Angehört und nass gemacht: Creative MUVO mini Bluetooth-Lautsprecher

artikel_muvominiKompakte Bluetooth-Lautsprecher haben einen großen Markt. Oftmals sind die – manchmal auch liebevoll als Brüllwürfel bezeichneten – Lautsprecher sehr hochpreisig, es gibt aber auch günstige Varianten. Bei mir landete nun der Creative MUVO mini, eines der günstigeren Modelle, das durch Lautstärke, eine lange Akkulaufzeit und Wetterfestigkeit punkten will. Mit seinem Preis von unter 50 Euro ist es auch ein eher günstiger Einstieg in die Welt des mobilen Musikgenusses. Mit einem Smartphone verbunden kann der MUVO mini auch als Freisprecheinrichtung für die Telefonie verwendet werden, auch wenn ich nicht glaube, dass die Zielgruppe solcher Boxen überhaupt noch groß telefoniert.

Zum Thema Hardware gibt es nicht viel zu erzählen. Packt man den MUVO mini aus, hat man die Box und ein microUSB-Kabel, über dieses wird der Akku geladen. Die Box hat auf der Oberseite vier Buttons: Ein/Aus, Bluetooth (Multifunktions-Button, dazu später mehr), leise, laut. Ebenso befinden sich 2 LEDs auf der Oberseite, die den Verbindungsstatus anzeigen und einen wissen lassen, dass der Lautsprecher gerade lädt. Auf der Rückseite – geschützt durch eine Gummiklappe – befinden sich der microUSB-Eingang zum Laden und der AUX-Eingang.

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Das Design ist, je nach Farbwahl, eher unauffällig, die kompakten Abmessungen von 19 x 5,7 x 3,7 cm machen das Gadget auch sehr portabel. Die Box fühlt sich sehr robust an, ich hätte keine Bedenken, sie auch einmal etwas gröber in einen Rucksack zu feuern – oder eben auch outdoor zu verwenden. Dank IP66-zertifizierung ist MUVO mini schließlich dafür prädestiniert. Das Gewicht liegt bei 285 Gramm, also etwa so viel wie zwei Smartphones.

Vor dem Hören kommt die Einrichtung. Diese ist beim MUVO mini sehr einfach. Hat man ein NFC-fähiges Smartphone und möchte dieses verbinden, wird es einfach an die Box gehalten, das Pairing ist dann schon vollbracht. Die manuelle Verbindung via Bluetooth ist auch nicht kompliziert. Hierzu einfach den Bluetooth-Button auf der Box länger gedrückt halten, die Box meldet sich dann per Sprache, dass sie zum Pairing bereit ist. Auf dem Smartphone wählt man dann in den Bluetooth-Einstellungen die Box aus, fertig. Die Eingabe eines Codes oder ähnlicher Firlefanz ist nicht notwendig. Alternativ kann man die Box auch via AUX mit dem Abspielgerät verbinden, dann ist logischerweise kein Pairing nötig.

Zwei Breitband-Mikrotreiber und Front-Bassabstrahlung sollen für satten Stereo-Sound sorgen. Sound empfindet jeder Mensch anders, was für den einen bereits gut klingt, kann für den anderen schlecht sein. Hier kann ich nur eine subjektive Einschätzung geben. Zum Vergleich habe ich nur wesentlich teurere Geräte zur Verfügung, die meiner Meinung nach auch besseren Sound liefern. Die Frage ist, ob einem der Sound eines solchen Speakers so wichtig ist, dass man mal eben das bis zu Vierfache bezahlt.

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Ich habe mit dem MUVO mini quer durch alle Genres gehört, von Klassik bis Heavy Metal. Als Quelle diente Apple Music, abgespielt wurde via MacBook Air, iPhone 6 Plus und Huawei P8 (mit Spotify), sowohl über Bluetooth als auch über Kabelverbindung. Einen großen Unterschied zwischen Kabel- und Bluetooth-Verbindung konnte ich dabei nicht feststellen. Was allerdings auch daran liegen könnte, dass der Sound generell nicht allzu definiert ausgegeben wird. Der Sound ist gut, aber nicht sehr gut. Hier muss man aber auch ganz klar den Preis sehen. Natürlich macht es einen Unterschied, ob man 50 oder 200 Euro in die Hand nimmt.

Für den Einsatz auf der Gartenparty oder eben auch, um einen Raum laut zu beschallen ist der MUVO mini ausreichend. Wer jede Nuance eines Musikstücks hören möchte, wird nicht zufrieden sein. Aber darauf ist die Box ja auch nicht ausgelegt. Der Bass könnte meiner Meinung nach etwas kräftiger sein, aber es ist nicht so als wäre er nicht vorhanden. Party-Gagdet, Picknick am See Krawallmacher, Küchenunterhaltung, das sind die Einsatzgebiete, die ich mir für diese Soundqualität vorstellen kann. Interessant ist hier, dass jeder, der die Box zum ersten Mal gehört hat und eben nicht Zugriff auf hochwertigere Soundgadgets hat, davon durchaus angetan war. So hat meine Tochter die Box eine Weile genutzt und das Ding ist tatsächlich auf dem Weihnachtswunschzettel gelandet.

Ich hoffe, Ihr versteht, wie ich das mit dem Sound meine. Für das, was MUVO mini ist, ist er gut, für Menschen, die den bestmöglichen Sound aus einer Box holen wollen, jedoch nicht. Dafür macht das kleine Ding ordentlich Krach. Indoor wird man kaum auf höchster Stufe hören, auch wenn man es könnte: Denn auch auf höchster Stufe kommt es nicht zu diesen typischen Verzerrungen, die man vielleicht schon einmal gehört hat. Klar kommt es hier auch auf den Raum an. In einer kleinen Bude schmerzt die volle Lautstärke schon fast, in einem großen Raum oder im Außenbereich hört man aber Musik, auch laut, ohne Verzerrungen.

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Die Bedienung direkt am MUVO mini beschränkt sich auf lauter / leiser, die Anrufannahme und das Auslösen des Bluetooth Pairings. Der Bluetooth-Button wird auch genutzt, um Anrufe anzunehmen. Ebenfalls lässt sich mit ihm der Akkustand ansagen, eine Anzeige dafür gibt es leider nicht. Drückt man den Button zweimal säuselt eine zarte Stimme, wie es um die Stromversorgung bestellt ist. Nicht optimal gelöst, zumal die Anzeige des Akkustandes auch nicht auf den verbundenen Geräten möglich ist.

Aber allzu oft wird man sich eh nicht nach dem Akkustand erkundigen. Denn MUVO mini ist ein echter Dauerläufer. 10 Stunden werden von Creative angegeben. Hier kommt es anscheinend sehr auf die Lautstärke an. Auf Zimmerlautstärke hält die Box bei mir wesentlich länger durch, auch bei einer Bluetooth-Verbindung. Wirklich gut, auch wenn der Akku mit seinen 2.200 mAh nicht wirklich mehr Kapazität liefert als ein Smartphone-Akku. Hat mich positiv überrascht, hatte ich so tatsächlich nicht erwartet. Bei Akku-Angaben von Herstellern muss man ja immer sehr vorsichtig sein.

Was natürlich sehr cool ist, ist die IP66-Zertifizierung. IP66 bedeutet „staubdicht“ und „Schutz vor starkem Strahlwasser“. Starkes Strahlwasser? Ab unter die Dusche mit der Box. Ich bin bei so etwas – gerade bei Testgeräten – immer sehr vorsichtig, bei einem 50 Euro-Gadget kann man aber ruhig einmal risikofreudig sein. Ich habe den MUVO mini also eine halbe Stunde unter die Dusche gestellt (sorry für die Wasserverschwendung, es regnete leider nicht), das Wasser direkt auf die Bedienelemente prasseln lassen, danach auch nicht abgetrocknet oder so. Funktioniert, keine Beeinträchtigung der Funktionen oder des Sounds. So muss das. Hier in kurzes Video der Wasserschlacht:

Wichtig ist hier lediglich, dass man die Gummiklappe auf der Rückseite ordentlich schließt, ich denke hier ist die größte Gefahr für das Eindringen von Feuchtigkeit gegeben. Praktisch ist das natürlich auch, wenn die Box einmal schmutzig wird. Einmal abbrausen, schon ist sie wieder wie neu. Dennoch ein komisches Gefühl, ein elektronisches Gadget bewusst Feuchtigkeit auszusetzen.

Was bleibt als Fazit? MUVO mini hat mich positiv überrascht. Die Abstriche, die man im Vergleich zu anderen Bluetooth-Speakern machen muss, sind nicht so hoch, das sie durch die Vorzüge nicht locker aufgewogen werden. Die kleine Box macht ordentlich Lärm, hält mit einer Akkuladung lange durch und lässt sich völlig unkompliziert nutzen. Gleichzeitig reißt MUVO mini kein großes Loch in den Geldbeutel. Bei Creative direkt kostet der in den Farben Schwarz, Weiß, Rot und Blau erhältliche MUVO mini 59,99 Euro, hier lohnt sich allerdings ein Blick zu anderen Händlern, bei Amazon ist der Speaker schon ab 47,99 Euro zu haben. Zu diesem Preis macht man mit dem Speaker nichts verkehrt.

Für diejenigen, die an den technischen Details interessiert sind, gibt es hier noch die Herstellerangaben dazu:

Bluetooth-Version: Bluetooth 4.0

Bluetooth-Profil: A2DP (Kabellose Stereosignalübertragung via Bluetooth), AVRCP (Fernsteuerung via Bluetooth), HFP (Freisprecheinrichtungsprofil)

Unterstützte Codecs: SBC

NFC (Near Field Communication)

Steckertyp: AUX-Eingang

Bluetooth: Lautstärkeregelung

Unterstützte Plattformen für kabelloses Audio (Mindestanforderungen):

Mobil-/ Smart-Geräte mit A2DP-fähiger Bluetooth-Technologie

Kompatibel mit PC (Windows XP/Vista/7/8/8.1)

Apple Macintosh mit A2DP Bluetooth

Akkutyp: Eingebauter Lithium-Ionen-Akku, 2200mAH, Akkulaufzeit 10 Stunden

Aufladung per Micro USB

Staub-/Wasserfest gemäß IP66

Übrigens könnt Ihr auch einen MUVO mini gewinnen. Das Gewinnspiel dazu findet Ihr hier.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. Danke für den Bericht. Und wie sieht’s im Vergleich mit Alternativen aus? Was wäre da noch zu empfehlen?

    Ich suche noch was rucksacktaugliches unter 50 Euro. Muss aber nicht wasserfest sein. Priorität wäre die Klangqualität.

  2. Benutze ihn wohl schon rund 1 Jahr – absolut ideal für meine Zwecke: in Seminarräumen an der Hochschule Audio-Ausschnitte vorspielen. Leicht, ideal für den Transport, für das kleine Gerät eine gute Klangqualität. Bässe natürlich eher dünn, daher Musikgenuss eher wie bei einem Küchenradio, dennoch ganz okay. Vor allem aber: Es „säuft“ nichts ab, Radio, Hörbücher, Podcasts kommen sehr klar raus. Und wie bei Tablets machen ein paar Gramm mehr oder weniger tatsächlich viel aus – diesen „bewege“ ich deutlich lieber als andere Bluetooth-Lautsprecher zu Hause und wie gesagt, in der Uni ist er auch meist dabei.

  3. @Tom: http://www.amazon.de/gp/product/B00K2WAVDM/ref=s9_dcbhz_bw_d0_g23_i1_bs

    Bestbeans Beachgroove, hab ich seit knapp einem Jahr – klingt wirklich gut, für mich nicht so viel schlechter als die 200€-Teufel-oder-Bose-Geräte, lange Akkulaufzeit (10 Stunden sind auch locker drin), spritzwassergeschützt. Bin sehr zufrieden 🙂

  4. Habe mir den Muvo vor ca. einem halben Jahr für Arbeit zugelegt, da ich dort viel mit Wasser und Chlor zu tun habe. Bis jetzt verrichtet er seinen Dienst wie er soll. Klanglich bin ich auch zufrieden, auch wenn zum Beispiel die JBL Pulse von meinem Bruder besser anhören.

  5. Wieso zum Henker hauen die dort alle festverbaute Akkus rein? Warum keine Batterieunterstützung? Solch ein Lautsprecher wäre der perfekte begleiter für Festivals. Da wir dort aber gut und gerne 12 Std. täglich Musik laufen lassen und das über 3-5 Tage ist ein eingebauter Akku absolut nachteilig. Die Wetterfestigkeit ist genial, aber nützt leider gar nix wenn das Gerät in seiner Mobilität beschränkt ist.

  6. Die Bedienung direkt am MUVO mini beschränkt sich auf lauter / leiser, die Anrufannahme und das Auslösen des Bluetooth Pairings. Der Bluetooth-Button wird auch genutzt, um Anrufe anzunehmen. Ebenfalls lässt sich mit ihm der Akkustand ansagen, eine Anzeige dafür gibt es leider nicht.

    Ob das bei diesem Lautsprecher auch funktioniert, weiß ich nicht. Aber der Soundblaster Roar von Creative erlaubt über die Pairing-Taste auch das Pausieren

  7. Ich habe mich auch für das Muvo Mini entschieden. Leider war bei mir direkt der Akku defekt. Konnte aber schnell ausgetauscht werden. Also das gesamte Gerät. Das Preis- Leistungsverhältnis ist okay. Klar ist keine Schönheit, aber bei mir arbeitet das gute Stück eh nur im Garten.

  8. @Ronald Weinelf

    Ein wechselbarer Akku würde zumindest in diesem Fall hier wahrscheinlich die IP66-Zertifizierung beeinflussen.

    Aber wozu gibt es Powerbanks? Wenn der Akku auf Arbeit leer ist, dann hänge ich ihn an eine Powerbank, und höre weiter Musik während er läd. Man kann sich auch Probleme machen wo keine sind. 😉

  9. Es gibt ähnliche Boxen für 15€, die haben vor-/zurück-Tasten und können auch Anrufe initiieren. Ich würde aber eine Box suchen, die Siri einschalten kann. Kennt jemand so eine Box für <50€?

  10. @ unLieb
    Das mit der Powerbank sehe ich genauso. Die Dinger halten ja auch erstmal mindestens zwei Jahre. (Gewährleistung) Sollten Sie dann den Geist aufgegeben, kann man sich immer wieder nach einem aktuelleren Modell mit zusätzlichen Features umsehen.

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