Angeshowt: Der Amazon Echo Show 2018 im Test

Smart Home kommt immer mehr bei allen Nutzern an und heutzutage müssen sie sich entscheiden: Nutze ich eine offene Plattform, in die ich das meiste meiner Komponenten einbinden kann? Wie schaut es in der Zukunft aus? Schaut man sich um, dann gibt es zahlreiche Lösungen und viele der Lösungen arbeiten mit Amazon Alexa, Google Assistant oder auch HomeKit von Apple zusammen.

In einem der Assistenten verzahnt man seine Lösungen und so kann man per Sprache Dinge abfragen oder ausführen. Nicht neu und auch nicht mehr ganz spannend. Aber die Hersteller sind schon einen Schritt weiter gegangen, so gibt mit dem Echo Spot und dem Echo Show von Amazon Smart-Home-Asisstenten mit Display und Kamera. Und mittlerweile ist auch Google mit dem Home Hub dabei.

Der eignet sich überraschend gut für die Telefonie mit Google Duo, kommt aber – ebenso überraschend – ohne eine Kamera für die Videotelefonie daher. Also anders als der Echo Show, der mittlerweile in der zweiten Generation erschienen ist und der auch bald Videogespräche via Skype erlaubt, was für viele Nutzer sicherlich praktischer sein dürfte als die Kommunikation von Echo zu Echo. Aber mal der Reihe nach, ich habe mir den Echo Show 2018 einmal angeschaut.

Ich spare mir hier viel Text, denn letzten Endes ist Alexa, der smarte Assistent hinter dem Ganzen, immer noch identisch. Ihr könnt Fragen stellen und euch welche beantworten lassen, es gibt Skills für Spiele, Wissen und das Hören eurer bevorzugten Musik bei irgendwelchen Streaming-Diensten (Amazon Music, Spotify, Deezer, TuneIn, Audible) ist ebenso möglich, wie das Befüllen von Kalendern und Einkaufslisten. Und ja: Selbstverständlich könnt ihr Alexa-kompatible Hardware weiterhin über den Amazon Echo Show der zweiten Generation steuern.

Rein optisch macht der Amazon Echo Show 2018 mehr her als sein Vorgänger. Das 2017 erschienene Modell erinnerte so ein wenig an Bild-Telefone, die man sich wohl in den 50ern für die Zukunft vorgestellt hat, das neue Modell wirkt in der Tat moderner. Und auch größer – statt eines 7-Zoll-Displays ist nun eines mit 10 Zoll verbaut. Das bedeutet: Mehr Fläche und mehr Pixel (1280 x 900). Gefühlt ist das Display in Sachen Helligkeit und Blickwinkel besser als sein Vorgänger – und somit kann man sich besser die Inhalte anschauen, ob das nun Filme, Fotos, Bilder von Überwachungskameras oder auch YouTube-Videos sind.

Verarbeitung und Bild sind also schon einmal hochwertiger. Nervig: Das Display kann per Sprache zwar ausgeschaltet werden, ein Regeln der Helligkeit ist aber nicht machbar. Muss man per Hand machen oder man begnügt sich mit der adaptiven, also automatischen Anpassung der Helligkeit durch das Gerät. Ich selber stelle das Display eigentlich immer aus, weil mich die angezeigten „Alexa Tipps“ nerven. Die lassen sich irgendwie nicht abstellen bisher.

Kommen wir zum Sound. Der kann mittlerweile auf diverse Arten aus den Stereo-Lautsprechern rattern, da gibt es das kostenlose und kostenpflichtige Angebot von Amazon Music, allerdings kann man auch Dienste wie Deezer, Spotify oder als Radio TuneIn verknüpfen. „Alexa, spiele Queen“ wäre beispielsweise der Befehl, wenn Spotify als standardmäßiger Musik-Dienst in der Alexa-App hinterlegt ist (Einstellungen > Alexa-Einstellungen > Musik). Musik kann logischerweise per Sprache befohlen werden, alternativ kann man auch Spotify Connect nutzen.

Der Sound als solches ist besser als beim Vorgänger. Kommt aber dennoch durch die Bauweise des Gerätes in vielerlei Aspekten „von hinten“, in der Standardeinstellung ist der Bass zu präsent und generell ist die Brillanz des Gesamtklangbildes irgendwie nicht ganz überzeugend.

Amazon hat einen Equalizer an Bord, dieser lässt sich beim Echo Show 2018 aber nicht In-App regeln, sondern lediglich auf Zuruf oder über das Display.  Hier muss man ein bisschen drehen, um das für sich präferierte Klangbild zu justieren. Doch egal wie ich es drehe und wende: Der Sound kommt für mich nicht an einen Echo / Echo Plus ran. Aber man darf halt nicht vergessen: Die Kiste hat ja ein paar andere Einsatzbereiche als der Standard-Echo, hier geht es ja auch um das visuelle.

Filme schauen, Serien schauen, Videotelefonie. Kann der Amazon Echo Show 2018 Netflix abspielen? Nein. Es funktioniert der Amazon-eigene Dienst Amazon Prime Video oder auch YouTube. Für letzteres gibt es keine App, wohl aber ist das Abspielen über einen der zwei Browser (Silk & Firefox) möglich. YouTube kann man dann via Display bedienen, der Zuruf, Alexa möge doch Interpret oder Genre von YouTube abspielen, wird allzu oft von einer Bing-Suche und dem Abspielen von Vimeo-Videos quittiert.

Was mich beim Abspielen von YouTube störte: Lief ein Video und ich gab den Befehl zum An- oder Abschalten einer Lampe, so blieb die Schaltanzeige einfach stehen, das Video wurde quasi pausiert und der Nutzer muss den Befehl „Alexa, zurück“ geben. Dabei springt das Video aus dem Vollbildmodus (wie auch beim Abspielen eines Folgevideos).

Die Telefonie als solches funktioniert recht gut, das Bild war schon anständig. Wir telefonierten von Echo Show 2018 (5 MP Cam) zu Echo Spot, stellten aber fest, dass es ab und an auf Seiten des Show 2018 zu Aussetzern im Empfang des Tons gab, wenn ich oder mein Gegenüber uns gleichzeitig in den Satz fielen.

Der Ton war also bei mir empfangstechnisch für Sekundenbruchteile weg, während er am Spot dauerhaft da war. Muss man sehen, wie man das braucht, Kollege Posselt hat beispielsweise zwei Show gekauft, damit die Enkel problemlos mit der Oma sprechen können. Ansonsten muss man festhalten, dass Alexa eben sehr smart ist, aber doch nicht so ganz. Skills, die das Display nutzen, sind quasi nicht existent.

Was auch immer gefragt wird: Was verbraucht so ein Gerät? Was kostet das Betreiben. Pauschal kann man das wohl kaum sagen. Der Verbrauch ist abhängig davon, was ich mit dem Amazon Echo Show der zweiten Generation so anstelle. Laute Musik, aktiviertes Display, eingestellte Helligkeit – viele Faktoren, die unterschiedliche Watt-Werte auswerfen. Ein Versuch der ungefähren Einordnung, voraussetzend, dass die Kilowattstunde 30 Cent kostet.

50 Prozent fixe Bildschirmhelligkeit und ein Standard-Bildschirmschoner auf dem Echo Show 2018 sorgten für 4,5 Watt. Hochgerechnet auf 24 Stunden am Tag wären dies 39,31 Kilowattstunden im Jahr, was bei 30 Cent 11,79 Euro im Jahr Stromkosten bedeuten würde.

Ist der Bildschirm ausgeschaltet, ändert sich das Ganze natürlich etwas. Da liegt das Gerät bei rund 3,5 Watt. Bei 24 Stunden am Tag kommt man so umgerechnet auf 30,58 Kilowattstunden, die euch bei 30 Cents pro kWh im Jahr 9,17 Euro kosten würden.

Schaut man sich Filme an bei 50% Helligkeit und dies bei circa der Hälfte der machbaren Helligkeit (was tagsüber etwas wenig ist), dann verbraucht der Echo Show 2018 circa 7,7 Watt – oder bei unserer Rechenweise eben 62,27 kWh, was am Ende des Jahres 20,18 Euro sind. Dreht man die Helligkeit auf 100% beim Film auf und würde diesen ein Jahr rappeln lassen, so würde man bei 10,7 Watt auf 93,48 kWh kommen – 28,04 Euro im Jahr. Gibt schlimmeres, denke ich.

Eine Art Fazit? Schwer zu sagen. Wer für sich keinen Mehrwert im Display sieht, der braucht das Gerät auch nicht kaufen, logisch. Und auch ein Upgrade ist nicht zwingend nötig, wenn man denn schon einen oder mehrere Echo Show hat und sich die gängigen Tasks damit erledigen lassen – ist ja wie bei Smartphones.

Klar, auf dem großen Display macht das Schauen von Videos schon mehr Spaß, aber ich denke nicht, dass darin die Hauptaufgabe dieser Geräteklasse liegt. Das Display spiegelt schon und sicher hätte man mehr Pixel verarbeiten können.

Und auch die Tatsache, dass Skills noch nicht wirklich vom Display Gebrauch machen, sprechen für mich persönlich gegen den Echo Show. Alternativ kann man als Nutzer eines kompatiblen Tablets von Amazon darüber nachdenken, ob nicht vielleicht auch der Show-Modus reicht. Ansonsten bei Interesse immer mal die Augen aufhalten, Amazon verramscht gerne die eigene Hardware, oftmals gibt es Angebote oder 2-in-1-Angebote, in denen man zwei neue Echo Show für 100 Euro weniger als getrennt bekommt. Der Normalpreis des Amazon Echo Show der zweiten Generation beträgt 229 Euro.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten ein.

4 Kommentare

  1. Daniel Hillmann says:

    Danke für den Beitrag. Jedoch habe ich eine Anmerkung,Sie schreiben: „Amazon hat einen Equalizer an Bord, dieser lässt sich beim Echo Show 2018 aber nicht In-App regeln, sondern lediglich auf Zuruf oder über das Display.“ In der Alexa App gibt es sehr wohl den Equalizer, zu finden. Unter Geräte, das Echo Show und Töne wird oben der entsprechende Punkt angezeigt.

  2. Hendrik Blees says:

    Ist die Ring klingelcam mittlerweile voll integriert,also es klingelt und der Show springt an? Also von „selbst“,danke!!

    • Leider immer noch nicht. Der Show klingelt nicht mal mit…völlig unverständlich, wie zwei Produkte aus einem Hause so schlecht miteinander zusammenarbeiten. Das wäre für mich ein echtes Kriterium PRO Show gewesen. So ist’s mehr eine nette Spielerei für mich.

Schreibe einen Kommentar zu Hendrik Blees Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.