Apple lässt Fabriken überprüfen

Ich gehöre ja zu diesen irrwitzigen Leuten, die nicht hinter jeder Aktion einer Firma / einer Person etwas Böses oder berechnendes Kalkül sehen, sondern immer in der Hoffnung sind, dass Gutes hinter einer Aktion steht. Ob Gutes hinter der Aktion von Apple steht, seine gesamte Lieferkette in Zusammenarbeit mit Experten aus Bereichen wie Menschenrechte und Umweltbelangen umfassend überprüfen zu lassen ist mir nicht bekannt, wohl aber ist Apple eine dieser Firmen, die immer mit Selbstmorden und schlechten Arbeitsbedingungen in Verbindung gebracht wird, gerade, wenn es um Foxconn geht. Dass viele Hersteller (Dell, Acer, Nintendo, Amazon…) auch dort fertigen lassen, wird gerne unter den Tisch gekehrt.

Heute hat Apple eine Pressemitteilung veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass man seine Produktionsstätten also in Zusammenarbeit mit der FLA (Fair Labor Association) auch unangekündigt überprüfen lässt. Bei einer solchen unangekündigten Überprüfung besucht das Team einen Zulieferer unangemeldet und besteht darauf, die Anlage sofort zu besichtigen und mit Mitarbeitern zu sprechen. Alle unangekündigten Überprüfungen müssen innerhalb einer Stunde nach unserer Ankunft beginnen. Apple selber hat wieder eine Erklärbärseite hochgezogen, auf der auch alles deutschsprachig erklärt wird. Tja, was meint ihr? Cleverer Schachzug von Apple? Medieninteresse bekommen sie auf jeden Fall durch diese Aktion. Ganz ehrlich: wenn es was bringt, ziehe ich meinen Hut. Sollten mehr machen. (via)

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

20 Kommentare

  1. Die sagen jetzt sie lassen alles Testen bla aber woher wollen wir wissen das sie es tun? man kann leider viel erzählen. Wenn ich schon alleine wieder lesen muss dass die Preise bei Itunes in die höhe gingen für Whitney Houston Alben nur weil sie jetzt Tot ist und man so noch mehr Profit machen kann. Das ist doch einfach nur ein Saftladen der auf Gewinn aus ist, denen ist es scheissegal wie die leute arbeiten bei Foxconn.

  2. Sagen wir mal so, die Anforderungen sind da niedrig genug und die sollten dann auch eingehalten werden. Da Apple grundsätzlich daran schuld ist und die Presse gern darüber berichtet, müssen sie schon aus Selbstschutz was tun. Allerdings wird wohl erst Berichtet wenn die einen neuen Skandal aufdecken und dann eher negativ.
    Wenn Apple drüber steht und was schreckliches Berichtet werden kann, dann gibt es gleich vier mal soviele Klicks 🙂

  3. Äh, die Preise für Titel in iTunes bestimmt Apple nicht vollständig selbst, das hätten sie gern. Da macht die Plattenfirma noch mal einen Reibach, die letzten 10 Jahre waren die Alben von der Whitney ja nicht ganz so umwerfend und haben sich wohl auch nicht so gut verkauft.

  4. Ach, ich musste mir gerade ein paar Tränen aus den Äugelein wischen. Geht mir immer so bei jeder neuen Folge von „Wie Apple die Welt ein gutes Stück besser macht“.

  5. Markus Henkel says:

    Die FLA (Fair Labor Association) hat bis dato noch nichts gebacken bekommen. Eigentlich ist diese Vereinigung ja ins Leben gerufen worden, um die Kleiderindustrie zu überwachen. Die KIK-Story zeigt uns ja eindrucksvoll, wie viel Einfluss dort herrscht.

  6. Ich bezweifel dass derartiges etwas bewirken würde. Entweder sie heuern ihr eigenes Personal in den Fabriken zur permanenten Überwachung und stetigen Verbesserung der Zustände an oder sie können es gleich sein lassen. Diese angeblichen Stichproben sind doch nichts anderes als PR.

    Derweil streiken die Mitarbeiter im übrigen wieder bei Foxconn weil die Mitarbeiter zweier großer LCD Farbriken dieses Jahr noch weniger Lohn erhalten hatten als im vergangenen Jahr
    http://www.wantchinatimes.com/news-subclass-cnt.aspx?id=20120213000090&cid=1102

  7. Apple könnte wahrscheinlich sein ganzes Barvermögen in die Krebsforschung stecken, hier in den Kommentaren würde es immer noch Leute geben, die einfach nur mimimimi machen wollen…

  8. Schon wieder ? Ich dachte solche Prüfungen gab es schon. Aber was bringt bitteschön eine Prüfung wenn hinterher eh nichts passiert ?

  9. Man will jetzt damit anfangen? Sollte sowas nicht Standard sein?

  10. Immerhin hat der öffentliche Druck etwas bewirkt.

  11. ChackZz, wahre Worte, mein Freund.

    Du hast schonungslos offengelegt, wie schlecht und undankbar diese Welt doch ist. All das Gute das Apple für die Menschheit, diesen Planeten, und nicht zuletzt für das Universum als Ganzes getan hat, vollkommen uneigennützig, immer nur einem höheren Ideal verpflichtet.

    Und was ist der Dank? Nichts als hämische Kommentare und schlechte Nachrede.

    Und das mit der Krebsforschung kommt sicherlich noch, Apple muss halt noch ein paar Jahre lang das Geld zur Seite legen, bei der knapp kalkulierten Gewinnspanne (zum Wohle des Konsumenten natürlich) kommt ja leider nicht schneller ein ausreichender Betrag zusammen.

  12. Zitat: „Ganz ehrlich: wenn es was bringt, ziehe ich meinen Hut. Sollten mehr machen. “

    Genauso sehe ich das auch, da muss man garnicht mehr dazu sagen. Wir werden auch unangemeldet kontrolliert, dass ist auch richtig so und sollte in jeder Branche gemacht werden, denn alles andere ist fern der realen Zustände und würde jedes Untersuchungsergebnis ad absurdum führen.

  13. @ChackZz

    Was haben die Trolle mit der beschissenen Geschäftemacherei von APPLE auf Kosten von Menschenleben zu tun. Geh Du doch bei Foxconn arbeiten.

    @KauKau

    So gut reingedrückt, daß den informierten Kreisen die Freudentränen kommen!


    Das Wort „Würde“ kennen manche Menschen nur noch als Konjunktiv II in dem Satz: „Für Geld würde ich alles machen.“

  14. Also mußte Steve Jobs erst sterben damit endlich mal die Menschlichkeit in dieser Firma eine Chance bekommt!? Dann hat der Tod auch gute Seiten!

  15. @Mabuse

    Makaber, aber wahrscheinlich wahr.

    Lesen bildet:

    https://www.documentcloud.org/documents/291363-jobs.html

  16. Es ist heuchlerisch und dumm Apple für die Zustände in China verantwortlich zu machen – denn wenn es den „Kritikern“ um die Menschen gehen würde, würden Sie sich um die Zustände kümmern, die einige Kilometer von diesen Betriebsstätten z.B. auf dem Land in China herschen. Nur durch Betriebe wie Foxconn kommen diese Leute aus einer sehr, sehr, sehr viel schlimmeren menschenverachtenden Agrargesellschaft hinaus.
    Diese Transformation hat Deutschland auch hinter sich.

  17. @Andy

    „Wer bei Foxconn arbeitet und für Apple, Microsoft, Samsung etc Geräte zusammenschrauben kann ist besser dran als der Rest in China.“.

    Bullshit, das ist kein Grund für Foxconn, ihre ArbeiterInnen in den Selbstmord getrieben zu haben, keine wesentlich besseren Arbeitsbedingungen von Anfang an ermöglicht zu haben, nur weil andere Produktions-Firmen noch viel schlimmer sind.

    Andy, DU bist mit deiner Einstellung ein unsagbar menschenrechtlich ignoranter Applehöriger Geizhals.

    Ich werde Apple grundsätzlich boykottieren wegen ihrer Datenschutzmißachtenden Geschäftspolitik, des auf übertrieben hohen Kosten ausgerichteten Services. Hinzu kommt die Unterstützung von Gesundheitsgefährlichen und Menschenrechtlich untragbaren Arbeitsbedingungen.

    Dazu kommt Apples perfides Verkaufssystem, Apple-MitarbeiterInnen mit allen erdenklich verkaufspsychologischen Tricks und Druck auf Maximal-Umsatz zu drillen.

    Ich danke für die Aufmerksamkeit.

  18. Fakt ist, dass sich die Arbeitssituation in China durch die großen Arbeitgeber eindeutig verbessert haben, auch wenn sie auch noch lange nicht auf unserem Niveau sind.
    Aber durch die großen Arbeitgeber erhalten diese Leute Löhne, Essen, Unterkunft und eine gewisse Kontrolle durch die Medien. Was wäre dort sonst ohne diese Arbeitgeber und würde ohne sie eine Kontrolle durch die Medien erfolgen.
    Ich finde es heuchlerisch hier von Menschenwürde zu sprechen, daheim aber auf seinen Dell, Apple und Samsung Technikkram zu blicken. Es sind große Firmen, die auf Profit aus sind. Das ist aber auch der kleine Computerladen bei mir um die Ecke, nur in einer kleinerern Dimension. Das bin ich auch selber, weill ich Gutes für kleines Geld haben will. Ich würde das Ipad nicht kaufen, wenn es nach deutsche Preisen zusammengebaut wurde und nunmehr 1500 EUR kostet. Also erstmal sich selber betrachten, bevor man über andere richtet. Sich auch mal fragen, was man selber in Bezug auf Menschenwürde und Umweltschutz schon alles getan hat. Dann wird es bei einigen aber ganz schön eng!

  19. @Headhunter

    >Ich werde Apple grundsätzlich boykottieren wegen ihrer Datenschutzmißachtenden Geschäftspolitik, des auf übertrieben hohen Kosten ausgerichteten Services. Hinzu kommt die Unterstützung von Gesundheitsgefährlichen und Menschenrechtlich untragbaren Arbeitsbedingungen.
    Dazu kommt Apples perfides Verkaufssystem, Apple-MitarbeiterInnen mit allen erdenklich verkaufspsychologischen Tricks und Druck auf Maximal-Umsatz zu drillen.

    Gut gesagt! Dann aber bitte Konsequent sein und keinerlei Gerätschaften/Produkte aus low-cost Ländern benutzen. Keine Bekleidung mehr kaufen, die nicht in D gefertigt wurde!. Kein Auto mehr benutzen in denen auch nur irgend ein Teil aus diesen Ländern verbaut wurde. Keine Lebensmittel mehr aus… Diese Liste ließe sich leicht fortführen.

    Mir scheint einige haben aus welchen Gründen auch immer einen pathologischen Hass auf die Firma mit dem Apfel und leben den hier aus.

    Ein grundsätzliches Problem sollte aber nicht außer Acht gelassen werden. Die politische Führung Chinas ist auf keinen Fall daran interessiert, dass die Arbeitsbedingungen so verbessert werden, dass die Produktion evtl. in andere Länder wandert. Selbst wenn Apple darauf bestehen würde weitaus höhere Löhne zu bezahlen, würde dass durch die politische Situation in China (ist ja schließlich eine Diktatur) verhindert werden.