch bedeuten, dass die beteiligten Labels beim Verkauf zum gegenwärtigen Schätzpreis jeweils rund 1 Milliarde zur Verteilung auch an Ihre Künstler zur Verfügung hätten. Da mache ich mir aber weniger Hoffnungen, eher glaube ich, dass neben Apple auch die Labels aus dem Geschäft verschwinden, wenn Sie nicht lernen auch mit Ihren Künstlern gut umzugehen und faire Verträge zu machen. Spotify gibt genug ab und aus, um den Markt zu entwickeln, aber der zweite Verteilungsschritt Label zu Künstler ist noch sehr von alten unfairen Strukturen durchzogen. Hat der Niedergang vielleicht auch etwas mit Fairness zu tun? Wenn die Kohle nur bei Iovine, Dr. Dre, Taylor Swift oder anderen Apple-Größen bleibt, ist auch kein Start zu machen:

    https://musicindustryblog.files.wordpress.com/2013/02/apple-device-and-download-sales-copy.jpg

    Hier geht es auch schon 10 Jahre nur noch rückwärts. Apple macht sein Servicegeschäft heute woanders und der größte Brocken kommt als Businesszahlung von Google und wenn wir mal nicht nur Taylor Swift fragen, was Sie heute von Exklusivität mit Apple hält, sondern schauen wer wo weshalb vertreten ist, finden wir nur noch sehr schwer Künstler, die nicht zu Spotify wollen. Swift ist schon da und Brooks wird auch kommen. Ja selbst Brooks der werbewirksam exklusiv bei Amazon unterschrieben hat bescheinigt den Mitbegründer von Spotify, Daniel Ek („He’s a good guy that understand music“) und wenn die Downloads im nächsten oder übernächsten Jahr kaum noch Marktrelevanz genießen, finden wir auch Brooks bei Spotify, denn keiner ist so hirnrissig und unterschreibt exklusiv auf Lebenszeit.

    Zum Team von Apple Music führt er aus: („I’m never going to change to fit their rules“)

    Da Amazon anders als Spotify aber das komplette Paket anbot: Streaming, Album-Downloads und physische CDs unterschrieb Brooks dort.

    Die Krise im Musikmarkt ist dank Spotify & Co. zwar noch nicht komplett überwunden, aber es geht dank Streaming weltweit insgesamt nun schon einige Jahre wieder aufwärts. Der Kuchen wird nicht mehr Jahr für Jahr kleiner. Der dramatische Verfall der Musikdownloads wird insbesondere durch Streams bei Spotify überkompensiert und breiter verteilt. Wie Du oben richtig ausführst, führt nicht automatisch die hohe Kundenanzahl, sondern erst der gut bezahlte Downloads oder Stream zu fairen Einnahmen, die vom Musikdienst anteilig in der Musikbranche, also bei Künstlern, Labels, Produzenten, Studios… ankommt.

    Apple und die Fangemeinde versucht hartnäckig das Gerücht zu streuen, Spotify bezahle seine Künstler schlechter als Apple und einige Künstler plappern das auch uninformiert nach, aber wie sind die Fakten?

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