
Apple hat vor Gericht eine Niederlage gegen das Start-up Corellium davongetragen. Worum geht es? Corellium bietet Partnern über seine Sicherheits-Software quasi den Zugriff auf virtuelle iPhones an. Das soll Sicherheitsforschern helfen Schwachstellen zu identifizieren und gegebenenfalls bei der Schließung von Sicherheitslücken und der Behebung von Bugs unterstützen. Apple verklagte Corellium anschließend, weil man seine Urheberrechte verletzt sah. Doch ein US-Gericht gab Corellium recht.
Das Urteil wurde von einem Bundesrichter in Florida gefällt. Demnach habe Corellium mit seiner Software keine Urheberrechte Apples verletzt. Die Software des Unternehmens erlaubt es Kunden, quasi virtuelle iPhones auf PCs zu simulieren. Dadurch sind Tests zu Sicherheitszwecken möglich, ohne dass ein physisches Gerät vorliegen müsste. Vor Gericht wog bei der Entscheidung auch das Argument schwer, dass hier aus Sicherheitsgründen geforscht werde. Zumal Corellium seine Software nicht an beliebige Kunden herausgebe, sondern jeden Partner zunächst im Hinblick auf seine Seriosität prüfe.
Apple hatte vor Gericht argumentiert, dass die Software von Corellium in den falschen Händen Schaden anrichten könnten. Denn mit den Tools entdeckte Sicherheitslücken könnten dann ausgenutzt werden. Apple behauptete auch, dass Corellium seine Software wahllos verscherbeln würde, was das Start-up stets bestritt. Auch dem Richter kamen Apples Argumente insgesamt „unehrlich“ vor.
Spannender Hintergrund: 2018 wog Apple ab Corellium zu übernehmen, um dessen Tools zu internen Zwecken zu verwenden. Es kam aber nicht zu einer Einigung und was folgte, war die Klage Apples. Jene stand aber von Anfang an auf wackligen Beinen, da die virtuellen iPhones nur die notwendigsten Funktionen enthalten, welche für die Sicherheitsforschung relevant sind.
Ganz vom Tisch ist die Geschichte dennoch noch nicht: Apple wirft Corellium nämlich auch vor den Digital Millennium Copyright Act verletzt und Sicherheitsmechanismen des Unternehmens umgangen zu haben. Dazu muss noch eine Entscheidung getroffen werden. Bei Sicherheitsforschern kam das erste Urteil aber nun gut an. Es sei ein Sieg für die Forscher-Community. Forbes hatte Corellium sogar zum Cybersecurity-Produkt des Jahres gekürt.