Annalena Baerbock möchte Mobilitätsgarantie auf dem Dorf

Bildquelle: Luismi Sánchez auf Unsplash

Heute startet das „Deutschland Abo-Upgrade“ für Abonnenten und Abonnentinnen des ÖPNV. Jene können Mitte September für zwei Wochen bundesweit das Nahverkehrsangebot nutzen, und zwar ohne weitere Kosten. Passend dazu gab es auch ein Interview mit Annalena Baerbock. Teilweise fühlt man sich bei den Forderungen in die 90er-Jahre des letzten Jahrtausends zurückversetzt, auf der anderen Seite muss man aber sagen, dass es tatsächlich Ortschaften gibt, in denen die Menschen ohne klassisches Kraftfahrzeug quasi von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Laut Aussage von Annalena Baerbock wolle sie in der nächsten Regierung eine Mobilitätsgarantie für alle umsetzen. An jedem Ort mit mindestens 500 Bewohnern muss zwischen 6 und 22 Uhr mindestens einmal in der Stunde ein Bus oder eine Bahn fahren (Kleinbusse oder Sammeltaxis sind auch in Ordnung).

Dazu müsse der Bund den Ländern eine höhere Finanzierung des ÖPNV zur Verfügung stellen. Dies wolle man gegenfinanzieren, indem man umweltschädliche Subventionen abbaue. Grundsätzlich ein wichtiges Ziel, doch vermutlich gar nicht so einfach umzusetzen. Nicht nur technisch, wenn man viele Leerfahrten vermeiden will – auch finanziell, da private Unternehmen ja rentabel wirtschaften müssen.

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28 Kommentare

  1. Die gute Baerbock kann gerne mal einen Monat auf dem Land leben.

    Selbst wenn bei mir der ÖPNV ausgebaut wird, würde es bedeuten, da fährt höchstens alle 1-2 Stunden ein Bus. Das ist natürlich gut, für die Leute, die nicht mehr so mobil sind und auf fremde angewiesen sind. Jedoch die jungen Arbeitnehmer, die werden weiterhin Auto fahren um so flexibel wie möglich zu sein. Zudem ist es so, das nicht in jedem Kaff ein Supermarkt ist und den Wocheneinkauf im Bus zu transportieren, ist, gerade wenn man vielleicht mal etwas gefrorenes kauft, dann auch nicht das geeignete.

    Fährt man mit dem Bus zur Arbeit, dann kann man nur hoffen, dass der Bus in der nähe der Arbeitsstelle hält und man nicht noch viel Fußweg (jeder Schritt hält fit ;)) und wie bereits erwähnt, die Flexibilität wäre dann weg und für Schichtarbeiter, besonders bei der Spät- und Nachtschicht stelle ich mir das auch nicht ideal vor.

  2. Ich wohne in einer Gegend in Hessen, in denen es reichlich Orte mit weniger Einwohnern gibt. Ohne Auto ist man in den umliegenden Dörfern komplett aufgeschmissen. Auf einen Bus – der sowieso nur leer fährt – wartet niemand. Warum auch? Er müsste 5 oder 8 Orte abklappern, um wenigstens halbvoll dann mit einem riesigen Zeitverzug an der Endstation anzukommen. Wo wäre die Endstation? Der Busbahnhof in der Kreisstadt? Und wie geht es dann weiter? Zum Einkauf, zum Arzt? Und wieder zurück?

  3. Auch wenn es in der Fläche schwer ist, mit dem Bus wegzukommen, muss man mit dem eigenen Auto nicht gleich bis ins städtische Büro fahren. Am P&R sollte Schluss sein, und wo keiner ist muss einer hin.

  4. Natürlich toll gedacht, aber so wird man das Auto nicht obsolet machen können.
    Beispiel: Fahrt zum nächsten Obi, Packung Spax-Schrauben holen.

    Sagen wir, um 15 Uhr merke ich, mir gehen die Schrauben aus. Dann kann ich mich zum Bahnhof beamen und um 15:01 den Zug nehmen, oder um 15:35 den nächsten. Wenn ich realistischerweise den 15:35-Zug nehme, verlasse ich um 15:15 das Haus, nehme den 15:35er, dann bin ich um 16:32 an der Bushaltestelle beim Obi. Rüberlaufen, Schrauben suchen, finden, kaufen, raus – 15 Minuten. Dann stehe ich um 16:47 wieder an der Haltestelle. Muss dann aber leider bis zum nächsten Bus um 17:23 warten, dann den Zug nehmen, stehe um 17:41 zuhause am Bahnhof und kann nach 20 Minuten Nachhauseweg zu Fuß um 18:01 zuhause weiter werkeln.

    Wegen einer Packung Schrauben war ich also von 15:15 bis 18:01 unterwegs – 2 Stunden, 46 Minuten.
    Mit dem Auto wären das 13 Minuten hin, 10 Minuten einkaufen (denn hier muss ich nicht erst von der Haltestelle zum Obi laufen sondern parke direkt davor), 13 Minuten zurück – 36 Minuten.

    Zusammenfassend:
    ÖPNV: 166 Minuten, 7,40 Euro
    Auto: 36 Minuten, 2,21 Euro

    Danke.

    • „Du, Opa?“

      „Ja, Karl-Manuela?“

      „Opa, ihr wusstet doch damals von der Erderwärmung. Warum habt ihr damals nichts gemacht?“

      „Haben wir doch. Wir hatten Pläne, erst ein wenig albern-diffus. Aber irgendwann konkreter. Wir wollten den öffentlichen Verkehr so weit auszubauen, dass die meisten Menschen die meisten ihrer Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen können. So hätten wir echt viel Individualverkehr eingespart, und den Rest mit Sharing-Konzepten, schlimmstenfalls mit Taxis abgedeckt. Das wäre natürlich kurzfristig eine Umstellung für die Menschen gewesen, aber auf lange Sicht hätte es echt was gebracht. Nicht nur für die Natur. Die Städte wären wieder grüner geworden, weil die ganzen Parkplätze und ein guter Teil der Straßen nicht mehr notwendig gewesen wären. Und auf dem Land hätte man nicht alles zubetonieren und zualsphaltieren müssen.“

      „Ja, und warum habt ihr das dann nicht gemacht?“

      „Naja, ging halt nicht. Hasan musste zum Obi.“

      • Du, Opa. Weshalb habt ihr eigentlich immer einen leeren Bus rumfahren lassen? Wäre es nicht besser gewesen die Autos fahren nur dann wenn man sie braucht?

        Noch einer der keine Ahnung vom Landleben hat aber meint er wüsste über die Welt Bescheid…

    • Oder:
      Man plant einfach beim nächsten Einkauf Spax Schrauben zu kaufen.

      Aber ich verstehe natürlich das der plötzliche Drang Spax Schrauben zu kaufen direkt befriedigt werden muss, das „Projekt“ wofür man sie braucht kam natürlich auch *super* überraschend und man hat es nicht schon 3 Monate aufgeschoben *scnr*

      • Hast du schon jemals ein handwerkliches Projekt alleine durchgezogen? Wenn ja, ein Bausatz von Obi zählt nicht dazu

      • Dann hat man irgendwann einen halben Baumarkt im Keller, weil man irgendwas irgendwann mal brauchen könnte. Oben schlummern dann die ganzen Aldi-Angebote.

    • Faszinierend.

  5. Prima, typisch Baerbock. Ermöglicht Menschen, das Land möglichst schnell zu verlassen, um in gentrifizierten Großstadtgegenden mit dem subventionierten Lasten-e-Fahrrad den Wocheneinkauf für eine vier-köpfige Familie machen zu können. Willkommen in der Realitätsferne!

  6. Oh, mann

    wenn man die Kommentare liest, hat man das Gefühl, als würde man tatsächlich in einem Dorf leben.
    Keiner spricht davon das Auto abzuschaffen, sondern eine zusätzliche Möglichkeit geben.
    Aber hier wird extrems polemik und nur ICH ICH ICH bezogen.

    • Und du glaubst den Käse, dass der kleine Mann die co2 Welt verändern muss? Warum sollte man auch nicht 80Mio Einwohner versuchen dazu zu bringen E Autos zu kaufen, die sich vielleicht ein Drittel leisten kann und das mit Abstrichen woanders (eine neue Heizung ist dann nicht mehr drinnen). Anstatt den Energieerzeugern, mit einem mehr 3 mal so hohen CO2 Ausstoß als der Gesamte Straßenverkehr, dazu zu zwingen grüner zu werden…
      Richtig, weil die Politik nur Aktionismus macht und immer weniger denken drüber nach, vor allem die Jungen lassen sich immer leichter von der Politik an die Leine nehmen.
      Politiker sind auch dem Level wie die Baerbock lediglich Machtbesessen und Geldgeil. Ich hab noch nie gehört, dass hier einer freiwillig seine 200k Jahresgehalt nicht einschiebt weil er sie für unangemessen hält.
      Eine Partei ist wie eine Firma, es geht nur um den Umsatz.

  7. Dir ist schon klar, dass es am Nachhaltigsten ist, gar kein neues Auto zu kaufen und erst wenn sowieso eine Neuanschaffung ansteht, sich keinen Verbrenner mehr zu holen?

  8. Möchte mal anmerken, dass Baerbock Interview
    zu einem online Artikel der TAZ führt…

    Für manch ein vorher vielleicht nicht uninteressant.

  9. Und was machen Handwerker die um 6 anfangen, was machen Leute in der Spät bzw. Nachtschicht haben? Frau Baerbock sollte mal bezüglich Arbeitszeiten ihren Horizont erweitern!

    • Die machen das gleiche wie vorher. Hast du noch ein paar Beispiele? Erinnert mich an die Leute, die bei einem Elektroauto immer mit „aber hat ja nur 300 km Reichweite…“ kommen, obwohl sie selber seit drei Jahren nie mehr als 100 km weit gefahren sind. Ganze Dörfer voll mit Nachtschichtarbeitern und Handwerkern…

    • Wenn man für die anderen 90% ein Angebot schafft, dann ist doch schon viel erreicht. Muss es immer die eierlegende Wollmilchsau sein?

  10. also ich bin auch betroffener, wohne zu weit weg vom nächsten bus und selbst bei der nächsten haltestelle ist die frage ob überhaupt alle stunde der bus kommt oder noch schlimmer, ob noch einer „heim“ fährt.

    ich find das in einem anderen aussenbezirk unserer nächsten stadt gut gelöst, da fährt bis x uhr alle 30 minuten ein stadtbus und abends / nachts kann man sich ein taxi bestellen zum bus-preis. das fänd ich eine gute lösung, ich würde gerne mit dem bus fahren aber bin zu weit weg und es ist mir auch zu unflexibel, junior zum kindergarten fahren und abends wieder abholen, das klappt mit den arbeitszeiten den öffnungszeiten vom kindergarten und dem auto grad so. mit dem bus wäre ich morgends 2h unterwegs und abends wieder, nur das der junior dann ne stunde alleine vorm kindergarten warten müsste. einkaufen oder arztbesuche lass ich jetzt gleich mal weg.

  11. Was ist an der Frau eigentlich korrekt? Der Name?

  12. Das Thema Bus und Bahn hat sich doch seit Corona selbst erledigt. Wer will denn freiwillig mit so einer Virenschleuder fahren? Es geht nur mit völlig neuen Konzepten. Autonome Taxis Shuttle-Fahrzeuge o.ä.

  13. Was für eine manipulative und schäbige Aktion. Vor allem werden hier öffentlich Menschen ausgrenzt, die sich aus finanziellen Gründen kein 12-24-Laufzeit Ticket leisten können, also das Risiko FALLS sie sie ihren Job spontan verlieren usw. Dennoch zahlen auch Monatskarten-Inhaber regelmäßig. Unglaublich diese Aktionen „Du bist Abo-Kunde, dich wollen wir“ – „Du bist Nicht-Abo-Kunde, dich finden wir doof“.

    Absolutes No-Go

  14. Weiß die Frau wieviel Dörfer es gibt mit viel weniger als 500 Einwohner.
    Ich glaub nicht.

  15. Wie bringt man eigentlich seine ganzen Einkäufe nach Hause, im Bus, um sich dann erstmal zur Bushaltestelle zu schleppen, irgendwie und dann im Wohnort von der Bushaltestelle nach Hause?

    Ohne Auto ist man aufgeschmissen.

  16. Danke für die Kommentare, ausstehend war wieder sehr viel Mumpitz – wir schließen.

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