Caschys Blog

Apple AirPods Pro ausprobiert: Ein toller Allrounder

Viele Stunden sind vergangen, in denen ich fast abgeschottet von der Welt gewesen bin. Ich habe die Apple AirPods Pro einem ausgiebigen Test unterzogen. Dabei habe ich natürlich auch mit anderen Ohrhörern verglichen, die ich im Einsatz habe oder hatte und natürlich lasse ich hier meine persönlichen Einsatzgebiete einfließen.

Als Reinholer, falls jemand nicht über die Apple AirPods Pro informiert ist. Die Apple AirPods Pro haben nicht nur ein neues Design, sondern verfügen auch über Rauschunterdrückung (ANC). Die aktive Rauschunterdrückung auf den AirPods Pro verwendet zwei Mikrofone in Kombination mit Software, um sich fortwährend individuell anzupassen. Die Geräuschunterdrückung passt das Tonsignal als Ergebnis kontinuierlich 200 Mal pro Sekunde an. OK, die Apple AirPods Pro haben also nun eine aktive Rauschunterdrückung, um den Nutzer besser von der Außenwelt, bzw. ihrem Lärm, abzuschotten. Mehr nicht? War es das? Nun, nicht ganz.

Die 279 Euro teuren Apple AirPods Pro verwenden auch ein anderes Bediensystem und haben noch andere Tricks auf Lager. Im Gegensatz zur ersten Generation gibt es nämlich wechselbare Silikon-Ohrstöpsel, drei verschiedene Größen liefert Apple mit. Um den Komfort auszubauen, verwenden die AirPods Pro ein passives Belüftungssystem (Öffnungen) zum Druckausgleich. Spannend: Sicherlich kann jeder Nutzer selbst entscheiden, welche der Silikon-Ohrstöpsel am besten passt, allerdings gibt Apple auch Ratschläge mit, denn in der Software kann getestet werden, wie gut das Ohr abgeschirmt ist, das nennt sich dann Passtest. Sitzen die AirPods Pro gut, dann gibt es die entsprechende Meldung aus dem System. Ist dies nicht der Fall, so wird darauf hingewiesen, dass man einen anderen Einsatz nehmen oder den korrekten Sitz überprüfen soll.

Apple liefert nicht nur einen Standard-Kopfhörer-Modus und die aktive Rauschunterdrückung mit, sondern auch einen Transparenzmodus – dazu gleich mehr. Den kann man über die Software oder über die AirPods Pro erreichen. Hiermit wäre ich dann gleich beim Bedienkonzept, welches sicherlich einigen besser gefällt, anderen nicht. Die erste Generation der AirPods konnten zur Bedienung angetippt werden, alternativ gab es den Modus über Siri hands-free bei den neuen Modellen.

Die AirPods Pro kann man nicht mehr so einfach antippen, sie haben drucksensitive Bedienflächen an den Stegen. Man klickt also den Steg beispielsweise 1x an, um einen Song zu pausieren oder wieder abzuspielen, der Doppelklick überspringt den Song und 3x angeklickt sorgt der Steg für einen Rücksprung. Es gibt auch einen langen Klick, hier kann man, sofern aktiviert, auf der einen Seite Siri hervorrufen (wenn man Siri nicht per Sprache aktiviert) – und auf der anderen Seite kann man die Modi wechseln. Drei Stück gibt es, den normalen, dann eben ANC und den Transparenzmodus:

Was macht der Transparenzmodus? Der Transparenzmodus bietet den Nutzern die Möglichkeit, gleichzeitig Musik zu hören, während sie noch die Umgebung um sich herum hören, sei es, um beispielsweise während der Fahrt den Verkehr oder eine wichtige Zugdurchsage zu hören. Ihr bekommt also nicht nur eure Musik mit, sondern auch Dinge von außen. Funktioniert tatsächlich sehr gut, setzt aber auch voraus, dass ihr die Musik nicht zu laut aufgedreht habt. Denn diese bleibt weiterhin laut – und ist dies der Fall, dann hilft auch der Transparenzmodus nur bedingt etwas.

Neues Case (links)

Und was bringt die Geräuschunterdrückung? Einiges! Und das könnte für Apple und andere Hersteller richtig spannend werden. Ich habe die Apple AirPods Pro als Beifahrer im Auto getragen, natürlich indoor und auch beim Sport. Es wird alles gut weggefiltert, natürlich ist man bei dieser Bauform nicht völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Aber: die Geräuschunterdrückung funktioniert gut, wenn auch nicht „Bose QC35“-mäßig.

Und hier kommt eben das Spannende: Ich kenne viele Menschen, die mehr als einen Hörer ihr Eigen nennen. Im Alltag haben sie einen kleinen, bequemen Hörer dabei, auf längeren Trips dann gerne einen großen mit Geräuschunterdrückung. Und genau da könnten die Apple AirPods Pro greifen. Statt zwei Modellen habe ich nur noch eins, weil den Nutzern eben das Gebotene reicht. Ja natürlich haben die großen Lösungen längere Laufzeiten und schirmen vielleicht noch besser ab. Aber brauche ich das? Kann ich nicht alles gut mit nur einem Modell abdecken?

Subjektives: Ich war eigentlich immer Freund von Over-Ear-Lösungen, was aber daran lag, dass ich bei vielen In-Ear- oder On-Ear-Lösungen nach einiger Zeit Ohrenschmerzen bekommen. Das ist aber schon fast ein alter Hut, die Hersteller haben da alle in den Jahren hinzugelernt. Auch die AirPods Pro machen bei mir keine Probleme, auch nicht, wenn ich sie eine komplette Ladung im Ohr habe. Sie sitzen bei mir gefühlt anders als die Vorgänger, aber auch sicher. Eigentlich bemerke ich sie so gut wie gar nicht, das ehrt sie. Ich kann den Kopf schütteln, ohne dass mir die AirPods Pro aus den Ohren fliegen. Auch bei meinem Test abseits des normalen Lebens machten die AirPods Pro einen guten Eindruck. Ich bin, sofern es Gesundheit und Zeit erlauben, täglich beim Sport. Normalerweise sind dies immer 10 Kilometer im Lauf, gerne versuche ich mich aber auch am Halbmarathon. Da muss bei mir Musik mit. Laut auch.

Sowohl auf dem Laufband als auch in der freien Natur fielen mir die AirPods Pro nicht aus den Ohren. Auch hier nutzte ich die aktive Geräuschunterdrückung. Zumindest auf dem Weg zum Park befindet sich leichter Straßenverkehr, von dem ich nichts mitbekam, im Park selber ist es eh ruhig. Anders in meiner Garage, in der das Laufband steht. Wenn da ein 90 Kilogramm schwerer Mensch in entsprechender Geschwindigkeit läuft, dann hört man nicht nur den Antrieb, sondern auch die Schritte. Leise ist anders, aber durch die Geräuschunterdrückung bekommt man ab einer gewissen Lautstärke nichts mehr mit. Ein himmelweiter Unterschied zu „ohne“ aktive Geräuschunterdrückung. Übrigens: Die AirPods Pro sind nach IPX4 klassifiziert, Regen oder Schweiß sind kein Problem, wobei Apple mitteilt, dass keine Wassersportarten damit zu machen sind.

AirPods Pro ohne Silikon-Tip

Ja, nun zum Klang. Das ist höchst subjektiv. Ich habe schon viel gehört. Und er ist gut für mich. Mehr müsste ich eigentlich nicht schreiben, doch es ist beachtlich, was Hersteller aus kleinen Ohrhörern holen können. Ich habe stundenlang Musik und Hörspiele gehört, mich durch zahlreiche Qualitäten und Dienste geackert. Luchsen mir einige Ohrhörer ein „OK“ ab, ist es bei den AirPods Pro ein: „Klasse“. Als direkten Vergleich nehme ich aber mal meine Powerbeats Pro, ebenfalls True Wireless. Die klingen – subjektiv – ziemlich ähnlich, kommen aber im Bereich des Basses auf ein Mehr, die AirPods Pro klingen etwas neutraler. Es macht Spaß, manche Stücke zu hören. Das meine ich tatsächlich so, da ich jemand bin, der Musik nicht nur hört, um die Außenwelt abzuschalten. Ich höre dauernd Musik und lege schon etwas Wert darauf, wie etwas in manchen Situationen auf meine Ohren kommt. Es gibt so viel perfekt arrangierte Songs dort draußen, die machen mit guten Kopfhörern einfach mehr Laune. Und hier passt das. Direkt aufs Ohr – ohne Equalizer.

Nein, die AirPods Pro sind nichts für Audiophile und auch im Bereich ANC gibt es Besseres. Aber: Nicht in diesem Formfaktor als Gesamtpaket. Und genau das ist es. Angenommen ich fliege gelegentlich, fahre Bahn, arbeite im Großraumbüro, höre daheim Musik und mache Sport. Da bekomme ich doch mit den AirPods Pro ein sehr gutes Produkt, den quasi fast perfekten Allrounder. Bin ich dauerhaft in der Luft oder der Meinung, mehr Volumen und Akku haben zu müssen, dann habe ich vielleicht andere Voraussetzungen und greife zu einem anderen, nicht so kompakten Kopfhörer. Alles eine Sache des eigenen Anspruches. Fahre ich 5 Kilometer mit dem Auto zur Arbeit, so habe ich vielleicht andere Ansprüche als jemand, der täglich 3 Stunden im Auto sitzt.

Der neue (rechts)

Apple nennt bis zu 5 Stunden Laufzeit für die AirPods Pro, diese kann bei aktivierter Geräuschunterdrückung oder Transparenz  sinken, da sind es bis zu 4,5 Stunden. Die Werte kann ich bestätigen, solltet ihr allerdings durchgängig volle Lautstärke hören, dann plant ein bisschen weniger ein. Und da kommt man vielleicht gleich zum für viele wichtigen Thema. Preis und der Akku. Der ist verklebt und kann nicht getauscht werden. Je nach Nutzung unterliegt auch dieser einem Verschleiß. Und bei einem Kopfhörer, der „nur“ bis 5 Stunden Laufzeit hat, merke ich das halt viel schneller.

Beispiel: Ist der Akku nach 2 Jahren durchgerockt und leistet vielleicht nur noch 30 Prozent, dann bin ich entsprechend häufiger dabei, die AirPods zu laden. Das ist nicht nur bei den Modellen so, da leiden alle drunter – es sei denn, man kann den Akku tauschen. Klar: Den Akkuverschleiß bemerkst du nicht so, wenn du einen Over-Ear hast, der nach 2 Jahren nicht mehr 30 Stunden hält, sondern vielleicht nur noch 10. Weil du mit 10 immer noch dick durch die Tage kommst, mit durchgerockten AirPods wohl nicht. Wie oben erwähnt: Was will ich nutzen für mich, was ist mein Anspruch? Kein Problem mit Over-Ear? Dann kann man sich logischerweise was anderes holen. Es ist das erwähnte Gesamtpaket. Das ist natürlich nicht günstig, denn die AirPods Pro kosten 279 Euro. Nutze ich diese täglich und gehe davon aus, dass die Akkus tatsächlich in 2 Jahren die komplette Grätsche machen, dann kosten mich die AirPods Pro 37 Cent am Tag. Muss man sich selber durchrechnen, ob das genehm ist. Mir haben die AirPods Pro Spaß gemacht, man könnte sagen: „ein teurer Spaß“.

Wie viel kostet die Reparatur oder der Austausch meiner AirPods?

AirPods Pro Batterieservice Gebühr für Serviceleistungen außerhalb der Garantie Verlust
AirPods Pro je 55 € je 99 € je 99 €
Kabelloses Ladecase, AirPods Pro 55 € 99 € 109 €
AirPods Batterieservice Gebühr für Serviceleistungen außerhalb der Garantie Verlust
AirPods je 55 € je 75 € je 75 €
Ladecase 55 € 65 € 65 €
Kabelloses Ladecase 55 € 75 € 85 €

Stichpunkte:

Die AirPods Pro sind für mich ein deutliches Upgrade gegenüber beiden AirPods-Modellen. ANC funktioniert gut – und als Gesamtpaket machen die zusätzlichen Funktionen diese zu den besten True-Wireless-Ohrhörern, die Apple bisher gebaut hat.

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