Apple Catalyst: Apps teils fehlerhaft nach Portierung auf macOS, erneuter Griff ins Portemonnaie nötig

Anders als bislang angenommen, lassen sich Apps unter Verwendung von Apples Catalyst wohl doch nicht so einfach parallel für iPadOS, iOS und macOS entwickeln. Schlimmer noch: für eine App, die auf iOS gekauft worden ist, muss auf macOS unter Umständen erneut bezahlt werden, so berichtet es Bloomberg nun in einem neuen Bericht. Dabei hatte Apple den Prozess doch damals als so simpel vorgestellt, wie das Setzen eines kleinen Häkchens seitens der Entwickler und schon stünde ein und dieselbe App für alle Plattformen gleichzeitig zur Verfügung. Aktuell weigere sich beispielsweise Netflix, überhaupt an Catalyst für die Umsetzung seiner Apps festzuhalten, zumindest im aktuellen Zustand.

Doch auch andere bekannte Entwickler, wie beispielsweise Steven Troughton-Smith oder James Thomson, bemängeln, dass Catalyst bei Weitem noch nicht zu Ende gedacht ist und so unter anderem Elemente, die auf dem iPad aufgrund seiner Touch-Bedienung durchaus Sinn ergeben, auf macOS nach der Portierung weiter enthalten sind, obwohl diese dort nicht vernünftig verwendet werden können:

Troughton-Smith said Mac versions of some apps can’t hide the mouse cursor while video is playing. He’s also found problems with video recording and two-finger scrolling in some cases, along with issues with using the keyboard and full-screen mode in video games. Thomson, the PCalc developer, said some older Mac computers struggle to handle Catalyst apps that use another Apple system called SceneKit for 3-D gaming and animations.

Es wird angemerkt, dass es zwar durchaus ausreichen würde, das einfache Häkchen zu setzen, um die Apps vom iPad auf den Mac zu bringen, doch da dürfe die Arbeit der Entwickler noch nicht enden. Die meisten Portierungsfehler würden ansonsten völlig außer Acht gelassen, die App für den Anwender aber alles andere als brauchbar, sofern sie die besagten Fehler aufweist. Apple wird also noch deutlich nachbessern müssen, Entwickler dürfen sich nicht allein auf das Häkchen verlassen und wir Nutzer sollten darauf achten, dass die Apps aktuell durchaus fehlerhaft sein können, wenn deren Entwickler sich nicht ausreichend um die notwendigen Anpassungen gekümmert haben. Gerade nach dem erneuten Kauf einer App für ein anderes OS ist es mehr als ärgerlich, wenn diese dann nur so lala umgesetzt und mit Fehlern gespickt sind.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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7 Kommentare

  1. Sollte jedem Entwickler klar sein, dass nicht alles „magisch“ funktioniert. Eine Desktop App ist nunmal etwas anderes als eine mobile App. Das wurde in Fachkreisen übrigens auch nie so angenommen, egal, was Apple versprach. Aber um das zu wissen, müsste man sich damit ja auch beschäftigen…

    „ und so unter anderem Elemente, die auf dem iPad aufgrund seiner Touch-Bedienung durchaus Sinn ergeben, auf macOS nach der Portierung weiter enthalten sind, obwohl diese dort nicht vernünftig verwendet werden können“ → Das sagt das Zitat aber ganz und gar nicht aus.

    Außerdem loben die beiden Catalyst trotzdem und sagen, dass es die Zukunft von Mac Apps sei. Das wurde auch übergangen im Artikel.

    Zum Preis: Wie anfangs schon erwähnt, wird man immer kleine Anpassungen machen müssen, will man eine gute Desktop experience bieten. Das und der Mehraufwand für den Support einer anderen Plattform (=mehr bugs, andere Möglichkeiten / zugrundeliegenden Systeme / ältere & unterschiedlichere Hardware, da länger genutzt als iOS Geräte) rechtfertigen einen nochmaligen Kauf.

    Sehr einseitiger, schlecht recherchierter Artikel! Man kann gern auf den verbuggten Releases von Apple rumreiten, sollte dann aber auch bitte fundiert sein und das ganze Bild abzeichnen.

  2. Wer geht überhaupt davon aus, dass eine portierte App nicht mehr gekauft werden muss? Unter iOS müssen zum Teil iPad- und iPhone-Versionen derselben App zweimal gekauft werden. Wenn sie gut gemacht ist und einwandfrei funktioniert, habe ich kein Problem damit.

    «Schlecht gemacht aber gratis» ist hingegen nicht akzeptabel.

  3. Der Titel ist Unsinn. In der Quelle geht es um einen Entwickler, der gern Geld für den Aufwand der Portierung hätte, aber nicht darum dass die Mac Apps grundsätzlich extra kosten. So ist das nur Clickbait.

  4. Den Artikel sollte man vielleicht doch eher wieder rausnehmen 🙂

  5. > „Dabei hatte Apple den Prozess doch damals als so simpel vorgestellt, wie das Setzen eines kleinen Häkchens seitens der Entwickler und schon stünde ein und dieselbe App für alle Plattformen gleichzeitig zur Verfügung. “

    Nope. Das Setzen des Häkchens reicht um ein iPad-App auf dem Mac zum Laufen zu bringen. Gleichzeitig betont man dass Anpassungen für Frameworks und UI notwendig sind. Der Entwickler-Bereich auf apple.com hat mehr Infos.

    Über Bloomberg kann man lachen. Die müßt ihr nicht mehr als Quelle nehmen. Sie stehen zum Beispiel immer noch hinter ihrer Bullshit-Story über die ihr auch berichtet habt. In Amazon- und Apple-Servern sind Boards von Supermicro verbaut auf denen sich angeblich chinesische Spy Chips befinden.

    https://stadt-bremerhaven.de/unfassbare-geschichte-mini-chips-aus-china-sollen-apple-und-amazon-ausspioniert-haben/
    https://stadt-bremerhaven.de/untersuchung-ergibt-keine-chinesischen-spionage-chips-auf-den-motherboards-fuer-amazon-und-apple/

    Solch ein Board haben sie nie gekauft und den Chip identifiziert (das wäre wohl der erste Schritt). Stattdessen hat ein Künstler eine Phantasie-Illustration erstellt. Mehrere Firmen, die Security Community und Geheimdienste haben sich über die Geschichte lustig gemacht. Sogar die Mutterfirma von Bloomberg Business Week selbst. Die haben mittlerweile selbst Server von Supermicro stehen und sind mit der Trading Platform auf Amazon AWS umgezogen. Aber der Co-Autor bekam eine Promotion und ist jetzt Chef der Abteilung für IT-Sicherheit.

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