Angeschaut: Chromecast 2015

IMG_9904Ende September 2015 wurden recht überraschend zwei neue Geräte von Google aus dem Hut gezogen. Nein, die Rede ist nicht von den Nexus-Smartphones, die gab es zwar auch – doch auch zwei neue Streaming-Geräte schafften es auf die Bühne. Da hatten wir zum einen den Chromecast Audio (hier mein Testbericht), der eure Stereoanlage oder den dummen Lautsprecher smart macht – und auf der anderen Seite den neuen und verbesserten Chromecast 2015 für euren TV.

Von der ersten Version des Chromecast konnte Google knapp 20 Millionen absetzen, eine satte Zahl – aber auch verständlich: denn Google flankierte den Streaming-Stick mit Angeboten, sodass er letzten Endes quasi umsonst war – rechnet man die Nutzung der Gegenangebote ein. Hier und da gab es Musik – und auch Filme standen immer wieder mal auf dem Programm. Eine Strategie die man weiterhin fährt, bekommt man doch auch drei Monate Google Play Musik Premium dazu, wenn man einen der neuen Sticks erwirbt – Gegenwert rund 30 Euro.

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Während man mit Chromecast Audio ein spezielles Gerät auf den Markt geworfen hat, um Musikfreunden ein Streaming-Zuhause zu geben, ist der Chromecast 2015 „lediglich“ eine Weiterentwicklung. Wie mit dem alten Modell lässt sich hier YouTube, der Bildschirminhalt oder zig andere Medien und Dienste streamen. Die neue Version des Chromecast kommt mit einem neuen Antennensystem daher, welches Dualband 2,4 GHz und 5 GHz AC-WLAN unterstützt – vorher war man hier ausschließlich im Bereich 2,4 GHz unterwegs.

Auch an der Optik hat man einiges getan, denn der Stick ist nun rund und etwas größer als eine Lakritzschnecke. Verbunden wird der Chromecast 2015 via HDMI, das entsprechende Kabelendstück bringt das 39,1 Gramm wiegende Gerät gleich mit. Auf der anderen Seite muss man weiterhin mit einem Netzteil agieren, welches via microUSB angeschlossen wird – hier müsst ihr mal ausprobieren, inwiefern euer TV vielleicht einen USB-Steckplatz bietet, der genug Dampf hat, dann könnt ihr den Chromecast auch über diesen mit Energie versorgen. Solltet ihr aber merken dass die Kiste instabil läuft, dann wieder ran an das Netzteil.

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Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen über die Neuerungen, Chromecast bietet Unterstützung für Wiedergabe in 1080p und ist in den Farben Schwarz, Zitrone und Koralle im Google Store zu haben. Unterstützte Systeme sind Android 4.1, iOS 7.0, OS X 10.7 und Windows 7 – die hier genannten sind die Mindestanforderungen – die Systeme darüber unterstützen den Stick selbstverständlich auch.

Die initiale Einrichtung ist schnell erledigt. Nachdem man den Chromecast 2015 mit Strom versorgt und am HDMI-Anschluss angeschlossen hat, sollte bereits die Aufforderung zum Einrichten erscheinen. Das kann praktischerweise über die für Android und iOS erhältliche Chromecast-App geschehen, die man als Besitzer des Sticks sicherlich eh installiert. Frustration nicht ausgeschlossen: das, was laut Google flott gehen soll, kann in Warten enden.

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Sowohl unter Android als auch unter iOS in verschiedenen Netzwerken vermeldete der Chromecast 2015 beim Einrichten immer nur „Fehler aufgetreten“. Interessant – vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen beim Verbinden: nachdem ich beim initialen Setup den Gast-Modus deaktiviert hatte, klappte das verbinden. Dies allerdings auch nur beim Initial-Setup – im Verlauf meiner Testreihe kam es immer wieder mal zu Verbindungsfehlern beim Setup in meinem WLAN, welches von einer FRITZ!Box 7490 zur Verfügung gestellt wird. Diese Probleme hatte ich mit dem ersten Chromecast nicht. Wenn der Chromecast allerdings erst einmal im Netz ist, dann sollte er stabil laufen.

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Hat man den Chromecast 2015 eingerichtet, dann kann man direkt streamen. Das Gerät erkennt installierte Apps, mit denen gestreamt werden kann, gibt aber auch Vorschläge für Apps. Gut zum Testen: der kostenlose Leihfilm und die 90 Tage Google Play Musik Premium, die mit im Preis enthalten sind. Was bemerkbar ist: der Chromecast 2015 ist fühlbar flotter unterwegs, benötigt nicht mehr so viele Denkpausen wie sein Vorgänger. Das ist gut, denn Warten bedeutet bei vielen Anwendern Frust.

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Und so wird der Chromecast 2015 nicht nur zu einem idealen Sidekick für TV-Geräte, die nicht smart sind, er kann auch den TV mit seinem Tuner für viele ersetzen. Denn schauen wir uns mal die „Generation YouTube“ an. Die schaut vielleicht weniger das lineare TV, setzt aber auf YouTube oder auch Netflix. Hier wird der Computer-Monitor mit HDMI-Eingang zum via Smartphone bedienbaren TV, der das Programm bietet, welches man will. Kein vom Bett aufstehen und umschalten, einfach das Smartphone oder Tablet nutzen. Und wer schon etwas älter ist, der kann ja eine Mediatheken-App nutzen.

Doch Chromecast bietet nicht nur eine Vielzahl unterstützter Apps, die nutzbar sind, auch als Bildbetrachter taugt die kleine Lakritzschnecke. Backdrop-Features lassen sich in der App aktivieren, so funktioniert das Gerät im Leerlauf auch als Hingucker, denn vom Nutzer wählbar lassen sich vorgeschlagene Bilder aus den Google, Maps, Flickr und Co betrachten – und die eigenen Fotos aus Google Fotos sind natürlich auch mit drin.

cc play youtube

Doch nicht nur diese Medien unterstützt der Chromecast, denn auch einige Spiele sind bereits dabei, die das Gaming auf den großen TV oder Monitor projizieren. Prominentes Beispiel ist hier Angry Birds Go, welches bereits während der Vorstellung in einer Vorschauversion zu sehen war. Das Smartphone ist der Controller, der Rest läuft auf dem Bildschirm ab. In Planung: Multiplayer-Optionen. Hier wünscht man sich, dass Entwickler auf den Chromecast-Zug aufspringen und ihre Games auch für das kleine Streaming-Gadget anpassen.

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Wie beim Vorgänger ist auch das Wiedergeben von Tabs direkt über den Browser möglich, vielleicht ganz nützlich für euch, wenn ihr Präsentationen abhalten wollt. Ebenfalls kann man lokale Medien wiedergeben, hier gibt es zahlreiche Apps für Android (AllCast, Localcast oder beispielsweise den ES Datei Explorer mit entsprechendem Plugin). Hier müsst ihr mal schauen, welche Dateitypen und Codecs ihr so nutzt, ich selber empfand das Streamen von lokalen Medien vom Smartphone aus auf einen Chromecast immer suboptimal gelöst, da das Ganze eine Wundertüte ist, je nach verwendetem Format.

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Der Chromecast 2015 unterstützt einen Gastmodus. Dies bedeutet, dass eure Gäste einen bei euch im Haushalt befindlichen Chromecast zum Anzeigen von Medien nutzen können – ohne dabei in eurem WLAN angemeldet zu sein. Hierfür wird der Standort des Chromecast und der eures Gastes genutzt. Damit nicht irgendwelche Typen vor eurer Haustür stehen und euch irgend etwas auf die Glotze senden, ist das Ganze mit einem Pin versehen, der von eurem Gast zur Authentifizierung eingegeben werden muss. In der Nähe des TVs sollte übrigens kein Pin vom Gast gefordert werden, denn Chromecast überträgt einen kurzen, nicht wahrnehmbaren Ton, um die Kopplung mit dem Gast durchzuführen.

backdrop

Was bleibt zu sagen? Wer bereits die Version 1 nutzt und hierbei zufrieden mit der Performance ist, der braucht meiner Meinung nach nicht zwingend zuschlagen – diese Aussage machte ich ja auch bei der zweiten Version des Fire TVs. Wer noch gar keinen Streaming-Stick oder eine -Box sein Eigen nennt, der sollte gut überlegen. Zwar ist der neue Chromecast mit 39 Euro die wohl günstigste Lösung auf dem Markt, ich selber fand für mich den Fire TV-Stick besser gelöst. Dieser bringt zwar nicht die Smartphone-Fernsteuerung mit Apps im klassischen Sinne mit, dafür aber eine echte Fernbedienung, eine Sprachsuche und eine Oberfläche, die ich ansprechender finde.

Des Weiteren hat man durch die Sideload-Möglichkeiten ein breiteres Feld, auch das Kind im Manne zu befriedigen. Letzten Endes kann ein Blick auf den neuen Chromecast aber nicht schaden, denn die Erfahrung zeigt, dass bei der Nutzung der Angebote der Anschaffungspreis nicht einmal großartig ins Gewicht fällt. Und falls jemand nach meiner persönlichen Meinung fragen sollte: müsste ich mich zwischen der Fire TV-Stick-Lösung und Chromecast 2015 entscheiden, so würde es weiterhin die Lösung von Amazon bleiben. Die passt besser in unseren Haushalt, als die Lösung von Google.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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19 Kommentare

  1. Guter Bericht. Danke.

    Eine kleine Frage: Ein Miracast Empfänger ist auch die neue Gen. leider nicht oder?

  2. Es ist schade, das erste Version des Chromecast nun schon wieder Technikmüll ist und es nicht mal geschafft hat bis zur Unterstützung des VLC-Players geschafft hat.
    Auch der FRITZ!WLAN Repeater DVB-C schafft bisher keine Anbindung an den ersten Chromecast-Stick.

  3. ich habe schon mit dem cromecast audio herumgespielt… leider aber wegen netzwerkproblemen noch nicht nutzen können.
    schön, dass dort nicht nur klinke, sondern auch eine optische verbindung möglich ist.
    mal sehen wie gut das mit spotify läuft.

  4. @ ojay

    Wieso Technikmüll? Tut doch immer noch das selbe wie vorher und wird immer noch unterstützt.

  5. @ojay:
    Wieso Technikmüll? Der wird doch weiter supportet und läuft mit der gleichen Software, nur ein par neue Funktionen kommen wohl nicht – streamen, auch wenn VLC das in 1000 Jahren mal hin bekommt, wird der auch können.

  6. Kann der CC AUDIO auch nur die Tonspur von Videostreams, z.B. Youtube wiedergeben?
    Oder funktioniert der nur bei reinen Audio Streams a’la Spotify?

    PS: Den CC mit Android/Amazon TV Sticks zu vergleichen ist Quatsch, da der CC einen völlig anderen Ansatz verfolgt!
    Vielleicht hat man auch deshalb dem neuen CC ein anderes Gehäuse verpasst, um die unsinnigen Vergleiche aufgrund des Formfaktors, von vornherein zu unterdrücken. 😉

  7. Wie sieht es denn beim neuen ChromeCast mit dem Ton aus? DTS Passthrough möglich?

  8. „Wie sieht es denn beim neuen ChromeCast mit dem Ton aus? DTS Passthrough möglich?“

    Ja. Direkt an „HDMI in“ an meiner Surround-Anlage. Ob DTS, AC3 -alles funktioniert (ich streame mit Plex)

  9. Gibt es ungefähre Schätzungen wie schnell der neue Chromecast zum alten ist? Besonders würde mich die „Boot“-Zeit interessieren. Ich bin da jemand, der gern seinen TV komplett auschaltet, nutze aber verdammt viel Chromecast. Der alte brauch gefühlt ewig, bis der da ist. Eventuell wäre auch ein längerer Tests mit dem neuen Chromecast interessant. Ich nutze z.B. sehr viel die Twitch App und manchmal bringt die einfach so „Netzwerkfehler“. Vllt. gibt es solche Probleme nicht mehr mit dem neuen.

  10. Ich habe mit dem Chromecast 2 i.V.m. Anynet (HDMI-CEC Ansteuerung bei Samsung) Probleme. Der Chromecast 2 wird im Werkszustand von Anynet erkannt, sobald die Einrichtung abgeschlossen ist, wird der Chromecast 2 von Anynet nicht mehr gefunden. Das Verhalten kann ich an anderen TVs mit oder ohne HDMI Geräte nachstellen. Meine Chromecast 1 Geräte funktionieren hier ohne Probleme an den TVs. Hat jemand von Euch auch die Beobachtungen gemacht? Sieht für mich nach einem Firmware Bug im Chromecast 2 aus. Habt Ihr einen Tipp, wie ich Google da per Mail kontaktieren kann?

  11. Hab mir grade einen bestellt um meinen 1. Gen zu ersetzen. Die Verbindungsprobleme und das ewige abbrechen von den Streams ist mir auf den Sack gegangen. Und für 40€ riskier ich einfach mal und hoffe der neue kann das besser!

    Danke für den Artikel!

  12. Fehler bei der Einrichtung kann ich keine bestätigen, (ASUS DSL-AC68U WLan), dafür hat das Firmwareupdate sicher 15 Min. gedauert. Ansonsten tut er was er soll und das ohne Macken. Schönes Ding, die Appunterstützung ist inzwischen klasse (und nach VLC kräht kein Hahn, das Ding schafft es nicht mal auf dem FireTV FullHD über LAN zu streamen und wurde bei mir schon lange auf Android Geräten durch den Archosplayer ersetzt) Wenn man sich keine Bastelarbeit ins Haus holen möchte, sondern einfach Internetmedien auf den Fernseher streamen, nimmt man eher den Chromecast und lässt die Finger vom Firestick.

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