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Android 4.4 (KitKat) bohrt Telefon-App auf, scannt alle Anrufe

Falls Ihr Euer Android-Smartphone auch zum telefonieren nutzt (dies soll ja selbst heute noch gelegentlich vorkommen), werdet Ihr Euch sicher über die Neuerungen in der Telefon-App freuen. Wenn Ihr eine Nummer nicht wisst, durchsucht die App Namen und Orte in der Nähe und auch Google App Accounts. Dafür muss man einfach drauf lostippen und die Suche legt los.

Google_CallerID_02

[werbung] Interessanter wird es bei der Google Caller ID. Hier werden eingehende Anrufe gescannt und bei entsprechender Freigabe des Anrufenden mit Informationen gefüllt. So kann man sowohl den Namen als auch ein eventuelles Profilbild sehen, auch wenn man die Nummer nicht in den eigenen Kontakten gespeichert hat. Das ist einerseits praktisch, da man so auch unbekannte Anrufe zuordnen kann, auf der anderen Seite aber auch bedenklich, da dies bedeutet, dass Google jeden Anruf erst einmal abgleicht.

Vorerst erfolgt dieser Abgleich nur mit Google Places und Google App-Accounts. Ab 2014 werden dann auch Informationen von Privatpersonen abgeglichen, die Ihre Nummer dafür freigegeben haben. Ob man seine Nummer freigegeben hat, kann man an dieser Stelle überprüfen. Ich empfehle dort einmal vorbeizuschauen, bei mir waren beide hinterlegte Nummern aktiv, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, diese nicht explizit freigegeben zu haben.

Google_CallerID

Liest man sich die Kommentare unter dem Google+-Post dazu durch, scheint kaum einer Bedenken gegenüber diesem Feature zu haben. Wie sieht es da bei Euch aus? Möchtet Ihr, dass Google all Eure Anrufe scannt, um Euch Informationen zum Anrufenden bereitstellen zu können? Generell finde ich jede Erleichterung in der Nutzung ja gut, aber der Preis scheint hier doch etwas hoch.

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Sascha Ostermaier

*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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52 Kommentare

  1. grausam…es wird immer schlimmer.
    Wie gut, dass ich mein Google-Konto mit einer Wegwerf-Nummer aktiviert und keine weitere Nummer hinterlegt habe.

  2. Ich finde es geil und freue mich auf das Feature 🙂 die Leute die ich anrufe können gerne wissen, dass ich es bin!

  3. Finde ich eine sehr gute Sache…. Aber ich denke das die meisten Deutschen wieder dagegen haben werden… => Lieber technischer Rückschritt und der Schutz der Daten als Fortschritt

  4. ob dir das hilft, wenn andere dein googlemail-adresse mit deiner richtigen nummer in ihrem adressbuch verknüpft haben?

    in ein paar monaten wird google dir vorschlagen, ob du nicht auf nummer xyz wechseln möchtest, weil die bei deinen freunden hinterlegt ist 😉

  5. Bei mir war das Häkchen auch gesetzt, auch ich kann mich nicht erinnern, da mal irgendwas freigegeben zu haben. Danke für den Hinweis!

  6. Was heisst denn „scannen“? Das ist doch der gleiche Abgleich, wie mit dem Telefonkontakten, nur das zusätzlich noch mit der Google eigenen Datenbank abgeglichen wird. „Scannen“ suggeriert doch, dass Google eine Analyse des Inhalts macht, um irgendwelche Infos ab zugreifen.

    Aber damit hat das doch gar nichts zu tun, es wird lediglich die durchsuchte Datenbasis für den Nummernabgleich über die lokal im eigenen Account gespeicherten Daten hinaus erweitert.

  7. Also so wie ich die Anleitung bei Google lese.
    Geht das aber nur für Personen die meine Nummer bereits haben.

    Oder stehe ich auf dem Schlauch?

    „Wenn diese Einstellung aktiviert ist, können Sie von Personen, die Ihre Telefonnummer haben, einfach in Google-Diensten gefunden werden“

  8. Sascha Ostermaier says:

    @Thomas Lottermoser: Also ich sehe da schon einen Unterschied, ob ein eingehender Anruf mit meinem lokalen Telefonbuch abgeglichen wird oder ob die Nummer serverseitig von Google abgeglichen wird. THEORETISCH wäre es so möglich, dass Google ein Profil erstellt, wer mich wann anruft. Und das nicht einmal heimlich, sondern ganz offensichtlich. Ich bin wahrlich kein Datenschutz-Freak, aber das geht sogar für meinen Geschmack etwas weit.

  9. Die anrufende Nummer mit einem öffentlichen Verzeichnis abzugleichen fällt bei mir ehrlich gesagt nicht unter „scannen“ …

  10. Naja man muss ja immer ein bisschen Panik verbreiten und da hilft ein Begriff wie scannen natürlich ungemein.

    Zu der Funktion kann man dann ja immer noch stehen wie man will, wie oben bereits erwähnt sehe ich das Ganze eher als Service.

  11. Keine schlechte Sache, da muss die NSA keine Metadaten mehr mitschneiden, sondern das fertige Datenpaket von Google übernehmen. Natürlich weiß Google auch schon wer wem wann E-Mails schreibt und die Adressbücher und Google+-Kreise haben auch eine gewisse Aussagekraft; aber ob es das besser macht?

  12. Bei mir ist das Häkchen auch gesetzt, aber meine Handynummer ist wahrlich kein Geheimnis. Aufm Fratzenbuch hab ich sie zwar nicht stehen, aber auf leicht verwaisten (alten) Plattformen dürfte man die noch finden…
    (Habe die Nummer seit etwas mehr als 11 Jahren,
    in denen die durch zahlreiche Hände gegangen sein muss.)

  13. Das machen sogar einige Telefone für das Festnetz (ok VoIP) oder auch Router, die mit VoIP ausgestattet sind, oder einen internen Anrufbeantworter haben. Ist die Nummer nicht im lokalen Telefonbuch, wird eine DB abgefragt.

    Mich würde malinteressieren, wenn das Telefonbuch erst im Jahr 2013 erfunden worden wäre, ob da die Datenschützer nicht Amok laufen würden. Hehe.

  14. Finde ich toll…
    Datenschutz in der heutigen Zeit, kannst eh vergessen. Deine Daten sind bei jedem Amt, vielen Werbeagenturen etc. generell erfasst. Callcenter rufen dich an und wollen dir alles andrehen, du erhälst Werbung per Post und das alles nur auf dich personalisiert. In der heutigen Zeit ist dies doch normal. Schon vor Beginn des Internets kamen unzählige Flyer per Post und garantierten NUR DIR den Riesen-Gewinn den du sofort abholen konntest, vorausgesetzt du besuchst noch die Werbefahrt auf denen sie dir die tollen Matratzen, Heizdecken und gefütterten Unterhosen mit Pisseinlage andrehen wollen…
    Also finde ich es toll, siehst sofort welcher Callcenter dir gerade anruft (Voraussetzung Nummer nicht unterdrückt) und diesen kannst „blacklisten“.

  15. Danke für den Hinweis. Meine Nummer war zum Glück nicht freigeschaltet.
    Ich finds übrigens gut, wie Du nüchtern auf Vor und Nachteile hingewiesen hast.

    @David:
    Nicht alles, was neu ist, muß ein Fortschritt sein und gut. Worin soll hier bitte ein Fortschritt bestehen? Bestenfalls doch nur, wenn man die Nummer nicht erkennt, daß man dann sagen „ich geh nicht ran, ich will meine Ruhe haben“. Macht man das nicht eh?

  16. Datenschutzrechtlich sicherlich bedenklich, da man es aber deaktivieren kann ist es IMHO die Sache jedes Einzelnen. Schöner wäre allerdings wenn es von Haus aus deaktiviert wäre.

    Für mich als Selbstständigen muss ich sagen finde ich es recht praktisch. Wenn mich jemand anruft bekommt er direkt noch die von mir öffentlich hinterlegten Infos direkt angezeigt.

  17. Da meine Nummer nicht öffentlich ist (und auch definitiv sein soll!) war ich sehr unangenehm überrascht, von dieser Einstellung überhaupt erst durch diesen Beitrag erfahren zu haben und dann auch noch das Häkchen gesetzt zu sehen! Das finde ich schon reichlich dreist. Die Entwicklung in Richtung Facebook-Verhalten (Sicherheits-relevante Einstellungen per Opt-Out zu verwalten) ist nicht zu übersehen – der Laden wird mir immer unsympathischer.

  18. Ja passt schon. Die Geheimdienste wissen sowieso, wer wann wen anruft und solange keine Inhalte abgegriffen werden, soll es mir recht sein. Ansonsten ist es nichts weiter als ein Telefonbuch, mit dem Unterschied, dass mich die Stalker nicht finden können, da sie dann meine Nummer bräuchten und der Name allein nicht ausreicht. Ist mir so rum auf jeden Fall lieber, als Name -> Telefonnummer (oder sogar noch Adresse, wie vor allem damals und auch heute noch in Telefonbüchern).

  19. Für mich liest sich das so, als baue Google da eine Art Telefonbuch mit Reverse-Suche auf. Nur dass man schon eine Nummer braucht, um Namen/ Profil dahinter angezeigt zu bekommen.

    Meine neue Nummer hab ich keine Woche, trotzdem steht sie da drin, das macht Google also per default. Geht überhaupt nicht. Deaktiviert.

    @Lottermoser: Das Problem ist diese Metadaten-Geschichte, die gerade in anderem Zusammenhang durch die Presse geht. Defaultsetzung dieser Einstellung weltweit auf den meisten Handys * Zugriff durch dunkle Mächte = Großes Problem für die Demokratie, die Menschheit usw.

  20. @chrigu Bei Werbeanrufen ist eine Rufnummernunterdrückung verboten. Die meisten halten sich auch daran. Aber die dürften EIGENTLICH auch nur bei dir anrufen, wenn du es ihnen vorher erlaubt hast (bei einem Gewinnspiel teilgenommen und das entsprechende Häkchen gesetzt o.ä.)

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