Android-Smartphones dienen künftig zur Erdbebenerkennung und Frühwarnung

Frühwarnsysteme können helfen, einige Millionen Menschen in erdbebengefährdeten Regionen zu warnen, damit diese sich auf die Erschütterung vorbereiten können. Google möchte nun Android-Smartphones zur Erkennung und zeitigen Alarmierung einsetzen.

Getestet hat man das Ganze bereits in Kalifornien mit ShakeAlert. Das System von ShakeAlert hat Zugriff auf über 700 Seismometer, welche im kompletten Bundesstaat verteilt sind. Genügend, um wertvolle Sekunden zu gewinnen, sich entsprechend auf ein Beben vorzubereiten:

Da es nicht ohne Weiteres möglich ist, wie in Kalifornien ein großes Netz an Seismometern aufzuspannen, möchte Google künftig die Android-Plattform zur Erkennung nutzen. Sämtliche Smartphones sind ja mit einer Vielzahl an Sensorik ausgestattet, sodass sie auch als keine Seismometer dienen können. Geht man nun von der Verbreitung von Android-Geräten aus, so lassen sich einfach große Gebiete „abdecken“.

Hierzu nutzt man den Beschleunigungsmesser im Smartphone aus, welcher Signale möglicher Erdbeben deuten kann. Erkennt das Smartphone ein potenzielles Beben, so geht ein Signal an Googles Erkennungsserver, welches auch eine ungefähre Standortangabe beinhaltet. Der Server kombiniert nun die Informationen, die er von verschiedenen Smartphones erhält, um das Erdbeben zu verifizieren.

Das betroffene Gebiet soll dann auch schnell über die Google-Suche bereitgestellt werden, wenn man nach „Erdbeben“ oder „Erdbeben in der Nähe“ sucht. Vorerst beschränkt man sich aufgrund des vorhandenen Warnsystems weiterhin auf Kalifornien.

Im Laufe des nächsten Jahres möchte man die Erkennung weiteren Staaten und auch Ländern zur Verfügung stellen. Wir gehören hierzulande ja Gott sei Dank zu keiner erdbebengefährdeten Region, demnach wird uns die Funktionalität – auch wenn es hierzulande verfügbar gemacht wird – wohl eher nicht begegnen. Das Beispiel zeigt aber wieder einmal mehr auf, was man mit einer Vielzahl an Daten auch im positiven Sinne bewerkstelligen kann.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. Also das Telefon besser nicht mehr fallen lassen?

  2. Ganz ruhig bleiben. Ich sehe gerade das der Smily nicht mit im Text ist. Also nochmal als Hinweis, ein Witz, Scherz.

  3. Martin Deger says:

    Google wird wohl eine Erkennung haben, dass ein Telefon an einer Stelle liegt und nicht bewegt wird. Wenn dann plötzlich eine Vibration einsetzt, die vom Muster her einem Erdbeben entspricht, wird das am Google gemeldet. Aus den Meldungen lässt sich dann schnell herausrechnen, ob das ein echtes Erdbeben war, oder ob mir auf der Baustelle in der nächsten Straße der Schotter per Rüttler verdichtet wird.

    Bringt eine Vorwarnung denn viel? Nahe des Epizentrums ist ein Erdbeben ja am gefährlichsten, und gerade hier wird die Warnung wahrscheinlich zu spät kommen. Wenn überhaupt, dann liegt der Nutzen wohl bei sehr starken Erdbeben, die über eine größere Fläche verteilt Schäden anrichten.

    • Das bringt schon was, selbst wenn es nur ein paar Sekunden sind. Z.B. reichen in einem Bürohochhaus in Kalifornien ein paar Sekunden, um sich unter den Schreibtisch zu hocken oder in den Türrahmen zu stellen. Das ist immer noch besser, als gar nichts.

  4. Kann man so etwas denn in Kalifornien im Moment fürs eigene Gerät auch deaktivieren?

  5. Man kann sich auf Youtube Videos ansehen, wie in Japan vor einem Beben im Live-TV gewarnt wird, was dann ca. 10 Sekunden später kommt. 10 Sekunden können da schon viel ausmachen.

    • Genau, und seit diesem Jahr wird hier (Tokio) auch auf dem Smartphone sogar in englisch gewarnt. Diese Notfall Warnung klappt jetzt auch mit deutsche Sim-Karten, ohne www. Haben sie wohl für Olympia freigeschaltet. Heftiges Vibrieren und eine bestimmte Melodie, auch aus gemuteten Geräten, dann wenige Sekunden später knackts und wackelts.
      Durfte das dieses Jahr schon einige Male erleben, ist schon ganz schön scary.
      Als erstes die Wohnungstür etwas öffnen, falls die sich verkeilt, kommt man nicht mehr so leicht raus. Dann eventuell unter den Tisch.
      Auf keinen Fall in einen Türrahmen stellen, die zerschneiden einen wie eine Schere im Ernstfall…

  6. Sparbrötchen says:

    Man könnte das Prinzip auch auf Straßenzustände ausweiten.

    Es wäre doch bestimmt praktisch, wenn Schlaglöcher und Bodenwellen automatisch bei Überschreiten einer bestimmten Schwelle der zur Behebung zuständigen Stelle gemeldet würden.

    Gleichzeitig hätte man anschließend durch das Ausbleiben von Neumeldungen für die vorher gemeldeten Schäden eine automatische Auswertung, wie lange die zuständige Stelle jeweils braucht.

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