Android-Apps lassen sich nun auch unter Windows, OS X, Linux und Chrome OS nutzen

Seit 9 Tagen laufen ausgewählte Android-Apps offiziell auch unter Googles Chrome OS. Da die Anzahl der verfügbaren Apps begrenzt ist, ist dies alles noch sehr eingeschränkt. Das hat den Entwickler Vlad Filippov dazu bewegt, eine spezielle Version von Android Runtime for Chrome (ARC) anzufertigen. Genannt hat er die angepasste Version ARChon, genutzt werden kann ARChon unter Chrome OS, Linux, Windows und OS X. Die Nutzung ist dabei denkbar einfach.

ARChon_01

Um ARChon – und somit Android-Apps – mit den verschiedenen Betriebssystemen nutzen zu können, muss lediglich der Chrome Browser in Version 37 (Canary unter OS X, da 64-Bit benötigt wird) installiert sein. ARChon selbst (der Inhalt des ZIP-Downloads) wird einfach per Drag & Drop in die Erweiterungen von Google Chrome gezogen. Man kann danach aber nicht jede beliebige Android-APK installieren, sondern muss diese erst umwandeln. Keine Angst, auch dafür gibt es ein Tool, man kann die Dateien aber auch manuell umwandeln. Die genaue Anleitung zur Installation und die entsprechenden Downloads findet Ihr im ARChon Custom Runtime Guide.

Die umgewandelten APKs sind dann Chrome-Extensions und werden auch als solche installiert. Ebenfalls per Drag & Drop in die Erweiterungen (chrome://extensions) gezogen. Das Problem ist, dass viele Apps nicht funktionieren, da die Google Play Services im Hintergrund fehlen. Man sollte sich daher nicht zu viel erhoffen, wenn man es denn ausprobiert. Eine Liste mit funktionierenden Apps findet Ihr bei Reddit.

ARChon_02

Während es sicher seine Gründe hat, warum Google dies vorerst nur mit eingeschränktem App-Angebot und nur mit Chrome OS-Kompatibilität veröffentlicht hat, zeigt ARChon sehr gut, welches Potential sich Google hier schafft. Über Google Chrome wird es sicher irgendwann einmal möglich sein, auf den Play Store zuzugreifen. Das würde bedeuten, das über 1,3 Millionen Apps plötzlich auf allen Betriebssystemen zur Verfügung stehen, die Chrome installieren können.

Den Nutzen darf man in vielen Fällen sicher anzweifeln, jedoch gibt es auch zahlreiche „Smartphone“-Apps, die sich gut als Desktop-App machen würden. Der Nutzer hätte auch gleichzeitig den Vorteil, dass er die gleiche App über alle Geräte nutzen kann. Hat man zum Beispiel eine unverzichtbare Android-App, nutzt aber einen Mac, für den diese in keiner Form bereitsteht, kann man einfach die Android-App nutzen und muss sich noch nicht einmal mit einem anderen UI herumschlagen. Eine sehr positive Entwicklung, die man da gerade beobachten kann.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

14 Kommentare

  1. Android App Beobachter says:

    Ach könnte das angenehm sein wenn alle Apps auf allen Geräten laufen. Mit Java gäbe es auch eine plattformunabhängige Sprache, wäre aber für den Endanwender zu angenehm. Ja dann eben durch die Hintertür, wenn ich mir deswegen Chrome installieren muss ist mir das auch recht.

  2. Michael Johne says:

    klingt gut

  3. Rein rechtlich finde ich das bedenklich, was das manipulieren von Apps angeht…

  4. Also bei mir klappt das erzeugen der APK´s irgendwie nicht.
    nachdem ich dieses Chromeos APK Ding erfolgreich installiert habe bringt mi die Eingabeaufforderung immer dass der befehlt „chromeos-apk“ nicht bekannt ist, wenn ich eine App konvertieren möchte…

  5. @Freakyno1, solange du die modifizierten APKs nicht anderen zur Verfügung stellst, hast du rein gar nichts zu befürchten, weder in Sachen Copyright noch sonstwas. Du kannst auch dein Windows disassemblieren, MS sagt zwar, das wäre nicht erlaubt, die Rechtslage sagt aber anderes.

    Kurz, rein für dich privat geht alles, ausser damit an die Öffentlichkeit gehen. U.a. deswegen läßt dich MS mit einer gemoddeten Xbox auch nicht zu XBL, deine Konsole ganz untauglich machen dürfen sie jedoch nicht.

  6. Tobias Müller says:

    @simons700:
    Navigier mal in der Eingabeaufforderung in den Ordner von chromeos-apk und probiers dann nochmal.
    Ist jetzt nur sone spontane Idee

  7. Die emmulieren aber ein komplettes Android Betriebssystem, hier handelt es sich wenn ich es richtig verstanden habe um eine native Laufzeitumgebung der Android Apps (ART) für Desktop Systeme.
    Die sollte viel besser mit den Ressourcen des Systems umgehen können.

  8. Nette Sache, aber für welche App macht das denn Sinn? Mir fällt eigentlich keine App ein, die ich auf dem Desktop brauchen würde. Es gibt ja meistens bessere Desktop Apps oder WebApps…

  9. @herrTaschenbier: Lad mal die App von Mercedes Benz…

  10. Endlich kann ich mal auf Herz und Nieren testen, welcher Android-App-Entwickler seine Apps auf 21:9-Format optimiert 😀

  11. Das wäre beispielsweise für die Amazon Kindle App extrem sinnvoll, weil man über die auch Zugriff auf die eigenen Dokumente in der Kindle Cloud hat (nicht so bei der Windows App oder dem Cloud Reader). Leider bekomme ich sie aber nicht zum laufen.. 🙁
    Auch für Podcast Apps ists eine schöne Sache, so kann man entspannt zuhause am Pc hören und später (dank Sync) unterwegs an der selben Stelle weiter.

  12. Klingt interessant, ‚Öffi‘ wäre z.B. am Notebook schön. Oder ‚Podcast HD‘ am Rechner konfigurieren ist komfortabler als die Tablet-Fummelei. danke für den Hinweis @Flo
    Es gibt/gab ja podfy.com App mit Web-Dienst, geht leider seit Wochen nicht mehr. Kennt jemand ne andere Podcast App mit Web-Dienst?

  13. @Matze: Gern. Momentan fällt mir nur Shortorange ein, aber auch da funktioniert der Sync momentan nicht. Es sieht aber für die Zukunft ganz gut aus:
    http://stadt-bremerhaven.de/pocket-casts-laedt-zum-betatest/#comments
    😉

  14. Also ICH sehe sofort einen ganz bestimmten Verwendungszweck: ENDLICH einen anständigen Twitter-Client unter Windows nutzen zu können! Da ist nämlich ein echtes Mangelangebot.