Apple iPad der neunten Generation im Test (Modell 2021)

Auch in diesem Jahr hat Apple wieder einmal ein neues Modell seines „einfachen“ Apple iPads veröffentlicht, welches demnach auf die Bezeichnung „Apple iPad (9. Generation)“ hört und damit das Einstiegsmodell für 2021 ist. Zuletzt hatte ich mir im Herbst 2019 das iPad der 7. Generation mit 10,2 Zoll angeschaut und jenes nun auch zum direkten Vergleich mit dem neuen 2021er-Modell herangezogen. Denn, so viel sei verraten: Viel geändert hat sich nicht. Es gibt aber eine gute Evolution.

Die wichtigsten Änderungen am Gerät sind, dass das Retina-Display nun auch True Tone unterstützt, dass die Frontkamera statt auf die bisherigen 1,2 Megapixel nun auf 12 Megapixel mit einem Ultraweitwinkelsensor setzt, und dass das Gerät nun statt mit dem A12 Bionic (in der letzten Version) mit dem neueren A13 Bionic von Apple befeuert wird. Auch die Speichervarianten haben sich ein wenig verändert. So gibt es nun statt der bisherigen 32- / 128 GB-Ausführungen eine Variante mit 64 und eine mit 256 GB Speicher, jeweils wieder als reine Wi-Fi- und als Wi-Fi-/Cellular-Variante. Der Einstiegspreis der Geräte liegt weiterhin bei 379 Euro.

Für meinen Test stand mir das Modell mit 256 GB Speicher und Wi-Fi + Cellular-Unterstützung zur Verfügung. Eine goldfarbene Version des iPad Gen. 9 gibt es nicht mehr. Stattdessen wurde die silberfarbene Version nun mit demselben schwarzen Rahmen bestückt, der auch im Modell Space Grau verwendet wird. Wi-Fi Modelle des iPads sind ab 379 Euro inkl. Mwst. und Wi-Fi + Cellular Modelle ab 519 Euro inkl. MwSt. in Silber und Space Grau verfügbar.

Links das iPad (9. Generation), rechts das iPad (7. Generation)

Wie auch bei den bisherigen Modellen des iPads gibt es an der Verarbeitung nichts zu meckern. Das Material wirkt hochwertig, die Tasten bieten einen sehr angenehmen Druckpunkt, Touch ID im unteren Bildschirmbereich wird vermutlich nicht nur für mich weiterhin die noch immer beliebteste Lösung in einem iPad sein, wenn es um die Anmeldung und Authentifizierung geht – vor allem, wenn man das Gerät unterwegs verwenden möchte und dort mit einer Maske in Bezug auf Face ID Komplikationen bekommt. Auch das Display ist  identisch zum Vorgänger. Die Farben werden weiterhin detailliert und kräftig dargestellt, da gibt es auch 2021 nichts zu bemängeln.

Die Ränder des iPad-Displays sind noch immer ein Aspekt, der die Geister scheidet. Ich persönlich störe mich überhaupt nicht an den – im Vergleich zum iPad Pro – recht breiten Displayrändern. Hier bleibt Apple ebenso beständig wie in vielen anderen Bereichen des Geräts. Wenn man das Modell der 7. Generation direkt neben das Modell der 9. Generation legt, lassen sich die Unterschiede nur an ein paar wenigen Stellen ausmachen.

So fällt unter anderem das neue Kameramodul optisch auch etwas anders aus als bisher. Der 12-Megapixel-Ultraweitwinkelsensor (der auch im iPad Pro 2020 verbaut ist) erlaubt hier nun den Einsatz von Apples Feature „Center Stage“. Die Funktion ermöglicht es bei FaceTime, Zoom oder auch WebEx-Sitzungen, dass alle Gesprächspartner für die Kamera zentriert im Bild bleiben. Ich habe das zumindest in FaceTime ein wenig ausprobieren können und muss schon sagen, dass das gut funktioniert und meiner Meinung nach in jedes Gerät gehört – zumindest wenn man regelmäßig Videotelefonate führt oder führen muss.

Oben das iPad (7. Generation), unten das iPad (9. Generation)

Leider wird aktuell auch beim 2021er-Modell „nur“ der Apple Pencil der 1. Generation unterstützt, der zwar für viele Dinge ausreicht, dennoch könnte Apple meiner Meinung nach langsam mal umdenken. Vor allem das kabellose Laden des Stifts fehlt mir. Da ich den Stift recht häufig im Einsatz habe, wenn ich Fotos nachbearbeite oder mich in Lightroom austobe, nervt das ständige Anschließen ans iPad, etc. Den Stift einfach an die Seite zu heften und schon wird er geladen – das könnte dem einfachen iPad gut stehen.

Klar: Auch das Smart Cover und das Smart Keyboard von Apple werden vom neuen Modell wieder unterstützt, damit aus dem Tablet am Ende auch ein wenig mehr Arbeitsgerät werden kann. Für den dauerhaften Ersatz eines MacBooks eignet sich das Gerät aber meiner Meinung nach weiterhin trotz iPadOS 15 (direkt mit Auslieferung vorinstalliert) nicht. Das liegt nicht nur an der Displaygröße. Auch das Betriebssystem als solches ist meiner Meinung nach noch kein ideales Arbeits-OS.

Unten das iPad (7. Generation), oben das iPad (9. Generation)

Das macht aber auch nichts. Ich bin zum Beispiel am Abend immer sehr froh, wenn ich das Lesen von Nachrichten und Beiträgen oder auch mal das Bearbeiten von Fotos auf ein größeres Display verlagern kann. Da kommen die 10,2 Zoll des iPad hervorragend an. Am Retina-Display gibt es nach meinem Empfinden sowieso nichts auszusetzen, dass ich nun noch optional auf die Darstellung mit True Tune wechseln kann, finde ich sehr begrüßenswert.

Das Gerät setzt auf den Apple A13 Bionic als SoC, der bereits seit dem iPhone 11 eine sehr gute Arbeit verrichtet und auch hier dafür sorgt, dass ich mir keine Sorgen machen müsste, dass Apps oder Games das Gerät in die Knie zwingen. Als jemand, der mit dem iPad spielt, ist mir das einiges wert. Hier lieferte aber auch schon das 2019er-Modell mit dem A10 Fusion als SoC eine sehr gute Leistung ab. Das 2021er-Modell ist natürlich durch den neueren Chipsatz zukunftssicherer. Einen Wechsel zum neueren iPad würde das meiner Meinung nach aber für den Alltagseinsatz nicht rechtfertigen.

Die Hauptkamera des iPad (9. Generation) löst weiterhin mit 8 Megapixeln auf und – na ja – liefert eben einigermaßen gute Ergebnisse. Ich habe noch nie verstanden, wozu ich mit einem Tablet effektiv fotografieren sollte. Aber für das Knipsen zwischendurch oder weil ich mal eben ein Dokument scannen will, eignet sich die Kamera. Ein wenig anders ist es mit der Frontkamera. Jene löst mit 12 Megapixeln auf und setzt auf ein Ultraweitwinkelmodul. Auch lassen sich nun Videos mit 1080p aufnehmen. Im direkten Vergleich der Fotos unten kann man meiner Meinung nach schon sehr gut erkennen, dass sich das neue iPad definitiv besser eignet, um beispielsweise für Videokonferenzen herzuhalten:

iPad (7. Generation) Front-/Hauptkamera:

iPad (9. Generation) Front-/Hauptkamera:

An den Anschlüssen und anderen Verbindungsoptionen hat sich nichts geändert und auch die Akkulaufzeit wird von Apple weiterhin mit bis zu 10 Stunden angegeben. Dem kann ich nicht widersprechen. Das iPad (9. Generation) hält in der Tat so ziemlich genau gleich lang durch wie mein älteres iPad (7. Generation). Letzteres hat halt im Verlauf der vergangenen zwei Jahre ein klein wenig seiner maximalen Kapazität einbüßen müssen, was am regelmäßigen Einsatz liegt und sich minimal in der Laufzeit auswirkt.

Links das iPad (9. Generation), rechts das iPad (7. Generation)

Gesamt betrachtet, die Vorgänger fest im Blick, hat Apple hier kein Hexenwerk betrieben und ist bei vielen Aspekten weiterhin bei Bewährtem geblieben. Dennoch sind es nicht nur iPadOS 15 und die neue Frontkamera, die das 2021er-Modell interessant für den Markt machen. Der A13 Bionic verrichtet sehr gute Arbeit und sorgt im Verbund mit den restlichen Neuerungen dafür, dass das „einfache“ iPad 2021 weiterhin das Gerät bleibt, das man Menschen, die nach einem Tablet für einen Preis um die 380 Euro suchen, am ehesten ans Herz legen sollte.

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11 Kommentare

  1. Cooles Teil, das IPad 9. Gen. ist hier seit gestern für den Sohnemann im Einsatz und ersetzt ein IPad Air 2 (von Weihnachten 2014), welches einen splittrigen Displayschaden hat. Da man bei Apple 330€ für die Reparatur (bei No-Nameläden auch noch 215€) zahlen soll, hab ich nun das neueste Einstiegsipad gekauft…

  2. Dieses „TrueTone“ ist ein absoluter Graus. Das Display ist mit TrueTone viel zu warm kalibriert. Es gibt einfach kein richtiges weiß sondern nur noch gelb gelb gelb. Das stößt mir direkt als erstes auf, wenn ich die Bilder der beiden iPads Vergleiche.

  3. Also ich habe auch das IPad 7 Generation und bin zum reinen Surfen und lesen voll zufrieden damit.
    Nur meiner Meinung nach hat es glaube nur den A10 verbaut. Der A12 kam erst letztes Jahr mit der 8 Generation.

    Man merkt hat das Multitasking nicht wirklich gut ist. Das ist dann sicherlich mit dem neuen besser.

    • Ich habe ein Dienstipad 7. Gen. und seit gestern wie oben schon kommentiert das 9. Gen. Finde, dazwischen liegen Welten in der Bedienung. 9. Gen. läuft deutlich flüssiger und flotter…

  4. @Benjamin:
    Eine Kleinigkeit: Ganz oben im 2. Absatz oder so schreibst Du, das iPad (7. Gen / 2019) nutze den A12 Bionic. Das stimmt aber nur für die 8. Gen / 2020. Richtig ist A10 / Fusion.
    Weiter unten im Artikel ist es auch richtig dargestellt.

  5. Ich hab das 6. Gen und das 9. Gen seit ein paar Tagen.
    Kann mir mal jemand sagen warum das was der Alex hier bei 6:17 macht bei nem einfachen IPAD nicht geht? Ich habs probiert. Klappt nicht. Das 15’er OS ist drauf.
    https://www.youtube.com/watch?v=ID5B0fCeFvQ&t=392s

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