Apple: Angestellte fordern in offenem Brief eine bessere Unternehmenskultur

Apple gibt sich nach Außen hin gerne als Unternehmen mit weißer Weste, das sich für Umweltschutz, Privatsphäre und eine bessere Gesellschaft einsetzte. Das ist natürlich nicht nur für Apple im Speziellen typisch, sondern für Unternehmen im Allgemeinen. Schaut man sich die Websites großer Firmen aus aller Herren Länder an, dann verklären sich dort so gut wie alle Unternehmen, als würden sie sich pausenlos altruistisch engagieren. Eine Bewegung innerhalb Apples ist da offenbar frustriert und hat einen offenen Brief veröffentlicht.

In dem digitalen Schreiben sind zahlreiche, klare Forderungen enthalten. Der Brief richtet sich an CEO Tim Cook und das obere Management. Es kommt nicht von Ungefähr, dass so ein Schreiben gerade jetzt online geht: Das US National Labor Relations Board prüft gerade zwei Beschwerden, in welchen Mitarbeiter Apples die Arbeitsbedingungen bemängeln. Schon im August wurde eine Initiative namens #AppleToo begründet, die Geschichten von Diskriminierung und Mobbing innerhalb Apples offenlegen möchte.

Was man sich nun wünsche, sei etwa mehr Privatsphäre durch eine stärkere Trennung von beruflichen und privaten Informationen, transparentere und faire Bezahlung sowie eine genauere Prüfung von Apples Geschäftsbeziehungen mit Dritten. Zudem wird mehr Verantwortungsübernahme durch das Management gefordert. Ebenfalls sollte es laut dem Brief eine Neuuntersuchung bisheriger Beschwerden über Rassismus, Diskriminierung, Missbrauch, Belästigung und Co. geben.

In dem Brief erhebt man schwere Vorwürfe: „Apple zeigt sich stolz darauf, dass man sich Diversität, Gleichberechtigung und einem Umfeld verpflichtet habe, in dem jede Person ihre beste Arbeit verrichten könne; doch in der Praxis ist dies weit von der Realität entfernt.“ Konkreter kritisiert wird z. B., dass Mitarbeiter sensible, medizinische Daten offenlegen müssten, wenn sie sich physisch oder psychisch von einem von Apples Partnern behandeln ließen. Apple gebe sich öffentlich als Schützer der Privatsphäre, für die eigenen Mitarbeiter scheine dies jedoch nicht zu gelten.

Die Mitarbeiter, die sich öffentlich nicht zu erkennen geben wollen, wohl weil sie Konsequenzen fürchten, fordern auch eine unparteiische Evaluierung der Arbeitsbedingungen bei Apple durch ein Drittunternehmen. Aktuell ist noch schwer zu sagen, wie viele Mitarbeiter hinter diesen Beschwerden stehen. Auch hat Apple noch keine Stellungnahme abgegeben.

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35 Kommentare

  1. Wie immer, nach außen hin Wasser predigen, aber selbst Wein saufen, selbiges gilt auch für unsere Politikdarsteller

  2. Oliver Müller says:

    Apple-Mitarbeiter wünschen sich „mehr Privatsphäre“, das ist ja großartig! Besser kann man nicht beschreiben, was an dem ganzen „Datenschutz“ und „Privacy“ Marketing-Geblubber von Apple dran ist: Nichts!

    • So ein Quark! Das weisst du woher? Hauptsache erstmal alles nachplappern.

      Privatsphäre und Datenschutz wird unternehmensintern sehr ernst behandelt. So ernst, dass es manchmal sogar den reibungslosen Betrieb einschränkt. Zumindest hier in Deutschland. Was in den Staaten passiert kann ich nicht sagen.

      • Oliver Müller says:

        Woher ich das weiß? Ich habe den Open Letter gelesen. Mag sein, dass das in Deutschland anders ist, die Entwicklung passiert aber in den USA.

    • Da sieht man mal, wie viel Substanz in diesem Kommentar steckt: keine!

      Wartet doch erstmal Details ab… meine Güte. Sollen wir mal Samsung und deren Mitarbeiterbehandlung oder gar die von den Subunternehmern und Zulieferern reden? Ja klar, samsung sagt auch nicht dass ihnen das wichtig ist. Ist es auch nicht. So behandeln sie aber eben auch ihre Mitarbeiter…

    • Zwischen dem Umgang mit den Mitarbeitenden und der Seriosität der Datenschutzbemühungen ggü. Endkunden sehe ich zunächst keinen Zusammenhang.

      Dass die Applebelegschaft offenbar anders behandelt wird als es das Image von Apple erwarten lassen würde, ist natürlich trotzdem bedauerlich.

  3. Einfach nur Gelaber und Stimmungsmache ohne konkrete Vorwürfe. Nicht eine einzige Zeile, die Hand und Fuss hat. Alles klingt nach Erpressung im Stil von „Wenn Ihr nicht spurt, ziehen wir euch und euer Image in den Dreck“.

    Hätte ich das Sagen, könnten gar nicht so viele McDonalds-Filialen im Umkreis von Cupertino öffnen, um all die Minimal-Lohn-Empfänger aufzunehmen.

    • Es gibt einige Geschichten, die Zeigen wie unmenschlich Jobs mit den Mitarbeitern umging. Wenn diese Philosophie erhalten blieb, dann kann man so ein unmenschliche Verhältnisse schon verstehen.

      • Wo stand denn was von unmenschlich? Einfach mal der Beschwerde so ein Wort in den Mund gelegt. Sehr schön.

        Dass es nicht wie bei Jobs läuft zeigt doch schon, wie viel in letzter Zeit nach draußen gelangt. Hätte es unter Jobs nicht gegeben. Und diese Entwicklung ist auch zu begrüßen!

        Dass es schwarze / unsensible Schafe auch im Management von Apple gibt ist doch klar. Schon mal geschaut wie viele Menschen dort angestellt sind? Interessanter ist es doch zu untersuchen, ob das systemisch ist oder einzelne Abteilungen / Management Teams betrifft.

  4. „Apple gebe sich öffentlich als Schützer der Privatsphäre, für die eigenen Mitarbeiter scheine dies jedoch nicht zu gelten.“ – nene, das gilt auch nach außen hin nicht. Siehe On-Device-Scan und ähnlich „schöne“ Datenschutzprobleme.

  5. Apple eine gewisse Arroganz, Überheblichkeit oder auch Allmächtigkeit zu unterstellen, ist mir als Kunden, und meiner Freundin als Mitarbeiterin (Shop), auch schon öfter mal eingefallen…

  6. Blogeintrag der Initiatorin:
    https://dev.to/cher/sexism-racism-toxic-positivity-and-tailwindcss-cil

    Bisschen Wokismus und krampfhafte Empörungskultur, so wie das heute üblich ist. Die Frau scheint das überall durchzuziehen. Seit einem Jahr bei Apple und schon massenhaft Missstände aufgedeckt. Viel Spaß, nach der Show hier im Techbereich Arbeit zu bekommen.

  7. Etwas zum Hintergrund, in den USA betreibt Apple Arztpraxen bzw. Kliniken für seine Mitarbeiter. Hier gibt es anscheinend einen Rückkanal über den Gesundheitszustand an die Firma, weil die Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten entsprechend anders behandelt wurden.

    • Das ist in den USA leider üblich. Insbesondere wenn die Krankenversicherung als jederzeit kündbare freiwillige Sozialleistung durch den Arbeitgeber bezahlt wird, und der Beitrag sich nach dem Gesundheitszustand des Mitarbeiters richtet, stehen in den entsprechenden Bedingungen oft Klauseln, dass der Arbeitgeber über die Behandlungen und bzw. aufgelaufenen Kosten informiert wird. Einen minimalen Datenschutz in dem Bereich gibt es nur in einzelnen Bundesstatten.
      Führt manchmal dazu, dass Mitarbeiter die Kosten lieber Privat tragen damit der Arbeitgeber das nicht mitbekommt.

  8. Schon traurig, dass hier einigen Apple-Fanboys der Ruf von Apple offensichtlich wichtiger ist als das Wohlergehen der Mitarbeiter.

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